Hier klicken

„Und überall war der dicke Maradonna“

März 5, 2010

JUGEND FORSCHT: Köln – Mexico City – Köln – Buenos Aires Teil 2

Buenos AiresHWZ-Auslandskorrespondentin Katharina Böndel an ihrem Arbeitsplatz auf einer Dachterrasse in Buenos AiresBlauer Himmel, 25 Grad, leichte Brise…Wie in der vergangenen Ausgabe bereits angedeutet, befindet sich mein Töchterchen derzeit in Buenos Aires. Dort begleitet sie ein deutsches Filmteam als Dolmetscherin und ich habe quasi hier aus der Ferne das Gefühl, dass sie heute, genau nach einer Woche bereits die Regie übernommen hat. Sei’s drum, das ist die Gelegenheit für uns, eine der größten Städte der Welt mit 13 Millionen Einwohnern etwas näher kennen zu lernen. Und es gab in dieser Woche ja auch einen verbindenden Anlass: Das Fußballspiel Argentinien gegen Deutschland. Hier der Bericht.
Also: Heute abend waren wir das Freundschaftsspiel Deutschland : Argentinien gucken, es war echt witzig, aber nix besonderes, eigentlich wie in Deutschland, nur ging es irgendwie gepflegter zu. Keiner mit Bierbauch, zehn Trikots übereinander und sechs Schaals am Handgelenk…). Gejubelt und geklatscht wurde natürlich viel, hatten die ja auch allen Grund dazu. Aber auch trotz dass es ziemlich deutlich war, dass wir Deutsche sind (lautes aufspringen und aufstöhnen meinerseits als der Adler aus dem Tor lief und quasi am Ball vorbei) wurden wir weder angepöbelt noch ausgelacht oder sonstiges. Die Bar an sich war auch super cool, 360 Grad Bildschirme, egal wo man hin schaute, überall war der dicke Maradonna zu sehen.“
Danach wurde dann auf der Dachterrasse über der WG, in der sich meine Tochter fünf Wochen lang aufhält, gegrillt. „Sehr, sehr lecker. Das Fleisch hier ist wirklich ein Traum! Habe gehört, dass sogar der Mäcces besser sein soll. Dem muss ich aber noch nachgehen! Und die Phänomene der Südhalbkugel habe ich auch schon alle abgecheckt. Wußtest du, dass das Wasser in den Abfluss andersherum abfließt, also der bildet doch immer einen Strudel, bei uns geht er gegen den Uhrzeigersinn und hier andersherum.
Und der Mond ist auch „spiegelverkehrt“, also quasi, der Schatten den die Sonne auf den Mond wirft… und die Sonne steht auch anders. ABER: Das Kreuz des Südens konnte ich noch nicht sehen, dadurch, dass wir hier mitten in der Stadt sind ist es ja auch abends immer echt hell, da sieht man nur die großen Sternenbilder wie beispielsweise den Orion.“ Anmerkung: Das mit dem Wasser und der Sonne kann hoffentlich ein Leser besser erklären, ich hab’s nicht wirklich verstanden. Aber weiter im Text: „Bin gestern das erste Mal Bahn gefahren, absolut geil! Hab mich leider nicht getraut Fotos zu machen, weil ich eh Tausende von Herzinfarkte gestorben bin. 1. Die Bahn ist höllisch laut. 2. Die Bahn ist höllisch voll. 3. Die Bahn ist einfach aus Holz und ich hatte echt Angst, dass sie jeden Moment auseinander fällt. Da waren sogar noch Glühbirnen in die Decke eingedreht! Die auch noch die ganze zeit am flackern waren, hahaha… Na ja, aber immerhin gibt’s ein UBahn- Netz. Für diese riesige Stadt gibt es nur fünf popelige Bahnen, die alle parallel fahren, und wenn man umsteigen will muss man erstmal bis ganz ins Zentrum rein, weil nur da eine Bahn ist, die senkrecht zu allen anderen verläuft. Schlimm. Die Busse hier sind allerdings noch schlimmer! Der Klassiker: Die fahren alle über rot, und die halten sich auch einfach nicht an die Linien auf den Fahrbahnen, Die fahren auf der Straße wo sie wollen, und quetschen sich überall rein. Habe schon mit einem Taxifahrer diskutiert, von wegen ob er nicht auch glaubt, dass wenn alle sich mal an die Linien halten und hintereinander fahren, dass es dann viel schneller gehen könnte. Eben weil die sich ja andauernd behindern weil die Autos kreuz und quer auf der Straße stehen. Aber er meinte nur, dass wäre ja langweilig, und außerdem hätte er mal von einem Deutschen gehört, dass wir in Deutschland andauernd im Stau stehen.

Fortsetzung folgt

Kommentare

Möchten Sie den Beitrag kommentieren?