DRAGONS: Eine Halbzeit auf Augenhöhe
September 23, 2011
Mit einer Niederlage im Gepäck kehrten die Drachen von der Generalprobe bei den Hertener Löwen zurück. Eine Woche vor dem Saisonstart in Nördlingen unterlag das personell gebeutelte Team von Headcoach Eric Detlev dem ambitionierten ProB-Ligisten aus der Nordgruppe mit 68:88 (40:39), zeigte aber vor allem in der ersten Halbzeit eine hervorragende Mannschaftsleistung. Mit nur neun Spielern waren die Dragons ins Ruhrgebiet angereist, darunter auch die zuletzt angeschlagenen Kristaps Reksna und Kapitän Nick Larsen. Trotz der dünnen Personaldecke gelang es aber, Herten über 20 Minuten auf Augenhöhe zu begegnen. Hinten wurde engagiert verteidigt und vorne traf man vor allem aus der Distanz hochprozentig. Folgerichtig ging es sogar mit einer knappen Führung in die Halbzeitpause. Dass Herten in der zweiten Spielhälfte dann doch noch deutlich davonzog, lag auch an Foulproblemen auf Seiten der Dragons. Sowohl Tim Kasper als auch Marco Leschek kassierten früh das jeweils vierte Foul, so dass die lange Garde fortan nicht mehr so energisch wie zuvor zupacken konnte. Die Löwen nutzten dies konsequent aus und erarbeiteten sich so eine deutliche Überlegenheit im Rebound. Am Ende sollten sie diese Statistik mit 46:26 für sich entscheiden. Bei den Drachen machte sich nun auch die kleine Rotation bemerkbar. Mit zunehmender Spieldauer schwanden die Kräfte, was in der Offensive dafür sorgte, dass man den Rhythmus etwas verlor und einige leichte Ballverluste produzierte. So setzte sich Herten doch noch deutlich ab. Dragons Teammanager Sebastian Schmidt zeigte sich dennoch zufrieden mit dem Auftritt: „Wir haben vor allem in der ersten Halbzeit sehr ordentlich gespielt, sowohl in der Offensive als auch in der Verteidigung. In der zweiten Halbzeit konnten wir dann leider nicht mehr richtig unseren Rhythmus finden. Wir werden uns nun intensiv auf unser erstes Spiel in Nördlingen vorbereiten. Das Team ist heiß auf den Ligastart!“ |eb
Verletzung stoppt Karriere
September 23, 2011
Was wie eine Routine-Untersuchung begann, entpuppte sich für Brandon Walker am vergangenen Montag als harte Hiobsbotschaft. Massive Rückenschmerzen plagen den Guard des Rhöndorfer ProB-Ligisten. Die fällige medizinische Abklärung der Ursache ergab eine niederschmetternde Diagnose: Lendenwirbelbruch! Für den sympathischen US-Amerikaner gleichbedeutend mit dem Karriere-Ende als Basketball-Profi. Ein Schock für alle Dragons, vor allem aber für Brandon Walker. |eb
„Wenn der Bauch ja sagt…“
September 2, 2011
DRAGONS: Chris Fuhrmann und Sebastian Schmidt im Interview
Nicht nur bei den Heimspielen bringt er die Zuschauer zum Kochen. Auch als Radio-Kommentator der Auswärtspartien heizt die „Stimme von Rhöndorf“ - Chris Fuhrmann - den Fans ordentlich ein, dabei stets unterstützt von Teammanager Sebastian Schmidt. Im Interview plaudern die beiden aus dem Nähkästchen, sprechen dabei über Angebote, aufgeheizte Hallen und anstehende Projekte.
Philipp Döring: Chris, eine ereignisreiche Sommerpause liegt hinter uns. Wie war deine persönliche Off-Season?
Chris Fuhrmann: Ich habe die Ereignisse rund um die Dragons natürlich intensiv verfolgt, auch aus eigenem Interesse. Als es auf die ProB hinauslief, musste ich erst einmal schlucken. Ich habe mir schon die Frage gestellt, ob die Stimmung genau so sein wird wie in der vergangenen Saison. Denn die war einfach sensationell. Ob das bei einem weiteren Jahr in der ProA wiederholbar gewesen wäre, steht jedoch auch in den Sternen.
Was genau ist mit eigenem Interesse gemeint?
