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Aus Jena an den Rhein

August 14, 2009

DRAGONS: 19-jähriger Forward Christan von Fintel verstärkt die Rhöndorfer

Pünktlich zum Trainingsstart der Dragons kann Trainer Eric Detlev einen weiteren Spieler in seinem Kader begrüßen. Vom ProA-Ligisten Science City Jena wechselt Christian von Fintel an den Drachenfels, der zum 1. September seinen Zivildienst in Oberwinter antritt und die Außenpositionen des Rhöndorfer ProB-Ligisten verstärken soll.

In der vergangenen Saison lief der 19jährige Small Forward hauptsächlich in der NBBL-Mannschaft von Jena auf und erzielte dort 7.7 Punkte und 6.9 Rebounds bei knapp 30 Minuten Einsatzzeit. Zudem trainierte der 188 cm große Außenspieler regelmäßig beim ProA-Team von Jena mit, kam dort allerdings kaum zum Zuge und sucht nun nach seinem Abitur eine neue Herausforderung. Diese hat er in Rhöndorf gefunden und überzeugte Trainer Eric Detlev bereits Mitte Juni in einer Probewoche bei den Drachen. „Christian von Fintel ist ein junger, talentierter Spieler, der gut zu uns passt. Er sucht hier seine Chance und hat uns über seine Intensität, vor allem in der Verteidigung überzeugt“, so der Rhöndorfer Headcoach über seinen neuen Spieler, der als Backup für die Positionen Zwei und Drei eingeplant ist. Auch Christian freut sich auf seine Zeit in Rhöndorf: „Das Rhöndorfer Umfeld kenne ich bereits aus meiner Probewoche und hat mir schon damals sehr gut gefallen. Ich wäre auch in Jena in den 12er ProA-Kader gekommen, aber ich denke, dass ich in Rhöndorf größere Chancen habe zu spielen und perfekte Rahmenbedingungen vorfinde, um mich sportlich optimal weiter zu entwickeln.“

Bereits heute Abend starten Christian von Fintel und seine neuen Mannschaftskollegen in die Vorbereitung auf die Saison 2009/2010, welche mit einem Teammeeting und einem anschließenden Athletiktraining eingeläutet wird. Nicht mehr dabei sein wird dagegen Savo Milovic, der vor dem Erhalt einer deutschen Staatsangehörigkeit steht und sich in der kommenden Saison in Richtung ProA orientieren will. Der 23jährige stand in der vergangenen und der Saison 2002/2003 im Kader der Dragons und erzielte in 44 Spielen insgesamt 219 Punkte. Noch nicht mit dabei sein werden dagegen Fabian Thülig und Joans Wohlfarth-Bottermann. Beide haben wegen der Doppelbelastung ProB/ U20-Nationalmannschaft noch eine Woche länger Zeit sich zu regenerieren – Urlaub. Beide steigen voraussichtlich mit Beginn der kommenden Woche in die Dragons-Vorbereitung ein. Der genaue Einsatz der beiden Talente soll in den kommenden Tagen zusammen mit den beiden Youngsters und den Telekom Baskets abgestimmt werden. |eb

Spiele auf jeden Fall in der ProB

Juli 24, 2009

SOBA DRAGONS: ProB-Planungen vor dem Abschluss

In den vergangenen Wochen war es ruhig um die Dragons. Mit Nick Larsen stand der wichtigste Neuzugang früh fest, entsprechend entspannt konnte der neue Cheftrainer Eric Detlev die Suche nach weiterer Verstärkung auf den Außenpositionen angehen. Zwar ist noch nichts endgültig, aber seine beiden Wunschkandidaten haben signalisiert, dass Rhöndorfer Trikot in der kommenden Saison tragen zu wollen – ein deutscher Youngster für die Position 1 und 2, sowie ein variabler US-Amerikaner für die Position des Shooting- Guards.

Neben den üblichen und beliebten Gerüchten um Spielerwechsel hielt aber in diesem Sommer insbesondere das Thema „Zusammensetzung der Ligen“ die Fans in Atem. Viele BBL-Clubs kämpften mit der Aufstellung wettbewerbsfähiger Budgets – respektive der Erfüllung von BBL-Normen – und die Zusammensetzung der ProA wurde diesmal nicht über sportliche Kriterien ermittelt sondern über ein Punkteranking, in das die vor zwei Jahren beschlossenen Mindestkriterien bzw. deren Erfüllung einflossen. Dementsprechend gab es nach Bekanntgabe des Rankings der 2. Liga, in Verbindung mit der Insolvenzmeldung der Köln 99ers, in den vergangenen Tagen Spekulationen darüber, in welcher Liga die Dragons zur Saison 09/10 starten würden. Klärende Worte dazu von Manager Michael Wichterich:„Unserem Rückzug aus der ProA im vergangenen Jahr haben wir damit begründet, mit jungen deutschen Spielern attraktiven und erfolgreichen Basketball präsentieren zu wollen und die Jungs so an höhere Aufgaben heranzuführen. Gleichzeitig haben wir immer deutlich gemacht,dass wir im Falle eines sportlichen Aufstiegs diesen auch wahr nehmen werden.Unsere bereits Mitte Februar beim Ligaausschuss eingereichten Lizenzunterlagen trugen dem aufgrund unserer damaligen sportlichen Platzierung entsprechend Rechnung. Wir waren sicher, im Falle von Platz 1 bzw. 2 die ProA-Lizenz ohne Auflagen zu erhalten. Dass wir allerdings auch ohne die 50 Punkte für die sportliche Qualifikation noch auf dem ersten Nachrückerplatz stehen würden,hat uns dagegen sehr überrascht und spielte in unseren Zukunftsplanungen zu keiner Zeit eine Rolle. Die Rahmenbedingungen in der 2. Liga haben sich mit der Anhebung der Deutschenquote für einen Standort wie unseren wieder verbessert, deswegen erscheint eine mögliche ProATeilnahme auf den ersten Blick zumindest überlegenswert. Allerdings sind wir schnell zu der Überzeugung gelangt, unseren eingeschlagenen Weg diesmal konsequent weiter zu verfolgen. Egal wie sich das Szenario in BBL, ProA und ProB in den nächsten Wochen darstellen und ob ggf. ein freier ProA-Platz zu besetzen sein wird,wir werden auch in der kommenden Saison in der ProB spielen.Sollten wir am Ende der Saison 09/10 dann mit der Meister- oder Vizemeisterschaft gut genug sein, hätten wir uns dann die ProA erarbeitet.“

