Januskopf der Bad Honnefer CDU
März 5, 2010
Seit im Dezember 2009 die Kreisumlageerhöhung auf 37,03 % angekündigt wurde, steht fest: Kreis und Kommunen teilen nicht dasselbe Schicksal. Der Griff in die Tasche Bad Honnefs wird vom Honnefer Kreistags- und Stadtratsmitglied Jörg Erich Haselier (CDU) im Kreistag unterstützt. Eigentlich sollte er doch die Interessen Bad Honnefs vertreten. Statt ein vernünftiges Konzept vorzulegen, wird von der Union nur ein „Argumentationspapier“ gedruckt. Die Kernbotschaft: Bund und Land lassen die Kreise ausbluten. Solide Finanzierungslösungen sucht man vergebens. Leichter ist es, wenn man sich das Geld von den Kommunen holt. Die Logik ist kaum verwunderlich, wenn man bedenkt, dass auf jeder Ebene die Union die Mehrheit stellt. Die Bad Honnefer CDU zeigt ihren Januskopf, wenn sie die Schuld an der Misere Bund und Land zuweist. Doppelzüngig ist es, wenn die Stadtratsfraktion der CDU in Bad Honnef die Verwaltung zu Sparmaßnahmen ermahnt und ihr auf Kreisebene gleichzeitig das Geld aus der Tasche zieht. Wie in der letzten Sitzung des Jugendhilfeausschusses vorgetragen, wollen die Union und ihre Allianzkollegen die Axt ans Jugendamt legen: Erst soll die Ausstattung vom Jugendamt überprüft werden, um dann in dem Bereich die Mittel zu kürzen. Die Jusos Bad Honnef finden eine derartige Logik erschütternd. Erst wird das Ausbluten Bad Honnefs auf die Tagesordnung gesetzt. Dann setzt man alles daran, die Betreuungsmöglichkeiten für die Schwächsten in unserer Stadt zu verschlechtern. Die Jusos fragen: Für wen setzt sich die ‚Allianz gegen Bad Honnef ’ um Haselier eigentlich wirklich ein?
Jusos Bad Honnef
„Entsetzen brach aus“
Januar 8, 2010
Den Beitrag in Ihrer Ausgabe Nr. 177 „In Bad Honnef brach das Entsetzen aus“, in dem Sie sich mit den Ereignissen des Jahres 2002 beschäftigen, habe ich natürlich mit der gebotenen Aufmerksamkeit gelesen. Er hat dafür Sorge getragen, dass nunmehr acht Jahre später zumindest bei mir ein erneutes Entsetzen ausgebrochen ist. Ihre Darstellung zur Aufgabe der seinerzeit 121 Jahre alten Honnefer Volkszeitung ist falsch. So schreiben Sie, „kaum einer wollte das Blatt noch lesen, die Auflage sank immer tiefer, die hauseigene Druckerei hatte keine Aufträge mehr“. Ich darf Ihnen versichern, dass die Auflage der HVZ keineswegs sank. Auch ist Ihre Wahrnehmung, dass kaum einer mehr das Blatt lesen wollte, nicht mit der Realität in Einklang zu bringen. Vielmehr hatte die Honnefer Volkszeitung im Gegensatz zu anderen Lokal- und Regionalzeitungen keinen Abonnentenschwund. Richtig ist, dass es Einbrüche im Anzeigengeschäft gegeben hat. Einnahmen aus dem Anzeigengeschäft machen in aller Regel zwei Drittel der Erlöse eines Zeitungsverlages aus. Richtig ist auch, dass bedingt durch den Regierungsumzug vom originären Zeitungsgeschäft losgelöste Druckaufträge etwa des Deutsch Französischen Jugendwerkes oder des Bundes Deutscher Zeitungsverleger ausblieben. Hinzu kamen allgemeine konjunkturell bedingte Umsatzeinbußen. Ferner schreiben Sie „Victor Francke erklärte den rund 100 Teilnehmern, wie die HVZ im General Anzeiger untergebracht werden soll“. Von einer „Unterbringung“ war zu keinem Zeitpunkt die Rede. Richtig ist, dass die damalige Ankündigung umgesetzt wurde und die Honnefer Volkszeitung im Lokalteil des General-Anzeigers im Rahmen der Möglichkeiten „weiterlebt“. Dass die Aufgabe der HVZ im Jahre 2002 ein „nicht wahrhaftiges Entsetzen“ bei den Honnefern ausgelöst haben soll, mag von Ihnen so empfunden worden sein. Ich hingegen habe aufrichtige Trauer nicht zuletzt wegen der Aufgabe von 30 Arbeitsplätzen und des Wegfalls eines der wichtigsten Kommunikationsmittel der Stadt wahrgenommen. Nicht umsonst hieß es in der über die Schließung der Zeitung berichtenden überregionalen Presse „Eine Stadt verliert ihre Stimme“.
