bösARTig
November 28, 2011
Meine sehr verehrten Damen und Herren, Sessionsauftakt, Totensonntag, ein langes Gespräch mit Scheinbar-Legende Hansi Hatterscheid, Ordensvorstellung der Selhofer in Rhöndorf, Besuch bei der Honnefer Tafel, Schlemmerabend im HIT Markt – abwechslungsreicher kann eine Woche nicht sein. Dazu Gespräche mit dem Komitee „150 Jahre Stadtrechte“ und „Meetings“, ich glaube, das hieß früher „Treffen“, mit Musikus Helge Kircht in Sachen „Musik am Markt 2012“. Es tut sich was. Das Ehrenamt in Bad Honnef steht in vollster Blüte. Menschen die eben noch hochrangige Posten in eben so hochrangigen Unternehmen bekleideten, kümmern sich nun um diese unsere Stadt. Und das sind heutzutage beileibe keine Rentner, sondern eher Vorruheständler, Menschen um die 60, also quasi so blutjung und fit wie ich. Raucher eben. Lange Rede, kurzer Sinn: Jetzt habe ich vergessen, was ich sagen wollte. Alle sieben Jahre zupfen wir das Kleid des Lebens neu zurecht. So jedenfalls sagten es die alten Griechen und meinten: Alles fließt, verändert sich unaufhörlich. Auch unser Inneres ist immer in Bewegung. Psychologen, Philosophen, Mediziner, sind überzeugt: Es gibt unterschiedliche Lebensphasen, und jede verlangt uns neue Rollen ab. Die Anthroposophen sind davon überzeugt, dass wir alle sieben Jahre in eine neue Phase treten – mit allem, was dazugehört: neuen Aufgaben, neuen Fragen, neuen Antworten. Wie oft auch immer – wir häuten uns immer wieder. Denn jede Erfahrung, jeder Mensch, den wir treffen, jeder Tag in der Arbeit, jede Reise, die wir machen, verändert uns ein bisschen. Wir verändern uns, wenn wir uns verlieben, wenn wir ein Kind kriegen, wenn wir neue Verantwortung übernehmen. Unsere Einstellungen verschieben sich oft unmerklich, während wir streiten, diskutieren, lesen. Dinge, die vorher unwichtig waren, bekommen eine Bedeutung – und was wir für unverzichtbar hielten, verliert womöglich seinen Wert. Wie komme ich jetzt darauf? Meine Erinnerungszellen sind offensichtlich in den letzten sieben Jahren nicht erneuert worden. Die Griechen spinnen. Oder? Nein. Ich hab’s wieder: Die Politik der Stadt Bad Honnef hat es gewollt, dass die Stadt Bad Honnef zu einer Hochschulstadt wird. Nun ist die Stadt Bad Honnef seit über zehn Jahren eine Hochschulstadt mit rund 1.500 Studenten, aber die Stadt Bad Honnef hat es bis heute nicht geschafft, für diese jungen, und auch recht kaufkräftigen Menschen, eine vernünftige Infrastruktur herzustellen. Wo bleiben die Kneipen, Cafe’s, Bistros und Klamottenläden? Eine Frage an die Wirtschaftsförderung der Stadt Bad Honnef. Wer kümmert sich darum? Richtig: Niemand! Ich glaube, Wirtschaftsförderer denken nur an Gewerbegebiete. Aber gut. In der Linzer Straße, gleich gegenüber der IUBH, haben kürzlich drei neue Läden aufgemacht: Ein Frisör, ein Fahrradgeschäft und ein Körperverschönerer. Und noch eine Meldung: Ab Montag, den 28. November werden die Baumpfleger des Bau- und Betriebshofes der Stadt Bad Honnef Baumschnittarbeiten an den Ahornbäumen in der Hauptstraße zwischen dem Brünnele und der Stadtmitte durchführen. Im Anschluß an diese Arbeiten geht es weiter in der Alexander-von-Humboldt-Straße. Dort sind Kronenpflegearbeiten im Teilbereich „Am Spitzenbach“ und Alexander-von- Stauffenberg-Straße vorgesehen. Tschüss…
bösARTig
November 21, 2011