Und die Vorbereitung auf die zweite ProB Saison startet am 10.August. Headcoach Eric Detlev ist zuversichtlich, alle Akteure pünktlich begrüßen zu können. Höhepunkt des „PreSeason-Programms“ ist einmal mehr der RheinMain-Cup, der sich in diesem Jahr wieder international präsentiert.Teilnehmen wird neben Vizemeister Telekom Baskets Bonn, BBL-Neuling Phoenix Hagen und Gastgeber Rhöndorf erstmalig der niederländische Erstligist Upstairs Weert. Das Turnier findet nun bereits schon zum fünften Mal statt, in diesem Jahr am Wochenende des 19. und 20. Septembers. Nach den Veränderungen vom vergangenen Wochenende auf der Ligasitzung in Paderborn gibt es mittlerweile auch einen aussagekräftigen Spielplan. Allerdings haben die Teams ihre Heimspieletermine noch nicht konkret festgelegt. Den aktuellen Heimspielplan der Dragons finden Sie hier. |eb

Schnell klare Konturen annehmen

Juni 5, 2009

DRAGONS: Eric Detlev neuer Cheftrainer. Goran Kovacev verläßt das Team

Die Saison 08/09 ist gerade einmal vier Wochen alt, aber die volle Konzentration gilt verständlicherweise schon ebenso lange der kommenden Spielzeit. Nachdem mit Eric Detlev seit vergangener Woche der neue Cheftrainer feststeht, soll auch die Mannschaft schnell klare Konturen annehmen. Kontinuität ist Trumpf und die Verantwortlichen konnten bereits im Vorfeld mit festen Größen planen, da Chris Rojik, Johannes Lange und Jürgen Malbeck noch über Verträge bis 2010 verfügen. Weiterhin dabei sein werden zudem Franz Montag und Sebastian Korp, die spielerischen einen großen Schritt nach vorne gemacht haben und sich auch im kommenden Jahr weiterentwickeln werden. Ergänzt werden diese Fünf durch die beiden Youngster Bastian Winterhalter und Stefan Korp. Mit Savo Milovic, der aller Voraussicht nach rechtzeitig zur kommenden Saison seine deutsche Staatsangehörigkeit erhalten wird, wurde dagegen vereinbart, zum jetzigen Zeitpunkt keine Entscheidung über eine Vertragsverlängerung zu treffen. Ob die beiden Nachwuchs-Nationalspieler Fabian Thülig und Jonas Wohlfarth- Bottermann ein weiteres Jahr am Menzenberg auflaufen werden, wird sich in den nächsten Wochen entscheiden, wenn die gemeinsamen Gespräche mit Spielern und Verantwortlichen der Telekom Baskets stattgefunden haben. Definitiv nicht mehr mit dabei sein wird Goran Kovacev. Der Motivator hängt nach fünf Jahren Dragons mit 95 absolvierten Spielen, 763 Punkten, 269 Rebounds, 206 Assists und unzähligen in der Crunchtime herausgearbeiteten Offensiv- Fouls seine Profischuhe an den Nagel. Damit verlässt ein Bundesligaspieler das Parkett, der nicht nur das Bild der Drachen in den vergangen Jahren geprägt und entscheidenden Anteil am Erfolg des Rhöndorfer Basketballs hatte, sondern auch bereits als 16jähriger und in den darauf folgenden Jahren bei Bayer Leverkusen für Furore sorgte. Nach erfolgreich abgeschlossenem Logistik- und e-Business-Studium wird sich Goran nunmehr voll auf seinen Berufseinstieg konzentrieren. „Wenn es sich irgendwie mit meinem zukünftigen Job vereinbaren ließe, würde ich mir wünschen, dem RTV erhalten zu bleiben,“ so Kovacev, der aktuell noch seine Diplomarbeit zu einem guten Ende bringen muss, bevor er sich mit gewohntem Elan, abhängig von erfolgreichen Bewerbungsverfahren, auf neue Aufgaben stürzen wird. „Mit Goran verlässt uns eine wichtige Stütze, der viel für den Verein und die Mannschaft geleistet hat. Er war stets ein vorbildlicher Wettkämpfer, der uns das ein oder andere Match noch gedreht hat und auch seine Mannschaftskollegen im Spiel mitzureißen wusste. Wir sind ihm für das Geleistete dankbar und wünschen ihm für seinen neuen Lebensabschnitt alles Gute. Allerdings würde ich mich sehr freuen, wenn sein erster Job hier in der Gegend wäre und er bei uns weiter eingebunden bliebe, in welcher Form auch immer,“ so Manager Michael Wichterich. Mit Gorans Karriereende und der Nichtrückkehr von Gabriel Moore steht auf jeden Fall fest, dass die Drachen auf der Außenposition Handlungsbedarf haben. „Ich bin guter Dinge, dass wir hier im Laufe der Woche schon etwas vermelden können.“ zeigt sich Wichterich optimistisch in Sachen Neuverpflichtung. Beim Thema Spielplan ist allerdings noch Zurückhaltung angesagt. „Es gibt zwar einen Rahmenterminplan der Liga – Saisonstart wird der 26. September sein – konkrete Spieltermine gibt es aber leider aufgrund der Ungewissheiten der ProA /ProB Zusammensetzung noch nicht. Ich erwarte nicht, dass sich das vor Anfang August klärt. Unsere Vorbereitung startet am 10. August, vielleicht gibt es dann Gewissheit.“ Der bisherige Kader der Drachen: Franz Montag, Sebastian Korp, Bastian Winterhalter, Stefan Korp, Chris Rojik, Johannes Lange, Jürgen Malbeck |eb

Kein Happy-End für die Drachen in Landshut

März 18, 2009

In Landshut haben die Drachen einen Schritt in die richtige Richtung gemacht und stehen dennoch mit leeren Händen da – gekämpft und trotzdem verloren. In einem sehr physischen und spannenden Spiel merkte man den Jungs von Olaf Stolz an, dass sie als Team alles dransetzen wollten, nach zuletzt drei Niederlagen und mageren Leistungen wieder Punkte mit nach Hause zu bringen. Trotz einer guten Ausgangsposition – Rojik & Co führten in der 35. Minute mit 71:64 – gelang es ihnen aber nicht, den Sack zu zumachen. Landshut beendete das Spiel mit einem 15:2 Lauf und damit die Hoffnungen der Drachen.