Ich hätte auch ein anderes Mikro in die Hand nehmen können. Es waren andere Möglichkeiten da, interessant, mit der Chance höherklassige Sachen anzugehen. Da kann man schon ins Grübeln kommen. Zumal ich ja eben schon meine damaligen Bedenken bezüglich der ProB geäußert habe. Letztendlich gab es aber drei Faktoren, die mich zum Bleiben bewegt haben. Die Familie, die Personen im Hintergrund und nicht zuletzt die Fans. Die Dragons sind einfach eine große Familie und der DragonDome ist zu meinem Wohnzimmer geworden. Wenn der Bauch ja sagt, sollte man bleiben!
Wie wichtig sind denn die Fans in deiner Funktion?
Die Zuschauer sind meine absolute Triebfeder. Für die mache ich das, nicht für Geld oder eine bestimmte Liga. Wenn die Fans richtig loslegen, kommt da unten eine unglaubliche Welle an. Das ist einfach geil, fast wie eine Droge. Bei den anderen Geschichten wären immer ein paar Tausend in der Halle gewesen. Aber machen die auch so mit? Ich will in erster Linie Spaß haben und verbreiten. Deshalb spielt die Liga auch nicht die zentrale Rolle. Hauptsache die Hütte brennt.
Können bei so viel Adrenalin nicht auch einmal die Pferde mit einem durchgehen?
Das kann passieren, schließlich bin ich auch ein Fan. Ich muss mich da schon zusammen reißen oder sogar mal das Mikro ausmachen. Ich stehe eigentlich die ganze Zeit unter Strom. Manchmal haue ich dann im Eifer des Gefechts auch mal einen Spruch raus. Damit kann ich aber leben. Wichtig ist, dass ich authentisch bleibe. Die härteste Kritik bekomme ich eh von meiner Familie.
Hand aufs Herz: Mit wie viel Zuschauern wird denn in der kommenden Saison zu rechnen sein?
Sebastian Schmidt: So etwas ist im Vorfeld natürlich schwer vorherzusagen. Das hängt davon ab, wie wir uns präsentieren werden. Aber ich gehe mal davon aus, dass wir auch im nächsten Jahr wieder einen gut besuchten DragonDome sehen werden.
Chris Fuhrmann: Ich bin überzeugt, dass die Bude in den Playoffs rappelvoll sein würde.
Sebastian Schmidt: Das stimmt. Vor allem, da wir dann auf zahlreiche Traditionsteams aus dem Norden treffen würden. Wenn Mannschaften wie Herten oder Schwelm auswärts antreten, bringen die natürlich ordentlich was mit. Jetzt beim RheinMain-Cup wird die Halle auch schon einmal gut besucht sein.
Stichwort RheinMain-Cup: Vor drei Jahren begann bei diesem die Ära Chris Fuhrmann. Wie ist es eigentlich dazu gekommen?
Chris Fuhrmann: Ich hatte zuvor schon in Sechtem und Meckenheim als Hallensprecher fungiert. Dann hab ich zufällig Michael Wichterich in Bonn getroffen und wir sind ins Gespräch gekommen. Falls er irgendwann mal einen neuen Hallensprecher brauchen würde, könne er sich ja mal bei mir melden. Zwei Tage vor dem damaligen RheinMain-Cup kam dann der Anruf. Ob ich dort vielleicht einspringen könne. Das war natürlich sehr kurzfristig, ich habe aber zugestimmt. Wir haben dann schnell gemerkt, dass es passt. Und so hab ich das dauerhaft übernommen.
Im Jahr darauf kam dann auch noch Radio Rhöndorf dazu.
Sebastian Schmidt: Die Idee hatten wir ja schon länger und Chris war einfach ein perfekter Kandidat. Das erste Jahr haben wir noch in unregelmäßigen Abständen übertragen. Aber in der vergangenen Saison waren wir eigentlich immer „On Air“, wenn uns der Gastgeber die nötige Technik zur Verfügung gestellt hat. Das war aber selbst in der ProA nicht immer der Fall. Da gab es die eine oder andere kuriose Situation. Auch unsere Plätze in der Halle waren manchmal abenteuerlich. Beim FC Bayern saßen wir ganz oben unter dem Hallendach in den alten Olympia-Kommentatorenkabinen, bei einer wahnsinnigen Hitze.
