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Die Begründung für den Umzug des KSI

Februar 20, 2012

EXKLUSIV: Das Schreiben von Generalvikar Dominik Schwaderlapp. Viele Fragen bleiben unbeantwortet.

KSI: Bald der größte Leerstand in der Stadt?Manfred Rauw, Chef der Freien Wählergemeinschaft, hat gleich nach dem Bekanntwerden der KSI-Umzugspläne, schriftlich um eine Begründung des Erzbistums gebeten. Lesen Sie hier exklusiv das komplette Schreiben von Generalvikar Dominik Schwaderlapp.

„Sehr geehrter Herr Rauw, gerne bestätige ich den Eingang Ihres Schreibens vom 25.1.2012 und bin dankbar, dass Sie mir dadurch Gelegenheit geben, unsere Entscheidungen für die Zukunft des Michaelsberges und ihre Auswirkungen auf Bad Honnef darzustellen. Ausgangspunkt unserer Zukunftsplanung ist die Entscheidung, den Michaelsberg nicht an einen Investor zu verkaufen, sondern ihn als Leuchtturm geistlichen Lebens in unserer Erzdiözese zu erhalten und ihm zu neuer Strahlkraft zu verhelfen. Im Lichte dieser Entscheidung haben wir sowohl eine neue Ordensgemeinschaft als auch eine Nutzung für die großen ehemaligen Abteigebäude gesucht. Diese grundsätzliche Entscheidung, die vor dem Hintergrund der langen Geschichte und exponierten Lage der Siegburger Abtei getroffen wurde, lässt sich nicht auf eine ökonomische Entscheidung reduzieren. Insofern kann tatsächlich keine Rede davon sein, dass es sich „rechnet“, das KSI nach Siegburg zu verlegen. Richtig ist aber, dass wir dort mittelfristig einen Investitionsbedarf von 15 Millionen Euro erwarten, die das Erzbistum Köln natürlich dort nicht mehr investiert, nachdem die Entscheidung für Siegburg gefallen ist. Insofern stellt dies durchaus eine Ersparnis dar. Hinzu kommt der erwartete Verkaufserlös für das bisherige KSI, den wir natürlich in Siegburg investieren wollen. Auf der Grundlage der Investitionen, die nötig waren, um einen Teil der ehemaligen Abtei als Exerzitienhaus herzurichten, schätzen wir, dass auf dem Michaelsberg Investitionen in Höhe von mindestens 40 Millionen Euro nötig sind. Uns ist bewusst, dass der Wegzug des Katholisch- Sozialen Instituts für die Stadt Bad Honnef einen Rückschlag bedeutet, und bedauern sehr, dass wir diesen Standort aufgeben müssen. Nachdem aber die Entscheidung für den Michaelsberg gefallen war und eine Nutzung der Gebäude als Tagungshaus in der Fokus unserer Überlegungen geriet, kamen nur das Kardinal-Schulte-Haus in Bensberg und das Katholisch-Soziale Institut als Nutzer des Michaelsberges in Betracht. Wenn Sie unser Kardinal- Schulte-Haus kennen, wissen Sie, dass inmitten der Anlage die Edith-Stein-Kapelle untergebracht ist, die eine säkulare Nutzung der Immobilie unmöglich macht. Gerade aber wegen seiner vielfältigen Nutzbarkeit sind wir überzeugt, dass sich die Liegenschaft des KSI durchaus auch an einen anderen Tagungsveranstalter oder Hotelbetrieb verkaufen lässt. Wir werden selbstverständlich alles in unserer Macht Stehende tun. um hier zu einer guten Anschlusslösung zu kommen. Ich darf Ihnen versichern, dass wir den Weggang von Bad Honnef außerordentlich bedauern. Auch ich schätze das bisherige KSI sehr. Wir sehen aber keine Möglichkeit, durch Siegburg zusätzliche Kapazitäten zu schaffen, d. h., wir müssen diesen Ausbau durch Aufgabe eines anderen Standortes kompensieren. Die Stadt Bad Honnef haben wir über unsere Überlegungen so früh wie möglich informiert. Sie werden den Medien entnommen haben, dass der Erzbischof sehr kurzfristig nach der Zustimmung der Benediktinerkongregation seine Beratungsgremien (Kirchensteuerrat und Priesterrat) zu unseren Überlegungen gehört hat und wir dann im direkten Anschluss mit dem Bürgermeister von Siegburg und dem Landrat gesprochen und bereits am nächsten Werktag das Gespräch mit Frau Feiden geführt haben. Eine Vorabstimmung mit den verschiedenen Beteiligten, also den Kommunen, dem Orden usw., hätte das Projekt gefährden können. Daher bitte ich um Verständnis, dass uns dies nicht möglich war. Mir ist bewusst, dass für Sie und Ihre politische Arbeit diese Entscheidung schmerzlich ist. Ich hoffe aber auf Ihr Verständnis und ihr Vertrauen, dass wir die Gemeinde Bad Honnef nach Kräften unterstützen werden“.
Dr. Dominik Schwaderlapp

