Wild-Wochen im Chimära in der Bonner Altstadt

Der „letzte Obstbauer“ wird achtzig

September 6, 2010

GEBURTSTAG: Hermann-Josef Kramer machte sich einen Namen als Allrounder mit immer neuen Herausforderungen

Hermann-Josef KramerBilder von Hermann-Josef Kramer: Adjutant von Karnevalsprinz Juppi PützBilder von Hermann-Josef Kramer: Meister der FähndelschwenkerDer Wingert op Selef vor der Bebauung noch mit Obstbäumen.Er war Rheinlandmeister im Fähndelschwenken, Mitbegründer der Wählergemeinschaft „Bürgerblock“, Faustballer, Schütze, Karnevalist. Er ist, so sind sich seine Freunde heute einig: Ene feine Kääl. Hermann-Josef Kramer begann 1944 eine Ausbildung zum Obstbauern und Baumschulisten in Berlin. 1948 trat er dem Selhofer Junggesellenverein bei und begann dort das Fähndel zu schwenken. 1949 wurde er jüngstes Mitglied der KG Halt Pol und beteiligte sich aktiv am Wiederaufbau der Gesellschaft nach dem Zweiten Weltkrieg. 1953 übernahm er den väterlichen Obstbetrieb in Selhof, um ihn in einen Edelobstbetrieb umzubauen. 1954 heiratete er seine große Liebe, Hanne Löhndorf aus Bonn-Lengsdorf. Soviel zu den ersten Meilensteinen im Leben des Hermann- Josef Kramer, über den sein Sohn Norbert sagt: „Er war ein sparsamer und fleißiger Mensch, der immer neue Herausforderungen gesucht hat. Es war jederzeit spannend mit ihm, obwohl mir und meinen drei Brüdern seine Devise „mir han et vum behaale…“ manchmal nicht ganz so gut gefallen hat.“ Aber nur manchmal. Kramer war außergewöhnlich aktiv. Nicht nur in zahlreichen Vereinen der Stadt, sondern auch in der Politik. Nach der Gründung des Bürgerblocks engagierte er sich in verschiedenen Ausschüssen, beispielsweise im Kultur- und Schulausschuss oder im Waldausschuss. Der passionierte Jäger, dem die Hege der Tiere und die Pflege des Waldes besonders am Herzen liegt, wurde mit der Hegemedaille des deutschen Jagdschutzverbandes ausgezeichnet. Aber nicht nur das: Kramer gehört zu den Mitbegründern des Bläsercorps des Hegerings Siebengebirge. 1961 wird der Obstbauer Mitglied der St. Sebastianus Schützen Bad Honnef. Nach einem kleinen Wink von Marmeladenfabrikant Willi Brassel: „Wenn du uns schon das Obst lieferst, dann solltest du auch in unseren Schützenverein eintreten.“ Gesagt getan. 1970 kam Kramer auf die Idee, frisch geerntetes Obst in Kühlhäusern zu lagern. Somit konnten die Produkte ganzjährig verkauft werden. Pionierarbeit. 1973 wird das Jahr, über das heute noch begeistert gesprochen wird: Kramer zieht als Adjutant mit Karnevalsprinz Juppi Pütz von der KG Halt Pol durch die Säle der Region. Er trägt nicht nur aus diesem Grund den Dankorden der KG. Kürzlich wurde Kramer auch zum Ehrensenator ernannt. Früher, als jüngstes Elferratsmitglied war Kramer natürlich auch oft auf Dienstreisen in Köln unterwegs. In Sachen Brauchtum. Einmal, so erinnert sich sein Sohn Norbert, „kam er früh morgens von eben so einer Dienstreise zurück. Es wurde schon hell und seine Erntehelfer warteten ganz ungeduldig auf ihn. Da hat er sich ganz schnell versteckt.“ Rückblick: Kramer stammt aus einer alten Winzerfamilie. Seine Vorfahren bewirtschafteten die Weinberge dort oben am Wingert, hoch über Selhof, dort wo in den sechziger Jahren eine prächtige Wohnbebauung entstand. Nach dem Weltkrieg wurden die Weinberge in Obstplantagen umgewandelt: Mit Erdbeeren, Stachelbeeren, Sauerkirschen und Äpfel. Nach Gründung der EG war das nicht mehr wirklich konkurrenzfähig und Kramer spezialisierte sich fortan auf den Apfelanbau, Weihnachtsbäume und Schmuckreisig. Seit Ende der neunziger Jahre bezeichnet sich Kramer selbst als Privatier. Er unternimmt Reisen mit seiner Hanne, kümmert sich um seine Enkel und um seinen Garten und er nimmt aktiv teil am gesellschaftlichen Leben der Pöler Senatoren. Am kommenden Samstag werden ihn seine Freunde im Weinhaus Steinbach gebührend feiern. Herzlichen Glückwunsch Hermann-Josef Kramer!

