Wild-Wochen im Chimära in der Bonner Altstadt

bösARTig

Februar 8, 2010

Meine sehr verehrten Damen und Herren, Norbert E. der Zeitungsverkäufer m.V. hat gesagt, eine Kundin die die HWZ wahnsinnig gern liest, hätte gesagt, dass ich früher frecher gewesen wäre, und das hätte ihr so gut gefallen. Hochverehrte Leserin, nun bin ich sehr, sehr traurig. Gestern Abend hat der Haupt- und Finanzausschuss den Haushaltsplanentwurf 2010 beraten. Der Ergebnisplan sieht wie folgt aus: 36.709.051 Euro Einnahmen bei 42.512.280 Euro Ausgaben. Macht 5.803.229 Euro Miese. Lange Rede kurzer Sinn: Die Situation ist quasi einmal mehr eher unschön. Einsparungsmöglichkeiten sind nicht in Sicht, und erhoffte Ausgaben auch nicht mehr so wirklich. Mal kucken, wer jetzt die zahlreichen Winterschäden auf den Honnefer Straßen beseitigt und bezahlt. Das Aalkönigskomitee wird umdenken müssen: 4.000 Euro für die Weyermannallee, 3.000 Euro für die Luisenstraße, 8.000 Euro für die Alexander-von-Humboldt-Straße… Nun soll der Landrat dem drohenden Kollaps vieler Kommunen entgegen wirken. Schaun mer mal. Verwaltung und Parteien sind völlig aus dem Häuschen, vor lauter Freude, über die grandiose Beteiligung der Bürger am sogenannten Bürgerhaushalt. Sage und schreibe 213 Beiträge sind bei der Verwaltung eingegangen. Bei 18.000 Wahlberechtigten hier in dieser unserer Stadt ist das tatsächlich enorm. Beim nächsten Bürgerhaushalt sollten Sie auch mitmachen, das ist ganz einfach. Sie schauen vor ihre Haustür und sehen, nur mal beispielsweise, mit ihren Augen eine Pfütze auf ihrem Bürgersteig vor ihrem Heim. Sie melden das an die Verwaltung. Die Verwaltung berät. Der Ausschuss berät. Der Rat berät. Dann fällt die Entscheidung: Pfütze mit Splitt auffüllen. bösARTigGesagt getan? Nein! Splitt kostet Geld, Geld hammer nit, Pfütze bleibt Pfütze. Der Bürgerhaushalt ist quasi der moderne Weihnachtsmann, und an den glaubt ja eh keiner mehr. Die Kommunen sind Pleite, das ist schlimm, aber zum Glück ist Dresden jetzt schuldenfrei. Das ist schön. Im Westen, ich glaube, das sagt man so, gehen die Lichter aus. Kein Geld für Schulen, Kindergärten, Kinderbetreuung, Erziehung. Mit der Aufarbeitung der Vergangenheit verbauen wir uns die Zukunft. Hut ab vor der Politik. Mein Herzschrittmacher bimmelt. Nur die Ruhe. Wo war ich stehen geblieben? Hier: Bei unserer nassen Miss aus dem Jahre 2005, die sich immer noch nicht nach mir umdreht. Blöde Kuh. Entschuldigung! Ist doch aber wahr. Ich wünsche Ihnen trotzdem einen tollen karnevalistischen Endspurt. Donnerstag ist Weibertag, mehr darüber in der nächsten Woche. Machen Sie’s gut, oder sogar besser…

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