Meine sehr verehrten Damen und Herren, manche mögen es, ich mag es nicht wirklich: In alten Fotoalben herum blättern. Noch habe ich meine Erinnerungen im Resthirn abgespeichert, dazu brauche ich also keine vergilbten Fotos. Dennoch: Wenn ich aber blättere, um beispielsweise ein Foto von meinem ersten Käfer (Seite 5) zu finden, dann bin ich hin und her gerissen. Einerseits geschockt, andererseits amüsiert. Wissen Sie noch, wie Sie vor exakt 37 Jahren aussahen? Wenn ich mich so betrachte, dann stelle ich fest: Damals gab es offensichtlich noch keine Frisöre. Aber grauenhafte Hemden. Und: Die beliebtesten Vornamen waren: Nicole, Tanja, Stefanie, Christian, Stefan, Andreas. Im Lande wird das infolge der Ölkrise eingeführte Tempolimit wieder aufgehoben. Die Verkehrssünderdatei in Flensburg wird eingeführt. Bundespräsident Walter Scheel singt „Hoch auf dem gelben Wagen“. Die ersten Playmobil-Figuren kommen auf den Markt. Die Preisbindung für Markenartikel wird aufgehoben. Ein Liter Normalbenzin kostet 83,3 Pfennig. Der Preis für ein Maß Bier auf dem Oktoberfest beträgt 3,20 DM. Der VW Golf I wird in Serie produziert. Hätten Sie das gedacht? Ich auch nicht. Die Hippiezeit ging zu Ende. War ich ein Hippie? Nein. Ich war Kölschtrinker! Helmut Schmidt wurde Bundeskanzler. In Bad Honnef regierte Franz-Joseph Kayser als Verleger, Chefredakteur und Bürgermeister. Lassen wir das blättern in der Vergangenheit sein. Irgend ein Mensch hat einmal gesagt: Wer in der Vergangenheit schwelgt, der hat keine Zukunft. Ich war am vergangenen Mittwoch im Rathaus. Ausschusssitzung „schöner wohnen“ in Bad Honnef. 90 Minuten lang wurde über eine längst beschlossene Angelegenheit diskutiert: Über die Sperrung der Linzer Straße entlang „eines Vollversorgers“. Ich möchte an dieser Stelle die unwissenden Ausschussmitglieder einmal aufklären: Der Vollversorger heißt HIT Markt. Manchmal frage ich mich doch ernsthaft, wovon die sogenannten „sachkundigen Bürger“ in den Ausschüssen überhaupt eine Ahnung haben. Von Politik definitiv nicht. Wo war ich stehen geblieben? Vor 37 Jahren gab es quasi noch Miniröcke. Nein, das wollte ich ja eigentlich nicht gesagt haben wollen. Aber was? Mein Sohn war übrigens kürzlich in Schottland und hat dort einen Film produziert. Meine Tochter hat ihr erstes Fotoshooting hinter sich. Ich glaube, meine Kinder werden berühmt. Von wem haben sie diese wunderbaren Gene? Klar, von der Mutter. Vor 37 Jahren wurde der FC Bayern Deutscher Meister, dicht gefolgt vom 1. FC Köln. Es hat sich in all den Jahren also doch nichts geändert. Ups, hier kommt ja noch eine Einladung für mich rein: Die Evangelische Kirchengemeinde Bad Honnef lädt am Donnerstag, 8. Dezember, alle Seniorinnen und Senioren der Gemeinde zu einer Adventsfeier ein. Tschüss zusammen. Oder besser gesagt: Alaaf leev Jecke…
bösARTig
November 14, 2011
Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich genieße am Hontes ein Gläschen Glühwein, St. Martin reitet vorbei, eigentlich eine schöne Atmosphäre, aber ich höre eine Stimme hinter mir, und die sagt: „Hömmal, Herr Verleger, das war aber uncool“. Mein Glühwein erfriert. Die Stimme gehört Gerd Papenbrock, dem Präsidenten des Honnefer Festkomitees. „Lass doch endlich mal die „Löstigen“ in Ruhe, wir sind doch alle froh, dass wir die haben. Die sind gerade wieder auf einem guten Weg“. Als wenn ich jemals etwas fieses über die „Löstigen“ gesagt haben sollte. Ich doch nicht. Bin doch froh, dass wir die haben. Aber das ist nicht die ganze Geschichte. Fast zeitgleich behauptet ein anderer Unmensch, ich hätte etwas nicht so besonders schönes über unsere Bürgermeisterin geschrieben. Son Quatsch. Letztens sind wir noch gemeinsam durch die Stadt gefahren. Mittwoch habe ich sie in ihrem Büro besucht. Und das war so schön (siehe Titel, linke Hälfte). Herr Papenbrock, wir siezen uns wieder, hat mir noch etwas diktiert: Am 19. November findet im Kurhaus ab 20 Uhr die Sessionseröffnung statt. Es soll ein phänomenales Programm präsentiert werden, und der Eintritt ist wie immer frei. Bitte? Herr Papenbroch hebt seinen rechten Zeigefinger: „Und diese Veranstaltung ist nur möglich, da sich alle Karnevalsvereine der Stadt kostenlos daran beteiligen. Und weil die Volksbank uns dabei unterstützt“. Leev Jecke, strömen Sie ins Kurhaus, kostümiert oder nicht, janz ejal, Herr Gerdes wird wieder an der Zapfanlage stehen und ich werde Gläser spülen, sollte es dort eine Spülmaschine geben. Zurück zum Alltag, ich glaube, das sagt man so. Ich finde ihn nicht. Ja, wo ist er denn? Hier: „Am 21. November 1811 schied Heinrich von Kleist freiwillig aus dem Leben. Zu seinem Gedenken finden in Berlin und Frankfurt an der Oder zahlreiche Veranstaltungen statt. Auch in Bad Honnef wird an den exzentrischen Dichter erinnert. Der Vortrag des Germanisten Claus Richter mit dem Titel: „Heinrich von Kleist: sein Leben, sein Scheitern“ findet genau am Todestag des Dichters in der Buchhandlung Werber statt. Beginn:19.30 Uhr. Eintritt frei.