Wild-Wochen im Chimära in der Bonner Altstadt

Der Charmeur tritt ab

Februar 8, 2010

PARTNERSCHAFT: Egbert Krahé übergibt das Ruder

Egbert KrahéEgbert Krahé ist einer von 18 „Krahes“ in Bad Honnef aber der einzige Krahé mit einem „accent aigu“ auf dem e, ausgesprochen: Kraheee. Darauf legt er besonderen Wert, zumal im Rheinland die letzte Silbe ja ganz gern „verschluckt“ wird. Auch ansonsten ist Egbert Krahé selbst, und nicht nur sein Name, unvergleichlich. Er spricht sechs Sprachen fließend. Unter anderen auch finnisch, sicherlich eine der schwierigsten Sprachen auf dem Globus, wenn man nicht eben in Finnland aufgewachsen ist. Krahé ist ein Charmeur der alten Diplomaten- Schule. Damen, oder wie er gerne sagt, Mädels, begrüßt und verabschiedet er mit einem formvollendeten Handkuss, ohne die Hand jemals mit dem Mund zu berühren. Krahé ist unglaublich altmodisch. Er hat immerhin eine Schreibmaschine. Und ein Telefon. Das war’s. Kommunikation geht auch so. Ohne Computer. Als Berufsdiplomat, nach dem humanistischen Abitur einem Konsulatspraktikum in Bonn und zwei Staatsexamen, war der gebürtige Kölner, Jahrgang 1936, 40 Jahre lang „unterwegs“ im Dienste der Bundesrepublik Deutschland. Istanbul, Helsinki, Den Haag, Amsterdam, Antwerpen, Mailand und Bratislawa hießen einige der vielen Stationen seines Berufslebens. Als stellvertretender Botschafter wirkte er in Neuseeland und als Generalkonsul in Göteburg. Seit 1997 lebt „de kölsche Jung“, geboren im „Bad Honnef“ von Köln, im Nobel-Vorort Lindental, „sehr glücklich“ im „echten Bad Honnef“, dort wo er vor knapp 50 Jahren mit seiner damaligen Freundin und heutigen Frau „heftigst geflirtet hat,“ wie er sich im Gespräch mit der HWZ schmunzelnd erinnert. Seit der Gründung des Partnerschaftskomitee Bad Honnef - Ludvika war er Erster Vorsitzender. Vergangenen Dienstag gab er mit seinem Vize Gundolf Seidel und Schatzmeister Paul-Hubert Schneider den Stab ab an die nächste Generation. Darüber mehr in der kommenden HWZ.

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