bösARTig

September 6, 2010

Meine sehr verehrten Damen und Herren, der tragische Todesfall der kleinen Anna nimmt an Brisanz zu, obwohl von offizieller Seite seit Wochen nicht wirklich etwas zu hören ist. Der leibliche Sohn der Pflegemutter wurde vergangenen Donnerstag exhumiert. Laut Staatsanwaltschaft wird nun untersucht, ob der behinderte Sohn der Pflegemutter von Anna tatsächlich eines natürlichen Todes gestorben ist. Sollte dies nicht der Fall sein, dann hätte, welches Jugendamt auch immer, welche Fachkraft auch immer, ein Problem mehr. Dann nämlich wäre ein Pflegekind in die Hände einer Verbrecherin vermittelt worden. Brutal, oder? Dagegen stehen die öffentlichen Äußerungen der Ämter, die kein Fehlverhalten ihrerseits erkennen können. Das Grab der kleinen Anna auf dem Königswinterer Friedhof wird auf Kosten der Stadt gepflegt. Sagt einer der Friedhofsgärtner. Komisch, oder? Ursula Voll beklagt in ihrem Leserbrief (Seite 4), dass aus ihrer Sicht viel zu wenige Bürger an dem Trauergottesdienst für Anna in Königswinter teilgenommen hätten. Meine Meinung dazu: Wir brauchen keine Monologe mehr, sondern Fakten. Keine Fragen mehr, die auch zu Haufe in der Kirche gestellt wurden, sondern Antworten. Natürlich: Da gibt es eine Menge Müll, der von der Presse in die Öffentlichkeit geschleudert wird. Da gibt es Aussagen, gerne von Personen, die nicht genannt werden wollen. Da gibt es Interviews, die dementiert werden. Soweit so gut. Das tägliche Mediengeschäft. Das schlimmste: Niemand will etwas gemerkt haben. Vielleicht mal abgesehen von der tragischen Anruferin, die vom Amt weggedrückt wurde. Es gibt aber noch eine Geschichte. Eine wahre Geschichte: Eine Honnefer Familie kommt mit ihrer Tochter, einer Klassenkameradin von Anna, aus dem Urlaub zurück. Die Eltern erfahren ganz schnell von dem schrecklichen Vorfall. Vorsichtig versuchen die Eltern das Geschehene der Tochter beizubringen: „Eine Klassenkameradin von dir ist gestorben…“ Das Kind schaut auf und sagt ohne zu zögern: „Das kann ja nur die Anna sein.“ Die Eltern sind geschockt. „Warum? Wie kommst du darauf?“ „Anna war immer so traurig und hat erzählt, dass sie manchmal zu Hause gefesselt wird.“ Ich mache hier mal eine kurze Pause, weil Sie sicherlich genau so entsetzt sein werden, wie ich es war und bin. Kindesmund! Ich stehe im täglichen Kontakt mit Harald Hallerbach (Leserbrief Seite 4), dem aufrechten Recken, der die Jugendämter in Bad Honnef und Königswinter auf unterlassene Hilfeleistung verklagt hat. Der recherchiert seit fünf Wochen Tag und Nacht im Fall Anna. Wahrscheinlich weiß Hallerbach inzwischen mehr über den Fall als die Staatsanwaltschaft. Schade, dass die beiden nicht zusammen arbeiten. Im Sinne der Sache wäre das nur gut. In der kommenden Ausgabe werden wir seine bisher gesammelten Erkenntnisse zu Papier bringen. Derzeit „zofft“ sich Hallerbach mit dem Königswinterer Bürgermeister Peter Wirtz, der sich von ihm bedroht fühlt. Hier ein Originaltext (Auszug): „Sehr geehrter Herr Hallerbach, erlauben Sie mir nur eine Feststellung: Sie haben mir persönlich schriftlich gedroht, daran gibt es nichts zu deuteln. Mit freundlichem Gruß, Peter Wirtz.“ Trotz allem: Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende, beispielsweise beim Rhöndorfer Weinfest…

