JUBILÄUM: Die Drachenfelsbahn wird 125 Jahre alt - Teil 1
März 28, 2008

2,5 Millionen Kilometer zurückgelegt
Jürgen Limper, Chef der Drachenfelsbahn, ist in seinem Element. Er kennt die „alte Dame aus Stahl“ in und auswendig. Er kennt jede Schraube, er kennt jedes Wehwehchen, das konnte er der Presse Anfang des
Jahres schon mehrfach mitteilen. Der Grund: die Drachenfelsbahn wird in diesem Jahr 125 Jahre alt. Das Interesse der bundesweiten Medien ist daher riesengroß. Klar, dass im Jubiläumsjahr gefeiert wird. Große Ehre: Ende Juni kommt eine Drachenfelsbahn-Sonderbriefmarke auf den Markt. Im Frühsommer wird das Jubiläumsmagazin präsentiert. Am 17. Juli findet eine Jubiläumsparty statt, mit geladenen Gästen. Am 20.Juli präsentiert der Bonner Generalanzeiger einen Familiensonntag rund um die Drachenfelsbahn.
Die Geschichte: Am 12. August 1881 stellte die „Deutsche Lokal- und Straßenbahngesellschaft“ den Antrag zum Bau einer Bergbahn zum Gipfel des Drachenfelsen. Am 29. August 1881 wurde die Konzession hierfür erteilt. Die Gesellschaft hatte Erfahrungen im Betrieb mit Pferde- und Dampfstraßenbahnen. So betrieb sie Anlagen im Ruhrgebiet, Chemnitz und zwischen Mönchengladbach und Rheydt. Planung und Vermessungsarbeiten dauerten bis in den Herbst 1882. Die Drachenfelsbahn wurde als Touristenbahn konzipiert. Als Vorbild nahm man die Dampfzahnradbahn zum Rigi in der Schweiz. Die Rigi-Bahn ist die älteste Zahnradbahn in Europa. Entworfen und gebaut wurde sie von Ingenieur Riggenbach. Dieser findige Mensch hatte genau in der Mitte zwischen den üblichen Schienen eine Zahnstange mit 100 mm Teilung verlegt, gut verankert und sicher auf der Schwelle. In diese Zahnstange paßt exakt die Zahnung eines Rades, das die Lokomotive als drittes Rad an ihrer Treibachse führt. Mit den Bauarbeiten begann man Anfang November 1882. Die Strecke verlief von Königswinter aus, den nordwestlichen Berghang hinauf, bis zur Ostseite des Gipfelplateaus. Bei einer Länge von 1520 m war ein Höhenunterschied von 220 m zu überwinden. Die Streckenführung ist bis heute unverändert geblieben.
Während man den Oberbau legte, erstellte eine Esslinger Maschinenfabrik die benötigten Betriebsmittelnach den Plänen des Ing. Riggenbach. Es wurden drei Lokomotiven und sechs Personenwagen mit je 40 Sitz- und sechs Stehplätzen gebaut. Die Lokomotive wurde so ausgelegt, dass sie zwei vollbesetzte Personenwagen mit einem Eigengewicht von zusammen 8,2 t mit einer Geschwindigkeit von etwas mehr als 10 km/h den Berg hinaufdrücken konnte. Offizielle Abnahme der Bahn war am 7. Juli 1883 durch einen Regierungskommissar. Die erste Personenfahrt führte man am 13. Juli 1883 durch.

Gäste dieser Fahrt waren die Frauen von prominenten Persönlichkeiten. Einige Tage durften nun die Ehrengäste Bahnund Anlagen für sich beanspruchen. Dann endlich war es soweit. Am 17. Juli 1883 wurde
die Bahn feierlich eröffnet. Bis zum Sommer 1908, also nach 20 Jahren, hatte man schon 2.572.255 Personen befördert. Im März des Jahres 1913 trennte sich die „Deutsche Lokal und Sraßenbahngesellschaft“ von ihrem Bergbahnunternehmen. Neuer Besitzer der Drachenfelsbahn wurde Ferdinand Mülhens, Inhaber des weltbekannten Hauses „4711“. Er vereinigte die Bahn mit der Petersbergbahn zum Unternehmen „Bergbahnen im Siebengebirge AG“. Der Gründungstag der B.i.S.AG war der 13. Juli 1923. Die Petersbergbahn war 1888 mit 250.000 Mark Gründungskapital entstanden. Am
20. April 1889 ging sie in Betrieb mit zwei Lokomotiven und wegen der starken Steigung nur mit je zwei Vorstellwagen. Betrieb war jeweils von Ostern bis Ende Oktober. Ab 1938 wurde nur noch einspurig und ohne Kreuzungsbetrieb gefahren. Die Bahn war in den Kriegsjahren geschlossen. Nach dem Krieg diente sie den Alliierten als Transportmittel für ihr Hauptquartier im Hotel Petersberg. Am 20. August 1952 nahm die Bergbahn den öffentlichen Bahnbetrieb wieder auf. Fortsetzung folgt . . .
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