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„Wir sind wirtschaftlich gut aufgestellt“

Dezember 31, 2009

UMFRAGEN: Menschen blicken zuversichtlich auf zwanzigzehn

Wir sind wirtschaftlich gut aufgestelltDie Deutschen gehen einer Umfrage zufolge trotz der weiter schwelenden Wirtschaftskrise so optimistisch in das neue Jahr wie seit der Jahrtausendwende nicht mehr. 37 Prozent erwarten laut einer repräsentativen Emnid-Umfrage für die „Bild am Sonntag“, dass 2010 für sie persönlich besser wird als 2009. Dies ist der höchste Wert seit neun Jahren. 41 Prozent erwarten keine Veränderung, jeder Fünfte fürchtet, dass es ihm schlechter gehen wird. Im weltweiten Vergleich am zuversichtlichsten blicken Neuseeländer und Brasilianer auf 2010. 73 beziehungsweise 71 Prozent von ihnen glauben, dass es im kommenden Jahr besser wird. Weltweit wurden zum Jahresende in 33 Ländern 36.556 Personen befragt, darunter rund 500 in Deutschland. Auch eine kleine Umfrage in der Honnefer Innenstadt bestätigt den optimistischen Trend. So habe der Centrum e.V. seine Hausaufgaben gut gemacht. Georg Zumsande: „Wir sind gut vorbereitet für das kommende Jahr. Unser Veranstaltungsplan steht, da kann nichts mehr schief gehen. Und: 2010 wird die Zusammenarbeit mit der FH kräftig ausgebaut.“ Im März beginnt der Veranstaltungsreigen mit dem Spezialitätenmarkt und am 20. März heißt es schon wieder „Fühl dich Frühlich“. Viele Geschäftsleute sehen den Jahreswechsel gelassen: „Schlimmer kann es ja nicht werden.“ Auch das Bauchgefühl spielt eine Rolle: „Zwanzigzehn klingt gut, also wird es gut“. Landrat Frithjof Kühn sagt: „Wir sind im Kreis wirtschaftlich gut aufgestellt, wir haben eine Vielzahl von mittelständischen Unternehmen, qualifizierte, gut ausgebildete Arbeitskräfte, niedrige Arbeitslosenzahlen, ein hohes Einkommensniveau und unsere Kaufkraft liegt zehn Prozent über dem Bundesdurchschnitt.“ Aber es gibt auch Risikofaktoren: Kommunen und Kreis sind hochverschuldet. Es sollten Sparpotenziale gefunden werden. Und: Es müssen neue Unternehmen angesiedelt werden, um die Gewerbesteuern zu steigern. Dazu seien die Voraussetzungen günstig. Kühn: „Unsere gute Lage mitten in Europa und die ausgebaute Infrastruktur über Straße, Schiene, den Rhein und dem Flughafen (Foto) sind überzeugende Argumente.“ Die meisten Bürger gehen ungeachtet eines drohenden Anstiegs der Arbeitslosigkeit davon aus, dass sie in den nächsten zwölf Monaten keine großen Abstriche machen müssen: Rund 60 Prozent der Deutschen glauben, dass sich ihre finanzielle Situation im Jahr 2010 nicht verändern wird, ergab eine Umfrage des Instituts Polis-Sinus unter 1005 Erwachsenen für den „Focus“. 20 Prozent gehen davon aus, dass sich ihre Situation verbessern wird. 18 Prozent sind weniger optimistisch und glauben, ihre Lage wird sich verschlechtern. Allerdings dürfte es noch Jahre dauern, bis die Krise für die Firmen komplett überwunden sei: Nur knapp ein Drittel gehe davon aus, 2010 bereits wieder das Umsatzniveau von 2008 zu erreichen. Jeweils ein Viertel erwarte dies erst 2011 beziehungsweise 2012, ein knappes Fünftel sogar noch später.

Bundesregierung und Experten rechnen für das kommende Jahr mit einem Wachstum von mindestens 1,2 Prozent. 2009 dürfte die Wirtschaftsleistung dagegen mit ungefähr fünf Prozent so stark eingebrochen sein wie noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik. Das Statistische Bundesamt legt eine erste Schätzung Mitte Januar vor. Angesichts der Wirtschafts- und Finanzkrise vertraut die Mehrheit der Deutschen den Eliten des Landes nicht mehr, wie eine repräsentativ angelegte Studie des Bremer Instituts Nextpractice im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung ergab. 70 Prozent der Deutschen haben demnach das Vertrauen in Politik und Wirtschaft weitgehend verloren. Fast jeder Zweite stelle sogar die parlamentarische Demokratie infrage.

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