Das Maß aller jecken Dinge
Februar 1, 2010
HALT POL: Die Mädchensitzung im komplett ausverkauften Kurhaus war einmal mehr ein karnevalistisches Highlight mit knapp 500 begeisterten Mädels
Die Mädchensitzung der KG Halt Pol ist der jährliche karnevalistische Urknall in Bad Honnef. Diese Sitzung hat ihre eigenen Gesetzte. Das oberste Gesetz heißt: Begeisterung. Ein weiteres Gesetzt lautet schlicht: Der Präsident hat immer recht. Einmarsch: Die Stadtsoldaten, der Elferrat mit Sitzungspräsident Jörg Pütz – knapp 500 Mädels stehen auf den Tischen und Stühlen – Kumm loss mer tanze. Im normalen Leben erlebt eine Sitzung den Siedepunkt ganz zum Schluss, bei den Pölern ist der traditionell nach fünf Minuten erreicht. Jürgen Wessel und seine Spielmänner geben Gas. Das Dreigestirn aus dem Jahre 2000 kommt auf die Bühne: Jörg Pütz, Ralf Heidt und Gerd Papenbrock. Sie singen ihr Lied von damals: „Dat es Karneval…“. Guido Cantz schaut in den Saal: „Da soll ich jetzt rein? Ihr seid verrückt.“ Nein, erst kommen die American Dreamboys. Guido sehnt sich zurück in seine beschauliche Domstadt. „The American Dream vum Rhing“ marschiert auf. Die weibliche Masse schmilzt dahin. Joe Cocker röhrt: „You can leave your hat on…“. Die Boys tanzen, natürlich mit einem Hut auf dem Haupte, stemmen, werfen. Mehrfach ziehen sie sich auf der Bühne um. Unbeschreiblicher Jubel. Das Team vom Roten Kreuz ist in Alarmbereitschaft. Guido Cantz kann’s. Mit seinen dramatischen Geschichten aus seinem noch jungen Eheleben fesselt er die Mädchen und bringt sie für 20 Minuten lang zur staunenden Ruhe. Maximal 20 Minuten lang. Danach kommt Guido I, der Weingott und Siebengebirgsprinz aus Königswinter mit seiner Prinzessin Nadine I auf die Bühne. Längst steht auch der Elferrat auf den Stühlen und singt mit dem Königswinterer Prinzen. Die Grenzen schmelzen: Jörg Pütz lädt die Honnefer Jeckinnen zum Siebengebirgszug nach Königswinter ein. Karneval verbindet. Pause. Kein Durchkommen mehr im Foyer. Literat Jens Wilke ist zufrieden: „Alles läuft fabelhaft“. Die zweite Halbzeit: Hennefer Stadtsoldaten, de Räuber, Klaus und Willi und die sensationelle Formation „Queer Beat“. Gut, dass Hausherr Michael Holmer Gerdes in Lüneburg weilt. Er hätte Angst um sein Haus bekommen. Nach sechs Stunden ist der Mädchentraum 2010 vorbei. Am 13. Januar 2011 findet die 12. Halt Pol- Mädchensitzung statt.
„Ladies-Kracher“ an Weiberfastnacht in der „Rheinsubstanz“
Februar 1, 2010

Während die Region mit Schneetreiben zu kämpfen hat, arbeiten die Mitarbeiter der Firma Berg GmbH auf Hochtouren. Ob Schneeverwehungen oder Minusgradrekorde – über 200 Meter LED-Kabel sind verlegt, über 20.000 Einladungen befinden sich in den Briefkästen der Honnefer. Was vor fast genau vier Jahren begann, nämlich im ehemaligen Hallenbad einen Veranstaltungsbereich zu schaffen, das steht nun kurz vor der Vollendung. Noch erinnert die „Rheinsubstanz“, so der Name, bei einer ersten Pressebegehung eher an eine Riesenbaustelle, so ist das aber vor jeder Neueröffnung der größeren Art.Die Betreiber sind sehr zuversichtlich: „Am 6. Februar wird der neue Eventbereich unter dem ehemaligen Sprungturm eröffnet. Mit einer Sound- und Lichttechnik, die Maßstäbe in der gesamten Region setzen wird, so die Betreiber. Der Zeitplan sieht wie folgt aus: Nach der Eröffnung am 6. Februar, folgt die Weiberfastnachtsparty „Ladies-Kracher“ am 11. Februar, am 12. Februar findet die „Paparazzi-Party statt und am 13. Februar geht es zurück in die Zukunft, die 80ger und 90ger Jahre werden wieder lebendig. Mehr Infos zu allen Termin im Internet auf http://www.rheinsubstanz.de
bösARTig
Februar 1, 2010
Meine sehr verehrten Damen und Herren, leev Jecke, ich habe Rücken. Und Ellenbogen. Und: Ich habe wieder nicht im Lotto gewonnen. Soviel zu meiner Gemütslagelage. Gefühltes Alter: 77 Jahre. Quasi. Bevor wir nun zu einer ganz traurigen Geschichte kommen, arbeite ich mal eben die kleinen gelben Haftnotizen ab, die hier auf meinem roten Schreibtisch pappen: Gerd Papenbrock, FK-Chef, weist noch einmal auf die Seniorensitzung hin, die am kommenden Sonntag von 14 bis 17 Uhr (Einlass ab 13 Uhr) im Kurhaus stattfindet. Bei freiem Eintritt, aber dennoch mit einem Spitzenprogramm inklusive Prinzenpaar. Ein Papperl von Jörg Pütz: „Der Mitsing-Abend in Aegidienberg im Hause Kappels war wie im Tal spitzenmäßig. Super Stimmung.“ Ein Zettel in eigener Sache: Während ich am Sonntag von gefühlten 10.000 bildhübschen Mädels umzingelt war, bei der Pöler Mädchensitzung, wurde Bad Honnef in der FH offiziell zur Fairtrade-Stadt ernannt. Wir hatten im Vorfeld mehrmals darüber berichtet. Ich finde das sehr gut. Einmal, weil die Bürger der Stadt immer mehr sensibilisiert werden, für fair gehandelte Produkte, eben für Produkte die nicht aus Kinderhand stammen oder zu Billiglöhnen hergestellt werden müssen. Und: Diese Auszeichnung oder Aufwertung der gebeutelten Stadt wurde nur möglich, weil viele Kräfte daran mitgearbeitet haben. „Hand in Hand for a better Life“, so sagt man, glaube ich. Da haben alle an einem Strang gezogen: Die Stadt, der Stadtjugendring, die Kirchen, die FH, der HIT Markt, das KSI, die Gastronomie, die Innenstadtgemeinschaft. Eben alle. Wundervoll!
Kommen wir zu der traurigen Seite des Daseins. Ich habe es denen die es mögen versprochen, vier Wochen lang „Miss Wet T-Shirt 2005“ zu präsentieren. Wir machen da mal ganz locker auf BILD-Zeitung. Ich hatte mich rechts neben dem niedlichen Planschbecken plaziert in dem die Mädels bespritzt wurden. Ein Fehler wie Sie bisher sehen konnten. Irgendwie macht mich das hier alles schwer nervös. Echt wahr. Und jetzt auch das noch: Weiße Asche auf rotem Schreibtisch. Ich hol mal eben meinen Staubsauger, machen Sie’s gut, wir sehen uns am Sonntag im Kurhaus, bei der Ü50-Party… oder U100… egal… da simmer dabei…



