Lebensmittel im Fokus der Öffentlichkeit
Dezember 30, 2011
Käse, der nur wie Käse aussieht, aber in Wirklichkeit eine Masse aus Pflanzenfett ist – derartige Funde machen die Kontrolleure der Abteilung Verbraucherschutz im Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Rhein-Sieg-Kreises zuweilen, wenn sie Gaststätten und Imbissbuden überprüfen. Als Jahresschwerpunkt hatte sich die Abteilung in diesem Jahr nämlich nicht nur die Überprüfung von Flohmärkten auf die Fahne geschrieben, sondern ging in Gaststätten und Imbissbuden verstärkt auf die Suche nach Imitaten von Käse, Schinken und Krebsfleisch. „Unsere Kontrolleure schauen sich an, wie die Speisen in der Karte gekennzeichnet sind und überprüfen dann, ob auch wirklich drin ist, was drin sein sollte“, so Dr. Johannes Westarp, Leiter der Abteilung für Verbraucherschutz. In 12 Betrieben wurden die Kontrolleure fündig. Die Täuschung der Verbraucher wird mit einem Bußgeld geahndet.
Die ordnungsgemäße Lagerung von Hackfleisch in Kühltheken von Supermärkten wurde im Rahmen eines weiteren Schwerpunktes kontrolliert. Hier gab es eine durchaus positive Bilanz. Nur in zwei Fällen wurden die vorgeschriebenen max. +2°C überschritten und folglich wurde angeordnet das Hackfleisch aus dem Verkauf zu nehmen.
Insgesamt 4.464 Kontrollen führten die neun Lebensmittelkontrolleure/ innen, zwei Kontrollassistentinnen und drei Tierärzte/innen des Rhein-Sieg-Kreises routinemäßig im Jahr 2011 durch und entnahmen bis Mitte Dezember 2011 3.276 Lebensmittelproben. Viel Energie steckten die Mitarbeiter beim Verbraucherschutz auch in die Suche nach dem EHEC-Keim, dessen Auftreten im Mai 2011 ganz Deutschland in Atem hielt. Über einen Monat lang zog sich die akribische Suche nach dem Verursacher der zahlreichen EHEC-Infektionen hin. In täglichen Dienstbesprechungen wurde die sich ständig ändernde Sachlage erörtert und Pläne für die Einsätze im Außendienst abgesprochen. Am 10. Juni 2011 konnten dann endlich und zum ersten und bundesweit einzigen Mal in einer Packung Sprossen, die sich im Kühlschrank eines Haushaltes von Erkrankten im Rhein- Sieg-Kreis befanden, der EHEC-Keim nachgewiesen und somit Bockshornkleesamen aus Ägypten als Verursacher identifiziert werden.
Noch ein Hinweis für Verbraucherinnen und Verbraucher: Wer als Kunde beim Lebensmitteleinkauf Hygienemängel feststellt oder wer Lebensmittel erwirbt und zu Hause bemerkt, dass diese Grund zur Beanstandung geben, kann seine Beschwerde zentral beim Bürger-Service-Büro des Kreises vortragen. Die Anzeigen werden dort aufgenommen und an die Fachleute des Kreisveterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes weitergeleitet, die sich um alles weitere kümmern. Im laufenden Jahr gingen bisher 180 Verbraucherbeschwerden ein, die überwiegend auch berechtigt waren. „Der Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher wird für uns auch im kommenden Jahr oberste Priorität haben“, sind sich Kreisdirektorin Annerose Heinze und Dr. Hanns von den Driesch, Leiter des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes, einig. |eb
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