bösARTig
März 8, 2010
Meine sehr verehrten Damen und Herren, der vergangene Dienstag war einmal mehr ein Tag, den ich quasi so lieb habe wie einen Pickel auf der Nase: Termin um 19 Uhr im Rathaus. Es ging wieder einmal um den Einzelhandel, ein schlauer Mensch hat mit ernster Mine beschrieben, was gut ist für die Innenstadt, und was nicht gut ist für die Innenstadt. Also eigentlich nichts neues. Mickrige 48 Menschen langweilten sich zwei Stunden lang im großen Rund des Ratssaales. Völlig unterhopft bin ich danach noch an die Theke m.V. gekrochen und da hatte ich eine ganz wundersame Erscheinung: Das Dreigestirn 2011 der KG Halt Pol stand dort versammelt an der Theke. Oder war das ein Traum? Egal! Ich habe mir nichts anmerken lassen, und ganz locker gefragt: „Na, was gibt’s neues?“ Einfach so, wusch, in die Tollitätenrunde. 22 Uhr. Eine schwere, eine ein Quadratmeter große Hand, legt sich auf meine Schulter und zwingt mich in die Hocke. Der Mann mit der schweren Hand, ein Kriminalbeamter, blickt mich an und fragt: „Kennst du den?“ Ich stöhnte: „Nein, auf gar keinen Fall.“ Der Kommissar sagt: „Eine Frau geht zum Arzt und sagt: „Ich hätte gern ein wenig Zyankali.“ Der Arzt ruft entsetzt: „Mein Gott, liebe Frau, das geht doch nicht, wenn das in falsche Hände gerät, nein, das Zeug ist doch tödlich.“ Die Frau greift in ihre Handtasche und holt ein Bild ihres Mannes hervor. Der Arzt sagt: „Nee wat schön, sie haben ja ein Rezept…“. Zurück zur KG Halt Pol. Am Samstag, 10. Juli, wird es auf dem HIT Markt-Parkplatz zu einem ganz besonderen Event kommen. Vor dem WMSpiel um den dritten Platz, wird die kölsche Band „Brings“ aufspielen, bevor das Spiel auf einer Großleinwand präsentiert wird. Public-Viewing heißt das auf gut neudeutsch. Nach meiner Einschätzung wird Ghana gegen die Elfenbeinküste um den dritten Platz spielen. Sodele, jetzt wird’s schwierig. Ich bin gerade aus der Ratssitzung geflüchtet. Es ist Donnerstag, 21.30 Uhr. Mein Magen knurrt und meine Kehle ist vertrocknet. Bei der Haushaltsdebatte wurde die Redezeitbegrenzung aufgehoben. Sechs Fraktionshäuptlinge durften so lange reden wie sie wollten. Motto: Es ist ja schon alles gesagt worden, aber noch nicht von mir. Nach drei Stunden ein erster Etappensieg: Der vierte von 23 Tagesordnungspunkten konnte abgehakt werden. Und Bauminister Jopa Vedders atmete tief durch: Nach gefühlten 200 Jahren Verwaltungsvorarbeit sagte der Rat nun endlich „Ja“ zur Drieschweganbindung im Honnefer Süden. Und wir im gelobten Selef bekommen an der Linzer Straße – Dellenweg- Drieschweg jeweils einen Kreisel. In den Sommerferien beginnen die Bauarbeiten. Ein historischer Moment. Auch der notleidende Haushalt von Frau Bürgermeisterin wurde abgesegnet. Aktueller Fehlbedarf: 7,5 Millionen Euro. Tendenz eher steigend. Der Rat beschließt: Jetzt muss aber heftig gespart werden. Was aber noch viel schlimmer ist: Vor der Apotheke Ecke Bahnhofstraße/ Luisenstraße liegt ein Berg von mittlerweile vergilbten Tannenbäumen, die einst, eben in der Weihnachtszeit, die umliegenden Laternen schmückten. Und nun ist Frühling. Hallo? Frage: Wer ist denn da für die Entsorgung zuständig?
