bösARTig
Juli 19, 2010
Meine sehr verehrten Damen und Herren, in Deutschland beginnt die Zeit der Sommerferien. Mehr als ein Fünftel der Urlauber setzt in diesem Jahr auf die Devise „zu Hause ist es am schönsten.“ Fast jeder Zehnte will beim aktuellen Fußball-Weltmeister in Spanien seinen Urlaub verbringen. Ferien unter Palmen stehen trotz Wirtschaftskrise ebenfalls hoch im Kurs. Ich habe unsere Bürgermeisterin gefragt, wo’s denn hingeht im wohlverdienten Urlaub. Sie bleibe in Aegidienberg, sagte sie, denn sie habe einiges zum Renovieren im eigenen Heim. Frau Feiden im Blaumann? So hat jeder sein Schicksal zu tragen. Ich bin übrigens sehr froh darüber, dass Spanien Weltmeister geworden ist. Damit sind auch wir ein bisschen Champion geworden. Denn: Wer bringt seine Urlaubskohle ins Weltmeisterland? Wir! Wer hat Mallorca im Griff? Wir! Wer hat Lena 12 Pünktches gegeben? Spanien! Und die doofen Holländer haben ihr nur vier Punkte gegeben. Sei’s drum, mir bleibt ja keine andere Wahl. Wenn ich ein paar Stunden Urlaub brauche, dann ab nach Holland. Ungeblitzt schafft man das locker in drei Stunden, mehrfach geblitzt schon in 150 Minuten. Vom Honnefer Marktplatz aus ruck zuck an die Nordsee, in eine andere Welt, das hat schon was. Dafür danke ich den van Bommels. Zurück zu den Sommerferien. Deutschland ist also mittlerweile das beliebteste Urlaubsland der Deutschen, danach folgen Spanien, Türkei, Österreich und Nordafrika. Das Lieblingsurlaubsland unserer Eltern, Italien, ist nicht mal mehr unter den Top Ten vertreten. So ändern sich die Zeiten. Und wenn es denn so weiter geht, dann kommen die Afrikaner demnächst nach Deutscheland, um sich quasi mal so richtig aufzuwärmen. Wir werden es erleben: Am Ende des Jahrhunderts, also in 90 Jahren, werden wir hier im Siebengebirge Temperaturen haben wie am Mittelmeer. Das prophezeien die Wetterfrösche. Aber mal ehrlich: Seit dem der Kachelmann nicht mehr aufpasst, da macht das Wetter doch was es will: Hitzewelle, Unwetter, Hitzewelle und so weiter. Das ist gut für das jetzt wieder frei geschaufelte Sommerloch. Aber wir reden nicht über das Wetter, wir werden Ihnen in den Ferienwochen einige interessante Themen näher bringen. Dazu gehört natürlich Holland, keine Frage. Dazu gehören aber auch Gespräche mit interessanten Persönlichkeiten unserer Stadt und spannende Einblicke in die Vergangenheit der Region. Wussten Sie beispielsweise, dass sich alteingesessene Honnefer bereits im 3. Jahrhundert mit dem Kollegen Cäsar auseinander setzen mussten. Oder wussten Sie, dass es hier in dieser unseren Stadt einen Bürgermeister gab, der gleichzeitig Herausgeber und Chefredakteur der Ortszeitung war. Wer jetzt gähnt, dem sei gesagt: Statistisch gesehen sterben jährlich 1.000 Bürger dieser Stadt und 1.000 Menschen ziehen hinzu. So kommen wir allein in den letzten 10 Jahren auf 10.000 Neubürger, die die alten, lustigen oder auch spannenden Geschichten der Stadt nicht kennen. Daher werden wir sie immer wieder gerne erzählen. Und wenn Sie bitte jetzt einmal nach links oben schauen wollen, auf mein Antlitz: Jawoll, ich habe eine neue Brille! Auch eine Geschichte…Tschüss…
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