Chris Fuhrmann: Das war wirklich unfassbar heiß. Am Tag zuvor hatte noch ein Eishockey- Spiel stattgefunden. Deshalb mussten sie die Halle wieder aufwärmen, um unten die erforderlichen 17 Grad zu haben. Dumm nur, dass das ganz oben dann gefühlte 35 Grad waren. Und das mitten im Winter. Wir haben echt schon einiges erlebt. Sebastian Schmidt: Fürs neue Jahr werden wir übrigens unsere Technik nochmal verbessern. Vor allem in puncto Tonqualität wollen wir uns steigern.
Der zeitliche Aufwand ist jedoch enorm. Wie bringt man das alles unter einen Hut?
Chris Fuhrmann: Ohne eine gewisse Verrücktheit ist das schwer zu stemmen. Ich bin in der Saison ja eigentlich jedes Wochenende im Einsatz. Sei es zu Hause oder auswärts mit dem Radio. Das ist natürlich ein gewisser Balanceakt mit der Familie.
Sebastian Schmidt: In der Tat muss man da der Familie auch großen Dank aussprechen. Mittlerweile sind ja sowohl Chris’ Tochter als auch seine Frau große Dragons-Fans. Zudem macht er das alles ehrenamtlich und hilft darüber hinaus auch bei vielen anderen Dingen mit. Wir können froh sein, ihn bei uns an Bord zu haben. Außerdem ist er ein klasse Typ, mit dem ich mich sehr gut verstehe und gerne zusammen arbeite.
Chris Fuhrmann: Danke. Mit dir macht es auch Spaß. Und jetzt wollen wir ja sogar noch einen draufsetzen.
Sebastian Schmidt: Allerdings. Wir wollen nun endlich das Dragons-TV an den Start bringen. Wir verfügen eigentlich über das gesamte Equipment und das nötige Know-How, nur die Kamera muss noch „nachgerüstet“ werden. Wenn wir das jedoch haben, könnten wir sofort los legen. Das würde natürlich wirklich noch einmal einen draufsetzen und die Marke Dragons weiter nach vorne bringen. |eb
Dragons mit neuem Ausrüster
September 2, 2011
Die Dragons Rhöndorf werden in der kommenden Spielzeit von einem neuen Ausrüster eingekleidet. Mit der Lifestyle-Marke k1x konnte ein hochwertiger Partner gewonnen werden, der sich ausschließlich im Bereich des Basketballs bewegt. Bereits zum Auftakt des RheinMain-Cups am vergangenen Samstag sind die Jungs von Headcoach Eric Detlev erstmals im neuen Dress aufgelaufen. k1x hat seine Wurzeln im Basketball sowie im Lifestyle und wurde 1993 gegründet. Die Marke ging aus dem anerkannten Sneaker-Spezialisten Kickz in München hervor. Durch die Erfahrung und die Nähe zum Basketball schien es die logische Konsequenz zu sein, eine eigene Basketball-Lifestyle-Marke zu etablieren, die Wert auf die Unterscheidung von Sport- und Freizeitbekleidung legt. Seit der Gründung wurde die Produktpalette stetig erweitert.
Ein wichtiger Meilenstein in der Firmengeschichte von k1x war die Vertragsunterzeichnung durch NBA-Profi Ron Artest. Der Superstar entschied sich, fortan nur noch in deren Schuhen aufzulaufen. Wichtige Partnerschaften mit Rucker Park, Team Sierra Leone oder Bobbito Garcia haben k1x zusätzlich bekannt gemacht und die Schuhe werden mittlerweile weltweit in über 25 Ländern verkauft. Teammanager Sebastian Schmidt: „Mit k1x haben wir für die kommende Saison einen neuen Ausrüstungspartner gefunden, der moderne, stylische und qualitativ sehr hochwertige Produkte anbietet. Bereits seit Trainingsbeginn trainieren unsere Spieler im neuen Outfit, die Resonanz ist durchgängig positiv. |eb
Die Dragons geben Vollgas
August 26, 2011
BASKETBALL: Jäger und Gejagter zugleich
Normale Jahre gibt es für die Dragons nicht mehr, auch die vergangene Saison verlief fast schon gewohnt turbulent. Man verlor mehr Spiele als je zuvor, verpasste den Klassenerhalt - und eroberte doch die Herzen der Fans, denn das Team lieferte jedes Wochenende packenden Basketball. Nach einer kurzen Achterbahnfahrt in der Sommerpause geht es nun in der ProB weiter, wieder mit einem jungen Team. Ziel für die neue Saison ist es, dass wir uns für die PlayOffs qualifizieren und dann ab März unseren besten Basketball spielen. Die Erfolgsaussichten? Schwierig zu sagen, nur eines ist sicher: Egal wer für die Drachen auf dem Parkett stehen wird, gibt Vollgas und Rhöndorf ist im neuen Jahr wieder Jäger und Gejagter zugleich. Das ist gut so - und darauf freuen wir uns. Die Rhöndorfer Basketballsegel haben wir letztes Jahr erfolgreich auch mit Ihrer Hilfe neu gesetzt. Unsere Tradition lebt und gemeinsam haben wir eine emotionale ProA-Basketballsaison erlebt. Jetzt geht es weiter, zwar in der ProB aber nach vorne. Dafür arbeiten wir mit aller Kraft und Leidenschaft - wirtschaftlich, organisatorisch und ganz besonders auf dem Parkett.