Victor Francke, Chefredakteur der HVZ von 1989 bis 2002
Überflüssig????
Januar 8, 2010
Ein uns allen bekannter und möglicherweise auch bei manchen beliebter Chefredakteur und Herausgeber einer wöchentlich in Bad Honnef und Umgebung erscheinenden Zeitung – der Name tut nichts zur Sache, weil bekannt – hält das jährliche fußballerische Aufeinandertreffen des Oberdorfs gegen das Unterdorf in Rhöndorf für völlig überflüssig und dazu auch noch lebensgefährlich! Positiv betrachtet könnte man annehmen, es handele sich um den Versuch der Absonderung rheinischen Humors eines völlig unsportlichen Nichtrheinländers, der auf keinem Fall in einem Dorf aufgewachsen sein kann. Zugegebenermaßen war der Boden flüssig. Wir Rhöndorfer wissen auch, dass man auf diesem Boden rutschen kann, und zwar seit „61“ Jahren. Da vermeidet man von selbst Angriffe, die zu gefährlichen Verletzungen führen könnten. Immerhin kennt und schätzt man sich seit Jahren, es kommt sogar vor, dass die sportlichen Gegner befreundet sind. Andererseits bleibt bei diesem zu Papier gebrachten Satz ein zumindest rudimentärer Restbestand an Zweifel übrig, ob der Mann überhaupt weiß, worüber er redet/schreibt. Da trifft sich ein Dorf seit „61“ Jahren am 2. Weihnachtstag zu einem Fußballspiel mit anschließendem deftig-gemütlichen Beisammensein. Möglicherweise waren die Gründungsväter gesellschaftlich gesehen ihrer Zeit um Einiges voraus. Wer hört sich als junger Bursche am 2. Weihnachtstag, wenn die Verwandtschaft zum Kaffee aufschlägt, schon gerne an, ob man sich denn auch das ganze Jahr ordentlich benommen hat? Aber eines ist sicher: Was da jedes Jahr, und dazu noch ohne jeden organisatorischen „Eingriff‘ von oben, passiert, ist Dorfleben pur, ist Zusammengehörigkeitsgefühl, ist Gemeinschaft, ist Freundschaft, ist Kommunikation, ist Integration, ist Tradition und Herzenssache! Da kommt einer vor Jahren aus der Großstadt, hat immer noch keinen Schimmer, ist aber arrogant genug, sich von oben herab ein Urteil über uns anzumaßen! Mein Fazit: Die Rhöndorfer halten das Fußballspiel NICHT für überflüssig. Im Gegenteil. Was den Artikel angeht, so möge sich jede/r seine eigenen Gedanken machen.
Horst Funke
Gibt es eine Lösung?
Dezember 31, 2009
In meinem 60jährigen Leben hat es nicht einen einzigen Grund gegeben behaupten zu können, dass ich nicht kinderlieb sei. Aber seit zirka vier Jahren scheinen es sich die „süßen Kleinen“ gerne zum Sport zu machen, gegen 13.15 Uhr meine Hausklingel zu betätigen. Nahezu täglich, außer am Wochenende, da ist ja auch keine Schule. Würde ich nicht ab und zu auch mal den freundlichen Fahrer von DHL oder von UPS mit einer Lieferung erwarten, oder auch Besuch, würde ich um diese Uhrzeit meine Ohren versuchen abzuschalten. Nicht möglich, s.o. Was kann ich tun? Was begründet diese „Lust“ am Klingelmännchen? Einmal habe ich ein Kind „erwischt“, weil ich gerade auf dem Weg nach Hause war. Habe dem entsetzten Mädchen ernst gesagt, dass sie das bitte in Zukunft unterlassen soll. Was ihre und/oder die ihrer KlassenkameradInnen Freude an diesem „Spiel“ wahrscheinlich erst recht anstachelte?! Gibt es eine Lösung? Für die Kinder und auch für mich?
Anregungen SEHR erwünscht! Schönes Wochenende, mit freundlichen Grüßen verbunden mit der Bitte, sich dieses Themas einmal anzunehmen …
Florette Hill
Alle Wochen wieder
Dezember 23, 2009
Einen Leserbrief des Herrn Manfred Rauw gib uns heute und in jeder Woche, Amen. In seinem letzten (wirklich?) vom 4. Dezember lässt uns das sich erschöpfend titulierende Ratsmitglied an seinem furchtbaren persönlichen Schicksal teilhaben: Der Verschönerungsverein für das Siebengebirge (VVS) lehnt seinen Antrag auf Aufnahme als Mitglied ab. Abgesehen davon, dass der VVS dazu das Recht hat, erspare ich mir Mutmaßungen zur Sache, weil sie ohnehin auf der Hand liegen. Mir geht es nur um eine Feststellung: Im vorliegenden Fall handelt es sich um ein ganz persönliches „Schicksal“. Wenn Herr Rauw dies öffentlich machen will, kann er dies in Form einer bezahlten Anzeige. Und wenn er vorgibt, eine bestimmte Diskussion im VVS lostreten zu wollen, kann er dies als Mitglied dort tun. Ach ja, Mitglied ist er ja nicht geworden. Aber vielleicht hat er ja doch noch einen Freund im VVS, der das dann für ihn erledigt.