“ Ich muss hier ein paar Meldungen abarbeiten, weil das Blatt am Mittwoch quasi schon proppenvoll war. „Am 13. November ist Volkstrauertag. An diesem Tag gedenken wir den Kriegstoten und aller anderen Opfer von Krieg und Gewalt. Aus diesem Grund weist die Verwaltung auf den durch das Feiertagsgesetz NRW besonders geschützten Charakter des Volkstrauertages hin. Danach sind insbesondere musikalische und sonstige unterhaltende Darbietungen jeder Art in Gaststätten und in Nebenräumen mit Schankbetrieb von 5 Uhr bis 18 Uhr verboten“. Mein Schankbetrieb ist meine Küche. Darf ich die auch erst nach 18 Uhr betreten? Ich bin übrigens immer noch in der Pubertät. Meine Kosmetikerin hat eben gesagt: „Junge, Junge, soviel Pickelchen blühen eigentlich nur bei 16jährigen“. Na egal. Ich gehe jetzt zur Fußpflege mit anschließender Fußreflexmassage. Das Alter hat auch seine schönen Seiten. In diesem Sinne, machen Sie’s gut, und bleiben sie allzeit löstig…
bösARTig
November 7, 2011
Meine sehr verehrten Damen und Herren, wie Sie dem Leserbrief auf Seite 4 entnehmen können, darf ich zukünftig die Veranstaltungen der KG „Löstige Geselle“ nicht mehr besuchen. Die HWZ wird auch keine Informationen der „Löstigen“ mehr bekommen. Hurra! Ein Fall für den Presserat? Nein, natürlich nicht. Wenn ich wahnsinnig gut drauf bin, dann gehe ich natürlich zu den „Löstigen“, aber wann bin ich schon mal wahnsinnig gut drauf? Da wir Zeitungsgesellen aber immer richtig locker drauf sind, souverän und gönnerhaft, im Gegensatz zu einigen „Löstigen“, lesen Sie auf Seite 5 einen wichtigen Terminhinweis der „Löstigen“. Großzügig, oder? Wieso heißt dieser Verein eigentlich „Löstige Geselle“? Im Vorstand sitzen Hanseaten, die mit „lustig“ traditionell nichts zu tun haben, im Senat sitzt ein Geistlicher, und ein ehemaliger Vorsitzender hat sich überwiegend durch Größenwahn ausgezeichnet. Daran ging der Verein fast kaputt. Lustig ist das alles nicht wirklich. Schaun mer mal, was draus wird. Die aktuelle Vorsitzende scheint auf jeden Fall recht dünnhäutig zu sein. Themawechsel: In den vergangenen Wochen haben wir ein wenig PR für die Wählervereinigung „Bürgerblock“ gemacht. Warum? Politisch gesehen passiert in dieser unseren Stadt momentan herzlich wenig. Privatinitiativen retten was zu retten ist: Schulen, Kindergärten, Vereine. Zum Glück. Der Bürgerblock feiert am kommenden Sonntag im Weinhaus Steinbach sein 50jähriges Bestehen. Hut ab! Wer hätte das vor 50 Jahren gedacht? So wie ich das verstanden habe, heißt das Motto vom Bürgerblock frei übersetzt: Schaffe, Schaffe, Häusle baue. Also erst einmal sparen, dann sanieren und dann expandieren. Gute Idee. Jetzt würde mich natürlich interessieren, ob die anderen Parteien und Wählergemeinschaften auch gewisse Ideen für die Zukunft unserer Stadt haben. Erfreulich ist, dass nicht nur im Bürgerblock, mal abgesehen vom Vorsitzenden, junge Menschen Verantwortung übernehmen wollen. Auch an der Allianz-Spitze sind die Verantwortlichen nicht wirklich alt im wahrsten Sinne des Wortes. Probleme mit der Altersstruktur hat allerdings die SPD. Da sehe ich niemanden, der auf der einen Seite jung genug ist, um die Honnefer Welt zu verändern, und auch niemanden, der eventuell als Bürgermeisterkandidat aufgestellt werden könnte. Dazu passt eine Meldung, die eben auf meinem Bildschirm