Das Spiel startete ausgeglichen, bis zum 10:10 tasteten sich beide Teams ab, zimperlich war man dabei aber nicht. Schon in den ersten Minuten wurde der Ton für die gesamte Partie gesetzt, einfache Körbe waren Mangelware. In der Folgezeit verteidigten aber zunächst die Rhöndorfer cleverer und konsequenter und hatten in Chris Rojik einmal mehr einen überragenden Offensivspieler in ihren Reihen. 13 Punkte markierte er alleine im 1. Viertel und trug damit maßgeblich zur 13:21 Führung bei. Aber die TG schlug in Person von Greg Miller zurück. Mit drei Dreier präsentierte er sich aus der Distanz bärenstark und hielt sein Team im Rennen. Und durch zwei Freiwurftreffer von Horace Wormley lag Landshut kurz vor der Pause plötzlich sogar mit 37:34 vorne. Nur durch zwei Körbe von Rojik und Moore kurz vor der Sirene gingen die Drachen mit einer hauchdünnen Führung in die Kabine.

Im dritten Viertel schienen die Erinnerungen aus den letzten Auswärtsspielen die Drachen zu belasten. Landshut erhöhte das Tempo und stellte um auf Zonenverteidigung, was Wirkung zeigte. Angetrieben vom pfeilschnellen Wormley setzte man sich langsam aber sicher ab, bis auf 60:51. Diesmal bäumten sich die Dragons aber auf, sowohl kämpferisch, als auch spielerisch. Immer wieder fand man nun die Lücke in der gegnerischen Verteidigung und punktetet insbesondere am Brett. Bereits in der 32. Minute war der Rückstand wieder egalisiert. Jetzt fielen ein paar Distanzwürfe. Zuerst besorgte Moore per Dreier die 62:64 Führung, wenig später erhöhte Goran Kovacev ebenfalls von jenseits der 6.25m-Markierung auf 64:71. Fünf Minuten vor Ende schien der Sieg greifbar nahe, TG-Coach Marko Simic orderte eine Time-Out. Aus der kam seine Mannschaft dann entschlossen. Der Dreier des bärenstarken Marco Woamey, der insbesondere in der Crunchtime die wichtigen Würfe traf, läutete das Comeback ein. Zu allem Überfluss schieden Kovacev und Rojik hintereinander mit ihrem jeweils fünften Foul aus, eins kam nun zum anderen, die Drachen fanden in den letzten Minuten keine eigene Antwort auf die Schlussoffensive der Gastgeber und wurden entsprechend auf der Zielgeraden noch abgefangen.

„Kämpferisch kann ich uns absolut nichts vorwerfen. Auch spielerisch waren wir ordentlich und hätten den Sieg durchaus verdient gehabt. Beide Teams wollten ihn, das hat man gemerkt. Wir haben die Zonenverteidigung in der entscheidenden Phase aber nicht konsequent genug attackiert, bzw. den Ball nicht zwingend nach Innen bringen können. Der Heimvorteil war für den Landshuter Erfolg sicher auch nicht abträglich. Gratulation an die TG, die sich gut präsentiert hat.“ kommentierte ein sichtlich enttäuschter Cheftrainer Olaf Stolz die Partie, um dann direkt nach vorne zu schauen: „Die Grundlagen waren da, wir müssen einfach weiter an uns arbeiten, um wieder nach vorne zu kommen, so simpel sich das auch anhört.“

Für die Drachen punkteten:
Tholey (DNP), Korp (0), Moore (12/1), Kovacev (8/2), Rojik (27/3), Lange (14), Thülig (4), Milovic (2), Dahl (DNP), Montag (2), Wohlfarth-Bottermann (4)

