bösARTig
Juli 5, 2010
Paul Gutermuth, meine sehr verehrten Damen und Herren, hat eine Idee. Oder sagen wir mal so: Herr Gutermuth möchte, dass man sich einmal oder mehrfach darüber Gedanken macht, ob es denn nicht möglich wäre, auf der Ruine der Löwenburg wieder einen Turm zu bauen. Sie werden es wissen: Die Löwenburg ist der Hausberg der Honnefer, so wie der Drachenfels der Hausberg der Königswinterer ist. Damit könne die touristische Attraktivität der Stadt und der gesamten Region erhöht werden. Die Allianz für Bad Honnef formulierte aus diesem Ansinnen einen Antrag an die Verwaltung und gestern Abend wurde darüber in der aller-allerletzten Ratssitzung vor der Sommerpause abgestimmt. 34 Ratsmitglieder waren dafür, dass sich die Verwaltung nun diese Themas annimmt. Dummerweise hat die lustige Allianz in ihrem Antrag das Wörtchen „kurzfristig“ bemüht, und da ist unserem Technischen Beigeordneten, dem Herrn Vedders, fast die Halsschlagader geplatzt. Mindestens zehn Behörden müssten sich mit diesem Thema befassen, und überhaupt gebe es kaum Unterlagen vom damaligen Architekten der Löwenburg, die vor 800 Jahren erstmalig erwähnt wurde. Immerhin, wir haben ein neues Thema, über das wunderschön diskutiert werden kann. Mein Vorschlag: Die Abteilung Hochbau eines hier ansässigen Unternehmens bekommt eine Sondergenehmigung für den Transport von Mörtel und Gestein durch das Siebengebirge und ruck zuck steht der Turm. Schaun mer Mal. Zurück zur Ratssitzung. 34,8 Grad im Ratsaal, die Hauptdarsteller wedeln sich mit dem Geschäftsbericht der Stadtsparkasse lebensrettende Luft zu, sind aber dennoch so redselig wie eh und je. 35 Minuten wurde beispielsweise allein über ein Wort diskutiert: Zustimmend. Es ging um das Kreisentwicklungskonzept, so eine Art Leidbild für die Region, und ob der Rat das nun zustimmend zur Kenntnis nimmt, oder nur zur Kenntnis nimmt, ohne Zustimmung. Ein weiterer Tagesordnungspunkt wurde vor der Ratssitzung in einer kleinen Pressekonferenz erörtert: Anpassung der Organisationsstruktur der Verwaltung an das neue Kommunale Finanzmanagement. 184 Mitarbeiter im Rathaus kosten jährlich 9 Millionen Euro. Das ist schlicht weg zuviel. Bürgermeisterin und Kämmerin müssen sparen. Fachdienste müssen zusammen gelegt werden, aus fünf Fachbereichen werden drei. Die Verwaltung wird verschlankt werden müssen. Mit externer Begleitung wird nun der Personalbedarf für die Zukunft ermittelt. Aktuell aber wird sich nichts ändern, der Zeitrahmen beläuft sich auf zehn Jahre. Also: Keine Massenentlassungen im Rathaus. Ich persönlich fände es ganz schön, wenn die Knöllchenjäger vorzeitig in den Ruhestand geschickt werden würden. Übrigens: Der Antrag vom Centrum e.V., den Marktplatz Samstags schon ab neun Uhr absperren zu lassen, der wurde zurück gezogen. Was für ein Glück für die Innenstadt. Die Allianz hätte dem Antrag garantiert zugestimmt. Für neu hinzugezogene Bürgerinnen und Bürger der Hinweis: Die sogenannte Allianz ist eine schwarz-gelbe Koalition mit der Zusatzfarbe grün. Versammlungsstätte: Küfer Jupp. Ich wünsche Ihnen und der Allianz ein heißes Wochenende…
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