Der Saisonauftakt erfolgt in Nördlingen am 24. September und gleich danach kommt es zum Topspiel gegen den diesjährigen Favoriten aus Gotha am Menzenberg. Ganz solange muss sich aber niemand mehr gedulden, um wieder Spitzenbasketball zu sehen, denn wie in jeder Vorbereitung steigt traditionell der RheinMain-Cup. Am 27. und 28. September geht es gegen die Telekom Baskets Bonn und die beiden starken ProA-Ligisten Giants Düsseldorf und Baskets Paderborn. Hier sichern Sie sich Ihre persönliche Dauerkarte und finden alle Informationen rund um die Dragons-Dauerkarte 11/12: www.dragons.de. |eb
Dragons-Neuzugang
August 12, 2011
Nun geht es Schlag auf Schlag: Edmunds Tukiss heißt der dritte Neuzugang, der in der kommenden Saison für die Dragons auflaufen wird. Der lettische Center wechselt von Latvijas Universitate an den Menzenberg und soll als Back-Up auf den großen Positionen agieren. Der 21jährige Tukiss ist in Rhöndorf kein Unbekannter. Als ehemaliger Schüler des Hagerhofs erreichte er 2006 mit der Schulmannschaft das Landesfinale in Berlin. Bei den Dragons, wo er auf Landsmann Kristaps Rekšna treffen wird, soll der 2-Meter große Innenspieler vornehmlich als Back-Up für Marco Leschek und Earnest Jones auf den großen Positionen fungieren. Nach der Verpflichtung von Tukiss steht die Kaderplanung nun kurz vor dem Abschluss. Mit einigen Kandidaten befindet man sich in abschließenden Gesprächen, so dass wohl noch in dieser Woche Vollzug gemeldet werden kann. Nun wird nur noch ein wurfstarker Spieler für die Position des Shooting Guards gesucht. Bei diesem wird es sich aller Voraussicht nach um einen US-Amerikaner handeln. |eb
Dragons gehen endgültig in der ProB an den Start
August 5, 2011
Nun sind die Würfel endgültig gefallen: Die Dragons Rhöndorf werden in der kommenden Saison in der ProB-Süd antreten. Bei der Abstimmung unter den 40 Teams der „Jungen Liga“ erhielt der Antrag eines Solidaritäts-Fonds zur Absicherung eines wettbewerbsfähigen Rhöndorfer ProA-Etats zwar mehr „Ja“ als „Nein“-Stimmen, verfehlte jedoch die erforderliche Zwei-Drittel- Majorität. „Natürlich hätten wir uns einen positiven Ausgang gewünscht, für uns Dragons aber auch für die 2. Basketball- Bundesliga. Dennoch können wir mit dem Ergebnis gut leben, schließlich haben wir uns unter den uns gegeben Umständen vor rund vier Wochen selbst für die ProB-Teilnahme entschieden. Über den aktuellen Vorschlag mussten die Clubs eine Entscheidung in einem für alle transparenten Prozess treffen und das haben sie gemacht,“ zeigte sich Dragons-Geschäftsführer Michael Wichterich keineswegs enttäuscht. Nach einem turbulenten Saisonfinish außerhalb der Basketballhallen – mit dem zunächst eigenen sportlichen Abstieg und den Lizenzentzügen gegen Osnabrück und Freiburg - hatten die Drachen ursprünglich auf ihr ProA-Teilnahmerecht zur neuen Saison aufgrund einer nicht unerheblichen Etatunterdeckung verzichtet. Die Situation mit nur 15 Mannschaften in der ProA, dafür 13 Teams in der ProB-Nord veranlasste aber Vereine wie auch Liga, noch einmal das Gespräch zu suchen. Die Dragons hatten daraufhin ihre Bereitschaft signalisiert, unter der Bedingung einer etatdeckenden Bürgschaft am ProA-Spielbetrieb teilzunehmen. Michael Wichterich: „Dass der Vorschlag des Solidaritäts-Fonds nicht einhellig auf