Déjà Vu für die Dragons im 3. Viertel

März 10, 2009

Wie sich das Bild gegenüber dem Auftritt der Drachen in Hannover doch glich. Einer engagierten und aggressiven Mannschaftsleistung in der ersten Halbzeit folgten katastrophale Zehn-Minuten nach der Pause und im Resultat eine entsprechend deprimierende Auswärtspackung bei den zuletzt gebeutelten Hertenern. Während diese nun sogar aufgrund des besseren direkten Vergleichs an den Drachen auf Position Drei in der Tabelle vorbeiziehen, befindet sich die Mannschaft von Olaf Stolz in einer schwierigen Phase. Zwar beträgt der Rückstand auf den zweiten Aufstiegsplatz z.Z. lediglich zwei Punkte zu Wolfenbüttel – dort wird man noch spielen und hat somit auf dem Papier noch alles selbst in der Hand – doch mit den zuletzt gezeigten Leistung läuft man auch gegen vermeintlich schwächere Teams in den kommenden Wochen Gefahr, die tolle Ausgangsposition der Hinrunde zu verspielen. Schon nach den ersten Minuten des Spiels war es klar, dass man diese Partie nur durch Kampf und Willen gewinnen werden kann. Auf den Rängen war nicht zuletzt durch die über 100 mitgereisten Drachenanhänger blendende Stimmung und fast schon Derbystimmung. Den besseren spielerischen Start erwischten die Heimmannschaft durch je zwei Punkten von Chones und Johnson, bezeichnend für den weiteren Lauf der Partie. Dann wachten die Dragons auf und gingen ihrerseits mit 5:4 in Führung. Beide Teams zeigten in den ersten zehn Minuten einen offenen Schlagabtausch mit einer aggressiven und guten Verteidigungsleistung. Endstand nach den ersten zehn Minuten: 15:14 für Herten. Im zweiten Viertel zeigten dann die beiden US-Boys im Löwendress, warum sie so wichtig für ihr Team sind. Fakten gefällig? 11 Punkte Johnson, 5 Punkte Chones. Insbesondere Aufbauspieler Gary Johnson war zu keiner Zeit zu kontrollieren und traf schwierigste Würfe, trotz durchaus ordentlicher Verteidigung seines Rhöndorfer Pendants Gabriel Moore. Während er und Chones sich für den Löwenanteil der Hertener Punkte verantwortlich zeichneten, überzeugten die Dragons im Angriff durch ihr Kollektiv erfolgreich. Bereits acht Drachenspieler fanden sich zu diesem Zeitpunkt schon auf dem Spielberichtsbogen. Allerdings verpasste man die Möglichkeit durch einige leichtsinnig ausgelassene Korbchancen, die Führung zu übernehmen. So bedankte sich einmal mehr Johnson per Dreier fast mit der Pausensirene und erhöhte auf 37:31. Mit diesem Rückstand ging es für die Rheinländer in die Kabine - und schienen mit ihren Gedanken für den Rest des Spieles auch dort geblieben zu sein. Von der guten und engagierten Verteidigungsleistung war nämlich ab sofort nichts mehr zu sehen. Während Herten durch einfaches, strukturiertes Set-Play zu Punkten kam und die Drachen-Abwehr ein ums andere Mal düpierte, verbuchte die Truppe von Olaf Stolz reihenweise Ballverluste. Der Rhöndorfer Headcoach war ob der Leistung seiner Mannschaft sprachlos, fand im Anschluß aber dennoch die passenden Worte: “Wir haben uns in der ?2. Halbzeit vorführen lassen und uns viel zu spät gewehrt. Ich bin sehr ?enttäuscht von uns. Zur Zeit sind wir offensichtlich zu sehr abhängig von ?offensiven Erfolgserlebnissen im Spiel und können uns, wenn es da mal ?nicht so rund läuft, nicht über die Verteidigung um Spiel halten. Es tut ?mir leid für unsere Fans, die heute mitgereist sie. Sie hätten ein anderes ?Auftreten unseres Teams verdient gehabt.” Mit einem Rückstand von 24 Punkten und immer leiser werdenden Dragon-Fans ging das Stolz/Meiworm Team ins Schlussviertel, welches die Hertener Löwen zum Schaulaufen nutzten. Zwar konnten die Dragons ein wenig Ergebniskosmetik betreiben, doch dies änderte nichts an der deftigen Niederlage. “Herten hat gut und diszipliniert gespielt und unsere Fehler eiskalt bestraft. Wir haben es heute leider nicht geschafft wieder in einen positiven Rhythmus zu kommen. Jetzt stehen die nächsten beiden schweren Auswärtsspiele auf dem Programm. Wir haben in der kommenden Trainingswoche einiges zu besprechen und viel Arbeit in der Halle vor uns“, so Stolz.

Für die Drachen punkteten:
Tholey (DNP), Korp (2), Moore (11/2), Rojik (17/2), Malbeck (2), Lange (12), Thülig (6), Milovic (8), Dahl (DNP), Montag (7), Wohlfahrt-Bottermann (4)

Herten Löwen:
Stachula (4), Lukenda (DNP), Chones (21), Johnson (32/8), Fischer (DNP), Knoch (5), Schaffrath (0), Depta (DNP), Spalke (10), Fiorentino (6), Bals (DNP), Rosenthal (12/1)

Dragons geben die richtige Antwort

Februar 16, 2009

Dank einem 77:65-Erfolg (42:43) über Erdgas Ehingen/Urspringschule bleibt SOBA Rhöndorf Spitzenreiter in der ProB. Gleichzeitig gaben die Dragons nach der bitteren Schlappe vom vergangenen Wochenende in Speyer die richtige Antwort: Das Team um Headcoch Olaf Stolz ist bereit um das Ziel Aufstieg in die ProA hart zu kämpfen. Die rund 650 Fans honorierten die engagierte Leistung der Drachen mit Standing Ovations.

