Hier klicken

Mal eben eine Mail schreiben…

August 25, 2008

Mal eben eine Mail schreiben…Stellen Sie sich vor es klingelt am Telefon und Sie ruft ein Bekannter an (über Skype oder Handy), der Ihnen im Internet mal eben ein super tolles Angebot zu einem Schnäppchenpreis zeigen möchte. Ganz einfach, sie setzen sich an Ihren Rechner, heutzutage sind es ja zunehmend Notebooks oder Laptops, und Ihr schnurloses Telefon oder besser Handy, weil Sie haben ja eine Flatrate, halten Sie in der Hand… Man könnte eine solche Situation weiter ausschmücken bis zu dem Zeitpunkt, an dem Sie durch einen Expressdienst Ihre Schnäppchen in Empfang nehmen.

Wie einfach – also, alles easy? Vielleicht bei uns – nicht jedoch in Uganda und schon gar nicht in Kasambya. Obwohl in Afrika das Handy längst an Bedeutung gewonnen hat und auch die Netzabdeckung das Telefonieren einfacher und erschwinglicher macht ist es nicht so einfach und schon gar nicht preiswert in allen Landesteilen an einen Internetanschluß zu kommen.

Das Handy ist auf dem afrikanischen Kontinent für viele die einzige Kommunikationsmöglichkeit mit Verwandten und Freunden. Von 1999 bis 2004 verzehnfachte sich die Zahl der Handybesitzer von 7 Millionen auf 80 Millionen. Heute sind es bereits über 300 Millionen Handies, die nicht nur zum telefonieren, sondern auch als Musicplayer, als digitale Fotokamera oder als Cashbox für das bargeldlose Bezahlen genutzt wird.

Ein Kommunikationsanschluß ist immens wichtig für die Kommunikation mit unseren Ansprechpartnern vor Ort. Sicher, schicken wir mal eben eine Mail – doch wohin? Um bisher eine Mail von unserem Projektteam abzurufen musste Father John-Paul immer in die nächstgrößere Stadt Mityana oder sogar nach Kampala, der Hauptstadt des Landes, um in einem Internet-Café zu superteuren Preisen die Mails abzurufen. Alternativ wurde dann auch mal ein „richtiger“ Brief mit Fotos gesendet. Heute haben wir mit unserem Projekt John-Paul mit einer Grundausstattung (Notebook, Handy und Datenflatrate) versehen. Das wird uns die direkte Kommunikation innerhalb des Projektes wesentlich erleichtern. So bekommen wir tagesaktuell Fotos von den Bedingungen vor Ort, aktuelle Daten der Bevölkerung für schnelle Hilfslieferungen und tauschen uns gegenseitig zum Stand des Projektfortschritts aus.

Diese Grundausstattung ist nur ein erster Schritt. Es muss dafür jedoch vor Ort die nötige Stromversorgung gesichert sein – Strom aus der Steckdose ist nur an wenigen Stellen möglich. Papier für einen Drucker, das ist Luxus und wird noch warten müssen. Die Bedienung des Notebooks bedarf auch noch einige Zeit Übung, um mit dem Projektteam über Chats und Skype Kontakt aufzunehmen und Informationen auszutauschen.

Also, es ist noch ein weiter Weg für die Menschen aus Kasambya in das Zeitalter der globalen Kommunikation und des möglichen Internet-Handels mit landestypischen Produkten – aber der erste Schritt ist getan und es werden weitere folgen. ph

Kommentare

Möchten Sie den Beitrag kommentieren?