Zustimmung stoßen würde, war klar, denn es wäre ein absolut ungewöhnliches Konstrukt gewesen, wenn auch mit einmaligem Charakter. Dennoch, der Antrag der Liga hatte seine Berechtigung, die Mehrzahl der Clubs dafür gestimmt. Für den Fall der Fälle wären wir ein guter Partner gewesen, der alle Anstrengungen unternommen hätte, die Bürgschaft nicht in Anspruch nehmen zu müssen. Jetzt gehen wir wie geplant mit einer guten und jungen Mannschaft in der ProB an den Start, ohne eine finanzielle Hypothek auf die Zukunft aufnehmen zu müssen. Die Personalplanungen hierfür sind fast abgeschlossen, ich denke wir werden Ende nächster Woche unseren Kader für die neue Saison stehen haben.“ |eb
A oder B – das ist nun die Frage
Juli 29, 2011
DRAGONS: Interview zur aktuellen Situation
Am Dienstag gaben die Dragons Rhöndorf bekannt, sich nach dem freiwilligen Rückzug aus der ProA nun doch – allerdings unter Vorbehalt – für den weiterhin vakanten Startplatz beworben zu haben. Dragons-Geschäftsführer Michael Wichterich und der 1. Vorsitzende des Rhöndorfer TV, Christian Mäßen, nehmen im Interview Stellung zu den Gründen.
Philipp Döring: Der plötzliche Antrag auf eine Wildcard für die kommende ProA-Saison hat alle überrascht. Wie kam es zu diesem Sinneswandel?
Michael Wichterich: Die derzeitige Situation mit nur 15 Teams in der ProA, dafür aber gleich 13 Mannschaften in der ProB-Nord, ist ein Problem. Sowohl für die Vereine, aber natürlich auch für die Liga selbst. Als sich abzeichnete, dass es doch keinen ernsthaften Bewerber mit Ablauf der gesetzten Frist zum 15. Juli geben würde, haben die Dinge eine gewisse Dynamik entwickelt. Man hat uns noch einmal konkret angesprochen, ob wir nicht doch in der ProA antreten wollen. Wir haben dann alle Möglichkeiten besprochen und einen Vorschlag unterbreitet.
Wie genau sieht dieser Vorschlag aus?
Auf der letzten Ligasitzung wurde ein Solidaritäts- Fonds diskutiert, eben weil jeder Bundesligist ein starkes Interesse an einem geregelten Spielbetrieb hat. Die angedachte Lösung sähe in diesem Sinne vor, dass unsere aktuelle Deckungslücke durch eine Bürgschaft abgesichert würde. Ob und in welchem Umfang diese dann im Saisonverlauf tatsächlich von uns in Anspruch genommen werden würde, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Unwahrscheinlich wäre das aber natürlich nicht.
Ist dieser Schritt nach dem Rückzug vor rund einem Monat denn konsequent?
Christian Mäßen: Wir stellen uns jetzt nicht hin und sagen, dass wir das ausschließlich für die Liga tun, auch wenn das sicherlich für uns als einen der mittlerweile „dienstältesten“ Bundesligisten eine wichtige Rolle spielt. Aber von Januar 2010 bis Juni 2011 haben wir alles versucht, um für die Dragons die ProA zu realisieren. Emotional war es für uns schwer, den Verzicht erklären zu müssen. Allerdings haben wir immer gesagt, dass wir keine Hypothek auf die Zukunft aufnehmen werden und weder mit einer finanziellen Unterdeckung noch mit einem nicht wettbewerbsfähigen Kader in die Saison starten. Das war eine rationale und die richtige Entscheidung, die einzig und allein auf der Finanzierbarkeit beruhte. Sollte unser Vorschlag nun Zustimmung unter den Bundesligisten finden, hätten wir andere Vorzeichen. Daher sehe ich unsere Vorgehensweise hier sogar als absolut konsequent.