Minister Röttgen in Bad Honnef

September 6, 2010

Ein Minister zum AnfassenEin Minister zum AnfassenEin Minister zum AnfassenDie CDU Bad Honnef hatte vergangenen Samstag ihre Mitglieder zu einem Sommergespräch ins Seminaris Hotel eingeladen. Und Glückes Geschick: Die Chefin der Partei, Cornelia Nasner, ist gleichzeitig auch Büroleiterin von Norbert Röttgens Wahlkreisbüro in Siegburg. „Mein Terminkalender ist natürlich randvoll, aber diesen Termin in Bad Honnef habe ich gerne angenommen,“ sagte der Bundesumweltminister, der vor dem Hotel nicht nur von der versammelten Presse begrüßt wurde, sondern auch von zwei Kindern. „Hallo, ich bin der Norbert, und wie heißt ihr,“ begrüßte er fröhlich die Kleinen. Die allerdings stellten erst einmal eine kluge Frage: „Wann schalten sie die Atomkraftwerke ab?“ Das werde noch eine Weile dauern, „wenn ihr groß seit, dann ist es bestimmt soweit.“ Im Foyer des Seminaris wurde der Minister von zahlreichen CDU-Mitgliedern herzlich empfangen. Der zukünftige NRW-Ministerpräsident? Oder der zukünftige Bundeskanzler? Bei Röttgen ist alles drin, meinte ein CDUler verschmitzt. Nun aber gelte es erst einmal eine zukunftsträchtige Politik zu betreiben, dazu gehörten eine gesunde Umwelt und gesunde Staatsfinanzen, so der Minister.

Wulff auf der Insel

September 6, 2010

Bundespräsident Christian Wulff auf der Insel GrafenwerthBundespräsident Christian Wulff (m.) hat das Rheinland besucht. Nach einer Visite in der Bundesstadt Bonn reiste er per Schiff zur Insel Grafenwerth und betrat hier Honnefer Boden. Bürgermeisterin Wally Feiden (2.v.l.), die eingeladen worden war mit auf dem Schiff dabei zu sein, begleitete ihn an Land und hieß ihn auf der Insel herzlich willkommen. Bei dieser Gelegenheit konnte der Bundespräsident sich in das goldene Buch der Stadt Bad Honnef eintragen. Landrat Frithjof Kühn (r.), der ihn ebenfalls begrüßte, überreichte ihm als Präsent eine Flasche Rhöndorfer Wein. Der Bundespräsident hattte zuvor seinen Bonner Amtssitz, die Villa Hammerschmidt, kennen gelernt.

Honnefer feiern auch bei Sturm und Regen

September 6, 2010

FESTE: Einkaufsnacht in der Innenstadt, Ende der Stadtjugendring-Ferienfreizeit und Hafenfest am Wassersportverein