Aber auch den Gästen aus Ehingen gebührte Respekt. Mit großem Selbstbewusstsein, strukturiertem Spiel und viel Energie machte die junge Mannschaft den Hausherren das Leben in der Defensive schwer. Vor allem Christian Standhardinger war kaum zu stoppen. Ob aus der Distanz oder unter dem Korb, der 19-Jährige traf, markierte in Halbzeit Eins 17 Punkte und bewies sein Ausnahmetalent. Dies nahm auch Bundestrainer Dirk Bauermann zur Kenntnis, der natürlich auch die anderen Juniorennationalspieler genau beobachtete. Zunächst war es aber Johannes Lange, der seine Dragons im Spiel hielt. Zwölf Punkte gingen in den ersten zehn Minuten auf sein Konto, womit er maßgeblich für die knappe Führung der Gastgeber verantwortlich war (22:20). Zu beginn des zweiten Viertels erwischte Ehingen den besseren Start und legten schnell fünf Punkte vor (14“ / 22:27). Rhöndorf ließ sich von dem Rückstand jedoch nicht aus dem Konzept bringen und fand über die lange Garde zurück in die Erfolgsspur. Es war die beste Phase von Jürgen Malbeck, der acht wichtige Punkte beisteuerte und die Dragons bis zur Halbzeitpause in Schlagdistanz hielt. Unmittelbar nach dem Seitenwechsel (22“) kassierte der Center-Routinier sein viertes persönliches Foul und die Fans befürchteten einen Knackpunkt. Doch es sollte ganz anders kommen: Beim Stand von 44:49 (25“) blies Gabriel Moore zur Attacke. Der US-Guard forcierte sechs Steals und klinkte alleine neun Zähler der 17-Punkte-Serie der Dragons ein. Damit setzten sich die Hausherren bis zur 29. Minute erstmals deutlicher ab (61:49). Auch, weil Ehingen nicht das richtige Rezept fand, Rhöndorfs Zonendeckung zu knacken. Der Weg zum Brett war dicht und die Würfe von außen verfehlten zumeist ihr Ziel. Auf der anderen Seite rauschten die wichtigen Distanzwürfe durch die Maschen. Savo Milovic feierte mit drei erfolgreichen Dreiern und insgesamt elf Punkten ein erfolgreiches Comeback nach langer Verletzungspause. Und wenn ein Versuch daneben ging, gab es da noch einen Jonas Wohlfarth-Bottermann, der die Abpraller einsammelte wie reife Früchte. Dem 18-Jährigen gelang ein bärenstarkes Debüt vor heimischer Kulisse. Am Ende standen für ihn 14 Rebounds und drei geblockte Würfe zubuche. Neben Szenenapplaus gab es berechtigtes Lob von höchster Stelle. „Mit Jonas Wohlfarth-Bottermann und Fabian Thülig spielen zwei junge Talente in Rhöndorf, die in drei bis vier Jahren die Perspektive haben in die A-Nationalmannschaft aufzusteigen“, lobte kein geringerer als der Bundestrainer. Im Schlussviertel brannte aus Sicht des Tabellenführers nichts mehr an. Rhöndorf wollten zwar nur noch 17 Punkte gelingen, Ehingen konnte daraus jedoch kein Kapital schlagen. Dafür versuchten es die Gäste zu oft mit der Brechstange, magere 14 Punkte waren die logische Konsequenz. Beim Spielstand von 70:56 vier Minuten vor dem Ende war die Partie frühzeitig entschieden. „Wir sind gut ins Spiel gestartet, haben im dritten Viertel dann ein paar Ballverluste zu viel gehabt und irgendwie war der Korb wie vernagelt“, meinte Ehingens Headcoach Ralph Junge. „Rhöndorfs Center Riege ist nicht zu verachten, die uns doch einige Probleme bereitet hat. Insgesamt bin ich jedoch nicht unzufrieden. Wir fahren ein Jugendprogramm und haben uns beim Spitzenreiter achtbar geschlagen. Zumal Mike Oppland durch einen Fersensporn stark gehandicapt war, der in unserem Team eine tragende Säule ist.“ Zufrieden zeigte sich natürlich auch Rhöndorfs Co-Trainer Jost Meiworm: „Man konnte spüren, dass alle Spieler darauf brannten die Schlappe von Speyer vergessen zu machen. Auch wenn spielerisch nicht alles so funktionierte, wie wir es uns vorstellten, die Einstellung stimmte hundertprozentig. Es war ein wichtiger Erfolg und ein guter Start in die schwere Serie, die uns mit Hannover, Crailsheim und Herten bevorsteht.“

Rhöndorf (Pkt./3er): Seb. Korp (1), Moore (23/1), St. Korb (2), Kovacev (3), Malbeck (10), Lange (17/2), Thülig (7), Milovic (11/3), Montag, Wohlfarth-Bottermann (3)

Ehingen (Pkt./3er): Adler (11/1), Dieterle, Standhardinger (20/2), Simon (6), Stuckey (6/1), Vargas (2), Isensee, Agne (3/1), Richards (3), Oppland (6)

Rhöndorf/Ehingen: Feldquote (41%/33%), 3er (6?23?/5?24?), Freiwürfe 15?22?/14?18?), Rebounds (28/25), Turnover (11/15), Assists (13/17), Steals (10/6), Blocks (6/2), Fouls (19/22)

Zittersieg in letzter Sekunde

Januar 20, 2009

SOBA Rhöndorf spannte die rund 650 Fans am Freitag bis zur letzten Sekunde auf die Folter, bis der knappe 78:76-Sieg (37:49) eingefahren war. Das Team von TSV Breitengüssbach lieferte den Dragons bis zum Schluss bravourös Paroli. In der Crunchtime hatte der Spitzenreiter der ProB das glücklichere Ende für sich. Noch acht Sekunde zeigte die Spieluhr an, die Dragons lagen mit 74:76 hinten, als Rhöndorfs Headcoach die letzte Auszeit nahm. „Ich habe eine Spielzug für Chris Roijik angesagt“, erklärte Olaf Stolz später. „Die Entscheidung, ob er einen Zweier oder Dreier versucht, habe ich seinem Gefühl überlassen.“ Der Dragons-Star fühlte sich gut, nahm den Dreier und traf! Es sollte der Buzzer-Beater sein, denn die sichtlich entnervten Gäste produzierten fünf Sekunden später erst ein Offensiv- und dann noch ein unsportliches Foul. So konnte sich Goran Kovacev locker einen Fahrkarte bei den folgenden Freiwürfen leisten, denn Rhöndorf blieb ja weiterhin in Ballbesitz. Der Frust bei den Jungs um TSV-Coach Ulf Schabacker war nur zu verständlich. Hatte Breitengüssbach den Überraschungscoup beim Ligaspitzenreiter doch ganz dicht vor Augen. Und unverdient wäre der Auswärtssieg sicherlich nicht gewesen. Von Beginn an wussten die Süddeutschen am Menzenberg mit disziplinierten Pass-Stafetten zu überzeugen. Immer wieder gelang es den Gästen ihre Distanzschützen in Position zu bringen, die allein in Halbzeit Eins neun Dreier im Rhöndorfer Korb versenken - zwei davon steuerte der überragende Isaak Stafford (22Pkt./3-3er) bei! Die deutliche Pausenführung des TSV (37:49) war absolut verdient. Nach dem Seitenwechsel bliesen die Dragons erstmal zur dringend nötigen Aufholjagd. Fabian Thülig lieferte mit zwei beherzten Aktionen die Initialzündung für einen 11:0-Lauf der Hausherren. Der Youngster war es auch, der in der 26. Minute für die Gastgeber zum 51:51 ausglich. Breitengüssbach zeigte sich über den Verlust der komfortablen Führung jedoch keineswegs geschockt. Im Gegenteil, die Gäste konterten und legten im Schlussviertel nochmals sechs Zähler vor (34“ / 60:66). Die Dragons wackelten, fielen jedoch nicht. Ein klares Verdienst von Goran Kovacev, der – wie schon im letzten Heimspiel gegen Braunschweig – seine Drachen auf die Siegerstrasse puschte. Nicht nur wegen zwei eminent wichtiger Dreier, sondern auch durch seiner Präsenz in der Defense. Sein bekannt kompromissloser Einsatz riss seine Mitspieler mit, die in der letzten Minute kämpften bis zum Umfallen – und einen 72:75-Rückstand noch in einen 78:76-Sieg umdrehen konnten. „In den letzten Minuten haben wir die Intensität gezeigt, die ich in der gesamten ersten Halbzeit vermisst habe“, bemerkte Olaf Stolz kritisch. „Wir finden derzeit nicht richtig in unseren Spielrhythmus, daher sind die Erfolge hart erkämpft. Daran gilt es in den kommenden Trainingseinheiten zu arbeiten. Denn es ist ein gutes Gefühl an der Tabellenspitze zu stehen und dieses Gefühl möchten wir bis zum letzten Spieltag der Saison genießen!“

