Wild-Wochen im Chimära in der Bonner Altstadt

Nun geht in Bad Honnef die Post ab

März 8, 2010

EINZELHANDEL: Gut aufgestellt und auf dem richtigen Weg. Ab sofort jeden Samstag Spezialitätenmarkt in der Innenstadt

Exklusiv: So soll das Postgebäude schon in Kürze aussehenNur wenige Zuschauer wollten die Vorstellung des Innenstadtkonzeptes erlebenStadtfeste und Rosenköniginnen wird es auch weiterhin gebenStadtfeste und Rosenköniginnen wird es auch weiterhin gebenTechnischer Beigeordneter Jopa Vedders ist zufrieden. Am Tag nachdem Gutachter Rainer Schmidt-Illguth ein weiteres Gutachten für die Innenstadt im gähnend leeren Ratssaal vorgestellt hatte, fühlt er sich mit seinen Planungen bestätigt. Und: „Es war eine sehr erfreuliche Veranstaltung, ich denke spätestens jetzt ist allen klar, das wir in der Innenstadt nur voran kommen, wenn Politik, Verwaltung, Eigentümer und Unternehmer an einem Strang ziehen.“ Einiges sei im Fluss, einzig die Gespräche mit den Eigentümern Am Saynschen Hof gestalteten sich als sehr zäh. Aber, ein Konzept und eine erste Zeichnung für die künftige Nutzung des Postgebäudes liegt bereits auf Vedders Tisch (Foto rechts). Das was der Gutachter dringend anmahnt, das könnte im alten Postgebäude schon bald Wirklichkeit werden: Ein Vollversorger für die Innenstadt. Umrahmt von Arztpraxen, Büros und Wohnungen. Oberstes Ziel sei, so Schmidt- Illguth, „die Stärkung der wohnungsnahen Versorgung“. In Sachen geplanter Vollversorger im ehemaligen Penatengelände sagte er: „Das macht keinen Sinn. Darüber sollte man gar nicht erst nachdenken.“

Neue Planung im Businesspark

Lange genug hat ein Investor bekanntlich darüber nachgedacht. „Nun aber“, sagt Vedders, „führen wir ganz aktuell sehr konstruktive Gespräche mit dem Investor über eine Planungsänderung. Erst einmal soll der Name geändert werden. „Businesspark“ ist verbrannt. Geplant ist jetzt eine Wohnbebauung.“ Zurück zur Innenstadt. Ein dickes Lob gab es vom Gutachter, „Bad Honnef hat noch eine wahrnehmbare Innenstadt, und das ist selten im weiten Umkreis.“ Die beiden einzigen Lehrstände in der Einkaufsmeile zwischen der Goldschmiede Zumsande und dem Einrichtungshaus Walkembach werden bald auch wieder belebt sein. Zu den Zahlen: In Bad Honnef gibt es 216 Betriebe mit einer Gesamtverkaufsfläche von 40.000 Quadratmetern mit einem Gesamtumsatz von 151 Millionen Euro. Zwei Drittel des Gesamtumsatzes entfallen auf die Bereiche Innenstadt und Gewerbegebiet-Süd. Den Rest teilen sich die Stadtteile im Talbereich und Aegidienberg. Einige Zahlen zur Umsatzverteilung: 37 Prozent entfallen auf Lebensmittel, Bekleidung ( 9 Prozent), Pharmazeutische Artikel (8 Prozent), Möbel (5 Prozent), Kosmetik (4 Prozent). Deutliche Kaufkraftabflüsse gibt es bei nicht zentrenrelevanten Sortimenten wie Baumarktartikel, KFZ-Zubehör, Campingartikel oder Elektrogroßgeräte. Nach Meinung des Gutachters müsse dringendst auch die Fußgängerzone städtebaulich mit der kriselnden Bahnhofstraße verknüpft werden. Dazu sei das Postgebäude ein perfekter Grundstein.

„Belebung an den toten Samstagen“

Einen Grundstein zur Belebung der Innenstadt hat der Centrum e.V. längst gelegt. Durch einige Frequenzmesser in der Innenstadt konnte eine Statistik erstellt werden. Die besagt, dass durch die Stadtfeste in 2009 250.000 Menschen in die Stadt gekommen sind. Diese Zahl bestätigt das Tun der Centrumler, Georg Zumsande, Jürgen Kutter und Walter Löbach. Um neben den Festen zumindest auch an allen Samstagen Bewegung in die Stadt zu bringen, wird ab dem kommenden Wochenende an jedem Samstag ein Spezialitätenmarkt in der Einkaufsmeile stattfinden. Mit derzeit geplanten 14 Ständen zwischen Eimermacher und Walkembach. Jeden Samstag zwischen 8 und 14 Uhr und an jedem ersten Samstag im Monat von 8 bis 16 Uhr. Aber nicht nur das ist ein erfreulicher Schritt in eine umsatzsteigernde Richtung. Zumsande: „Die Beteiligung Honnefer Unternehmer und Institutionen bei unserem ersten Stadtfest „Fühl dich Frühlich“ am 20. Und 21. März ist enorm. Das macht richtig Spaß.“ Und es erfüllt ein weiteres Leitziel des Gutachters: „Förderung und Unterstützung des Einzelhandels in der Innenstadt“. Das komplette Programm zu „Fühl dich Frühlich“ mit knapp 60 Attraktionen stellen wir Ihnen in der kommenden Ausgabe vor. In seiner gestrigen Sitzung hat der Rat der Stadt Bad Honnef die geplanten verkaufsoffenen Sonntage genehmigt: Neben „Fühl dich Frühlich“ das Rosenfest am 13. Juni, den Martini Markt am 31.Oktober sowie einem Weihnachtsmarkt am 5. Dezember. Am 27. August findet darüber hinaus die verkaufsoffene „Sommernacht“ statt und am 25./26. September „Augenschmaus und Gaumenfreude“.