bösARTig
März 1, 2010
Meine sehr verehrten Damen und Herren, Guido W. hat seine Memoiren verfasst: In 100 Tagen um die Welt, oder: vom Außenminister zum Außenseiter. Scherz! So, die Karnevalssession ist vorbei, die Session im Rathaus beginnt. Wir fassen noch einmal zusammen: Irgendwann hat Frau Bürgermeisterin einen Beamten des Hauses zum Wirschaftsförderer befördert, obwohl Frau Bürgermeisterin, wie ihre Vorgänger auch, Wirtschaftsförderung zur Chefsache erklärt hat. Wir haben nun de facto zwei Wirtschaftsförderer. Aber das ist nicht genug. Unser greiser…Entschuldigung, da hab ich mich aber ganz dolle verschrieben… unser weiser Rat hat befohlen, dazu noch eine Wirtschaftsförderungsgesellschaft zu gründen. Und nun wird wieder auf gut honnefsche Art herum gewurschtelt, wohl wissend, dass das mit der Gesellschaft nicht klappen wird, weil: Keine Kohle. Und die einzige Wirtschaftsförderungsgesellschaft die wir haben, unseren Centrum e.V., der sich immerhin ganz prächtig um die Innenstadt kümmert, der wird in die Überlegungen erst gar nicht mit einbezogen. Und ich sage es gerne zum 1.000sten Male: Wirtschaftsförderung beginnt mit Parkplätzen auf dem Marktplatz und in den Kneipen der Stadt. Wie dem auch sei, unsere arme Verwaltung soll nun einen Umsetzungsfahrplan vorlegen. Darauf wird stehen: „Der Zug hat leider 10 Jahre Verspätung. Wir bitten um Verständnis.“ Und noch ein Dauerbrenner kommt wieder auf den Tisch des Rathauses: Die Drieschweganbindung, die unsinnige, aber auch vom Rat befohlene. Nun, Jahre nach den heftigen Streits um diese Maßnahme bittet der Verkehrsausschuss um Zahlenmaterial von der Verwaltung. Es läuft also alles darauf hinaus, dass das nix wird mit der Drieschweganbindung zur B 42. Aber gut, dass wir jahrelang drüber gesprochen haben. Ich war eben im Städtchen und habe mit dem Marketingfachmann m.V., Mischael Köjer, einen Kaffee getrunken. Zum ersten Mal in diesem Jahrzehnt draußen. Damit haben wir quasi die Biergartensaison 2010 offiziell eröffnet. Und was mussten wir hören? Versuchter Einbruch in einen Tabakladen, versuchter Einbruch in ein Blumengeschäft und ein Einbruchversuch in einem Sportladen am Marktplatz. Nix los hier im kuscheligen Bad Honnef, sagt unser Polizeipräsident immer so schön. Na ja. Kommen wir zu einer neuen Bürgerbeteiligung. Die Verwaltung möchte mit uns BürgerInnen ein neues Einzelhandelsstandort- und Zentrenkonzept besprechen. Am Dienstag, 2. März, ab 19 Uhr im Rathaus. Ich blättere eben durch die aktuellen Rathaus- Vorlagen, ob ich da noch was lustiges finde. Hier: Nach dem Leidbild 2010 liegt nun das Kreisentwicklungskonzept 2020 auf dem Tisch. Die Verwaltung wird dies bei ihrem zukünftigen Handeln zugrunde legen. Und nun folge ich nur noch der traurigen Chronistenpflicht: Am Montag nahmen Ermittler der Bonner Mordkommission einen 74jährigen Selhofer fest. Ihm wird vorgeworfen, seine 73jährige Ehefrau in ihrem gemeinsamen Haus getötet zu haben. Der Haftrichter erließ am Dienstag einen Untersuchungshaftbefehl wegen Mordes. Zuvor wurde seine 73jährige Frau von einem Angehörigen leblos in ihrem Einfamilienhaus aufgefunden. Der herbeigerufene Notarzt konnte nur noch den Tod der pflegebedürftigen Seniorin feststellen. Nach intensiven Ermittlungen und dem Ergebnis der Obduktion gehen die Beamten von einem Tötungsdelikt aus.