Honnefer feiern auch bei Sturm und RegenHonnefer feiern auch bei Sturm und RegenHonnefer feiern auch bei Sturm und RegenHonnefer feiern auch bei Sturm und RegenHonnefer feiern auch bei Sturm und RegenHonnefer feiern auch bei Sturm und RegenHonnefer feiern auch bei Sturm und RegenHonnefer feiern auch bei Sturm und RegenHonnefer feiern auch bei Sturm und RegenMan soll die Feste feiern wie sie fallen, oder: Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur die falsche Bekleidung. Altbekannte Sprüche, die allerdings bestens passen, zu den Veranstaltungen am vergangenen Wochenende: Einkaufsnacht in der Innenstadt, Hafenfest am Bootshaus und Abschlussfest der Feriennaherholung des Stadtjugendrings. Letzteres wurde wegen unbespielbaren Bodens von der Insel Grafenwerh kurzerhand in die Aula der Sankt Martinus- Schule verlegt. Dort zeigten die 180 Kinder, FESTE: Einkaufsnacht in der Innenstadt, Ende der Stadtjugendring-Ferienfreizeit und Hafenfest am Wassersportverein Honnefer feiern auch bei Sturm und Regen was sie in der Ferienzeit gelernt und gebastelt haben. Bürgermeisterin Wally Feiden und Harald Schmeling vom Sponsor Stadtsparkasse bedankten sich bei Organisator Andreas Roschlau und seinen 60 ehrenamtlichen Mitstreitern. Die Kinder führten vor den Ehrengästen und den stolzen Eltern mit viel Beifall bedachte Musik- und Tanzdarbietungen auf. Zum guten Schluss spendierte die Bürgermeisterin jedem Kind ein Eis. Und alle waren sich einig: Im nächsten Jahr sind wir wieder dabei.

Dabei sein werden im nächsten Jahr auch wieder die Beteiligten der Honnefer Einkaufsnacht in der Innenstadt. Zwar flattern den Machern Georg Zumsande, Jürgen Kutter und Walter Löhbach vom Centrum e.V. immer wieder die Nerven, vor solch einem Event, besonders dann, wenn der Regen leise rieselt, aber: Nach dem Fest kam die Erleichterung. Denn: Trotz des unfreundlichen Wetters waren viele Besucher in die Stadt geströmt, in die Restaurants und in die Geschäfte. Bunte Leuchtkegel ragten in die grauen Wolken und schufen so eine ganz besondere Atmosphäre. Warm angezogen und gut beschirmt flanierten die Besucher durch die Stadt und genossen neben den Einkaufsfreuden auch jede Menge Live-Musik und Artistik.

Besinnlich ging es bei der „Ökumenischen Kirchennacht“ in St.Johann Baptist zu, wo beispielsweise Bürgermeisterin Wally Feiden ihre Lieblingsbibelstelle vorlas. Gerockt bis nach Mitternacht wurde vor Philomena-Moden, dafür sorgte die „Rock Company“ mit Songs aus den guten alten Zeiten. Im Arboretum sorgten Fotograf Ulrich Dohle und Schauspielerin Gabriele Garsoffky dafür, dass sich die Besucher wie Stars fühlen konnten. Mit entsprechendem Make-up, mit professionellem Styling und zum Schluss mit einem perfekten Foto-Shooting. Die nächste Großveranstaltung in der Innenstadt findet am 25. September statt: Augenschmaus und Gaumenfreuden.

Das Hafenfest des Wassersportvereins am vergangenen Samstag hatte Nordsee-Charakter. Regenschauer und Sturmböen fegten über den Festplatz, Kaffeebehälter und Plastikteller flogen durch die Luft, kein Problem: Zum Wassersport gehört Wasser dazu. So ließen sich die Gäste davon überhaupt nicht stören und genossen völlig entspannt das Programm an den Bierzelten und Grillstationen. Flotte Musik lieferten Jens Böhlitz und das „Trio Bonn Brasil“. Vereinschef Kuno Höhmann und Bürgermeisterin Wally Feiden ehrten Carolin Franzke, Bronzemedaillegewinnerin im Juniorinnenachter.

21 Jahre der HIT

September 6, 2010

21 Jahre der HITSie kam aus Dresden über Ungarn nach Bad Honnef, vor 21 Jahren. Ein Jahr vor dem Mauerfall. Gleich in den ersten Tagen bewarb sie sich im HIT-Markt, „ich bin ausgebildete Lohnbuchhalterin, haben sie einen Job für mich?“ Die damaligen Inhaber, Juppi Pütz und Helmut Kloss, hatten zwar keinen Job in der Buchhaltung frei, dafür aber erst einmal im Lager und dann an der Kasse. Beide erinnern sich heute noch gerne daran, wie fleißig und hilfsbereit Renate Rammer (m.) war. Und das hat sich in den folgenden 21 Jahren niemals geändert. In diesen langen Jahren gehörte sie zu den beliebtesten Kassiererinnen des Marktes. Vergangene Woche wurde sie von Margret (2.v.l.), Juppi (l.) und Jörg Pütz (2.v.r.) und Margret Kloss (r.) verabschiedet. Aber längst nicht für immer: Aushilfsweise wird sie auch zukünftig an der Kasse sitzen. Fröhlich wie immer.

