Wild-Wochen im Chimära in der Bonner Altstadt

Déjà Vu für die Dragons im 3. Viertel

März 10, 2009

Wie sich das Bild gegenüber dem Auftritt der Drachen in Hannover doch glich. Einer engagierten und aggressiven Mannschaftsleistung in der ersten Halbzeit folgten katastrophale Zehn-Minuten nach der Pause und im Resultat eine entsprechend deprimierende Auswärtspackung bei den zuletzt gebeutelten Hertenern. Während diese nun sogar aufgrund des besseren direkten Vergleichs an den Drachen auf Position Drei in der Tabelle vorbeiziehen, befindet sich die Mannschaft von Olaf Stolz in einer schwierigen Phase. Zwar beträgt der Rückstand auf den zweiten Aufstiegsplatz z.Z. lediglich zwei Punkte zu Wolfenbüttel – dort wird man noch spielen und hat somit auf dem Papier noch alles selbst in der Hand – doch mit den zuletzt gezeigten Leistung läuft man auch gegen vermeintlich schwächere Teams in den kommenden Wochen Gefahr, die tolle Ausgangsposition der Hinrunde zu verspielen. Schon nach den ersten Minuten des Spiels war es klar, dass man diese Partie nur durch Kampf und Willen gewinnen werden kann. Auf den Rängen war nicht zuletzt durch die über 100 mitgereisten Drachenanhänger blendende Stimmung und fast schon Derbystimmung. Den besseren spielerischen Start erwischten die Heimmannschaft durch je zwei Punkten von Chones und Johnson, bezeichnend für den weiteren Lauf der Partie. Dann wachten die Dragons auf und gingen ihrerseits mit 5:4 in Führung. Beide Teams zeigten in den ersten zehn Minuten einen offenen Schlagabtausch mit einer aggressiven und guten Verteidigungsleistung. Endstand nach den ersten zehn Minuten: 15:14 für Herten. Im zweiten Viertel zeigten dann die beiden US-Boys im Löwendress, warum sie so wichtig für ihr Team sind. Fakten gefällig? 11 Punkte Johnson, 5 Punkte Chones. Insbesondere Aufbauspieler Gary Johnson war zu keiner Zeit zu kontrollieren und traf schwierigste Würfe, trotz durchaus ordentlicher Verteidigung seines Rhöndorfer Pendants Gabriel Moore. Während er und Chones sich für den Löwenanteil der Hertener Punkte verantwortlich zeichneten, überzeugten die Dragons im Angriff durch ihr Kollektiv erfolgreich. Bereits acht Drachenspieler fanden sich zu diesem Zeitpunkt schon auf dem Spielberichtsbogen. Allerdings verpasste man die Möglichkeit durch einige leichtsinnig ausgelassene Korbchancen, die Führung zu übernehmen. So bedankte sich einmal mehr Johnson per Dreier fast mit der Pausensirene und erhöhte auf 37:31. Mit diesem Rückstand ging es für die Rheinländer in die Kabine - und schienen mit ihren Gedanken für den Rest des Spieles auch dort geblieben zu sein. Von der guten und engagierten Verteidigungsleistung war nämlich ab sofort nichts mehr zu sehen. Während Herten durch einfaches, strukturiertes Set-Play zu Punkten kam und die Drachen-Abwehr ein ums andere Mal düpierte, verbuchte die Truppe von Olaf Stolz reihenweise Ballverluste. Der Rhöndorfer Headcoach war ob der Leistung seiner Mannschaft sprachlos, fand im Anschluß aber dennoch die passenden Worte: “Wir haben uns in der ?2. Halbzeit vorführen lassen und uns viel zu spät gewehrt. Ich bin sehr ?enttäuscht von uns. Zur Zeit sind wir offensichtlich zu sehr abhängig von ?offensiven Erfolgserlebnissen im Spiel und können uns, wenn es da mal ?nicht so rund läuft, nicht über die Verteidigung um Spiel halten. Es tut ?mir leid für unsere Fans, die heute mitgereist sie. Sie hätten ein anderes ?Auftreten unseres Teams verdient gehabt.” Mit einem Rückstand von 24 Punkten und immer leiser werdenden Dragon-Fans ging das Stolz/Meiworm Team ins Schlussviertel, welches die Hertener Löwen zum Schaulaufen nutzten. Zwar konnten die Dragons ein wenig Ergebniskosmetik betreiben, doch dies änderte nichts an der deftigen Niederlage. “Herten hat gut und diszipliniert gespielt und unsere Fehler eiskalt bestraft. Wir haben es heute leider nicht geschafft wieder in einen positiven Rhythmus zu kommen. Jetzt stehen die nächsten beiden schweren Auswärtsspiele auf dem Programm. Wir haben in der kommenden Trainingswoche einiges zu besprechen und viel Arbeit in der Halle vor uns“, so Stolz.

Für die Drachen punkteten:
Tholey (DNP), Korp (2), Moore (11/2), Rojik (17/2), Malbeck (2), Lange (12), Thülig (6), Milovic (8), Dahl (DNP), Montag (7), Wohlfahrt-Bottermann (4)

Herten Löwen:
Stachula (4), Lukenda (DNP), Chones (21), Johnson (32/8), Fischer (DNP), Knoch (5), Schaffrath (0), Depta (DNP), Spalke (10), Fiorentino (6), Bals (DNP), Rosenthal (12/1)

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