bösARTig
Februar 22, 2010
Meine sehr verehrten Damen und Herren, die Realität hat uns wieder eingeholt, der Karnevalsrausch ist vorbei. Hoffentlich kriegt das auch der Honnefer Jeck Westerwelle mit. Ich meine, der blamiert ja nicht nur sich und die FDP, sondern auch unsere Stadt, der Jeck, der. Tja, kein Karneval mehr, die nackige Miss is och ad fott, und mir fehlen hier noch 3.200 Buchstaben. Moment…, nee, mein iPhone klingelt auch nicht. Ganz schön einsam hier hoch oben über Selef. Wir könnten über Politik reden. Honnefer Politik, aber die gibt’s ja nicht mehr. Ich glaube, man sagt: Ohne Moos nix los. Ehe ich das vergesse: Der letzte Nuller-Jahresrückblick, der eigentlich in dieser Ausgabe stehen sollte, wird verschoben, aus rein karnevalistischen Gründen. Sie wissen, was ich meine. Apropos Karneval. Ich habe eben mal mit einigen Karnevalisten telefoniert. Wenn mich kein Jeck anruft, dann rufe ich eben die Jecken an. Also: Die Honnefer Jecken sind zufrieden mit der Session. Hier und da wurde zwar ein Hauch von ein bisschen weniger Minsche als in der vergangenen Session beobachtet. Alles in allem aber habe man von einer Wirtschaftskrise nichts verspürt. Ganz glücklich sind in diesem Jahr auch die Löstigen Gesellen, die zur Jubiläumsparty, zum 50sten des Damenkomitees, so richtig die Hütte voll hatten im Seminaris Hotel. Weit über 300 Karten wurden verkauft.
Und ich gratuliere hier an dieser Stelle, mit Foto, zwei Damen, die maßgeblich an diesem Erfolg des Komitees beigetragen haben: Otti Jonas (l.), langjährige Präsidentin und Nachfolgerin Heike Scheel, die nun schon seit 11 Jahren dem Damenkomitee vorsteht: Herzlichen Glückwunsch zesamme. Leever Jott, jetzt fehlen mir noch 1.000 Buchstaben. Dann quasi noch ein Schwank aus der Politik: Am 23. Februar ab 18 Uhr findet im Rathaus die erste Sitzung eines Ausschusses zur Begleitung der Gründung einer Wirtschaftsförderungsgesellschaft statt. Sie haben richtig gelesen! Der Gründungsprozess soll durch den Ausschuss Wirtschaft, Tourismus und Verkehr begleitet werden. Und: Wirtschaftsförderer Adalbert Fuchs soll zum Schriftführer dieses Ausschusses gewählt werden. Ziel dieser Gesellschaft soll das Erhalten und das Beleben der wirtschaftlichen Aktivitäten in der Stadt sein. Es ist so wunderbar: Diese Förderungsgesellschaft wird innovative Konzepte zur Attraktivitätssteigerung der Stadt erarbeiten. Also wieder ein Leidbild zerreden. Ich finde, man sollte ganz schnell einen Ausschuss gründen, der mal darüber nachdenkt wieviel Ausschüsse eigentlich völlig überflüssig sind. Denn: Sparen ist angesagt, und Ausschüsse kosten Geld. Steuergeld.
bösARTig
Februar 15, 2010
Meine sehr verehrten Damen und Herren, mein Freund Bruno, der Schweizer, fährt heute in seine Heimat, um mir eine brandaktuelle CD zu besorgen. Er hat mir versprochen, meinen Namen zu löschen, bevor er die CD an Frau Feiden verkauft. Echte Fründe stonn zesamme! Sie werden es in den Tageszeitungen gelesen haben, die Stadt wollte dem Circus Comicus die Konfetti-Kanone und den fliegenden „lebendigen“ Clown verbieten – weil verboten. Und das schon seit Jahren. Bisher wurde beides nur geduldet. Und seit Jahren gibt’s Beschwerden im Rathaus, weil einige Bürger Wochen brauchen, um Konfetti aus allen möglichen Ritzen zu pulen. Schnee von gestern: Der „lebendige“ Clown darf baumeln und die Konfetti- Kanone kann aktiv werden, allerdings nicht im Innenstadtbereich. Mein iPhone vibriert. Perfektes Timing. Herr Papenbrock vom Festkomitee Honnefer Karneval. Er ist froh, dass das mit den Comicüssen nun doch noch klappt. Und wo wir gerade beim Karneval sind: Am kommenden Samstag findet ab 11 Uhr die Marktschau auf dem Rathausplatz statt, wieder mit vollem Programm und mit einer heftigen Verhaftungswelle. Im Gerichtssaal wird ein neuer Richter eingeführt. Vorname Richard. Mehr sage ich nicht dazu. Sonntag setzt sich der Zug nach der Aufstellung um 11 Uhr am HIT Markt, um 12 Uhr in Bewegung.