Wolfgang Bück
Numerus clausus des VVS
Dezember 4, 2009
Am 18. Oktober stellten meine Frau und ich den Antrag auf Aufnahme in den Verschönerungsvereins für das Siebengebirge (VVS). Wir wollten uns aktiv für den Naturschutz im Siebengebirge einbringen. Nachdem uns der Vorsitzende des VVS, Herr Krämer, mitgeteilt hatte, dass man in den Gremien des VVS über unseren Aufnahmeantrag berate, teilte man uns mit Schreiben vom 27. November mit, dass man unsere Aufnahme in den VVS ablehne.
Dies ist sicherlich die Antwort des VVS – der öffentliche Aufgaben wahrzunehmen hat – auf meine Aktivitäten gegen den unsinnigen Nationalpark Siebengebirge und meine Frage nach der Satzung des VVS und der AUFWANDENTSCHÄDIGUNG von Herrn Krämer.
Da der Vorstand des VVS bereits mehrere Aufnahmeanträge in jüngster Zeit abgelehnt hat,stellt sich die Frage nach der Ernsthaftigkeit der Aufgabenerfüllung des VVS und des Naturschutzes, dem auch wir uns verpflichtet fühlen. Hierzu ist meines Erachtens eine breite Mitgliederbasis mit ihren Beiträgen wichtig. Ich veröffentliche diese Entscheidung, damit die Mitglieder des VVS dieses Thema auf der nächsten Versammlung ansprechen.
Manfred Rauw – Ratsmitglied und Fraktionsvorsitzender der Freien Wählergemeinschaft
Unterschriften-Aktion
Dezember 4, 2009
Betrifft: Anwohner und Benutzer der Sportstätten in der Schmelztalstraße und oberen Hauptstraße protestieren mit einer Unterschriften-Aktion gegen die Raserei auf diesen innerörtlichen Straßenabschnitten.
Sehr geehrter Herr Böndel, wie telefonisch besprochen, übergebe ich Ihnen die bisherige Korrespondenz in oben genannter Angelegenheit. Ein ausführlicher Bericht in der Honnefer Zeitung wäre dieser Sache sehr dienlich. Die betroffenen Bürger sind in Rage ob der Raserei in diesem benannten Wohngebiet! Mit unserer Unterschriften-Aktion sind die angesprochenen Ämter und Stellen aufgerufen, aktiv zu werden und diesem Mißstand unbürokratisch Einhalt zu gebieten. Die Mobile-Messungen haben Geschwindigkeitsübeischreitungen bewiesen. Es gilt hier, zu agieren und vorbeugende Maßnahmen einzuräumen, statt erst dann zu reagieren, wenn Unfälle das Tages-/Nachtgeschehen „schmücken“.
Ruhig gelegenen Wohnviertel sind mit Tempo-30-Zonen bzw. Geschwindigkeits hemmenden Vorrichtungen ausgestattet, in der Schmelztalstr./obere Hauptstr. „darf“ gerast werden! Die Bußgeldeinnahmen, so ergiebig sie sein mögen, beheben keineswegs das Grundübel, mit dem die Anwohner permanent konfrontiert sind. Dafür steht im oberen Schmelztal – in freier Wildbahn – ein Blitzer mit Tempo-40-Schild. Die Thematik „Rennstrecke Schmelztalstaße“ innerorts! ist seit dem Ausbau dieser bekannt – und – genau so lange ignoriert! Muss – wie meistens üblich – das „Kind erst in den Brunnen fallen“, um anschließend die Verantwortlichkeit reihum zu schieben – oder können die Anwohner einer schnellen und wirksamen Problemlösung entgegensehen?
Sonja Ilona Breitbach
Bitterer Beigeschmack
November 20, 2009
Der Wechsel von Monika Bettin von der SPD zur Grünen Fraktion im Stadtrat hinterlässt bei mir einen bitteren Beigeschmack. Fraglos ist ein Wechsel, unter Mitnahme der Sitze in den Ausschüssen, rein rechtlich ein zulässiger Schritt. Die Frage die sich Frau Bettin aber stellen sollte ist moralischer Art: Entspreche ich dem Wählerwillen indem ich mit meinem Mandat, das ich über eine Parteiliste erhalten habe, zu einer anderen Partei wechsle ?