Azubis im Kongresspark

September 6, 2010

Azubis im KongressparkVergangenen Mittwoch begrüßte Kongresspark-Chef Michael Holmer Gerdes (o.l.) sechs neue Azubis, die nicht schlecht staunten, als sie ihren neuen Arbeitsbereich genauer in Augenschein nahmen. Immerhin gehören zum Kongresspark die Hotels Seminaris und Avendi, das Kurhaus und der exklusive SPA- und Wellnessbereich. Den Neulingen, vier im Hotel und zwei in der Küche, werde ein „phantastisches Umfeld“ geboten, um später schnell die Karriereleiter hoch klettern zu können. Im Februar 2011 werden bereits zwei weitere Ausbildungsplätze geschaffen.

„Für gesellschaftliche Aufgaben mobilisieren“

September 6, 2010

BÜRGERSTIFTUNG: Inzwischen ein Gesamtkapital von über einer halben Millionen Euro

BÜRGERSTIFTUNG: Inzwischen ein Gesamtkapital von über einer halben Millionen Euro, Bad HonnefEine Bürgerstiftung ist eine unabhängige, autonom handelnde, gemeinnützige Stiftung von Bürgern für Bürger mit möglichst breitem Stiftungszweck. Sie engagiert sich nachhaltig und dauerhaft für das Gemeinwesen in einem geographisch begrenzten Raum und ist in der Regel fördernd und operativ für alle Bürger ihres definierten Einzugsgebietes tätig. Sie unterstützt mit ihrer Arbeit bürgerschaftliches Engagement. Vorsitzender des Stiftungsrates, Peter Albrecht, wies auf die Wichtigkeit der Bürgerstiftung hin, besonders in Zeiten der leeren kommunalen Kassen. Ohne die jährlichen Zinserträge, die auch in der vergangenen Woche wieder vergeben wurden, könne bürgerschaftliches Engagement nicht mehr unterstützt werden, betonte Bürgermeisterin Wally Feiden. Die Arbeit der Stiftung sieht der Vorsitzende des Vorstandes, Sparkassendirektor Hellmuth Buhr, in zweierlei Hinsicht: „Direkte Förderung, also Verwirklichung des Stiftungszweckes ist eindeutig das Primärziel. Aber immer mehr gewinne ich die Einsicht, dass wir mit unserer Arbeit auch für den Stiftungsgedanken als solchen werben müssen, denn es wird angesichts der öffentlichen Finanznot immer notwendiger, große Privatvermögen für gesellschaftliche Aufgaben zu mobilisieren und Stiftungen miteinander zu vernetzen.“ 26 Bad Honnefer Bürger hatten 2004 die Bürgerstiftung Bad Honnef mit einem Startkapital von insgesamt 117.300 Euro ins Leben gerufen. Das Stiftungskapital ist bis heute auf 229.500 Euro angewachsen, eine Unterstiftung sowie ein Stiftungsfonds mit einem Gesamtvermögen von 300.000 Euro sind ebenfalls eingebracht worden. Somit verfügt die Bürgerstiftung über ein Gesamtkapital von über einer halben Millionen Euro.

Aus den Zinserträgen und freien Spenden vergab die Bürgerstiftung vergangene Woche 12.000 Euro. Für zwei weitere Projekte – „Lasst Honnef erblühen“ und „Historischer Wanderweg durch Bad Honnef“ werden Mittel von 6.000 Euro zurückgestellt, die im nächsten Jahr zur Ausschüttung kommen. Der Förderverein der Gemeinschaftsgrundschule Rhöndorf erhielt einen Betrag in Höhe von 3.000 Euro. Im Rahmen des Projektes „Bewegte Pause“ wurde das Geld zur Errichtung eines Seilpfades auf den Schulhof verwendet.

