GEDANKEN: Mit dem Rauchverbot geht eine Ära zu Ende. Eine neue Zweiklassengesellschaft beginnt!
Juni 23, 2008
„Spiel nicht mit den Nichtraucher-Kindern“
Es wird in ein paar Tagen wahr werden, dass eine Gruppe von 20.000.000 Menschen in diesem Lande ausgestoßen wird:Raucher! Logisch: kein Schwein darf mich kritisieren, weil ich Moslem, Christ, Schwarz, Weiß, Gelb oder eine Rechte Sau bin. Aber als Raucher werde ich quasi ab dem 1.Juli vor die Tür gesetzt. Wohin das alles führt, liegt auf der Hand: Man bleibt künftig unter sich. Raucher lernen nur noch Raucher kennen, haben Rauchfreunde und treffen sich in Raucherräumen: In the Ghetto! Und da Raucherpärchen
bekanntermaßen bevorzugt Raucherkinder zeugen, ist eine Abspaltung unvermeidlich und für die Zukunft zementiert: Die Bruchlinie der modernen Gesellschaft verläuft nicht mehr zwischen Arm und Reich, sondern zwischen Nichtrauchern und Rauchern. Vermutlich wird es in ein paar Jahren nicht nur Raucherkneipen geben, sondern auch eigene Krankenkassen, Verkehrsmittel und Schulen. „Spiel nicht mit den Nichtraucherkindern“, geben besorgte Eltern aus Raucherstadtteilen dann ihren Sprösslingen mit auf
den Weg. Dass eine Raucherpartei in den Bundestag einzieht, ist nur eine Frage der Zeit, genauso wie der Raucherstaat im Staate, natürlich finanziert von der Tabakindustrie.
Was war das doch früher, so um die 40 Jahre ist das her, noch so schön. Wir erinnern uns wie sexy rauchen war: Der junge Blacky Fuchsberger lümmelt sich in seiner Paraderolle als Inspektor Higgins auf einer großen Couch. Neben ihm, Kopf an Fuß und leicht bekleidet, Sophie Hardy alias Alice Penton („Higgi, wann heiratest du mich endlich?“) mit Kippe in der Hand. Weil er sie nicht beachtet, lieber in der Zeitung
von den neuesten Schandtaten des „Hexers“ liest, steckt sie sich die Zigarette zwischen die lackierten Zehen und brennt ihm ein Loch in die Zeitung. Higgi sieht es, nimmt einen kräftigen Zug aus der Lulle und dann die schöne Alice auf dem Kanapee. Ein damals noch ganz natürlicher, prüder Bildschnitt bewahrte uns vor Einzelheiten. So war das damals in den 60ern, als „Der Hexer“ in die Kinos kam, die damals noch voll besetzt und voll verraucht waren. Da war der blaue Dunst noch hocherotisch: Für die Frauen ein Zeichen von Selbst-bestimmung und Verruchtheit, für die Herren eine prima Penisverlängerung (8,5 Zentimeter!). Jeder, der es sich leisten konnte, der rauchte: In den Wohnkommunen qualmten sich die jungen Hippies die freie Liebe schön, die Bürgerlichen frönten dem neuen Wohlstand in verrauchten Tanzlokalen.Sprüche wie „Madame, darf ich Ihnen Feuer geben?“ führten noch ohne langes Drumherum manchmal direkt auf die schmale Rückbank des Käfers. So war das!
Und heutzutage, in Zeiten von Life- Balance- Diktatur und staatlich verordnetem Gesundheitsschutz? Wo sture Wiesbadener einen verdienten Altkanzler wegen ein paar Rauchwölkchen vor den Kadi ziehen wollen und eine ballaststoffgestählte Gesundheitsmafia den Ton angibt. Da schmecken Raucher nur noch wie Aschenbecher, sie sind charakterschwach, süchtig, allesamt Verlierer und gehören daher vor die Tür. Keine Spur mehr von Erotik. Die Zigarette, der alte Schlüpferstürmer, ist heute so sexy wie ein Schwabbelbauch im zu engen T- Shirt. Aber schauen wir uns das Wort „Nichtraucherschutz“ doch einmal ganz genau an. Heißt: Wir Raucher sollen vor den Nichtrauchern geschützt werden. Quasi so wie der Hochwasserschutz Schutz vor Hochwasser bedeutet. Nichtraucher haben bisher auf unsere Kosten gelebt. Wir haben schwer für unsere Sucht bezahlt, wir sterben früher,und die Nichtraucher, die Geizigen, konnten kostenlos mit schnüffeln. Das ist nun vorbei. Der Stacheldraht wird wieder ausgepackt: Hüben die Raucher, drüben die Nichtraucher. Thekengemeinschaften werden getrennt. Kneipenwirte vereinsamen.
Bald wird Alkohol in Kneipen verboten. Alkohol ist ungesund. Zucker gehört auf die Verbotsliste: Schwer ungesund! Auto fahren kann Menschen töten! Weg damit! Und: Wir dürfen den ganzen Tag auf der Straße herumlaufen und Tonnen von Autoabgasen einatmen. Zuhause oder auf der Arbeit neben einem Drucker
sitzen und Feinstaub vom Feinsten durch den Riechkolben reinziehen. Das geht noch. Noch! Wie blöd sind eigentlich Gesetze? Lesen Sie in der nächsten Ausgabe der HWZ in welchen Honnefer Restaurants und
Kneipen Rauchen noch möglich ist!
Umfrage: Die erste Bilanz
Seit Anfang des Jahres dürfen Raucher in verschiedenen Bundesländern ihrem Laster nicht mehr in Kneipen,Clubs und Restaurants nachgehen. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) hat nun eine erste Bilanz gezogen: Viele Wirte beklagen deutliche Umsatzrückgänge. Fast die Hälfte (48 Prozent) der befragten 1.400 Gastronomen leiden unter nachlassenden Geschäften in Folge der Verbannung des blauen Dunstes, so das Umfrageergebnis des DEHOGA. Zweidrittel dieser Betroffenen
geben an, deutliche Einbußen von über 10 Prozent hinnehmen zu müssen. Einen Mehrumsatz – etwa durch Kunden, die zuvor aufgrund verqualmter Räumlichkeiten ferngeblieben waren – kann jeder zehnte Betreiber von Kneipen, Bars oderDiskotheken für sich verbuchen. Entspannter zeigt sich die Lage im Geschäft mit Übernachtungen:für rund zwei Drittel (63 Prozent) der Hotels, Motels und Pensionen ergeben sich laut der Erhebung keine Nachteile aus dem Verbot. Bei den Hoteliers, die durch das Nichtraucherschutzgesetz Ausfälle hinnehmen müssen (26 Prozent), fallen die Rückgänge zudem geringer
aus als bei Kneipen und Bars. Während der Verband weiter gegen ein absolutes Rauchverbot argumentiert, sind mehr als die Hälfte der Deutschen dafür, das Gesetz in seiner jetzigen Form beizubehalten. Auch bei den Tabakkonsumenten wirkt der Nichtraucherschutz bereits – die Zahl der
Raucher ist seit Beginn des Jahres um 15 Prozent zurückgegangen.
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[…] wirklich so? Jeder Raucher hat sich doch irgendwann einmal > aktiv und bewußt für das Rauchen entschieden. Das werden wohl die wenigsten gewesen sein. > aber alle […]