Die Baustellen des Jahres 2012
Januar 30, 2012
ZUKUNFT: In fünf Jahren sieht alles ganz anders aus.



Stillstand ist Rückschritt, heißt es. Lange Jahre beklagte die Honnefer Politik den offensichtlichen Stillstand in der Stadt, mit einem neidischen Blick auf Königswinter, wo im Rahmen der Regionale 2010 aus einem vollen Geldtopf geschöpft werden konnte. Das Blatt hat sich gewendet. Auf dem Blatt steht eine lange Liste von Bau- oder Sanierungsvorhaben, die in diesem Jahr an den Start gehen. Wenn in Rheinbreitbach der Kreisel fertig gestellt ist, also wie geplant Ende März, beginnen die Sanierungsarbeiten in der Linzer Straße. Wie mehrfach berichtet, wird erst einmal der Abschnitt zwischen Berck-sur-Mer-Straße und Kreisel komplett saniert. Vorrangiges Ziel: Austausch sämtlicher Versorgungsleitungen und Erhöhung der Verkehrssicherheit für Radfahrer und Fußgänger. Zu diesem Zweck wird diese Hauptverkehrsader entlang des HIT-Marktes für zirka 10 Monate gesperrt. Ein Umleitungskonzept soll in den nächsten Tagen seitens der Verwaltung vorgelegt werden. Wenn alles nach Plan verläuft, dann werden bis zum Baubeginn Linzer Straße die Sanierungsarbeiten Bahnhofstraße/ Menzenberger Strasse abgeschlossen sein.
Erfreuliches gibt es auch in Sachen Bahnhof zu berichten. Die Förderbescheide für die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes liegen vor. So können die Arbeiten für die neue Linienführung des Busverkehrs beginnen. Ein kleiner Lichtblick ist über dem Schmelztal zu erkennen: Es liegt eine Bauanfrage für die alte Wäscherei Mesenholl vor, dem Schandfleck vor dem Ortseingang schlechthin. Die Villa Schaafhausen hat neue Besitzer, mit Spannung werden die ersten Entwürfe für eine zukünftige Nutzung erwartet. In Kürze beginnen die geplanten Baumaßnahmen am Haus Hedwig und im angrenzenden Park. In zwei Jahren soll auch dieses Projekt abgeschlossen sein, dass Rhöndorf ein neues, ein moderneres Gesicht geben wird. Zügiger als gedacht geht es voran im Honnefer Süden. Bereits im kommenden März sollen dem Bauausschuss erste Planungen vorgelegt werden. Dagegen stockt derzeit das Vorhaben Postgebäude. Hier können die Planungen erst weiter gehen, wenn der Post ein adäquates Ausgleichsgelände für die Paketpost angeboten wird. Das ist bisher nicht gefunden worden. Auf dem Areal der ehemaligen Wasserabfüllstation in der Quellenstraße ist eine Wohnbebauung vorgesehen. Erste Entwürfe liegen der Verwaltung vor.
Ein Haus für altengerechtes und betreutes Wohnen entsteht im Selhofer Krachsnussbaumweg. In der Verlängerung des Flossweges sind 34 Wohneinheiten geplant. Auch die Endlosgeschichte Businesspark scheint in Bewegung zu kommen. Ab Frühjahr sollen dort, in Richtung Nachtigallenweg, Einfamilienhäuser gebaut werden. Bei der Gelegenheit: Ein Bauantrag für einen Vollsortimenter im Businesspark liegt der Verwaltung nicht vor. Auf dem Tisch der Verwaltung liegt der Prüfungsantrag der Allianz, ob der gewünschte Innenstadtring, mit der Wohnbebauung auf dem jetzigen Parkplatz an der Luisenstraße, realisierbar ist. Gleich 22 anliegende Eigentümer müssen dazu ihr Einverständnis geben. Wie auch immer, das Gesicht der Stadt wird sich in den nächsten Jahren gravierend ändern. Wer baut hat Zukunft, heißt es, und die ist Bad Honnef nur zu wünschen.