Der Schulverein St. Josef erhält einen Betrag von 1.000 Euro für die Anschaffung von Sportgeräten ebenfalls im Rahmen seines Projektes „Bewegte Pause“. Der Verein der Freunde, Förderer und Ehemaligen des Städtischen Siebengebirgsgymnasiums konnte sich über 2.900 Euro freuen, für die Sanierung eines Steinway-Flügels. Die Sportfreunde Aegidienberg 58 e.V. erhielten 5.000 Euro Zuschuss für den Bau des Kunstrasenplatzes.

Projektvorschläge können gestellt werden an: Bürgerstiftung Bad Honnef, im Haus der Stadtsparkasse Bad Honnef, Hauptstraße 34, oder per E-Mail: buergerstiftunq@sparkasse-honnef.de. |eb

Internationales Kompetenzzentrum

September 6, 2010

WECHSEL: Neuer Rektor an der FH Bad Honnef · Bonn: Kurt Jeschke folgt auf Peter Thuy

Das Rektorat der Internationalen Fachhochschule Bad Honnef · Bonn: Georg Ummenhofer (Kanzler), Prof. Dr. Claudia Bornemeyer (Studiendekanin), Prof. Dr. Kurt Jeschke (Rektor), Prof. Dr. Karsten Leibold (Prorektor) (v.l.)Internationales KompetenzzentrumZum bevorstehenden Wintersemester wird die Position des Rektors an der Internationalen Fachhochschule Bad Honnef · Bonn neu besetzt. Prof. Dr. Peter Thuy (Foto r.), der seit 2000 der Hochschule vorstand, wird die Geschäftsführung der Trägergesellschaft der privaten Hochschule verstärken.

Zum 1. September 2010 wird Prof. Dr. Kurt Jeschke das Amt des Rektors offiziell aufnehmen, die Hochschule nach außen vertreten und sich dem weiteren Ausbau der Hochschule als internationalem Kompetenzzentrum für Dienstleistungsmanagement widmen. Vor seiner Berufung an die Internationale Fachhochschule Bad Honnef · Bonn im Jahr 2003 war Jeschke im Servicemanagement internationaler Unternehmen tätig. Er promovierte und habilitierte im Bereich Dienstleistungsmanagement und lehrte an renommierten wissenschaftlichen Hochschulen. Als Studiendekan der Internationalen Fachhochschule Bad Honnef · Bonn war er seit 2005 maßgeblich an der Entwicklung des Qualitätsmanagements der Hochschule beteiligt. Im März 2008 wurde Jeschke zum Prorektor berufen und verantwortete seitdem die Forschung und Lehre an der Internationalen Fachhochschule.

Die Aufgaben des Prorektors wird künftig Prof. Dr. Karsten Leibold fortführen. Zusätzlich wird Leibold dem Bereich Business Development vorstehen. Der Fachbereichsleiter für Luftverkehrsmanagement war bei der Deutschen Lufthansa AG, Roland Berger Strategy Consultants sowie McKinsey & Company tätig, bevor er 2002 in den Lehrbetrieb wechselte. Seit März 2008 gehören dem Rektorat der Hochschule außerdem Prof. Dr. Claudia Bornemeyer als Studiendekanin sowie Georg Ummenhofer als Kanzler an. Die Internationale Fachhochschule Bad Honnef · Bonn blickt seit der Aufnahme des Studienbetriebs vor zehn Jahren auf eine Erfolgsgeschichte zurück. Ursprünglich sollten an der kleinen privaten Hochschule in Bad Honnef nur etwa 750 Studierende aufgenommen werden. Zum Wintersemester 2010 studieren etwa 1.500 Studierende an der FH Bad Honnef · Bonn. Sie gilt als Kompetenzzentrum für Studiengänge im Dienstleistungssektor und verfügt mittlerweile über einen zweiten Studienstandort in Bad Reichenhall. 100 Professoren lehren und forschen an der Hochschule. Die Internationale Fachhochschule unterhält Kooperationen mit Unternehmen wie der Deutschen Lufthansa, Deutsche Post DHL, Ernst & Young, Kempinski, SIXT und Robinson. |eb