Die Diskussion über das Thema ist offen entbrannt.
Michael Wichterich: Es war zu erwarten, dass unser Vorschlag nicht einfach nur durch gewunken oder abgelehnt wird, sondern auch heftige Reaktionen nach sich zieht. Aber uns muss keiner retten. Entweder die Mehrzahl der Vereine sieht einen Wert für sich in dem vorliegenden Antrag oder nicht. Ich persönlich kann sowohl die Pro- als auch die Contra- Position absolut nachvollziehen. Wir haben unter bestimmten Voraussetzung unsere Bereitschaft signalisiert, in der ProA anzutreten. Letztendlich müssen die Clubs eine Entscheidung treffen, der Prozess ist absolut transparent.
Der Gang in die ProB sollte auch dazu dienen, mit neuen Konzepten eine gesunde finanzielle Basis zu legen. Würde dieses Vorhaben nun nicht verschoben werden?
Michael Wichterich: Nein, denn das ist absolut notwendig. Aber Sponsorengelder zu akquirieren ist schwer genug. In der ProA allerdings immer noch einfacher als in der ProB, da müssen wir uns nichts vor machen. Deswegen sehe ich ja gerade eine gesicherte ProATeilnahme als große Chance für uns. Unser ureigener Antrieb und Anspruch wäre es dennoch, die Deckungslücke im laufenden Saisonbetrieb zu verringern. Nicht nur im Hinblick auf das Erreichen des Mindestetats für die Saison 12/13, sondern allein schon aus den emotionalen Problemen, die aus dem eigenen Klassenerhalt gegenüber den beiden sportlichen Absteigern entstehen könnten.
Wirft die erneute ungewisse Ligazugehörigkeit nicht die gesamte bisherige Kaderplanung über den Haufen?
Michael Wichterich: Nein, sonst wären wir nicht mit dem Vorschlag ins Rennen gegangen. Unser Grundgerüst steht, mit einigen Spielern sind noch Details zu klären. Sollten wir doch in der ProA antreten, würden wir zum geplanten ProB-Kader natürlich zwei weitere Spieler hinzunehmen. Aber wir müssten auch weiterhin jeden Cent umdrehen und könnten sicherlich nicht auf große Einkaufstour gehen.
Es würde also wieder nur um den Klassenerhalt gehen?
Michael Wichterich: Das können wir wohl nicht ausschließen. Die ProA ist einfach viel zu kompakt geworden, als dass man im Vorfeld mit einem geringen Budget einen einstelligen Tabellenplatz als Ziel ausgeben könnte. Das war ja eben auch der Grund, warum wir nicht mit einer nominell schlechteren Mannschaft als letztes Jahr an den Start gehen wollten. Klar ist, dass wir so oder so unsere Fans und Zuschauer mit einer kampfstarken Truppe und guten Charakteren aufs Neue für uns gewinnen müssen. Aber dass die ProA für alle besseren Basketballsport bietet, steht außer Frage.
Was passiert, wenn der Antrag bei der Abstimmung der Klubs nicht die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit erhält?
Christian Mäßen: Dann bleibt es beim Status Quo und wir werden mit einer für ProBVerhältnisse schlagkräftigen Mannschaft antreten. Damit können wir sehr gut leben, das war vor zwei Wochen so und das ist jetzt auch noch so.
