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Barrierefreiheit schaffen

Dezember 16, 2011

RHÖNDORF: Stundenlange Odyssee rund um den Bahnhof

Barrierefreiheit schaffenAlles begann im Oktober 2010 mit Hajo Slawskis stecken gebliebenem Rollstuhl auf dem so genannten alten Karrenweg des Rhöndorfer Bahnhofs. Es schloss sich eine monatelange Korrespondenz zwischen dem Haus-Rheinfrieden-Schüler, der Deutschen Bahn AG und seiner Krankenkasse an, wer die Kosten für den beschädigten Rollstuhl trägt. Die Notlösung der Überquerung war fortan aus Sicherheitsaspekten tabu und für bewegungseingeschränkte Verkehrsteilnehmer begann damit eine teils stundenlange Odyssee, ganz besonders bei am Sonntagabend anreisenden Internatsschülern. Dem Problem nahmen sich Jörg Erich Haselier (r.) und Alfred Höhler (l.), Vorsitzender und stellvertretender Vorsitzender des Bürger- und Ortsvereins Rhöndorf, an. Sie sprachen mit dem betroffenen Schüler, mit dessen Geschichte alles seinen Anfang nahm sowie mit Schul- und Einrichtungsleitung des Hauses Rheinfrieden, einer Institution in Rhöndorf seit den frühen Fünfziger Jahren. „Es konnte nicht sein, dass während all der Jahrzehnte die Überquerung der Gleise, wenn auch nur geduldet, möglich war, und nun keine angemessene Regelung gefunden werden sollte“, so Haselier. Ausdrückliches Bedauern der Bahn in einigen Schreiben und Erklärungen hätte den Betroffenen herzlich wenig geholfen. Gemeinsam mit weiteren Vorsitzenden aus dem Vereinsleben und aus kirchlichen Gruppen verfasste der Bürger- und Ortsverein Rhöndorf im März 2011 eine Petition an den nordrhein- westfälischen Landtag zwecks Schaffung einer dauerhaften barrierefreien Lösung und Haselier übergab das Schreiben an die Wahlkreisabgeordnete Andrea Milz MdL. Im Juli 2011 fand im Beisein der Petitionsausschussvorsitzenden Rita Klöpper MdL der Ortstermin in Rhöndorf statt. Hinzu gesellten sich an einem Mittwochmorgen rund 100 durch das Vereinsleben und das Haus Rheinfrieden mobilisierte Bürger. Im September 2011 erhielt der Petent Bürger- und Ortsverein Rhöndorf Post aus Düsseldorf. Der Ausschuss vertrat die Überzeugung, dass die Bahn tätig werden müsse. Nun hat die Ratsmehrheit der „Allianz für Bad Honnef“, bestehend aus CDU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen, auf Anregung des Bürger- und Ortsvereins zwei Anträge für die vergangene Ratssitzung gestellt. Antrag 1: Der Rat möge beschließen, die städtische Fläche neben dem rheinseitigen Bahngleis des Bahnhofes Rhöndorf für bauliche Maßnahmen zur Schaffung eines barrierefreien Bahnhofes zur Verfügung zu stellen. Die Verwaltung wird gleichzeitig gebeten, die möglichen Optionen für diese Maßnahmen in Abstimmung mit der Deutschen Bahn AG zu prüfen. Antrag 2: Die Verwaltung wird gebeten, die Voraussetzungen und Möglichkeiten für einen Förderantrag beim zuständigen Zweckverband zum barrierefreien Ausbau des Bahnhofs Rhöndorf zu prüfen. „Im Interesse der mobilitätseingeschränkten Schüler des Hauses Rheinfrieden und vieler weiterer Reisender von nah und fern hoffen wir auf eine breite Unterstützung aus den Reihen der Ratsmitglieder“, so Haselier. Ebenso wünsche er sich ein engagiertes Handeln der Verwaltung in dieser Angelegenheit. |jh

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