Direkt nach dem Zug beginnt die „After Zoch Party“ im Seminaris Hotel. Einige Honnefer Wagen machen dann rüber zum Siebengebirgszug in Königswinter. Herr Papenbrock, ich hoffe ich hab nichts vergessen. Kommen wir nun zum letzten Mal zu unserer Miss Wet- T-shirt im Planschbecken. Endlich dreht sich das Mädel zu mir und meinem zitternden Fotoapparat um, und der Grafiker m.V., der Herr Kolmsee, entscheidet: Balken über den Busen. Der Mann ist halt kein waschechter 68er. Donnerstag 11 Uhr, mein Arbeitstag beginnt: Lachendes Rathaus, dann Seminaris, dann mit dem Direktor Steak fassen im Markt3, quasi die Grundlage für die restlichen Termine schaffen: Vierkotten, Hontes, Weiberparty im Seminaris. Ich liebe Karneval. Ich glaube, das sagt man so im Rheinland. Na egal. Die Ergebnisse dieses harten Arbeitstages sehen Sie auf dem Titel. Ein letztes Mal: Alaaf zesamme…
bösARTig
Februar 8, 2010
Meine sehr verehrten Damen und Herren, Norbert E. der Zeitungsverkäufer m.V. hat gesagt, eine Kundin die die HWZ wahnsinnig gern liest, hätte gesagt, dass ich früher frecher gewesen wäre, und das hätte ihr so gut gefallen. Hochverehrte Leserin, nun bin ich sehr, sehr traurig. Gestern Abend hat der Haupt- und Finanzausschuss den Haushaltsplanentwurf 2010 beraten. Der Ergebnisplan sieht wie folgt aus: 36.709.051 Euro Einnahmen bei 42.512.280 Euro Ausgaben. Macht 5.803.229 Euro Miese. Lange Rede kurzer Sinn: Die Situation ist quasi einmal mehr eher unschön. Einsparungsmöglichkeiten sind nicht in Sicht, und erhoffte Ausgaben auch nicht mehr so wirklich. Mal kucken, wer jetzt die zahlreichen Winterschäden auf den Honnefer Straßen beseitigt und bezahlt. Das Aalkönigskomitee wird umdenken müssen: 4.000 Euro für die Weyermannallee, 3.000 Euro für die Luisenstraße, 8.000 Euro für die Alexander-von-Humboldt-Straße… Nun soll der Landrat dem drohenden Kollaps vieler Kommunen entgegen wirken. Schaun mer mal. Verwaltung und Parteien sind völlig aus dem Häuschen, vor lauter Freude, über die grandiose Beteiligung der Bürger am sogenannten Bürgerhaushalt. Sage und schreibe 213 Beiträge sind bei der Verwaltung eingegangen. Bei 18.000 Wahlberechtigten hier in dieser unserer Stadt ist das tatsächlich enorm. Beim nächsten Bürgerhaushalt sollten Sie auch mitmachen, das ist ganz einfach. Sie schauen vor ihre Haustür und sehen, nur mal beispielsweise, mit ihren Augen eine Pfütze auf ihrem Bürgersteig vor ihrem Heim. Sie melden das an die Verwaltung. Die Verwaltung berät. Der Ausschuss berät. Der Rat berät. Dann fällt die Entscheidung: Pfütze mit Splitt auffüllen.
Gesagt getan? Nein! Splitt kostet Geld, Geld hammer nit, Pfütze bleibt Pfütze. Der Bürgerhaushalt ist quasi der moderne Weihnachtsmann, und an den glaubt ja eh keiner mehr. Die Kommunen sind Pleite, das ist schlimm, aber zum Glück ist Dresden jetzt schuldenfrei. Das ist schön. Im Westen, ich glaube, das sagt man so, gehen die Lichter aus. Kein Geld für Schulen, Kindergärten, Kinderbetreuung, Erziehung. Mit der Aufarbeitung der Vergangenheit verbauen wir uns die Zukunft. Hut ab vor der Politik. Mein Herzschrittmacher bimmelt. Nur die Ruhe. Wo war ich stehen geblieben? Hier: Bei unserer nassen Miss aus dem Jahre 2005, die sich immer noch nicht nach mir umdreht. Blöde Kuh. Entschuldigung! Ist doch aber wahr. Ich wünsche Ihnen trotzdem einen tollen karnevalistischen Endspurt. Donnerstag ist Weibertag, mehr darüber in der nächsten Woche. Machen Sie’s gut, oder sogar besser…
bösARTig
Februar 1, 2010
Meine sehr verehrten Damen und Herren, leev Jecke, ich habe Rücken. Und Ellenbogen. Und: Ich habe wieder nicht im Lotto gewonnen. Soviel zu meiner Gemütslagelage. Gefühltes Alter: 77 Jahre. Quasi. Bevor wir nun zu einer ganz traurigen Geschichte kommen, arbeite ich mal eben die kleinen gelben Haftnotizen ab, die hier auf meinem roten Schreibtisch pappen: Gerd Papenbrock, FK-Chef, weist noch einmal auf die Seniorensitzung hin, die am kommenden Sonntag von 14 bis 17 Uhr (Einlass ab 13 Uhr) im Kurhaus stattfindet. Bei freiem Eintritt, aber dennoch mit einem Spitzenprogramm inklusive Prinzenpaar. Ein Papperl von Jörg Pütz: „Der Mitsing-Abend in Aegidienberg im Hause Kappels war wie im Tal spitzenmäßig. Super Stimmung.