Als Parteimitglied fühle ich mich betroffen von ihrer Entscheidung, als Wähler jedoch verschaukelt. Wenn ein solches Verhalten das Demokratieverständnis einiger Damen und Herren Ratsmitglieder widerspiegelt, so brauche ich keine tieferen Analysen zur Politikverdrossenheit in unserer Stadt und unserem Land.
A. Gass
Aus für Nationalpark
Oktober 9, 2009
Die rechtsrheinischen Bonner Bürgervereine begrüßen mehrheitlich, dass durch den mit großer Beteiligung und hohem Ergebnis in Bad Honnef durchgeführten Bürgerentscheid der Nationalpark Siebengebirge gestoppt wurde. Das NRW-Umweltministerium hatte sich darauf festgelegt, das Projekt aufzugeben, wenn auch nur eine der beteiligten Gebietskörperschaften von Honnef bis Bonn aus dem Projekt ausscheidet. Dementsprechend hat Minister Uhlenberg am 28. September das Projekt für beendet erklärt. Damit sei ein nach Meinung dieser Bürgervereine unsinniges Projekt gestoppt worden, in einem dicht besiedelten Gebiet einen Nationalpark einrichten zu wollen, der lt. Gesetz weitgehend unzerschnitten sein solle und in einen vom Menschen nicht oder wenig beeinflussten Zustand zu bringen sei. Von den Folgen hätten die Bürger am Ennert einen Vorgeschmack bekommen bei der Vorstellung des Wegekonzepts für den Nationalpark im September vorigen Jahres. Eine Mehrheit der Bürgervereine hätten bereits im August 2008 in einer gemeinsamen Erklärung ihre erheblichen Zweifel zum Ausdruck gebracht, ob ein Nationalpark das richtige Instrument sei, um – insbesondere im Ennert - die anspruchsvollen naturschutzfachlichen Ziele mit denjenigen der Naherholung angemessen in Einklang zu bringen. Diese Zweifel und letztlich Ablehnung hätten sich vor allem darauf gestützt, dass maßgebliche Naturschutzfachleute immer wieder die Eignung des Siebengebirges als Nationalpark abgelehnt hätten, während das Umweltministerium außer dem eigenen Landesamt keine anderen Gutachter beiziehen wollte. Lt. Minister Uhlenberg bleibe nach dem Aus für den Nationalpark die Landesregierung im Interesse des Siebengebirges offen für Initiativen aus der Region. Die Bürgervereine seien bereit, an neuen Lösungen zur Bewahrung des bestehenden Naturschutzgebiets und Naturparks konstruktiv mitzuarbeiten. Wie bereits in der gemeinsamen Erklärung sähen die Bürgervereine aber auch das Land in der Pflicht, über die normale Landesförderung der Naturparke hinausgehende Förderungsmöglichkeiten für das einzigartige Siebengebirge anzubieten (z. B. im Zusammenhang mit der Ausweisung eines oder mehrerer Nationaler Naturmonumente).
v.i.S.d.P. Werner Seitz
„Schöne Bescherung“
Oktober 2, 2009
Am Abend der Abstimmung traut man seinen Augen und Ohren nicht. Wer oder was hat uns das Ergebnis: fast zwei Drittel zu ein Drittel gegen den Nationalpark eingebrockt? War es das seit Monaten unermüdliche „Trommeln“ der Gegner des Nationalparks oder die Desinformation des Bürgers? War es die zögerliche Haltung der etablierten Parteien oder die viel zu späte Aufklärungskampagne des Umweltministeriums? War es die verzwickte Fragestellung zur Abstimmung pro und contra? Hat hier das Bauchgefühl über den Kopf gesiegt? Jedenfalls haben wir nun eine „schöne Bescherung“ und die Region Siebengebirge steht vor dem Scherbenhaufen einer zweifelhaften Entscheidung. Bad Honnef scheint zur Lachnummer der Region zu werden, weil eine große Chance vertan wurde und schon die ersten Folgen sichtbar werden: Das Wegekonzept kommt trotzdem – jetzt ohne Mitsprache der Bürger, der VVS zieht sich aus der Waldpflege für den Bad Honnefer Stadtwald zurück, die Stadt muss nun zahlen – wovon? Nun aber ran meine Herren Wortführer und alle anderen Gegner des Nationalparks, präsentieren Sie ihr angeblich fantastisches Konzept! Vor allem aber, arbeiten Sie tatkräftig (im Wald) dafür! Wir können gespannt sein auf das „tolle“ Ergebnis.
Ursula Voll



