Wild-Wochen im Chimära in der Bonner Altstadt

bösARTig

Januar 25, 2010

bösARTigMeine sehr verehrten Damen und Herren, ich mußte noch einmal das Bild heraus holen, dort oben, es ist fünf Jahre alt. Sie erinnern sich, damals sind wir alle Papst geworden. Ich sage Ihnen, einen Jahresrückblick zu schreiben, das ist schon schlimm genug, aber einen Blick auf ein ganzes Jahrzehnt zurück zu werfen, das ist quasi die Hölle. Zumal die Honnefer Sonntagszeitung kein Archiv hinterlassen hat. In dieser Ausgabe schauen wir auf das Jahr 2005. Ich glaube, das ist das Jahr, in dem mich die heutigen Recken m.V. zum ersten Male wahrgenommen haben. Das war ein harter Weg. Aber ich bin ja ein Kämpfertyp. Genau vier Mal in dem abgelaufenen Jahrzehnt mußte ich davon Zeuge werden, wie junge Mädels in knappen TShirts nass gespritzt wurden, um sich hernach der pitschepatsche nassen Shirts zu entledigen. Seitdem habe ich einen Herzschrittmacher. Erinnerungen sind schön. Meine damaligen Kolleginnen waren strikt dagegen, dass ich die Fotos der bedröppelten Mädels in der HSZ veröffentliche. Und heute traue ich mich immer noch nicht so ganz. Oder doch? Doch, ich denke, ich kann Sie an meinem Schicksal teilhaben lassen. Wir fangen von hinten an, ich glaube, das sagt man so. Mehr Ansichtssachen dann hier an dieser Stelle in den nächsten drei Ausgaben. Frau Voll, bitte schauen Sie einfach gar nicht hin! 2005 wurde heftig gestritten: Stadtforum gegen die Stadt, die Stadt gegen das Stadtforum, der Kur und Verkehrsverein (KVV) gegen alle und vor allem gegen sich selbst – Geschichte! Heute spricht keiner mehr darüber. Der KVV ist in der Versenkung verschwunden und das Stadtforum, damals großzügig von der Stadt gefördert, ebenso. Heute geht es deutlich geräuscharmer zu. Aber es bewegt sich einiges. Oder sagen wir so: Pläne reifen. Zwischen Saynschem Hof und Postgebäude werden bald die Baupläne umgesetzt, wobei „bald“ nach Honnefer Zeitrechnung durchaus 100 Jahre bedeuten kann. Und eine „Institution“ interessiert sich für Bad Honnef. Effentwell für Honnef Süd. Sie erinnern sich, das ist das Gebiet, das von der Stadt aus nicht erreichbar ist, weil im Dellenweg ein Poller steht. Über den habe ich mich schon vor fünf Jahren aufgeregt, nutzt ja aber nichts. Wir sind mitten drin im Karneval. Karneval bedeutet Frohsinn, und den haben wir bitter nötig, wenn wir nur an Haiti oder den Schuldenberg der Regierung denken, den wir alle gemeinsam ab 2011 abtragen müssen. Ich wünsche Ihnen eine jecke Zeit. Machen Sie mit, lachen und singen Sie mit. Aschermittwoch kommt wie immer schneller als man denkt. Alaaf!

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