PS: Die sogenannte Drieschwegspange, also die Straße vom Drieschwegkreisel aus bis Rheinbreitbach hat noch keinen Namen. Vielleicht fällt Ihnen ja einer ein. Schreiben Sie uns. |bö
bösARTig
Januar 30, 2012
Meine sehr verehrten Damen und Herren, auf der rechten Seite sehen Sie eine Meldung: Das KSI verlässt Selhof. Das ist keine gute Meldung. Das erinnert an die Schließung der Kurkliniken. Und darum macht diese Meldung auch Mut. Nach dem Ende der Kurkliniken ging es aufwärts mit Bad Honnef. Aus der Kurstadt wurde eine Kongressstadt. Heute ist Bad Honnef eine Kongress- und Hochschulstadt. Das Erzbistum Köln zieht sich langsam aber sicher komplett aus Bad Honnef zurück. Brauchen wir ein katholisches Institut? Ich glaube nicht, dass die Seminargäste des KSI viel Geld in der Stadt gelassen haben. Das ist eher eine geschlossene Gesellschaft. Die Arbeitsplätze der KSI-Mitarbeiter sind dagegen gesichert, wenn sie denn jeden Tag nach Siegburg fahren wollen. Dem Erzbistum wird es egal sein, wie lange ihr Anwesen demnächst, der Umzug soll 2016 erfolgen, leer stehen wird. Daher sind jetzt Politik und Verwaltung gefragt. Ein 10.000 Quadratmeter großes Anwesen steht bald leer, was könnten wir damit machen? Ideen müssen her. Wie damals, als Bad Honnef auch unter einer Stockstarre stand, auf den Scherben der Kurkliniken. Aber, das ist ja längst noch nicht die ganze Geschichte. Kürzlich konnten wir noch frohlocken: Kein Leerstand mehr in der City, selbst in der Bahnhofstraße nicht. Und Heute? „A la Hand“ macht zu, „Annes Ambiente“ und „Benetton“ ebenso. „Ihr Platz“ gehört zu Schlecker. Schlecker wird bekanntlich jede Menge Filialen schließen. Da ist es nur noch eine Frage der Zeit, wann es Bad Honnef trifft. Es liegen also große Herausforderungen vor all denen, die sich um die Wirtschaft hier vor Ort kümmern. Zurück zum Karneval. Ich war übrigens vergangene Woche in der Hofburg des Kölner Dreigestirns, zusammen mit den Roten Funken, aber das ist quasi eine ganz andere Geschichte. Samstag feiern die Selhofer ihre große Karnevalssitzung im Saal Kaiser und am Sonntag gibt es wieder das traditionelle Bühnenbeben im Kurhaus: Mädchensitzung der KG Halt Pol. Moment, da kommt just noch eine aktuelle Meldung rein: Weihbischof Heiner Koch verdeutlichte im Rathaus die Gründe für die KSI-Umzugsentscheidung: Die Gebäude des Michaelsbergs sollen unbedingt erhalten werden, aber es sei nicht gelungen, eine Ordensgemeinschaft dort anzusiedeln. Das Katholisch- Soziale Institut nach Siegburg zu verlegen, war als einzige Möglichkeit übrig geblieben. Weihbischof Dr. Koch sprach sein Bedauern für die Stadt Bad Honnef und die Menschen hier aus. Immerhin gehe eine Tradition zu Ende und emotionale Bindungen an das Erzbistum gingen verloren. Der Wechsel werde zwar noch einige Jahre dauern, aber über eine Nachnutzung, die der Stadt, den Menschen und auch der Bedeutung des Ortes entspreche, müsse beraten werden. Das Erzbistum und die Stadt würden in enger Zusammenarbeit alle Optionen prüfen. Sie seien beide dankbar für diesbezügliche Anregungen. Sag ich doch: Alles ist wunderbar. Und was kümmern uns emotionale Bindungen von früher. Früher gab es auch noch kein iPhone. Die Welt dreht sich immer schneller, nun geht es um die Zukunft der Stadt, um Ideen und Strategien. Wie soll Bad Honnef bis 2020 aufgestellt sein? Nichts für ungut und ein schönes Wochenende allerseits…, oder: Alaaf zesamme…