“ Ein Zettel in eigener Sache: Während ich am Sonntag von gefühlten 10.000 bildhübschen Mädels umzingelt war, bei der Pöler Mädchensitzung, wurde Bad Honnef in der FH offiziell zur Fairtrade-Stadt ernannt. Wir hatten im Vorfeld mehrmals darüber berichtet. Ich finde das sehr gut. Einmal, weil die Bürger der Stadt immer mehr sensibilisiert werden, für fair gehandelte Produkte, eben für Produkte die nicht aus Kinderhand stammen oder zu Billiglöhnen hergestellt werden müssen. Und: Diese Auszeichnung oder Aufwertung der gebeutelten Stadt wurde nur möglich, weil viele Kräfte daran mitgearbeitet haben. „Hand in Hand for a better Life“, so sagt man, glaube ich. Da haben alle an einem Strang gezogen: Die Stadt, der Stadtjugendring, die Kirchen, die FH, der HIT Markt, das KSI, die Gastronomie, die Innenstadtgemeinschaft. Eben alle. Wundervoll!
Kommen wir zu der traurigen Seite des Daseins. Ich habe es denen die es mögen versprochen, vier Wochen lang „Miss Wet T-Shirt 2005“ zu präsentieren. Wir machen da mal ganz locker auf BILD-Zeitung. Ich hatte mich rechts neben dem niedlichen Planschbecken plaziert in dem die Mädels bespritzt wurden. Ein Fehler wie Sie bisher sehen konnten. Irgendwie macht mich das hier alles schwer nervös. Echt wahr. Und jetzt auch das noch: Weiße Asche auf rotem Schreibtisch. Ich hol mal eben meinen Staubsauger, machen Sie’s gut, wir sehen uns am Sonntag im Kurhaus, bei der Ü50-Party… oder U100… egal… da simmer dabei…
bösARTig
Januar 25, 2010
Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich mußte noch einmal das Bild heraus holen, dort oben, es ist fünf Jahre alt. Sie erinnern sich, damals sind wir alle Papst geworden. Ich sage Ihnen, einen Jahresrückblick zu schreiben, das ist schon schlimm genug, aber einen Blick auf ein ganzes Jahrzehnt zurück zu werfen, das ist quasi die Hölle. Zumal die Honnefer Sonntagszeitung kein Archiv hinterlassen hat. In dieser Ausgabe schauen wir auf das Jahr 2005. Ich glaube, das ist das Jahr, in dem mich die heutigen Recken m.V. zum ersten Male wahrgenommen haben. Das war ein harter Weg. Aber ich bin ja ein Kämpfertyp. Genau vier Mal in dem abgelaufenen Jahrzehnt mußte ich davon Zeuge werden, wie junge Mädels in knappen TShirts nass gespritzt wurden, um sich hernach der pitschepatsche nassen Shirts zu entledigen. Seitdem habe ich einen Herzschrittmacher. Erinnerungen sind schön. Meine damaligen Kolleginnen waren strikt dagegen, dass ich die Fotos der bedröppelten Mädels in der HSZ veröffentliche. Und heute traue ich mich immer noch nicht so ganz. Oder doch? Doch, ich denke, ich kann Sie an meinem Schicksal teilhaben lassen. Wir fangen von hinten an, ich glaube, das sagt man so. Mehr Ansichtssachen dann hier an dieser Stelle in den nächsten drei Ausgaben. Frau Voll, bitte schauen Sie einfach gar nicht hin! 2005 wurde heftig gestritten: Stadtforum gegen die Stadt, die Stadt gegen das Stadtforum, der Kur und Verkehrsverein (KVV) gegen alle und vor allem gegen sich selbst – Geschichte! Heute spricht keiner mehr darüber. Der KVV ist in der Versenkung verschwunden und das Stadtforum, damals großzügig von der Stadt gefördert, ebenso. Heute geht es deutlich geräuscharmer zu. Aber es bewegt sich einiges. Oder sagen wir so: Pläne reifen. Zwischen Saynschem Hof und Postgebäude werden bald die Baupläne umgesetzt, wobei „bald“ nach Honnefer Zeitrechnung durchaus 100 Jahre bedeuten kann. Und eine „Institution“ interessiert sich für Bad Honnef. Effentwell für Honnef Süd. Sie erinnern sich, das ist das Gebiet, das von der Stadt aus nicht erreichbar ist, weil im Dellenweg ein Poller steht. Über den habe ich mich schon vor fünf Jahren aufgeregt, nutzt ja aber nichts. Wir sind mitten drin im Karneval. Karneval bedeutet Frohsinn, und den haben wir bitter nötig, wenn wir nur an Haiti oder den Schuldenberg der Regierung denken, den wir alle gemeinsam ab 2011 abtragen müssen. Ich wünsche Ihnen eine jecke Zeit. Machen Sie mit, lachen und singen Sie mit. Aschermittwoch kommt wie immer schneller als man denkt. Alaaf!
