Wild-Wochen im Chimära in der Bonner Altstadt

bösARTig

Dezember 31, 2009

Meine sehr geehrten Damen und Herren, das Jahr 2009 lahmt dem Ende entgegen, und zwanzigzehn steht vor der Tür. Zwanzigzehn. Welch ein starkes Wort. Agenda zwanzigzehn. Leitbild zwanzigzehn. Sie erinnern sich? Das unsinnige aber sündhaft teure Teil verschwand ja direkt nach Fertigstellung in einer Rathausschublade, und ich glaube, das war noch der Herr Brassel, der hat den Schubladenschlüssel bei Nacht und Nebel in den Rhein geworfen. Mit den Erinnerungen ist das ja immer so eine Sache. Sie können trügen. So hatten wir Sie gefragt, wer denn wohl 2009 am häufigsten per Abbildung im Blatt war. Natürlich bezog sich die Frage auf den redaktionellen Teil und nicht auf meine Kolumne oder auf eine bestimmte Anzeige. Ich sage es so wie es ist: Niemand hat richtig geraten, oder gar richtig nachgezählt. Es ist ja überall das gleiche Schema: Wer viel tut – oder gute Presseberater hat – der ist im Blatt. Weltweit wird das 2009 Barack Obama sein, bundesweit ist das mit Sicherheit Angela Merkel, und hier in unserem beschaulichen Kosmos zwischen Fels und Rhein ist das natürlich Bürgermeisterin Wally Feiden mit 57 Abbildungen. In zweiundfünfzig Ausgaben, wohlgemerkt. Wer jetzt meint, ich könne das beeinflussen, weil ich eben auch einen Bürgermeisterinnenorden ergattern will, der irrt mächtig. Wie jeder andere rasende Reporter auch, liefere ich Beiträge und Fotos brav in der grafischen Abteilung ab, dort wird dann entschieden, was rein kommt und was nicht. Es sei denn, ich schlüpfe mal eben in den Verleger-Kaschmirmantel. So, auf den Plätzen folgen: Jörg Pütz, Hellmuth Buhr, Michael Hartmann, Michael Holmer Gerdes, Peter Profittlich, Dirk und Juppi Pütz, Klaus Munk, Annette Stegger, Peter Endler, Hermann Josef Nolden, Bernd Siebdrat, Detlev Mai und Harald Schmeling. Wie ich meine, eine sehr realitätsnahe Mischung von aktiven Politikern und Unternehmern. Ganze sieben Ausgaben haben wir 2009 dem Karneval gewidmet. Breiten Raum gab es für die Kommunalwahl und für das Thema des Jahres: Nationalpark. 41 Leserbriefe kamen zusammen und sieben offene Briefe. 37 Beiträge oder Meldungen bezogen sich auf die Aktivitäten der FH. Zwanzigzehn steht vor der Tür und da werden wir einige Vorwürfe vom Tisch räumen. Oder trügerische Erinnerungen. Früher, so heißt es immer wieder an der Theke m.V., oder auf offener Straße, früher hätten wir viel mehr Klatsch im Blatt gehabt, oder beispielsweise Restauranttests, oder mal hübsche Mädels… Also, ich kann mich daran überhaupt nicht erinnern. Aber sei es drum, wir machen das schon. Irgendwie.

Und nun noch ein starker Satz von unserem Bundespräsidenten den er in seiner Neujahrsansprache gesagt hat: „Wir horchen staunend auf, wenn eine Nasa-Sonde Wasser auf dem Mars entdeckt haben soll – aber wir haben verlernt, über das Wasser zu staunen, das bei uns so selbstverständlich aus dem Hahn fließt, wo doch anderswo die Menschen tagein, tagaus viele Kilometer laufen müssen, um an Trinkwasser zu kommen“. In diesem Sinne: Alles erdenklich Gute für zwanzigzehn!

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