erscheint: Die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth räumt vorzeitig ihren Posten. Die 67jährige CDU-Politikerin ist drei Mal in direkter Wahl zum Stadtoberhaupt der Finanzmetropole gewählt worden. Roth will nun den Generationswechsel. Generationswechsel, ein wunderbares Wort. Lange Rede kurzer Sinn: Für den Bürgerblock wird Ralf Schaaf erneut ins Bürgermeisterrennen gehen und für die Allianz Sebastian Wolff – denke ich. Fragt sich jetzt nur noch, wann das Rennen beginnt. Wenn Bürgermeisterin Wally Feiden mit ihren 70 Lebensjahren ihre bewundernswerte Kondition beibehält, dann wird das noch drei Jahre dauern. Drei Jahre, in denen hier in der Stadt allerdings nichts mehr passieren wird. Also eine vertane Zeit. Warten wir es ab. Wir sehen uns auf der Martinus-Kirmes in Selhof. Tschüss zusammen…
bösARTig
Oktober 31, 2011
Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich weiß nicht mehr so ganz genau, wer es gesagt hat, aber es stimmt: „Wir müssen an einem Strang ziehen, um zu überleben“. Dieser Strang ist wieder einmal Thema in der Stadt. Und der Strang heißt ganz aktuell „Martini-Markt“. Vorab: Stadtfeste sind nicht in Bad Honnef erfunden worden. Jede Stadt, sogar in Bayern, feiert Stadtfeste. Und die dienen nicht nur der Belustigung der Besucher, nein, sie dienen der Umsatzsteigerung. Und die ist lebensnotwendig in der heutigen Zeit. In einer Zeit in der Innenstädte, wie beispielsweise in Linz oder Königswinter, regelrecht verkommen, wenn Sie wissen was ich meine. Wenn ich heute durch Bad Honnef gehe, ich muss das tun, weil es keine Parkplätze für mein Kraftfahrzeug mehr gibt, dann freue ich mich. Warum? Als ich vor gefühlten 100 Jahren, real sind es 11 Jahre, nach Bad Honnef kam, weil ich ganz einfach nichts besseres vorhatte, da hieß es: „Wir müssen etwas gegen den Leerstand unternehmen, die Innenstadt blutet aus“. Heute gibt es quasi keinen Leerstand mehr. Weder in der Hauptstraße, noch in der Bahnhofstraße, noch in der Linzer Straße. Sogar das Arboretum ist wieder komplett besiedelt. Unternehmer kommen nach Bad Honnef, um hier ihre Existenz aufoder auszubauen. Warum? „Wir haben uns vergleichbare Städte angeschaut, Bad Honnef machte den besten Eindruck“, heißt es oft. Darauf können wir alle stolz sein, schließlich wohnen wir hier. Aber: Der Martini-Markt kommt in die Stadt, jährlich der Umsatzbringer Nummer 1, die Kirche stellt sich quer gegen das Allgemeinwohl aller Unternehmer und Bürger, und einige Unternehmer wollen keine Buden mehr vor ihren Schaufenstern sehen. Sie verstehen das Geschäft nicht: Durch die Buden kommen Gäste in die Stadt und damit der Umsatz. Umsatz ist der dickste Strang, an dem wirklich alle ziehen sollten, wenn wir nicht so enden wollen wie Linz oder Königswinter. Die Eröffnung des Honnefer Martini-Marktes wurde live vom WDR übertragen, es ist daher davon auszugehen, das es am kommenden Wochenende zu einem noch nie dagewesenen Verkehrschaos kommen wird, dank der Sperrungen und Baustellen. Aber: Ruhig Blut! Im Sinne der Sache ist das völlig egal. Die paar Tage werden wir überleben. Jetzt fällt mir nichts mehr ein. Ich schaue mal eben…noch 1.000 Buchstaben. Schreiben ist die Hölle, sage ich Ihnen. Wäre ich doch Architekt geworden. Kein Schwein ruft an. Also ein Witz: „Die Jungfrau Maria will mal wieder auf die Erde zurück. Sie wird auch heruntergelassen, aber nur unter der Bedingung, dass sie jeden Abend mit einem iPhone im Himmel anruft. Gesagt, getan. Am ersten Abend ruft die Jungfrau Maria im Himmel an: „Hier ist die Jungfrau Maria. Ich habe mir einen Rock gekauft. Ist das schlimm?“ – „Nein, nein, ist nicht schlimm. Aber melde dich morgen Abend wieder.“ Nächster Abend: „Hier ist die Jungfrau Maria. Ich habe mir einen Lippenstift gekauft. Ist das schlimm?“ – „Nein, nein, ist nicht schlimm.“ Nächster Abend: „Hier ist die Maria. Ist das schlimm?“ Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende auf dem Martini-Markt…