Rhöndorf (Pkt./3er): Tholey (2), Raebel, Moore (8/2), Kovacev (7/2), Rojik (20/2), Malbeck (5), Lange (11/1), Thülig (11/1), Montag (4)

Breitengüssbach (Pkt./3er): Tadda (17/2), Zeis (6/1), Fuchs (5/1), Stafford (22/3), Lachmann, Jungbauer (12), Leithner (8/2), Obiango (6/2)

Rhöndorf/Breitengüssbach: Feldquote (43%/46%), 3er (7?19?/11?26?), Freiwürfe 13?16?/15?19?), Rebounds (28/28), Turnover (16/21), Assists (16/15), Steals (8/3), Blocks (2/3), Fouls (20/18)

Über den Kampf zum Erfolg

Januar 13, 2009

Am Ende gewannen die SOBA Rhöndorf das erste Heimspiel im Jahr 2009 deutlich. Es war jedoch ein hartes Stück Arbeit, bis die Dragons das 97:80 (41:43) unter Dach und Fach hatten. SUM Braunschweig verdiente sich bei den rund 700 Fans am Menzenberg eine Menge Respekt. Wie schon am vergangen Wochenende in Mainz starteten die Dragons unkonzentriert in die Begegnung. Braunschweig bestimmte das Geschehen auf dem Parkett zunächst eindeutig. Vor allem die Rhöndorfer Defensive präsentierte nicht ganz auf der Höhe des Geschehens, was man sich gegen die stärkste Mannschaft in Sachen Offensiv-Rebounds nicht ungestraft erlauben kann. Die Gäste münzten die zahlreichen zweiten Chancen konsequent in Punkte um und lagen nach fünf Minuten verdient mit elf Punkten vorne (4:15). „Spätestens da hat die Mannschaft gemerkt, das 80 Prozent Leistungsbereitschaft zu wenig sind“, bemerkte Olaf Stolz nachher kritisch. Der Dragons-Coach reagierte, brachte mit Jürgen Malbeck und Goran Kovacev zwei Routiniers, die in der Rhöndorfer Defensive für die Initialzündung sorgten. „Sie gaben uns die notwendige Energie“, lobte Olaf Stolz das Duo. Und plötzlich klappte es für die Dragons auch in der Offensive deutlich besser, wobei einmal mehr Chris Rojik im Mittelpunkt des Geschehens stand. Nach zehn Minuten lagen die Hausherren knapp in Front (21:20) und alle dachten, jetzt hätten die Dragons die Gegner sowie Spiel im Griff. Doch auch im zweiten Viertel erwischten die Braunschweiger den besseren Start und zogen wieder auf zehn Punkte davon (4“ / 23:33). „Die drei athletischen Guards machten es uns schwer ins Spiel zu kommen“, räumte Goran Kovacev offen ein. Olaf Stolz meinte sogar: „Gefühlt hätten zur Halbzeit mindestens mit 15 Punkten hinten liegen müssen.“ Taten die Dragons aber nicht! Einerseits, weil Goran Kovacev in der Defensive sensationell ackerte und dadurch auch bei den Gästen Fehler provozierte. Auf der anderer Seite, weil Chris Rojik die Big Points einnetzte. In der Endabrechnung standen für „Mister Zuverlässig“ 32 Punkte zubuche! So trennten Rhöndorf und Braunschweig zur Halbzeit nur zwei Zähler (41:43). Alle heimischen Fans hofften natürlich nach den Seitenwechsel auf hellwache Dragons von Beginn an. Sie wurden nicht enttäuscht: Drei Minuten lang erlebte die Kulisse einen offenen Schlagabtausch (47:47), dann setzten die Hausherren zu einem Zwischenspurt an, der Rückblickend die Vorentscheidung brachte. Bei Braunschweig häuften sich die Fehler, wohl auch, weil einige Leistungsträger aufgrund von vierten persönlichen Fouls zur Sicherheit auf der Bank geparkt wurden. Allerdings entwickelten die Dragons insgesamt auch deutlich mehr Druck als in den ersten beiden Spielabschnitten. In der 31. Nach Doppelschlägen von Gabriel Moore, der zwei Dreier einklinkte, und Johannes Lange, der jenseits der 6,25-Meter-Linie sowie unter dem Brett zuschlug, waren die Gastgeber mit 22 Punkten Vorsprung frühzeitig auf der Siegerstraße. Braunschweig versuchte es in der Folge immer häufiger aus der Distanz, vor allem Ivan Douglas Jenskins forcierte viele Dreier. Doch Braunschweigs Topscorer wurde von Gabriel Moore und Franz Montag gut abgeschirmt, sodass der US-Amerikaner mit – für seine Verhältnisse – mageren 18 Punkten zufrieden sein musste. Im sicheren Gefühl des Siegs ließ Rhöndorf die Zügel dann noch einmal schleifen und Braunschweig kam zwar noch einmal bis auf zehn Punkte heran (38“), richtig eng wurde es jedoch nicht mehr. „Zu Beginn haben wir es eindeutig an der notwendigen Intensität vermissen lassen, dann sind wir über den Kampf zurück ins Spiel gekommen“, erklärte Olaf Stolz. „Sehr zufrieden macht mich die Tatsache, das wir immer wieder Spieler in unseren Reihen haben, die dem Team Energie geben, wenn es darauf ankommt. Erfahrene Leute wie Chris Rojik, Goran Kovacev und Jürgen Malbeck, aber auch junge Spieler. Diesmal war es Dominique Tholey, der für den angeschlagenen Fabian Thülig in die Bresche springen musste und seine Sache hervorragend gemacht hat.“ Goran Kovacev brachte es auf den Punkt: „In dieser Mannschaft kämpft jeder für jeden. Mit dieser Einstellung können wir in dieser Saison noch einiges erreichen.“