Nach Redaktionsschluss erhielten wir die Meldung, dass die Dragons nun doch in der ProB spielen werden. Mehr dazu in der kommenden Ausgabe. |eb
DRAGONS: Der Kapitän bleibt an Bord
Juli 1, 2011
Kapitän Nick Larsen wird auch in der kommenden Saison das Drachen-Trikot tragen. Der Aufbauspieler unterzeichnete einen neuen Ein-Jahres-Vertrag. Zudem bleiben auch die Youngster Tim Eisenberger und Kristaps Rekšna den Dragons erhalten. Dagegen werden Franz Montag, Sebastian Korp und David Watson den Verein verlassen. „Nick war unser erster Ansprechpartner, ihn wollten wir unbedingt weiter halten. In unseren Gesprächen hat die Ligazugehörigkeit nie eine Rolle gespielt. Wir sind glücklich, dass er auch im kommenden Jahr die Fäden bei uns ziehen wird“, so Dragons-Geschäftsführer Michael Wichterich. Vor zwei Jahren aus Speyer an den Menzenberg gewechselt, entwickelte sich Larsen auf Anhieb zum Leistungsträger. In der vergangenen ProA-Spielzeit erzielte er durchschnittlich 7.7 Punkte und war mit 4.6 Assists der sechstbeste Vorlagengeber der Liga. Auch Headcoach Eric Detlev zeigte sich hocherfreut über den Verbleib seines verlängerten Arms: „Er ist ein absoluter Leader auf und neben dem Court, versteht es unheimlich gut, seine Mitspieler in Szene zu setzen. Es ist wichtig, dass wir auf der zentralen Point Guards-Position auf Kontinuität setzen können. Nick kennt unsere Spielweise und Systeme, das ist ein großer Vorteil.“ Mit Tim Eisenberger und Kristaps Rekšna kann Headcoach Eric Detlev zudem auf zwei vielversprechende Youngster bauen. Eisenberger, der gleichzeitig sein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei den Drachen absolvieren wird, gehörte bereits im Vorjahr dem Kader an und ist in der ProB als BackUp auf den kleinen Positionen eingeplant. In der vergangenen Saison stand der 19jährige in 12 Spielen durchschnittlich knapp 11 Minuten auf dem PorA-Parkett und stellte dort bereits sein Talent unter Beweis. Rekšna war in der vergangenen Saison einer der herausragenden Akteure der NBBL-Mannschaft und wird wie auch Eisenberger die BackUp- Rolle auf der Position 1 und 2 der Drachen übernehmen. Seit zwei Jahren im Drachenprogramm, steuerte der ebenfalls 19jährige in der abgelaufenen Spielzeit im Schnitt 15.9 Punkte pro Partie zum erreichen der NBBL-Playoffs des Team Bonn/Rhöndorf bei und war wie auch Eisenberger einer der Eckpfeiler bei der 2. Herrenmannschaft, die in dieser Saison den ungeschlagenen Aufstieg in die 2. Regionalliga perfekt machten. |eb
Etatlücke konnte nicht geschlossen werden
Juli 1, 2011
BASKETBALL: Dragons werden ProA-Startplatz nicht wahrnehmen
Die Dragons Rhöndorf werden ihr Startrecht für die kommende ProA-Saison nicht wahrnehmen und den Verzicht gegenüber der DJL in der kommenden Woche erklären. Das finanzielle Risiko für ein weiteres Jahr in der zweithöchsten Spielklasse erweist sich angesichts einer derzeitigen Etat-Deckungslücke von mindestens 60.000 Euro als zu hoch. Somit werden die Drachen in der neuen Spielzeit wie schon in den Jahren 2008 bis 2010 in der ProB spielen. „Wir können auf eine ganz außergewöhnliche Saison zurückblicken und haben ein Jahr erlebt, das gezeigt hat, wie toll Rhöndorfer Basketball sein kann, aber auch, wie limitiert wir nach unserem Neuaufbau noch sind. Es war eine Gratwanderung, bei der unser sportliches Ziel zu jeder Zeit der Klassenerhalt und die ProA-Zugehörigkeit war – aber nicht um jeden Preis.“ erklärt Dragons-Geschäftsführer Michael Wichterich. „Dass die neuerliche Chance letztendlich erst nach Saisonende durch einen weiteren Lizenzentzug zu Stande kam, ist dabei bezeichnend. Unser Herz schlägt für die ProA und sie wird auch in Zukunft unser Anspruch sein, aber aktuell können wir keine Saison mit einem mindestens gleichstarken Team seriös finanzieren.“ Und der 1. Vorsitzende des Rhöndorfer TV Christian Mäßen ergänzt: „Wir haben immer gesagt, dass wir keine finanziellen Abenteuer eingehen werden. Mit dem RTV als Hauptgesellschafter der GmbH haben wir auch eine Verantwortung gegenüber unserem jetzt 99jährigen Verein. Die ProA ist sportlich hoch attraktiv, in erster Linie möchten wir aber langfristig Bundesligabasketball an unserem Standort sichern, deshalb haben wir gemeinsam diese Entscheidung getroffen. Die ProA wollen und werden wir aber nicht aus den Augen verlieren. Mit mehr Zeit und verbesserten Konzepten gilt es nun, die Basis für einen erneuten Aufstieg zu schaffen.“ |eb