bösARTig
Oktober 24, 2011
Meine sehr verehrten Damen und Herren, im ZDF können wir zur Zeit mitverfolgen, wie Päpste vor 500 Jahren „Sex, Drugs und Alkohol“ erfunden haben, lange bevor wir den Rock ’n Roll kennen lernten. Sehr schön. Bleiben wir bei der Kirche. Sie wissen, dass es schon lange knirscht, zwischen katholischer Kirche und Centrum e.V. in Sachen Nutzungsrechte für den Kirchplatz bei Großveranstaltungen. Dafür will die Kirche nun, wie mehrfach berichtet, Geld auf dem Tisch des Herrn sehen. Centrum e.V. kann und will nicht bezahlen. Also sollte der Kirchplatz beim kommenden Martini Markt leer bleiben. Übrigens: Auch der Wochenmarkt wird ab 2012 nicht mehr auf dem Kirchplatz statt finden. Zwischen Kirche und Centrum e.V. ist die Stadt Bad Honnef als Vermittler eingesprungen, aber da gab es wohl nichts zu vermitteln. Lange Rede kurzer Sinn: Nun freut sich ein Dritter. Die Kirche hat einen Vertrag mit unserem allseits beliebten Kirmesausrichter abgeschlossen, und der darf nun den Kirchplatz während des Martini Marktes mit seinen Ständen (Foto u.)
bestücken. Ich glaube, so etwas nennt man Trittbrettfahrer. Und die Kirmes-Buden werden in dem anheimelnden Ambiente des vorweihnachtlichen Marktes wie Fremdkörper wirken. Aber auch das scheint der Kirche völlig egal zu sein, ebenso wie die Außenwirkung des Festes. Hauptsache die Kohle stimmt. Nun gut, immer noch besser als Krieg, Verfolgung, Unterdrückung, Raubzüge, Zwangsabgaben gegen Sündenerlass, Korruption, Prostitution, sexueller Missbrauch und so weiter und so weiter. Ich weis auch nicht, warum das ZDF, kurz nach dem Papstbesuch, uns diese Botschaften vermittelt. Und dann ist am 1. November auch noch, perfekt passend, Allerheiligen. An diesem Tag gedenken wir aller Heiligen, Märtyrer und Verstorbenen. Aus diesem Grund weist übrigens die Verwaltung auf den durch das Feiertagsgesetz NRW besonders geschützten Charakter des Festes hin. Bitte ganz leise sein. Keine Musik. Nicht lachen. So, was haben wir noch? Schützenball der St. Sebastianer im Kursaal am Samstagabend. Horrido! Gestern habe ich mit ein paar Recken m.V. die Landesgrenze überquert und das „Sport Eck“ aufgesucht. Geile Kneipe, sag ich Ihnen. Dort gab es frisch gemachte, kross gebratene Frikadellen, Aschenbecher auf allen Tischen im Thekenbereich und fröhliche Menschen, zum Teil auch aus dieser unseren Stadt. Fremd gehen lohnt sich manchmal doch. Heute Abend testen wir nach langer Zeit mal wieder „Charlys Lounge“ auf dem Campus der IUBH. Dort wo vor zehn Jahren das Aalkönigskomitee gegründet wurde. Mehr darüber in der nächsten Woche…
bösARTig
Oktober 17, 2011
Meine sehr verehrten Damen und Herren, die mediale Woche war logischer Weise geprägt von Beiträgen über Steve Jobs. Seine Frau muss sich nun überlegen, was sie mit den 7.000 Millionen Dollar Nachlass macht. Sein Nachfolger im Amt muss eine der wertvollsten Marken der Welt mit einem Unternehmenswert von 344 Milliarden Dollar und 46.000 Mitarbeitern am Leben erhalten. Puh! Der Spiegel schreibt: Jobs habe die Zukunft erfunden. Ich schreibe: Jobs hat mich vor vier Jahren, damals gefühlte 70 Jahre alt, dazu gebracht, mir ein iPhone zu kaufen, obwohl ich meinen Videorecorder immer noch nicht programmieren kann. Mit dem iPhone bin ich sofort klar gekommen. Ich streichele es, und es tut was ich will. Früher habe ich meine Freundinnen hin und wieder gestreichelt und die haben niemals getan was ich wollte. Heute kann ich mit dem neuen iPhone „for Steve“ reden. Ich kann mit einem technischen Gerät reden, und es tut was ich will. Ein Menschheitstraum. Der Spiegel hat recht. Kommen wir zur Ratssitzung am vergangenen Donnerstag. 