Drachen kommen über die Ziellinie
Dezember 9, 2008
Souverän war der Sieg in Nürnberg nicht, aber unter dem Strich steht mit dem 69:72 Auswärtserfolg für die Drachen nun der 11. Sieg in Folge. Zwei hohe Führungen, 14:29 (13‘) und 42:59 (29‘), reichten nicht für einen ruhigen Abend gegen engagiert und ohne Respekt aufspielenden Franken, die sich durch hartnäckige Verteidigung und entschlossene Angriffsaktionen wieder zurück ins Spiel brachten. Zwei erfolgreiche Freiwürfe von Fabian Thülig drei Sekunden vor Ende der Partie brachten die Entscheidung, der Verzweiflungsdreier des Kanadiers Ryan Steer fand sein Ziel nicht. Der Start der Drachen ins Spiel begann verheißungsvoll. Steal Thülig an der eigenen Freiwurflinie, der sein anschließendes Dribbling mit einem wuchtigen Dunking abschließt. Eine Minute später eine ähnliche Situation als Gabriel Moore mit feinem Pass hinter dem Rücken Joe Lange bedient, der sich ebenfalls per Slam Dunk zur 4:6 Führung bedankte. Aber der starke Aufbauspieler Sajmen Hauer hielt seine Mannen mit sieben Punkten zunächst im Spiel. Dann aber stand die RTV-Abwehr langsam besser, die Zone wurde für die starken Guards Hauer, Doreth und Steer dicht gemacht und die Distanzwürfe der Gastgeber fielen im ersten Viertel noch nicht. Als Konsequenz setze man sich langsam aber sicher ab und Headcoach Olaf Stolz nutzte die tiefe Bank, um den Startern Verschnaufpause zu geben. Ab der 23. Minute schlichen sich bei den Rhöndorfern aber einige Fehler ins Spiel. Leichte Ballverluste im Halbfeld führten zu Fastbreaks der Gastgeber, einfache Punkte waren die Folge. Spätestens beim 7:0 Lauf zum Abschluß der Halbzeit schien die Begegnung wieder völlig offen. Aber wer gedacht hatte, der erfolgreiche Wurf von Doreth mit der Halbzeitsirene wäre für die Hexer ein psychologischer Vorteil für den zweiten Spielabschnitt sah sich getäuscht. Das Gegenteil war der Fall, er wirkte eher wie ein Weckruf für die Dragons. Voll konzentriert und entschlossen kamen sie aus der Kabine. Offensiv spielte man nun so druckvoll und effektiv wie in den vergangenen Wochen, insbesondere unter den Körben wo Joe Lange und Chris Rojik ein ums andere Mal vollstreckten und einen 13:0 Lauf aufs Parkett legten. Mit einem komfortablen 16 Punkte Vorsprung ging es ins 4. Viertel, auch weil man sich nun der starken Verteidigung der Franken spielerisch entziehen konnte. Die jungen Hexer glaubten aber weiter an ihre Chance und veränderten die Aufstellung ihre Zonenverteidigung, was Wirkung zeigte. Die Drachen fanden weder die einfachen Anspiele unter dem Korb noch freie Würfe aus der Distanz. Zu allem Überfluß vertrat sich Aufbauspieler Moore den Fuß und mußte vorübergehend das Spielfeld verlassen. Zwei erfolgreiche Dreier von Ryan Steer und zwei Körbe von Sajmen Hauer später stand es plötzlich 62:66, mit noch vier Minuten auf der Spieluhr. Moore biß die Zähne zusammen und kam zurück auf das Parkett, Joe Lange vollstreckte zum 62:68. In der Folge sahen die rund 300 Zuschauer, darunter die 40 mitgereisten Dragons-Fans, eine echte Nervenschlacht, die hauptsächlich an der Freiwurfline ausgetragen wurde. Aber Franz Montag und Fabian Thülig behielten einen kühlen Kopf und eine ruhige Hand du brachten den Sieg nach Hause. Mit dem Ergebnis war Headcoach Olaf Stolz durchaus zufrieden, mit dem Spiel seiner Mannschaft diesmal aber nur bedingt. „Es war das erwartet schwere Spiel gegen eine aufopferungsvoll kämpfende Mannschaft aus Nürnberg. Wir hatten immer dann gute Phasen im Spiel, wenn wir den Ball offensiv schnell bewegt haben. Leider war das zu selten der Fall. Am defensiven Ende hat unsere Mann gegen Mann nicht gestimmt, was insbesondere von den Guards des Gegners gut ausgenutzt wurde und uns zudem einige Rebounds gekostet hat. Wir freuen uns über den Sieg, aber ich habe auch einige Sachen gesehen, an denen wir in der kommenden Woche und für die nächsten beiden Spiele arbeiten müssen. Ob die zwei Punkte teuer erkauft wurden werden wir allerdings erst in den nächsten Tagen wissen, wenn wir Genaueres über die Verletzung von Gabriel Moore wissen. Zumindest direkt nach dem Spiel sah sein Fuß nicht gut aus.“
Für die Drachen punkteten:
Raebel (4), Tholey (0), Moore (10), Rojik (18/1), Malbeck (6), Lange (15), Thülig (11/1), Montag (6), Winterhalter (2)
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