bösARTig
Januar 18, 2010
Meine sehr verehrten Damen und Herren, es ist Donnerstag 15 Uhr, die Ausgabe ist fertig, mein Grafiker ist zufrieden mit seiner Arbeit und ich freue mich auf einen schunkeligen Abend im Vierkotten zur ersten „Sing doch ene met“-Veranstaltung des Festkomitees. Aber wir haben die Rechnung ohne mein iPhone gemacht. Es klingelt. Peter Profittlich, der Chef von Rhöndorf, ist am anderen Ende und er erzählt eine schier unglaubliche Geschichte. Seit einigen Wochen gebe es in dem beschaulichen Weinort eine Reihe von Einbrüchen und Diebstählen. Aber nicht nur das: Auch Autos werden aufgebrochen oder entwendet. Natürlich sind die Bürger arg beunruhigt. Leider noch nicht die Polizei, denn die zeigt mangels Masse noch keine Präsenz. Zeugen wollen gehört und beobachtet haben, dass sich Nachts randalierende Menschen im Bereich Haus Hedwig aufhalten. Am kommenden Mittwoch, 20. Januar, wird Peter Profittlich ab 19.30 Uhr in der Alten Kapelle im Beisein der Polizei über den Sachstand berichten. Und noch eine Hiobsbotschaft vom Donnerstag: Franz-Ludwig Solzbacher wird sein finanzielles Engagement für die Dragons am Ende der aktuellen Spielzeit beenden. Auf den ersten und zweiten Blick eine Katastrophe für den Rhöndorfer Basketball. Manager Michael Wichterich war bei der Bekanntgabe dieser Sensationsmeldung noch blasser als im Normalfall: „Ich denke, dass der Ludwig 70 bis 80 Prozent des Etats aus seiner eigenen Tasche finanziert hat. Und das 20 Jahre lang.“ Der Etat liegt in der ProA bei 400.000 Euro. Derzeit sind die Dragons in der ProB sehr erfolgreich auf Platz 1 unterwegs, am Ende könne ein Aufstieg in die ProA in Sicht sein. Nun folgen Gespräche. In zwei Wochen soll ein Informationsabend statt finden. „Jeder der etwas für die Dragons tun will, der ist dazu herzlich eingeladen.“ Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben. Jetzt wird die Wirtin m.V. wieder sagen: „Deine letzte Kolumne war ja überhaupt nicht lustig.“ Da muss ich jetzt durch, nutzt ja alles nichts. Immerhin geht es im ehemaligen Hallenbad wohl endlich zur Sache. Anfang Februar soll dort mit Karnevalspartys eröffnet werden. 11. Februar: Weiberfastnacht mit „Ladies-Kracher“ und 12. Februar mit einer „Paparazzi-Party“. Da muss ich natürlich hin. Ramba Zamba Bütt und Danz, am Samstag startet der Karneval in Bad Honnef durch. Im Kurhaus und im Zeughaus der Löstigen Gesellen. Sehr praktisch: Beide Veranstaltungen finden zur gleichen Zeit statt – Konkurrenz belebt die Jecken. An dieser Stelle jetzt aber mal ein dreifach donnerndes Alaaf auf unser Ordnungsamt. Mein Schönheitsberater Dr. Dr. Stein Tveten hatte Anfang der Woche in meinem Beisein die Idee, in seinem Mucher Wiesental ein Rodelwettbewerb zu veranstalten. Die Idee liegt ja auf der Hand, Herr Tveten ist Norweger und somit quasi geborener Rodler. Mit meinem iPhone habe ich einen glasfaserklaren Kontakt zum Ordungsamt hergestellt und in wenigen Minuten wußten wir Bescheid, was ordnungstechnisch zu tun ist. Und die Stimme aus dem Ordnungsamt, jung, hübsch, weiblich, möchten wir jetzt gern einmal kennenlernen. Spaß beiseite. Wenn Sie einen Schlitten haben, oder Ihre Kinder, dann kommen Sie vorbei, von 13 bis 16 Uhr wird im Mucher Wiesental gerodelt und danach gibt’s Urkunden und Glühwein oder heißen Kakao.