22 Tagesordnungspunkte standen auf dem Programm. Es war nicht ein einziges spannendes Thema dabei. Es wurde nicht über den geplanten Unsinn in Sachen „Bebauung Honnef-Süd“ gesprochen, nicht über den Baustellenterror in der Stadt, nicht über den Verfall des Siebengebirgsgymnasium (SIBI), nicht über die maroden Straßen im Stadtgebiet, nicht über die wachsende Kriminalität in der Stadt. Die Hundesteuer für Zweithunde und Dritthunde wird erhöht, und die Idee, einen 1. Beigeordneten einstellen zu wollen, der gleichzeitig auch Rechtsrat sein könnte, diese Idee wurde quasi begraben. Um noch einmal auf das Siebengebirgsgymnasium zurück zu kommen: Einigermaßen entsetzte Eltern haben mir unlängst zugeflüstert, dass in einigen Klassen marode Fenster nicht mehr geöffnet werden können. Da herrscht dann wohl akute Erstickungsgefahr und bedrohlicher, lernhemmender Sauerstoffmangel. Und: Die Stadt habe kein Geld, um die Fenster zu erneuern. Soviel zum allseits beliebten Thema Jugendförderung. Hallo Stadtelternrat? Immerhin: Der junge Mann, der kürzlich eine Honneferin am helllichten Tag in Bad Honnef mit einem Messer bedroht hat, der ist wohl von der Polizei identifiziert worden. Wollen wir hoffen, dass der auch richtig bestraft und weggesperrt wird. Der Rat beschließt, dem Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ beizutreten. Der Wahnsinn, oder? Bielefeld ist da auch schon Mitglied. Wir sind wie immer in bester Gesellschaft. Schauen wir auf den Veranstaltungskalender. Wunderbare Feste liegen vor uns: Die Honnefer und Rhöndorfer Schützenkönigsbälle im Kurhaus, die Martinszüge in den Honnefer Veedeln, der Martini- Markt, die Sessionseröffnung der Honnefer Karnevalisten, die Vorstellung des diesjährigen Siebengebirgsprinzenpaars. Das lässt darauf schließen, dass Weihnachten auch nicht mehr so arg weit weg ist. Heißt: 2011 gehört schon bald der Vergangenheit an. Und wenn wir in 50 oder 100 oder 1000 Jahren auf eben dieses Jahr zurück blicken, dann werden wir sagen: Das war das Jahr in dem Steve Jobs starb.
bösARTig
Oktober 10, 2011
Wer hätte das gedacht, meine sehr verehrten Damen und Herren, trotz heftiger Kritik an seiner Person ist Guido Westerwelle (FDP) immer noch der beliebteste Außenminister seit Frank-Walter Steinmeier (SPD). Dies hat eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Opinion Control im Auftrag des Postillons, der unabhängigen Internetzeitung seit 1845, ergeben. „Sucht man einen Außenminister, der in seiner Amtszeit größeren Zuspruch erfahren hat als Westerwelle, dann muss man schon bis in die Zeit vor dem 28. Oktober 2009 zurückgehen“, erklärt Professor Heinz Geiwasser, der Leiter der Umfrage. „Überhaupt waren in der Geschichte der Bundesrepublik nur zehn Außenminister beliebter als der ehemalige FDP-Vorsitzende.“ Dieser Umstand macht Westerwelle immerhin zum elftbeliebtesten Bundesaußenminister aller Zeiten. Geiwasser wagt auch bereits eine Prognose zur Beliebtheit von Westerwelles Nachfolger: „Eines ist jetzt schon klar: Wer immer Westerwelle nachfolgt, er wird umgehend ebenfalls der beliebteste Außenminister seit Frank- Walter Steinmeier sein.“ Soviel dazu. Und nun bin ich quasi Weinfachmann. Nach unserem jecken Recken-Ausflug zum Kaiserstuhl kann ich ihnen versichern: Dort gibt es kein Kölsch. Niemals! Der Kaiserstuhl heißt übrigens Kaiserstuhl, weil dort einst ein Kaiser einen Gerichtstag abgehalten haben soll. Zurück zum Wein. Die vierstellige Zahl auf dem Etikett lässt Rückschlüsse auf die Qualität eines Weines zu. So deuten beispielsweise 1975 und 1999 auf vorzügliche Weine hin. Sollte 4711 darauf stehen, dann haben Sie die falsche Flasche erwischt. Allerdings: 4711 hilft gegen morgendlichen Nachdurst, Zittern und Mundgeruch. Das lernt man auf einer Herrentour. Weine werden nach ihrer Herkunftsregion unterschieden. Zum klassischen Abendmenü passen bestens Tropfen aus dem Bordeaux-Gebiet oder aus dem Burgund. Der Früh- oder Abendschoppen auf der Parkbank wird allerdings mit Wein aus dem Tetrapack zu einem einzigartigen Genuss. Zur