Rhöndorf (Pkt./3er): Tholey (2), Raebel (5/1), Moore (16/2), Kovacev (5), Rojik (32), Malbeck (12), Lange (19/1), Thülig (2), Montag (4)

Braunschweig (Pkt./3er): Jenkins (18/3), El Domiaty (18/3), Fleischmann (14/3), Warasteh, Behrens (8), Granz (2), Fehs (2), Friedel (3), Roberts (15)

Rhöndorf/Braunschweig: Feldquote (53%/44%), 3er (4?16?/9?31?), Freiwürfe 29?35?/11?21?), Rebounds (32/28), Turnover (14/20), Assists (20/19), Steals (11/8), Blocks (4/1), Fouls (19/25)

Herzöge verpassen Drachen erste Heimniederlage

Januar 7, 2009

Aus dem erhofften Weihnachtsgeschenk für die Dragons-Fans wurde nichts. Wolfenbüttel verpasste SOBA Rhöndorf die erste Heimniederlage der Saison. Die Herzöge kontrollierten die Begegnung über weite Strecken clever und legten einen verdienten „Start-Ziel-Sieg“ hin (84:89, 43:43). Der Gäste-Coach Mahmut Ataman brachte es unmittelbar nach der Schlusssirene absolut treffend auf den Punkt: „Heute war es für alle Spieler nicht leicht den richtigen Spielrhythmus zu finden!“ Sein Team fand sich – in der durch viele Pfiffe unterbrochene Partie – jedoch von Beginn an den entscheidenden Tick besser zurecht. Während die Herzöge mit viel Engagement loslegten, wirkten die Dragons sichtlich müde und waren in Offensive wie Defensive oft eine Sekunde zu spät dran. Die deutliche 22:8-Führung der Herzöge nach acht Minuten war die logische Konsequenz. Doch die dezimierten Hausherren, die neben den drei Langzeitverletzten auch auf den erkrankten Gianluca Reabel verzichten mussten, bewiesen einmal mehr großes Kämpferherz. Gerade zwei Minuten waren im zweiten Viertel absolviert, als sich die Dragons bis auf vier Zähler heran gebissen hatten (26:34). Nach einem erfolgreichen Dreier von Gabriel Moore betrug der Rückstand aus Rhöndorfer Sicht nur noch drei Punkte (35:38) – die erste Führung des Tabellenführers lag in der Luft. Doch daraus wurde nichts. Dafür gab es aus Sicht von Headcoach Olaf Stolz zwei zentrale Gründe: „Wir haben dem Gegner zu viele Offensiv-Rebounds und somit zweite Chancen gestattet. Zudem hatte Wolfenbüttel stets die richtigen Antworten parat und gescort.“ Im Gegensatz dazu schien für die Drachen der Korb schier vernagelt, als es darum ging, das Spiel zu ihren Gunsten zu kippen. Dazu bot sich den Hausherren gleich mehrfach die Gelegenheit. Doch immer dann, wenn man in Schlagdistanz war, wollten die Big Points nicht fallen. Auf der anderen Seite schlugen die Herzöge gnadenlos zu. Allen voran Frank Theis, der mit 27 Punkten zum unangefochtenen Topscorer der Partie avancierte. „Es waren genau die Momente, die richtig weh taten und uns jedes Mal ein Stückchen wichtiger Energie nahmen“, rekapitulierte Olaf Stolz. Energie, die augenscheinlich in der Crunchtime fehlte. Denn auch in der Schlussminute, Chris Rojik hatte nochmals mit einem Korbleger auf 82:85 verkürzt, schien für die Dragons alles möglich. Leider leisteten sich die Gastgeber ausgerechnet in dieser Phase die Ballverluste 23 und 24. So konnten sich die Herzöge sogar zwei „Fahrkarten“ bei sechs Freiwurfversuchen ungestraft erlauben. Die letzten beiden Punkte von Fabian Thülig, mit 20 Punkten eifrigster Korbjäger der Dragons, waren nur noch Ergebniskosmetik. Ebenso gingen in Anbetracht der Niederlage, die beiden bemerkenswerten Double-Double von Chris Rojik (17 Ptk. + 10 Rebs.) sowie Jürgen Malbeck (10 Pkt. + 10 Rebs.) unter. „Auswärts sind wir immer stark, weil für uns dort der Druck wohl geringer ist, als vor heimischer Kulisse“, meinte Mahmut Ataman. „Entscheidend war aus meiner Sicht, dass wir an uns geglaubt und zu keinem Zeitpunkt die Kontrolle über das Spiel verloren haben, was mich schon sehr stolz macht.“ Olaf Stolz wog sein Team durch das verkorkste erste Viertel frühzeitig auf der Verliererstraße. „Unser Rhythmus war nachhaltig gestört. Außerdem haben wir heute den Preis für die zahlreichen Verletzungen der letzten Monate zahlen müssen, einige Spieler wirkten schon sehr müde“, gab der Dragons-Coach zu Protokoll. „Was die Leistung des Gegners jedoch nicht schmälern soll, Wolfenbüttel hat völlig verdient gewonnen. Es ist ganz normal, das gegen den Spitzenreiter jedes Team besonders motiviert auftritt. Da erwarten uns in der Zukunft noch viele harte Begegnungen. Entsprechend froh sind wir, dass jetzt ein paar freie Tage folgen, um physisch und psychisch ein wenig regenerieren zu können.“