Erfreut über die rasche und offene Antwort, gibt es für Rauw allerdings noch einige Anmerkungen und Fragen: „Die Verlegung des KSI auf den Michaelsberg rechnet sich nicht. Der Verkaufserlös des KSI soll also für die Investition in den Michaelsberg verwendet werden. Es fragt sich, wie hoch die „Verluste“ beim Verkauf des KSI sein werden. Offen ist die Frage nach dem Investitionsbedarf von 15 Mio Euro, die dürften für Siegburg nicht reichen, wenn man das Objekt kennt. Es geht aus dem Brief hervor, dass noch keine Überlegungen über die künftige Nutzung des KSI in Bad Honnef existieren, obwohl hier Millionen investiert wurden, und ein guter Standard für das KSI geschaffen wurde. Auf die Geschichte und die Tradition des KSI hat man meines Erachtens auch keine Rücksicht genommen. Wegen der wirtschaftlichen Fragen, die im Vordergrund stehen,wäre die Position der „Kirchensteuerrates“ auch sehr aufschlussreich. Es fragt sich weiterhin, seit wann Landrat Kühn involviert war und wann er Bürgermeisterin Feiden informiert hat, damit auch die Stadt Bad Honnef hätte eingebunden werden können. Die Position von Herrn Landrat Kühn würde man gerne erfahren. Hat Herr Kühn Alternativen vorgeschlagen und wurde Wirtschaftsförderer Tengler, eingeschaltet? Summa Summarum sind also noch erhebliche Fragen offen“, so Rauw.

bösARTig

Februar 20, 2012

Meine sehr verehrten Damen und Herren, wenn in Bad Honnef Bäume gefällt werden, dann fegt eine Protestwelle durch die Stadt – und durch mein iPhone. Aber ich kann mich doch nicht um alles kümmern. Daher hier die offizielle Stellungnahme der Stadtverwaltung: „Im Bereich des Edelhoffstiftes werden zurzeit Baumfällarbeiten vorgenommen. Im Rahmen einer Baumüberprüfung waren erhebliche Sicherheitsmängel festgestellt worden. Die Bäume waren durch Pilzbefall und Krankheiten nicht mehr standfest. Sie waren zum Teil ausgehöhlt und bereits abgestorben, so dass die Verkehrssicherungspflicht nicht mehr gegeben war. Der Eigentümer des Grundstückes hatte einen Fällantrag gestellt, der durch ein externes Gutachten begründet wurde. Daraufhin wurden in mehreren Ortsterminen von der Stadtverwaltung Bad Honnef eigene umfangreiche Prüfungen der Bäume durchgeführt, die belegten, dass Maßnahmen ergriffen werden mussten. Die erforderlichen Fällgenehmigungen für einzelne Bäume wurden aufgrund der externen und eigenen visuellen Untersuchungen erteilt. Die Arbeiten wurden jetzt vorgenommen, um die Vorgaben zum Artenschutz, die Baumfällarbeiten nur in der kalten Jahreszeit bis zum 1. März erlauben, einzuhalten. Ersatzbepflanzungen wurden dem Eigentümer von der Verwaltung vorgeschrieben“. Thema erledigt. Gestern bin ich wieder mit meinem Freund dem Hoteldirektor durch die Stadt gezogen. Das ist Tradition, ich glaube wir machen das seit sieben Jahren, und das ist quasi auch der einzige Tag im Jahr, in dem der Direktor seinen Kongresspark bei Tageslicht verlässt. Dabei sieht der doch gar nicht sooo schlecht aus. Scherz! Die Session steuert ihrem Aschermittwoch entgegen. Samstag wird das Rathaus gestürmt, Sonntag zieht der Siebengebirgszug durch die Stadt und Selhof. Fazit: Das Siebengebirgsprinzenpaar samt Jeschmölz, Spielmännern und Soldaten, hat die Karnevalshochburg Bad Honnef bestens vertreten. Ihr Spaß an der Freud hat sich nahtlos auf das Jeckenvolk übertragen. Perfekt! Im kommenden Jahr sollten die Rheinbreitbacher Jeckenkollegen die Siebengebirgstollitäten stellen, aber daraus wird wohl nichts, wie ich hörte. 2014 sind dann die Rhöndorfer Ziepches Jecke an der Reihe. Prinz und Adjutant stehen logischer Weise längst fest, aber, ich verliere darüber kein einziges Wort. Zurück zur Aktualität: Eine Runde durch die Lokalitäten der Stadt mit einem norddeutschen Recken, das ist verdammt hart, sage ich Ihnen. Das bedeutet: Hochkonzentriertes Diskutieren über alle Probleme dieser Stadt. Von 14 bis 22 Uhr. Das Dumme dabei ist, reden macht trockenen Hals. Und Rücken sowieso. Sie wissen was ich meine. Und der Norddeutsche gewinnt immer. Der geht noch kerzengerade in die nächste Kneipe, während ich schon irgendwo rumliege und Schlaf suche. Furchtbar. In der Hauptstraße neben La Dee Da, da ist ein Bauloch entstanden. Oder wie wir Architekten und technische Beigeordneten sagen, eine Baulücke. Und schon bald wird diese Lücke geschlossen sein. Mit einer neuen Kneipe, wie ich hörte, soll es gar ein Brauhaus sein. Schöne Bescherung, oder? Und nun: Ein letztes Alaaf zesamme…