Verköstigung: Warten Sie höflich, bis Sie an der Reihe sind, ziehen Sie dann laut schlürfend einen großen Schluck in die Mundhöhle, kauen drei Minuten lang auf dem Wein herum und spucken ihn dann schmatzend aus. Anschließend rufen Sie: „Was für ein Abgang“. Applaus wird ihnen sicher sein. In Nobelrestaurants können Sie ihre exzellenten Weinkenntnisse unter Beweis stellen, indem Sie zu einem 1947er Mouton Rothschild einen Plastikeimer und Strohhalme verlangen. Nein, tun Sie das bloß nicht. Das war ein Scherz. Was wollte ich sagen? Nach einem dreitägigen Jahresurlaub in einer komplett anderen Welt, fällt es richtig schwer, sich wieder mit den Alltäglichkeiten zu befassen. Schauen wir also einmal auf der Homepage der Stadt Bad Honnef vorbei, vielleicht gibt’s ja etwas erwähnenswertes zu berichten. Das ist nicht der Fall. Und jetzt? Als iPhone-Fan und überzeugter Apple-Jünger bin ich seit Dienstagabend schwer enttäuscht. Der Nachfolger von Steve Jobs hat es nicht geschafft, einmal mehr für eine Revolution am Smartphone- Markt zu sorgen. Immerhin schaffte es Apple wieder einmal, Features, die von Konkurrenten bereits vor Jahren eingeführt wurden, als etwas Neues und Innovatives zu verkaufen. Mr. Jobs wird fehlen …
bösARTig
Oktober 3, 2011
Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich habe es schon einmal getan, und ich will es wieder tun: Ich werde am kommenden Wochenende die „Honnefer Junge für Honnefer Pänz“ auf ihrer Herrentour, diesmal ins „Ländle“, begleiten. Ich glaube es stehen 37 Weinverköstigungen an. Nächste Woche mehr darüber. Vergangenen Dienstag haben sich die Innenstadteinzelhändler im Avendi-Hotel getroffen, um über die vergangenen und zukünftigen Veranstaltungen zu diskutieren: Also über den Antik-Markt am vergangenen Wochenende und über den Martini-Markt, der Ende Oktober stattfindet. Die Organisatoren Jürgen Kutter, Georg Zumsande und Walter Löbach vom Centrum e.V. haben dabei einmal mehr deutlich gemacht, dass es sich bei den Großveranstaltungen um eine unverzichtbare Gemeinschaftswerbung für die gesamte Stadt handelt. Und: Um die Stärkung des Gemeinschaftsgefühls. Über dieses „Gefühl“ konnte trefflich diskutiert werden, denn: Auch wenn in der nicht ganz preiswerten überregionalen Werbung, in Printmedien oder Radio, betont wird, dass beispielsweise in einer Einkaufsnacht alle Innenstadtgeschäfte bis Mitternacht geöffnet haben, schließen nicht wenige Unternehmer ihre Geschäfte wann immer sie wollen, um 19 Uhr, um 21 Uhr, um 22 Uhr. Das habe nicht wirklich etwas mit Gemeinschaftsgefühl zu tun. Das habe damit zu tun, dass diese Unternehmer denn Sinn und Zweck der Großveranstaltungen nicht verstehen, sie denken an sich, vielleicht an das heimische Sofa, aber nicht an die Außenwirkung der Stadt. Daran könne und müsse noch gearbeitet werden. Eventuell ist auch Eigeninitiative gefragt, denn die Veranstalter können nur Kernbereiche mit Buden oder Ständen belegen. Seit dem Unglück in Duisburg füllen die Bestimmungen und Auflagen ein dreißigseitiges Regelwerk. Und egal wo, die Feuerwehr muss überall durch kommen. Und: Wenn beispielsweise ein Unwetter heran naht, wie häufig in diesem Jahr, müsse eine Veranstaltung sofort beendet werden. „Da stehe ich als Verantwortlicher manchmal mit einem Bein im Knast“, sagte Zumsande. Zu seinem Glück ist das Unwetter in der „Einkaufsnacht“ haarscharf an Bad Honnef vorbei gezogen. Nun aber steht der Martini-Markt vor der Tür. So wie es aussieht, in diesem Jahr quasi nicht vor der Kirchentür. Der Kirchplatz wird budenfrei bleiben, weil die Verhandlungen zwischen Stadt und Kirche nicht voran kommen. Hörte ich. Zufällig habe ich gestern Herrn Schlagermann getroffen, das ist, salopp gesagt, der Finanzminister des Pfarrers, und der hat gesagt: „Diesmal liegt das nicht an uns“. Also: Es liegt nicht an der Kirche, dass keine Buden auf dem Kirchplatz stehen. Woran liegt es dann? Ich habe keine Ahnung. Moment, mein Präsident reicht mir ein Dokument herüber. Ich stehe nämlich just im größten Tante Emma Laden südlich des Kölner Doms. Dä: HIT hat den ersten Platz im „Kundenmonitor Deutschland“ zur Zufriedenheit der Kunden im Lebensmitteleinzelhandel belegt. Es wäre schön, wenn Frau Bürgermeisterin jetzt auch noch den ersten Platz in der allgemeinen Politikzufriedenheit belegen könnte. Ich mein ja nur. Aber egal. Ein schönes Wochenende allerseits…