Rhöndorf (Pkt./3er): Tholey, Moore (10/2), Rojik (17/1), Malbeck (10), Lange (17/1), Thülig (20/1), Tratnjek, Montag (10)

Wolfenbüttel (Pkt./3er): Whitman (11), Grauel (10/2), Gayle (15/4), Theis (27/3), Knopke (12/1), Pink (1), Anthony (11), Sheard (2)

Rhöndorf/München: Feldquote (46,6%/41,2%), 3er (5?14?/10?22?), Freiwürfe 25?32?/23?33?), Rebounds (37/29), Turnover (24/14), Assists (9/8), Steals (8/8), Blocks (2/1), Fouls (28/24)

Drachen kommen über die Ziellinie

Dezember 9, 2008

Souverän war der Sieg in Nürnberg nicht, aber unter dem Strich steht mit dem 69:72 Auswärtserfolg für die Drachen nun der 11. Sieg in Folge. Zwei hohe Führungen, 14:29 (13‘) und 42:59 (29‘), reichten nicht für einen ruhigen Abend gegen engagiert und ohne Respekt aufspielenden Franken, die sich durch hartnäckige Verteidigung und entschlossene Angriffsaktionen wieder zurück ins Spiel brachten. Zwei erfolgreiche Freiwürfe von Fabian Thülig drei Sekunden vor Ende der Partie brachten die Entscheidung, der Verzweiflungsdreier des Kanadiers Ryan Steer fand sein Ziel nicht. Der Start der Drachen ins Spiel begann verheißungsvoll. Steal Thülig an der eigenen Freiwurflinie, der sein anschließendes Dribbling mit einem wuchtigen Dunking abschließt. Eine Minute später eine ähnliche Situation als Gabriel Moore mit feinem Pass hinter dem Rücken Joe Lange bedient, der sich ebenfalls per Slam Dunk zur 4:6 Führung bedankte. Aber der starke Aufbauspieler Sajmen Hauer hielt seine Mannen mit sieben Punkten zunächst im Spiel. Dann aber stand die RTV-Abwehr langsam besser, die Zone wurde für die starken Guards Hauer, Doreth und Steer dicht gemacht und die Distanzwürfe der Gastgeber fielen im ersten Viertel noch nicht. Als Konsequenz setze man sich langsam aber sicher ab und Headcoach Olaf Stolz nutzte die tiefe Bank, um den Startern Verschnaufpause zu geben. Ab der 23. Minute schlichen sich bei den Rhöndorfern aber einige Fehler ins Spiel. Leichte Ballverluste im Halbfeld führten zu Fastbreaks der Gastgeber, einfache Punkte waren die Folge. Spätestens beim 7:0 Lauf zum Abschluß der Halbzeit schien die Begegnung wieder völlig offen. Aber wer gedacht hatte, der erfolgreiche Wurf von Doreth mit der Halbzeitsirene wäre für die Hexer ein psychologischer Vorteil für den zweiten Spielabschnitt sah sich getäuscht. Das Gegenteil war der Fall, er wirkte eher wie ein Weckruf für die Dragons. Voll konzentriert und entschlossen kamen sie aus der Kabine. Offensiv spielte man nun so druckvoll und effektiv wie in den vergangenen Wochen, insbesondere unter den Körben wo Joe Lange und Chris Rojik ein ums andere Mal vollstreckten und einen 13:0 Lauf aufs Parkett legten. Mit einem komfortablen 16 Punkte Vorsprung ging es ins 4. Viertel, auch weil man sich nun der starken Verteidigung der Franken spielerisch entziehen konnte. Die jungen Hexer glaubten aber weiter an ihre Chance und veränderten die Aufstellung ihre Zonenverteidigung, was Wirkung zeigte. Die Drachen fanden weder die einfachen Anspiele unter dem Korb noch freie Würfe aus der Distanz. Zu allem Überfluß vertrat sich Aufbauspieler Moore den Fuß und mußte vorübergehend das Spielfeld verlassen. Zwei erfolgreiche Dreier von Ryan Steer und zwei Körbe von Sajmen Hauer später stand es plötzlich 62:66, mit noch vier Minuten auf der Spieluhr. Moore biß die Zähne zusammen und kam zurück auf das Parkett, Joe Lange vollstreckte zum 62:68. In der Folge sahen die rund 300 Zuschauer, darunter die 40 mitgereisten Dragons-Fans, eine echte Nervenschlacht, die hauptsächlich an der Freiwurfline ausgetragen wurde. Aber Franz Montag und Fabian Thülig behielten einen kühlen Kopf und eine ruhige Hand du brachten den Sieg nach Hause. Mit dem Ergebnis war Headcoach Olaf Stolz durchaus zufrieden, mit dem Spiel seiner Mannschaft diesmal aber nur bedingt. „Es war das erwartet schwere Spiel gegen eine aufopferungsvoll kämpfende Mannschaft aus Nürnberg. Wir hatten immer dann gute Phasen im Spiel, wenn wir den Ball offensiv schnell bewegt haben. Leider war das zu selten der Fall. Am defensiven Ende hat unsere Mann gegen Mann nicht gestimmt, was insbesondere von den Guards des Gegners gut ausgenutzt wurde und uns zudem einige Rebounds gekostet hat. Wir freuen uns über den Sieg, aber ich habe auch einige Sachen gesehen, an denen wir in der kommenden Woche und für die nächsten beiden Spiele arbeiten müssen. Ob die zwei Punkte teuer erkauft wurden werden wir allerdings erst in den nächsten Tagen wissen, wenn wir Genaueres über die Verletzung von Gabriel Moore wissen. Zumindest direkt nach dem Spiel sah sein Fuß nicht gut aus.“

Für die Drachen punkteten:

Raebel (4), Tholey (0), Moore (10), Rojik (18/1), Malbeck (6), Lange (15), Thülig (11/1), Montag (6), Winterhalter (2)

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