Mehr Fragen und viele Zufälle

September 6, 2010

Es ist schon erstaunlich, dass nun doch mit Abstand von einigen Wochen, vom Jugendamt Königswinter vermeldet wird, es habe doch eine Mitteilung gegeben. Zwar nicht an das Jugendamt selbst, sondern an die im selben Haus sitzende gemeinsame Erziehungsberatungsstelle der Städte Bad Honnef und Königswinter. Da stellt sich mir die Frage: „Ist diese gemeinsame Erziehungsberatungsstelle nicht sogar Bestandteil des Jugendamtes und in dessen Struktur angesiedelt?“ Man habe, da die Anruferin lediglich von einem „Problem mit einem Kind aus der Nachbarschaft“ berichtete und weil weder eine besondere Dringlichkeit noch eine konkrete Adresse beschrieben werden konnte, die Anruferin wiederum an das Königswinterer Jugendamt weiterverwiesen. Das Telefonat hätte zudem weniger als 30 Sekunden gedauert.

Hierzu stellen sich mir wieder zwei Fragen: „Wie soll dieser geschilderte Ablauf sich in weniger als 30 Sekunden abgespielt haben und werden nicht üblicherweise Telefonate, die innerhalb eines Amtes in der falschen Abteilung landen, hausintern weiter verbunden, ohne dass man als Anrufer den richtigen Adressat neu anwählen muss? Aber viel mehr fällt mir zu diesem Abschnitt folgende Pressemeldung im „Bonner Express“ vom 25.7.2010 ein, die da lautet: Zitat: „Am Donnerstag hat sich bei uns eine Bürgerin gemeldet“, bestätigt Wally Feiden, Bürgermeisterin von Bad Honnef. „Wir haben gefragt, ob eine Gefährdungssituation vorliegt. Die Frau verneinte, wies darauf hin, dass das Mädchen aber viel geweint habe.“ Daraufhin sei die Anruferin gebeten worden, sich beim zuständigen Jugendamt Königswinter (dort lebt Annas leibliche Mutter) zu melden. Feiden: „Das hat sie getan, uns aber bei ihrer Rückmeldung gesagt, dass sie den Eindruck gehabt habe, »nicht an der richtigen Adresse« gewesen zu sein.“ Mir ist bis dato nicht bekannt, dass Frau Feiden dieser Pressemeldung widersprochen hat. Sollten diese beiden geschilderten Anrufe in Anbetracht der zeitlichen Nähe Zufall gewesen sein und womöglich nicht gemeinsam dem Fall Anna zuzuordnen sein? Ich wage dieses mittlerweile zu bezweifeln. Ebenso die vielen offenen Fragen zu der Unterbringung, der Qualifikation der Pflegeeltern sowie der vermeintlichen Erkrankungen von Anna. Diese Fragen stellen sich nicht nur zu Recht die leibliche Mutter von Anna sondern viele Bürger. Und da wird wohl die Frage an das Jugendamt Königswinter erlaubt sein, ob es auch ein Zufall ist, dass ausgerechnet die Fachkraft für den Kinderpflegedienst, die für die Unterbringung und Betreuung zuständig beim Jugendamt Königswinter beschäftigt ist, nebenbei und kostenpflichtig ihre Dienste als Heilpraktikerin (Psychotherapie), anbietet. Ist es Zufall, dass nach deren eigenen Angaben ihre Schwerpunkte in der Therapie von Essstörungen junger Mädchen, Ängste und selbstverletzendem Verhalten liegen. Weiterhin bietet diese Fachkraft des Jugendamtes Königswinter ein so genanntes „Pflegeelterncoaching“ im Rahmen ihrer Nebentätigkeit an. Nahmen die Pflegeeltern von Anna daran teil und wurde womöglich ihre Qualifikation damit begründet? Kurz nach Bekanntwerden von Annas Tod wurden andere Pflegeltern im Zuständigkeitsbereich des Jugendamtes Königswinter darüber schriftlich informiert, dass diese Fachkraft für den Kinderpflegedienst wegen Erkrankung ausfalle und sich andere Mitarbeiter um sie kümmern würden. Dies kann natürlich auch ein Zufall sein, denn jeder Mensch kann einmal erkranken. Aber für mich persönlich sind dies alles zuviel Zufälle.

Harald Hallerbach

Nächste Seite »