großARTig: 30. November 2007
November 30, 2007
Meine sehr verehrten Damen und Herren,
eigentlich wollte ich hier mit Ihnen gemütlich über Weihnachtsplätzchenrezepte plaudern, aber es ging quasi dermaßen viel ab in der Woche, Sie werden das gar nicht glauben wollen. Ehrlisch!
Es wurde gebrüllt, geschrien, ja, es ist fast zu einer Schlägerei gekommen. Wo? Im ehrwürdigen Weinhaus Steinbach zu Rommersdorf-Bondorf, dem beschaulichen Ortsteil. Beobachter der Versammlung des Bürgervereins der dort tagte trauten ihren Ohren und Augen kaum. Der alte Vorstand brüllte den Neuen an und der neue Vorstand den Alten. Und nun ist der neue Vorstand, Peter Mohr, zurück getreten.
Aufgestaute Aggressionen sollen sich da wohl mächtig entladen haben. Vereinsleben find ich prima. Apropos: Der Kur- und Verkehrsverein seit Jahrzehnten ohne Kurs und Verkehr – zuckt wieder: In der kommenden Woche findet eine Versammlung statt.
So, jetzt arbeite ich mal meine Merkzettel ab: Bürgermeisterinkandidatin Cornelia Nasner, CDU, hat vergangene Woche alle Haushalte mit einem Prospekt beglückt. Nachdem ich das gelesen hatte, konnte ich frohlocken: Keinen Satz gefunden, den ich nicht schon 100 Mal gehört hätte war darin zu lesen. Auch: Bad Honnef sei kein Sanierungsfall! Jubeeel! Am gleichen Tag mahnt der Kölner Regierungspräsident einen unverzüglichen Sanierungsprozess an, den der Bürgerblock im Rat(los) vergeblich eingefordert hatte. Dumm gelaufen. Sehr oft kommt in dem Prospekt – gestaltet in Bonn, nicht in Bad Honnef – das Wort „bedauern“ vor. 1.000 Jahre war ihre Partei an der Regierung, nun geht alles den Bach runter, und Frau Kandidatin bedauert das. Cool, sehr cool. Wir lesen: Haushaltsprobleme müssen gelöst werden. Rrrrischtisch! Aber: Wie, wie, wie? Frau Nasner,wie? Ich bin schon mal sehr gespannt auf das Prospekt von der SPD. Ich lach mich jetzt schon mal weg, quasi rein prophylaktisch.
Nun der Knaller: Bürgerblock, FDP und FWG haben ja per Stellenangebot einen knallharten Sanierer-Bürgermeister gesucht und wohl auch gefunden. Son jungen Typen, 44 Jahre alt, drei Kinder, stahlblaue Augen. Entschuldigung, das ist jetzt mal nur eine Vermutung. Und Frau Drenker wird den
Kandidaten an die Hand nehmen und mit ihm einen Stadtrundgang machen, damit der mal sieht, was hier abgeht. Und dann wird saniert: Räte und Verwalter raus aus dem Rathaus und rein mit einem Vollversorger inklusive vorhandener Tiefgarage. Der Sanierer, nennen wir ihn Bruce, wird sich mit einer
Kettensäge bewaffnen und in Pollertown Selhof alle Poller abrasieren, damit die Linzer Straße wieder Luft bekommt und er wird auch die Innenstadt von den Pollern befreien, damit die Einzelhändler wieder parkende Kunden bekommen. Bruce wird im Business Park eine Wellness-Landschaft mit einem Hotel
bauen lassen. Bruce wird den Park der Villa Merkens in einen Nationalpark umwandeln. Bruce wird jeden Morgen zwischen sechs und sieben Uhr mit Peter Wirtz joggen und dabei werden die Probleme der Region gelöst. Bruce will es! Frau Nasner schreibt: Wir brauchen einen attraktiven Lebensmittelanbieter in der
Innenstadt… ich habe keine Tränen mehr, meine sehr verehrten Damen und Herren, ich gehe jetzt an die Theke m.V.und frische meinen Feuchtigkeitshaushalt auf.
Ich wünsche Ihnen ein feucht- fröhliches Wochenende. Advent, Advent, ein Lichtlein brennt…
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