Wild-Wochen im Chimära in der Bonner Altstadt

In vielen Bereichen werden Akzente gesetzt

Februar 5, 2010

RÜCKBLICK: Die Nullerjahre sind vorbei. Der Versuch einer Beschreibung. Heute das Jahr 2007 | Helmut Böndel |

Angela Merkel besucht Adenauers GrabHans Müller und Georg Pfirrmann gründen „Pro Bad Honnef“Pfarrer Lurz wird verabschiedet40 Jahre Pütz und Klosssieben Gastronomen auf einen Streichein London-Taxi geht an den StartHermann Josef Nolden übernimmt das DrachenfelsrestaurantPeter Scholl Latour in der Buchhandlung WerberBöse Blicke vom KnöllchenschreiberlingFlorian Schütz kauft die FHdas Deutsch Französische Jugendwerk wird abgerissenAndreas Roschlau wird Chef vom StadtjugendringPeer Steinbrück wird AalkönigMichael Hartmann rückt in den Sparkassenvorstand aufKommissar Hans Stümper geht in den Ruhestanddas Organisationsteam der TurnjugendmeisterschaftenDie Lage der Honnefer Politik im Jahre 2007 ist schnell beschrieben: „So kann es nicht mehr weiter gehen,“ sagt der Regierungspräsident. „Bad Honnef ist kein Sanierungsfall“, sagt CDU-BM-Kandidatin Cornelia Nasner. Bürgerblock, FDP und FWG werden dagegen einen „Sanierer“ als BM-Kandidaten ins Rennen schicken. Neben der Politik hat sich 2007 dennoch einiges bewegt in der Stadt. Pfarrer Lurz, KSIChef Joachim Sikora, Sparkassenchef Wilhelm Bier und Polizeihauptkommissar Hans Stümper verabschieden sich in den Ruhestand. Michael Hartmann wird in den Vorstand der Stadtsparkasse berufen. Dr. Florian Schütz ist neuer Inhaber der Fachhochschule. Bundesminister Peer Steinbrück wird Honnefer Aalkönig. Einer der beliebtesten Stadtpolitiker stirbt überraschend: Günther Goertz. Groß gefeiert wird das 40ste Firmenjubiläum von Pütz und Kloss sowie das 40ste Priesterjubiläum von Dr. Herbert Breuer. Bundeskanzlerin Angela Merkel besucht Rhöndorf anlässlich des 40sten Todestages von Konrad Adenauer. Bad Honnef hat 2007 einmal mehr Menschen aus der gesamten Region bewegt: 4.000 bei Rhein in Flammen, 4.000 beim WDR-Schlager- Express, 6.000 beim GA-Wandertag. 2.500 junge Sportler kommen zu den Turnjugendmeisterschaften in die Stadt. 10.000 Besucher schlendern über den Martinimarkt. Engagement wird belohnt: Die FH boomt, der Seminaris Kongresspark ebenso wie der HIT Markt. Hier wie dort werden innovative Ideen nicht nur erwogen sondern zügig und erfolgreich umgesetzt. Das kann von der Politik einmal mehr nicht behauptet werden. Erstmals haben sich Studenten der Internationalen Fachhochschule Bad Honnef · Bonn aufgemacht, um sich wissenschaftlich mit der Stadt zu befassen. Basierend auf einer Umfrage, die in der Innenstadt und rund um den HIT Markt stattfindet, wird eine Bestandsaufnahme gemacht. Mit den Ergebnissen entwickelt eine studentische Arbeitsgruppe ein Konzept, das es in dieser Form noch nie gegeben hat: basierend auf Fakten und nicht wie bisher überwiegend basierend auf Hoffnungen oder alt her gebrachter Meinungen. Erste Reaktionen zeigen, dass Bürger der Stadt ein völlig anderes Bild zeichnen, als das erquälte, so genannte Leitbild, dass seit seiner Erstellung wo auch immer schlummert. Bürgern scheint das Wohl und Wehe der Stadt näherer am Herzen zu liegen, als so manch ein Stadtpolitiker glaubt. „Katastrophale Orientierungslosigkeit“ wird der Politik durch die Bank bescheinigt. Der Ausdruck „Entscheidungsunfähigkeit“ fällt auffallend oft im Zusammenhang mit der momentanen politischen Arbeit vor Ort. Was gefällt? Klar: Die Lage. Die Landschaft. Die Insel. Aber: alles sei hoffnungslos verdreckt! Dennoch: Die Hoffnung stirbt auch 2007 noch lange nicht. Bei einer kleinen Umfrage haben wir Ende 2007 den Satz ergänzen lassen: „ 2008 wird ein gutes Jahr, weil…“. „… die Stimmung bei Honnefer Unternehmern und Bürgern gut ist,“ sagt Goldschmied und Einzelhandelskoordinator Georg Zumsande. „Sieben Großveranstaltungen stehen 2008 auf dem Programm. Die Gemeinschaft der Honnefer Einzelhändler ist gut aufgestellt. Ich hoffe, dass sich Politik und Verwaltung hinter uns stellen und das 2008 alles getan wird, um die Honnefer Innenstadt zu stärken. Ich bin da guten Mutes.“ Optikermeister Heinrich Beth, Sprecher der IHK, sagt: „Der Unternehmer-Optimismus bei uns reißt auch 2008 nicht ab. Wir sind aktiv und packen an.“ Jörg Pütz, Mitinhaber des Honnefer HIT Marktes und Präsident der KG Halt Pol erklärt: „Ich freue mich auf 2008 und die anstehenden Herausforderungen. Nach 10 Jahren wird der „neue HIT“ grundlegend umgebaut und auf den modernsten Stand gebracht. Ich freue mich auf eine fröhliche Karnevalssession und auf einen hoffentlich sonnigen Sommer, damit wir die herrlichen Seiten unserer schönen Stadt in vollen Zügen genießen können.“ Walter Löbach, Inhaber der Firma Retz, freut sich auf die Stadtfeste: „Die bringen Schwung in die Stadt. Ich hoffe aber auch, dass Verwaltung und Politik die Probleme der Innenstadt in den Griff bekommen.“ Elektromeister Jürgen Behr, Honnefer Schützenkaiser sagt: „Es kann ja alles nur noch besser werden. Ich freue mich auf das Rauchverbot und auf die Bierpreiserhöhung.“ Alois Klein, Dachdeckermeister, stellt fest: „Wenn es nicht schlimmer wird, dann bin ich zufrieden. Ich werde aber wohl meinen Bierkonsum einschränken.“ Auch Axel Schmidt sieht positive Zeichen: „Von der Gesamteinschätzung her denke ich, dass 2008 positiver verläuft als 2007. Allein schon daher, weil die Arbeitslosenzahl gesunken ist. Damit ist mehr Bargeld im Umlauf, und das geht erfahrungsgemäß in den Konsum. Trotzdem, in der Innenstadt fehlt ein Magnet. Die Kundenfrequenz lässt immer mehr nach.“ Ob 2008 hält, was sich die Honnefer Unternehmer erhoffen, das lesen Sie in der kommenden Ausgabe der HWZ.

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