bösARTig

März 8, 2010

Meine sehr verehrten Damen und Herren, der vergangene Dienstag war einmal mehr ein Tag, den ich quasi so lieb habe wie einen Pickel auf der Nase: Termin um 19 Uhr im Rathaus. Es ging wieder einmal um den Einzelhandel, ein schlauer Mensch hat mit ernster Mine beschrieben, was gut ist für die Innenstadt, und was nicht gut ist für die Innenstadt. Also eigentlich nichts neues. Mickrige 48 Menschen langweilten sich zwei Stunden lang im großen Rund des Ratssaales. Völlig unterhopft bin ich danach noch an die Theke m.V. gekrochen und da hatte ich eine ganz wundersame Erscheinung: Das Dreigestirn 2011 der KG Halt Pol stand dort versammelt an der Theke. Oder war das ein Traum? Egal! Ich habe mir nichts anmerken lassen, und ganz locker gefragt: „Na, was gibt’s neues?“ Einfach so, wusch, in die Tollitätenrunde. 22 Uhr. Eine schwere, eine ein Quadratmeter große Hand, legt sich auf meine Schulter und zwingt mich in die Hocke. Der Mann mit der schweren Hand, ein Kriminalbeamter, blickt mich an und fragt: „Kennst du den?“ Ich stöhnte: „Nein, auf gar keinen Fall.“ Der Kommissar sagt: „Eine Frau geht zum Arzt und sagt: „Ich hätte gern ein wenig Zyankali.“ Der Arzt ruft entsetzt: „Mein Gott, liebe Frau, das geht doch nicht, wenn das in falsche Hände gerät, nein, das Zeug ist doch tödlich.“ Die Frau greift in ihre Handtasche und holt ein Bild ihres Mannes hervor. Der Arzt sagt: „Nee wat schön, sie haben ja ein Rezept…“. Zurück zur KG Halt Pol. Am Samstag, 10. Juli, wird es auf dem HIT Markt-Parkplatz zu einem ganz besonderen Event kommen. Vor dem WMSpiel um den dritten Platz, wird die kölsche Band „Brings“ aufspielen, bevor das Spiel auf einer Großleinwand präsentiert wird. Public-Viewing heißt das auf gut neudeutsch. Nach meiner Einschätzung wird Ghana gegen die Elfenbeinküste um den dritten Platz spielen. Sodele, jetzt wird’s schwierig. Ich bin gerade aus der Ratssitzung geflüchtet. Es ist Donnerstag, 21.30 Uhr. Mein Magen knurrt und meine Kehle ist vertrocknet. Bei der Haushaltsdebatte wurde die Redezeitbegrenzung aufgehoben. Sechs Fraktionshäuptlinge durften so lange reden wie sie wollten. Motto: Es ist ja schon alles gesagt worden, aber noch nicht von mir. Nach drei Stunden ein erster Etappensieg: Der vierte von 23 Tagesordnungspunkten konnte abgehakt werden. Und Bauminister Jopa Vedders atmete tief durch: Nach gefühlten 200 Jahren Verwaltungsvorarbeit sagte der Rat nun endlich „Ja“ zur Drieschweganbindung im Honnefer Süden. Und wir im gelobten Selef bekommen an der Linzer Straße – Dellenweg- Drieschweg jeweils einen Kreisel. In den Sommerferien beginnen die Bauarbeiten. Ein historischer Moment. Auch der notleidende Haushalt von Frau Bürgermeisterin wurde abgesegnet. Aktueller Fehlbedarf: 7,5 Millionen Euro. Tendenz eher steigend. Der Rat beschließt: Jetzt muss aber heftig gespart werden. Was aber noch viel schlimmer ist: Vor der Apotheke Ecke Bahnhofstraße/ Luisenstraße liegt ein Berg von mittlerweile vergilbten Tannenbäumen, die einst, eben in der Weihnachtszeit, die umliegenden Laternen schmückten. Und nun ist Frühling. Hallo? Frage: Wer ist denn da für die Entsorgung zuständig?