lebensARTig
September 26, 2011
Meine sehr verehrten Damen und Herren, wer im Norden oder Westen, also in Bad Honnef, der Republik wohnt, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit glücklicher als ein Ostdeutscher. So lautet das Ergebnis einer Studie unserer Post, der gelben, zur Zufriedenheit der Bundesbürger. Eine weitere Erkenntnis: Die Deutschen fühlen sich heute so gut wie zum letzten Mal 2001 – trotz Krise. Wie sieht nun ein glücklicher Mensch in Deutschland aus? Mit großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich um eine junge Frau, die in Hamburg wohnt, einen sicheren Job hat und in einer Partnerschaft lebt. Und ihr Gegenpart? Das ist wahrscheinlich ein verwitweter Rentner aus Thüringen. Bernd Raffelhüschen, Direktor des Forschungszentrums Generationenverträge an der Uni Freiburg, und Renate Köcher vom Institut für Demoskopie Allensbach untersuchten, wie Einkommen, Beruf, Familie, Gesundheit und Kultur die Lebenszufriedenheit beeinflussen. Ihre Ergebnisse basieren auf den Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) und einer Allensbach-Umfrage vom Frühjahr 2011. Um ihre Ergebnisse zusammenzufassen, erstellten die Wissenschaftler eine Glücksskala von 0 (völlig unzufrieden) bis 10 (Höchstwert für pure Glückseligkeit). Im Ranking der Regionen liegt Hamburg mit 7,38 Punkten ganz vorne, gefolgt von Niedersachsen/ Nordsee mit 7,14 Punkten und Bayern mit 7,10 Punkten. Schlusslichter im Zufriedenheitsranking sind Mecklenburg-Vorpommern (6,56), Brandenburg (6,56) sowie Thüringen mit einer Wertung von 6,45 Punkten. Hamburgs Spitzenplatz erklären die Wissenschaftler einerseits mit dem mit Abstand höchsten Pro-Kopf-Einkommen. Zudem seien die Hanseaten überdurchschnittlich gesund, hätten eine gute Altersstruktur und litten weniger unter Stress als etwa die Württemberger. Beim Schlusslicht Thüringen schlagen sich hohe Arbeitslosigkeit und schlechte Einkommenslage in der Lebenszufriedenheit nieder. Unter dem Bundesdurchschnitt liegen die Thüringer außerdem bei sozialen Kontakten sowie kulturellen und sportlichen Aktivitäten. „Die Deutschen sind heute so zufrieden wie in den letzten zehn Jahren nicht mehr“, resümiert Bernd Raffelhüschen. Mit einem Gesamtwert von 7,0 seien die Deutschen heute so glücklich wie zuletzt 2001. Die Wirtschaftskrise habe kaum auf die Stimmung durchgeschlagen. Mit dem Zufriedenheitsindex wollten die Forscher herausfinden, was den Deutschen tatsächlich wichtig ist. Denn die Aussagekraft des Bruttoinlandsprodukts als Wohlstandsindikator gerät immer mehr in die Kritik. Laut ihren Erkenntnissen wirkt sich der Zuwachs der Wirtschaftsleistung kaum auf die Lebenszufriedenheit der Deutschen aus. Vielmehr entscheidend für die Stimmung sei das konjunkturelle Auf und Ab. Sogar ein höheres Konsumniveau hebe die Zufriedenheit nur kurzfristig. Weiterhin untersuchten die Wissenschaftler den Zusammenhang zwischen Lebens- und Arbeitszufriedenheit. Demnach hat Arbeit für die Deutschen einen sehr hohen Stellenwert: 90 Prozent der Berufstätigen ist ihr Beruf sehr oder ziemlich wichtig. Wer mit seiner Arbeit ausgesprochen zufrieden ist, weist auch eine überdurchschnittliche Lebenszufriedenheit auf. Dagegen liegt der Glücksindex von Arbeitslosen mit 4,7 Punkten weit unter dem von Erwerbstätigen mit 7,1. Die Forscher kamen zudem zu dem Ergebnis, dass Ehe und Partnerschaft dauerhafte Glücksbringer sind.



