Dragons geben die richtige Antwort
Februar 16, 2009
Dank einem 77:65-Erfolg (42:43) über Erdgas Ehingen/Urspringschule bleibt SOBA Rhöndorf Spitzenreiter in der ProB. Gleichzeitig gaben die Dragons nach der bitteren Schlappe vom vergangenen Wochenende in Speyer die richtige Antwort: Das Team um Headcoch Olaf Stolz ist bereit um das Ziel Aufstieg in die ProA hart zu kämpfen. Die rund 650 Fans honorierten die engagierte Leistung der Drachen mit Standing Ovations.
Aber auch den Gästen aus Ehingen gebührte Respekt. Mit großem Selbstbewusstsein, strukturiertem Spiel und viel Energie machte die junge Mannschaft den Hausherren das Leben in der Defensive schwer. Vor allem Christian Standhardinger war kaum zu stoppen. Ob aus der Distanz oder unter dem Korb, der 19-Jährige traf, markierte in Halbzeit Eins 17 Punkte und bewies sein Ausnahmetalent. Dies nahm auch Bundestrainer Dirk Bauermann zur Kenntnis, der natürlich auch die anderen Juniorennationalspieler genau beobachtete. Zunächst war es aber Johannes Lange, der seine Dragons im Spiel hielt. Zwölf Punkte gingen in den ersten zehn Minuten auf sein Konto, womit er maßgeblich für die knappe Führung der Gastgeber verantwortlich war (22:20). Zu beginn des zweiten Viertels erwischte Ehingen den besseren Start und legten schnell fünf Punkte vor (14“ / 22:27). Rhöndorf ließ sich von dem Rückstand jedoch nicht aus dem Konzept bringen und fand über die lange Garde zurück in die Erfolgsspur. Es war die beste Phase von Jürgen Malbeck, der acht wichtige Punkte beisteuerte und die Dragons bis zur Halbzeitpause in Schlagdistanz hielt. Unmittelbar nach dem Seitenwechsel (22“) kassierte der Center-Routinier sein viertes persönliches Foul und die Fans befürchteten einen Knackpunkt. Doch es sollte ganz anders kommen: Beim Stand von 44:49 (25“) blies Gabriel Moore zur Attacke. Der US-Guard forcierte sechs Steals und klinkte alleine neun Zähler der 17-Punkte-Serie der Dragons ein. Damit setzten sich die Hausherren bis zur 29. Minute erstmals deutlicher ab (61:49). Auch, weil Ehingen nicht das richtige Rezept fand, Rhöndorfs Zonendeckung zu knacken. Der Weg zum Brett war dicht und die Würfe von außen verfehlten zumeist ihr Ziel. Auf der anderen Seite rauschten die wichtigen Distanzwürfe durch die Maschen. Savo Milovic feierte mit drei erfolgreichen Dreiern und insgesamt elf Punkten ein erfolgreiches Comeback nach langer Verletzungspause. Und wenn ein Versuch daneben ging, gab es da noch einen Jonas Wohlfarth-Bottermann, der die Abpraller einsammelte wie reife Früchte. Dem 18-Jährigen gelang ein bärenstarkes Debüt vor heimischer Kulisse. Am Ende standen für ihn 14 Rebounds und drei geblockte Würfe zubuche. Neben Szenenapplaus gab es berechtigtes Lob von höchster Stelle. „Mit Jonas Wohlfarth-Bottermann und Fabian Thülig spielen zwei junge Talente in Rhöndorf, die in drei bis vier Jahren die Perspektive haben in die A-Nationalmannschaft aufzusteigen“, lobte kein geringerer als der Bundestrainer. Im Schlussviertel brannte aus Sicht des Tabellenführers nichts mehr an. Rhöndorf wollten zwar nur noch 17 Punkte gelingen, Ehingen konnte daraus jedoch kein Kapital schlagen. Dafür versuchten es die Gäste zu oft mit der Brechstange, magere 14 Punkte waren die logische Konsequenz. Beim Spielstand von 70:56 vier Minuten vor dem Ende war die Partie frühzeitig entschieden. „Wir sind gut ins Spiel gestartet, haben im dritten Viertel dann ein paar Ballverluste zu viel gehabt und irgendwie war der Korb wie vernagelt“, meinte Ehingens Headcoach Ralph Junge. „Rhöndorfs Center Riege ist nicht zu verachten, die uns doch einige Probleme bereitet hat. Insgesamt bin ich jedoch nicht unzufrieden. Wir fahren ein Jugendprogramm und haben uns beim Spitzenreiter achtbar geschlagen. Zumal Mike Oppland durch einen Fersensporn stark gehandicapt war, der in unserem Team eine tragende Säule ist.“ Zufrieden zeigte sich natürlich auch Rhöndorfs Co-Trainer Jost Meiworm: „Man konnte spüren, dass alle Spieler darauf brannten die Schlappe von Speyer vergessen zu machen. Auch wenn spielerisch nicht alles so funktionierte, wie wir es uns vorstellten, die Einstellung stimmte hundertprozentig. Es war ein wichtiger Erfolg und ein guter Start in die schwere Serie, die uns mit Hannover, Crailsheim und Herten bevorsteht.“
Rhöndorf (Pkt./3er): Seb. Korp (1), Moore (23/1), St. Korb (2), Kovacev (3), Malbeck (10), Lange (17/2), Thülig (7), Milovic (11/3), Montag, Wohlfarth-Bottermann (3)
Ehingen (Pkt./3er): Adler (11/1), Dieterle, Standhardinger (20/2), Simon (6), Stuckey (6/1), Vargas (2), Isensee, Agne (3/1), Richards (3), Oppland (6)
Rhöndorf/Ehingen: Feldquote (41%/33%), 3er (6?23?/5?24?), Freiwürfe 15?22?/14?18?), Rebounds (28/25), Turnover (11/15), Assists (13/17), Steals (10/6), Blocks (6/2), Fouls (19/22)
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