AUSCHUSS: Visionen und nackte Tatsachen
Februar 29, 2008
„Ein Boulevard statt B42 und Bahn“
Der Ausschuss für Wirtschaft Tourismus und Verkehr ist sicherlich derzeit ein ganz wichtiges Gremium
für die Zukunft der Stadt Bad Honnef, wenn denn der Rat die Empfehlungen der Ausschussmitglieder beherzigt.
Der Wunsch vom Vorsitzenden Sebastian Wolff, „die Sitzung diszipliniert“ über die Runden zu bringen, wurde am vergangenen Dienstag erfüllt. Ein Wunsch der Einzelhändler in der Innenstadt dagegen nicht: Der innere Marktplatz wird auf keinen Fall für Parker frei gemacht. Darunter würde das Stadtbild zu sehr leiden. Dafür kam ein bereits vielfach diskutiertes Thema erneut auf den Tisch: Die Verwaltung wird beauftragt, als so genannten „Innenstadtring“ folgende Regelung für die Verkehrsführung im Innenstadtbereich zu prüfen: Die Einrichtung einer Einbahnstraßenregelung zwischen Hauptstraße/Markt und Weyermannallee, und die gleichzeitige Verkehrslenkung Richtung Saynscher Hof über Weyermannallee, Luisenstraße und Bahnhofstraße. Dabei sind mögliche Lösungen für eine direkte Anfahrt zum Krankenhaus aus Richtung Rhöndorf in die Prüfung mit einzubeziehen. Die Begründung der Antragsteller CDU und FDP lautet: Der „Innenstadtring“ bietet die Chance, die Attraktivität der Einkaufszone in der Innenstadt durch neue Parkplätze und Verkehrsberuhigung zu verbessern. Die Schaffung von neuen Parkplätzen in bester Stadtlage ist eine konkrete Wirtschaftsförderungsmaßnahme
für den Einzelhandel in unserer Innenstadt. Dies würde auch zu Einnahmeverbesserungen für die Stadt führen. Eine fußgängerfreundliche Ausgestaltung könnte durch einen Zebrastreifen weiter gefördert werden.
Die Zukunft der Stadt nahm einen breiten Raum ein, bei dieser 12. Ausschusssitzung. Zur näheren Zukunft wurde mitgeteilt, dass die Arbeiten am Brückenbauwerk „Honnefer Kreuz“ noch bis in den Sommer andauern werden.
Visionen sorgten für Heiterkeit
Wie Bad Honnef in 30 Jahren aussehen könnte, dieses visionäre Bild wurde von Vertretern der „Montag-Stiftung“ gezeichnet, die das Planprojekt „Stadträume am Rhein“ betreuen. Das ist ein Kooperationsprojekt der Regionale 2010 und der „Montag Stiftung“ aus Bonn mit dem Titel „Stadträume am Rhein“. Ziel ist es, die Kommunen mit ihren Akteuren und Projekten sowie die Bewohner der Region an das „Rückgrat Rhein“ heranzuführen und die bislang vernachlässigten Entwicklungspotenziale der Flusslandschaft für die Region neu zu erschließen. Bad Honnef wurde dabei dem so genannten Raumtyp VI: „Rheinromantisches Tor“ zugeordnet. Informationen über das gesamte Projekt sind auch über das Internet; www.stadtraeume-am-rhein.de erhältlich. Die Ergebnisse der „Entwurfswerkstatt“ liegen nun vor und wurden in der Sitzung präsentiert. Es wurden recht interessante Zukunftsbilder mit einer Gesamtperspektive von 25-30 Jahren vorgestellt. Ausgangspunkte für die Wahl des Raums „Bad Honnef/Rolandseck“ sind die mit den Themen „Freizeit und Rhein-Erholung“ verbundenen Raumelemente. Kern des Entwurfsraumes ist dabei die Insel „Grafenwerth“. Sie sei aufgrund ihrer Lage und traditioneilen Bedeutung als Freizeitort ein „Schlüssel“ für die erneute Hinwendung der Stadt zum Rhein. Ufernahe Trassen verschiedener Verkehrsträger erschwerten beiderseits die Erlebbarkeit der „Rheinorte“. Als Ergebnis der Planideen soll ein modernes, innovatives Raumbild der Rheinerholung stehen, das verändernden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen Rechnung trägt und die bestehenden Strukturen neu interpretiert. So werden die B 42 und die Bahnen in einem Tunnel verschwinden, um Bad Honnef über einen Boulevard mit Villen und Hotels näher an den Rhein zu bringen. Eine Vision,die von den Ausschussmitgliedern mit Heiterkeit aufgenommen wurde. Dennoch: In 30 Jahren werde der Rheinraum, die Projektgruppe „bearbeitet“ den Raum zwischen Leverkusen und Bad Honnef, komplett anders aussehen. So werde es neben der „Rheinromantik“ durchaus auch eine „Werksromantik“ geben. Dies wohl in Bezug auf Leverkusen, wenn dort die Werkstore für den Tourismus geöffnet werden.
Ganz Bad Honnef mit einem Klick
Zurück in die Wirklichkeit wurden die Mitglieder des Ausschusses von Thomas Bock geholt. Der Chef der Honnefer Tourist-Info, stellte sein Projekt „Bad Honnef von A-Z“ vor. Seit Anfang des Jahres finden sich alle wichtigen Informationen rund um Bad Honnef im Internet auf den Seiten der Stadtinformation unter www.service-badhonnef.de. Über eine Suchfunktion oder nach Kategorien sortiert können ausführliche Angaben z.Bsp. zu den Bereichen „Bildung und Beruf, Dienstleistung, Handel und Gewerbe, Gesundheit und Pflege, Freizeit, Kunst und Kultur sowie Tourismus“ abgerufen werden. Rund 1.000 Einträge in 250
Kategorien bilden den Start. Die Datenbank wird von dem ehrenamtlichen Team der Stadtinformation
kontinuierlich ausgebaut. Die Einträge im Internet können auch selbst erstellt werden: Unter dem Motto „Auch schon drin?“ ruft die Stadtinformation alle Honnefer Bürger und Gewerbetreibenden auf, sich kostenlos direkt in die Datenbank einzutragen oder bestehende Einträge zu bearbeiten. Auch Bilder und
Logos können eingestellt werden. Alle Angaben werden redaktionell geprüft. Nach erfolgter Freischaltung können die eigenen Einträge passwortgeschützt aktualisiert und erweitert werden.
Das neue Internetangebot ist in Zukunft Basis für sämtliche Publikationen der Stadtinformation Bad Honnef und erweitert die bestehenden Internetseiten www.termine-badhonnef.de beziehungsweise www.stadtinfo-badhonnef.de. Diese wurden im vergangenen Jahr fast 1 Million mal angeklickt, so Bock.
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