bösARTig
Januar 11, 2010
2010 ist am Start und alles wird gut, meine sehr verehrten Damen und Herren, denn: In der Agenda 2010 von Gerhard – „hol mir mal ne Flasche Bier“ – Schröder steht geschrieben: „Die Wirtschaft wächst, die Arbeitslosenzahlen sinken und die Sozialsysteme sind stabil.“ Das wusste der Herr Schröder schon im Jahre 2003. Und im gleichen Jahr hat Peter Brassel, BM a.D., das Zukunftskonzept „Leitbild 2010“ auf den Weg gebracht. Darin steht, dass Bad Honnef über einen ausgeglichenen Haushalt verfügt, die Stadt barrierefrei ist, die Straßen in Ordnung sind und der Lebensraum für alte wie junge Menschen gleichermaßen attraktiv ist. Da zitiere ich doch gleich mal den Rat, den Helmut Schmidt Suchenden mit auf den Weg gibt: „Willen braucht man. Und Zigaretten.“ Soviel dazu. Ich hoffe, dass Sie problemlos in das neue Jahrzehnt gerutscht sind, ich glaube, das sagt man so, und ich hoffe, dass Sie dies gänzlich ohne die elendigen „Guten Vorsätze“ geschafft haben. Weil, die machen ja eh nur richtig schlechte Laune, weil man sie niemals einhalten kann. Is klar: Am anderen Morgen, am Tag Eins im neuen Jahr, hat man die doch quasi schon wieder vergessen. Wir haben zurückgeschaut in den vergangenen Tagen. Zurück auf ein Jahr, zurück auf ein Jahrzehnt, zurück auf 20 Jahre nach dem Mauerfall, zurück auf 60 Jahre Bundesrepublik. Ich persönlich habe die sechzig noch nicht ganz erreicht, da fehlen noch so gefühlte 11 Jahre, aber ich habe doch einiges miterleben dürfen. Das größte dabei ist für mich: In den letzten 60 Jahren gab es keinen Weltkrieg. Richtig? Das bedeutet doch, dass die großen Nationen relativ vernünftig miteinander umgehen, denn Anlässe, mal eben wieder die Welt in Schutt und Asche zu legen, die gab es ja zuhauf. Elvis wird heute 75 Jahre alt. Er lebt derzeit in Belluno, Italien, unter dem Decknamen Franco Soravia. Wußten Sie eigentlich, dass Elvis sich seine blonden Haare schwarz färben musste, weil sein Manager, Deckname Colonel Michael Köjer, blonde Haare für unsexy hielt – nichts für ungut lieber Hermann. Elvis, das habe ich glaube ich, schon mehrmals geschrieben, hat mein Leben geprägt. Es war Sommer. Ich war 16 Jahre alt und ich lag quasi extrem leicht bekleidet (Badehose) mit meiner Freundin (Bikini) am Fühlinger See. Im Kofferradio erklärte Elvis uns, was nun Sache ist: „One night with you, is what I’m now praying for, the things that we two could plan, would make my dreams come true…“ Herrschaften, meine Freundin Gaby…ach Gaby…, hatte wohl zu gut aufgepaßt im Englischunterricht. Das kann ich Ihnen aber sagen: Sie hat das Kofferradio schlicht und einfach in den See geworfen. Zuhause dann, in meinem Kinderzimmer, hat Gaby all meine Elvis Platten über ihrem reizenden Knie zerbrochen. Und hin und wieder, wenn ich in Köln bei meiner Mutter zum Käffchen bin, fragt sie: „Warum hat Gaby das damals eigentlich getan?“ Und ich habe bis heute absolut keine Ahnung, warum. Echt nicht! Wiederholungen erfreuen sich ungemeiner Beliebtheit, daher können Sie auf Seite 3 noch einmal meinen Beitrag über Elvis nachlesen, den ich bereits vor einigen Jahren für Sie geschrieben habe. Der Zweck heiligt die Mittel, oder? Ich wünsche Ihnen ein perfektes Wochenende – natürlich mit Elvis: „Is your heart filled with pain, shall i come back again, tell me dear, are you lonesome tonight?“ Ach Gaby…
