"Ejal wat och passeet - et wäd jefiert"
Februar 25, 2009
KARNEVAL: Von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch. Ein Rückblick mit FK- Präsident Gerd Papenbrock
Die übelsten Fragen für mich in den letzten Tagen lauteten: „Na, hast Du auch schön gefeiert…,“ und: „Du hast uns doch fotografiert, warum sind wir nicht in der Zeitung…?“ Ansonsten ist alles schön. An Weiberfastnacht begann der Straßenkarneval 2009, der sich in Bad Honnef traditionell hinter einigen vier Wänden abspielt. Aber wie. Auch in dieser Session brannten die Hütten, von Resignation oder Rezession keine Spur. Gerd Papenbrock, Chef des Honnefer Festkomitees, weis warum: „Es war schon immer so, in schlechten Zeiten wird schöner und intensiver gefeiert.“ So geschah es auch im Rathaus. Dort wurde vom Personalrat im Foyer „Wally´s Dschungelcamp“ eingerichtet. Die Chefin selbst war arg erkältet und hatte nur einen Wunsch: „…holt mich hier raus!“ Rauskommen oder gar reinkommen war überhaupt nicht so einfach, am Tage der Weiber, im Hontes, im Vierkotten, im Club Pseudonym kaum möglich. Im Seminaris feierten die Löstigen ihre Party, dort war es dagegen recht übersichtlich. „Proppenvoll“, konnten einmal mehr die Selhofer Karnevalisten aus dem Saale Kaiser melden. Mein Auslandskorrespondent D.J.H. Klein aus den Sieben Bergen berichtete frohlockend über ein radedolles Bürgerhaus in Aegidienberg. Dann am Freitag- Abend ging die Post ab, die oberjecke, bei den Brethauers in Rhöndorf. Alle die noch gehen konnten, schlugen dort auf, inklusive Spielmänner und Tanzcorps, umfallen unmöglich. Etabliert hat sich Karnevalsfreitag ebenfalls die Halt Pol-Jugendparty im Hontes. Dazu der FK- Präsident: „Die Honnefer Karnevalisten machen eine vorzügliche Jugendarbeit. In allen Vereinen. Bei der Party im Hontes gibt´s Ausweiskontrolle und verschiedenfarbige Bändchen für die unterschiedlichen Altersgruppen. Die Mitglieder des Elferrats haben alles unter Kontrolle und sie bieten spät Abends einen Fahrservice an.“ Papenbrock ist stolz: „Unsere Karnevalisten sind eine große Familie geworden. Es gibt keinen Zoff mehr untereinander, so wie früher.“ Das ist weithin sichtbar geworden, besonders in dieser Session: Eigengewächse treten längst auch bei anderen Gesellschaften auf. Der Karnevalssamstag steht im Zeichen der Marktschau im Schatten des Rathauses. Quasi ein Testlauf für den Zug, denn: „Es ist schon erstaunlich und eigentlich ganz untypisch für Honnefer, dass sie auch bei fiesem Wetter vor die Tür gehen und feiern,“ sagt Papenbrock. Der Rathausplatz war sehr gut gefüllt, die Musikanten und Corps auf der Bühne sorgten für eine prima Stimmung und neben Bier gab´s Glühwein. Im Rathaus tagte das Narrengericht, zuvor schwappte eine Verhaftungswelle durch die Stadt. Die Geschäftsleute, so Papenbrock, zeigten sich in diesem Jahr erfreulich spendabel. Sonntag. Nieselregen. Acht Grad. Null Sonnesching. De Zoch kütt. Und wieder dieses Phänomen: „Die Jecken strömten auf die Straßen, es war knubbelvoll.“ Im Zug: 37 Abteilungen. Mehr Wagen und Fußgruppen als bisher. Honnefer han de Sonnesching im Hätz. Devise: „Es gibt kein schlechtes Wetter…“ Nach dem Zug ging´s mit der Jeckenfamilich ab ins Seminaris Hotel zur After Zoch- Party. Nach gewissen Anfangsschwierigkeiten hat sich auch diese Party so richtig etabliert. Übervolles Haus, meldete Direktor Gerdes, der nicht nur an der Theke aushelfen mußte, sondern auch in der Spülküche. „Die Jecken haben uns überrannt.“ Tanz in allen Sälen, ein DJ mitten drin, und immer wieder Einlagen der Spielmänner aus Honnef und Selef. Ein schmackhaftes Rezept. Das schmeckt der Jeckenfamilich immer besser. Montag glitt der kleine aber feine Karnevalszug durch Selhof. Kurz vor dem Start hörte der Regen auf. Ist Petrus doch ein Selhofer? Oder ein Aegidienberger? Der prächtige Zug der Bergbewohner war ein glänzender Abschluss der Session 2009, der natürlich bei der After Zoch- Party im Bürgerhaus heftig gefeiert wurde. Nun ein Fazit: Die Session ist von Beginn an fabelhaft verlaufen, sagt Papenbrock. Keine bösen Zwischenfälle, keine Schlägereien. Alle Gesellschaften zeigen sich im Rückblick zufrieden. Nur die KG Löstige Geselle nicht wirklich. Ihr neues Konzept, Sitzung mit Spitzenkräften am Nachmittag und gleich darauf Party im Kursaal, hat zumindest beim ersten Mal noch nicht richtig gezündet. Die Anhängerschar der Löstigen, geschätzte und vielfach gezählte 200 Jecken, kann einen Kursaal nicht wirklich füllen. Gestern gab Heinz Arenz, langjähriger Präsident der KG Löstige Geselle, seine Präsidentenkette ab. Das war seit Jahren so geplant. Auf die Nachfolge dürfen wir nun gespannt sein. | bö
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