Wild-Wochen im Chimära in der Bonner Altstadt

Herzöge verpassen Drachen erste Heimniederlage

Januar 7, 2009

Aus dem erhofften Weihnachtsgeschenk für die Dragons-Fans wurde nichts. Wolfenbüttel verpasste SOBA Rhöndorf die erste Heimniederlage der Saison. Die Herzöge kontrollierten die Begegnung über weite Strecken clever und legten einen verdienten „Start-Ziel-Sieg“ hin (84:89, 43:43). Der Gäste-Coach Mahmut Ataman brachte es unmittelbar nach der Schlusssirene absolut treffend auf den Punkt: „Heute war es für alle Spieler nicht leicht den richtigen Spielrhythmus zu finden!“ Sein Team fand sich – in der durch viele Pfiffe unterbrochene Partie – jedoch von Beginn an den entscheidenden Tick besser zurecht. Während die Herzöge mit viel Engagement loslegten, wirkten die Dragons sichtlich müde und waren in Offensive wie Defensive oft eine Sekunde zu spät dran. Die deutliche 22:8-Führung der Herzöge nach acht Minuten war die logische Konsequenz. Doch die dezimierten Hausherren, die neben den drei Langzeitverletzten auch auf den erkrankten Gianluca Reabel verzichten mussten, bewiesen einmal mehr großes Kämpferherz. Gerade zwei Minuten waren im zweiten Viertel absolviert, als sich die Dragons bis auf vier Zähler heran gebissen hatten (26:34). Nach einem erfolgreichen Dreier von Gabriel Moore betrug der Rückstand aus Rhöndorfer Sicht nur noch drei Punkte (35:38) – die erste Führung des Tabellenführers lag in der Luft. Doch daraus wurde nichts. Dafür gab es aus Sicht von Headcoach Olaf Stolz zwei zentrale Gründe: „Wir haben dem Gegner zu viele Offensiv-Rebounds und somit zweite Chancen gestattet. Zudem hatte Wolfenbüttel stets die richtigen Antworten parat und gescort.“ Im Gegensatz dazu schien für die Drachen der Korb schier vernagelt, als es darum ging, das Spiel zu ihren Gunsten zu kippen. Dazu bot sich den Hausherren gleich mehrfach die Gelegenheit. Doch immer dann, wenn man in Schlagdistanz war, wollten die Big Points nicht fallen. Auf der anderen Seite schlugen die Herzöge gnadenlos zu. Allen voran Frank Theis, der mit 27 Punkten zum unangefochtenen Topscorer der Partie avancierte. „Es waren genau die Momente, die richtig weh taten und uns jedes Mal ein Stückchen wichtiger Energie nahmen“, rekapitulierte Olaf Stolz. Energie, die augenscheinlich in der Crunchtime fehlte. Denn auch in der Schlussminute, Chris Rojik hatte nochmals mit einem Korbleger auf 82:85 verkürzt, schien für die Dragons alles möglich. Leider leisteten sich die Gastgeber ausgerechnet in dieser Phase die Ballverluste 23 und 24. So konnten sich die Herzöge sogar zwei „Fahrkarten“ bei sechs Freiwurfversuchen ungestraft erlauben. Die letzten beiden Punkte von Fabian Thülig, mit 20 Punkten eifrigster Korbjäger der Dragons, waren nur noch Ergebniskosmetik. Ebenso gingen in Anbetracht der Niederlage, die beiden bemerkenswerten Double-Double von Chris Rojik (17 Ptk. + 10 Rebs.) sowie Jürgen Malbeck (10 Pkt. + 10 Rebs.) unter. „Auswärts sind wir immer stark, weil für uns dort der Druck wohl geringer ist, als vor heimischer Kulisse“, meinte Mahmut Ataman. „Entscheidend war aus meiner Sicht, dass wir an uns geglaubt und zu keinem Zeitpunkt die Kontrolle über das Spiel verloren haben, was mich schon sehr stolz macht.“ Olaf Stolz wog sein Team durch das verkorkste erste Viertel frühzeitig auf der Verliererstraße. „Unser Rhythmus war nachhaltig gestört. Außerdem haben wir heute den Preis für die zahlreichen Verletzungen der letzten Monate zahlen müssen, einige Spieler wirkten schon sehr müde“, gab der Dragons-Coach zu Protokoll. „Was die Leistung des Gegners jedoch nicht schmälern soll, Wolfenbüttel hat völlig verdient gewonnen. Es ist ganz normal, das gegen den Spitzenreiter jedes Team besonders motiviert auftritt. Da erwarten uns in der Zukunft noch viele harte Begegnungen. Entsprechend froh sind wir, dass jetzt ein paar freie Tage folgen, um physisch und psychisch ein wenig regenerieren zu können.“

Rhöndorf (Pkt./3er): Tholey, Moore (10/2), Rojik (17/1), Malbeck (10), Lange (17/1), Thülig (20/1), Tratnjek, Montag (10)

Wolfenbüttel (Pkt./3er): Whitman (11), Grauel (10/2), Gayle (15/4), Theis (27/3), Knopke (12/1), Pink (1), Anthony (11), Sheard (2)

Rhöndorf/München: Feldquote (46,6%/41,2%), 3er (5?14?/10?22?), Freiwürfe 25?32?/23?33?), Rebounds (37/29), Turnover (24/14), Assists (9/8), Steals (8/8), Blocks (2/1), Fouls (28/24)

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