bösARTig
Dezember 31, 2009
Meine sehr geehrten Damen und Herren, das Jahr 2009 lahmt dem Ende entgegen, und zwanzigzehn steht vor der Tür. Zwanzigzehn. Welch ein starkes Wort. Agenda zwanzigzehn. Leitbild zwanzigzehn. Sie erinnern sich? Das unsinnige aber sündhaft teure Teil verschwand ja direkt nach Fertigstellung in einer Rathausschublade, und ich glaube, das war noch der Herr Brassel, der hat den Schubladenschlüssel bei Nacht und Nebel in den Rhein geworfen. Mit den Erinnerungen ist das ja immer so eine Sache. Sie können trügen. So hatten wir Sie gefragt, wer denn wohl 2009 am häufigsten per Abbildung im Blatt war. Natürlich bezog sich die Frage auf den redaktionellen Teil und nicht auf meine Kolumne oder auf eine bestimmte Anzeige. Ich sage es so wie es ist: Niemand hat richtig geraten, oder gar richtig nachgezählt. Es ist ja überall das gleiche Schema: Wer viel tut – oder gute Presseberater hat – der ist im Blatt. Weltweit wird das 2009 Barack Obama sein, bundesweit ist das mit Sicherheit Angela Merkel, und hier in unserem beschaulichen Kosmos zwischen Fels und Rhein ist das natürlich Bürgermeisterin Wally Feiden mit 57 Abbildungen. In zweiundfünfzig Ausgaben, wohlgemerkt. Wer jetzt meint, ich könne das beeinflussen, weil ich eben auch einen Bürgermeisterinnenorden ergattern will, der irrt mächtig. Wie jeder andere rasende Reporter auch, liefere ich Beiträge und Fotos brav in der grafischen Abteilung ab, dort wird dann entschieden, was rein kommt und was nicht. Es sei denn, ich schlüpfe mal eben in den Verleger-Kaschmirmantel. So, auf den Plätzen folgen: Jörg Pütz, Hellmuth Buhr, Michael Hartmann, Michael Holmer Gerdes, Peter Profittlich, Dirk und Juppi Pütz, Klaus Munk, Annette Stegger, Peter Endler, Hermann Josef Nolden, Bernd Siebdrat, Detlev Mai und Harald Schmeling. Wie ich meine, eine sehr realitätsnahe Mischung von aktiven Politikern und Unternehmern. Ganze sieben Ausgaben haben wir 2009 dem Karneval gewidmet. Breiten Raum gab es für die Kommunalwahl und für das Thema des Jahres: Nationalpark. 41 Leserbriefe kamen zusammen und sieben offene Briefe. 37 Beiträge oder Meldungen bezogen sich auf die Aktivitäten der FH. Zwanzigzehn steht vor der Tür und da werden wir einige Vorwürfe vom Tisch räumen. Oder trügerische Erinnerungen. Früher, so heißt es immer wieder an der Theke m.V., oder auf offener Straße, früher hätten wir viel mehr Klatsch im Blatt gehabt, oder beispielsweise Restauranttests, oder mal hübsche Mädels… Also, ich kann mich daran überhaupt nicht erinnern. Aber sei es drum, wir machen das schon. Irgendwie.
Und nun noch ein starker Satz von unserem Bundespräsidenten den er in seiner Neujahrsansprache gesagt hat: „Wir horchen staunend auf, wenn eine Nasa-Sonde Wasser auf dem Mars entdeckt haben soll – aber wir haben verlernt, über das Wasser zu staunen, das bei uns so selbstverständlich aus dem Hahn fließt, wo doch anderswo die Menschen tagein, tagaus viele Kilometer laufen müssen, um an Trinkwasser zu kommen“. In diesem Sinne: Alles erdenklich Gute für zwanzigzehn!



