Mit dem Rucksack durch Kambodscha
Januar 9, 2009
REISEBERICHT: Die Honneferin Lydia Schürmann allein unterwegs. Teil 1 von 2

Ende November trete ich meine lang ersehnte Reise nach Kambodscha an. Es ist ein turbulenter Reisebeginn. Der Flughafen von Bangkok, von dem ich weiter nach Kambodscha fliegen will, ist von Regierungsgegnern besetzt. Erst nach 14 langen Flugstunden komme ich über Umwege in Siem Reap im Norden Kambodschas an. Fast zwei Stunden benötige ich jetzt noch für Einreise - und Visumsformalitäten – dann, endlich, darf ich den Flughafen verlassen. Die Taxi- und Motorradfahrer schwärmen aus und belagern die „Neuankömmlinge“.Sie wollen uns in ihre Taxis lotsen. Ich verschwinde unbehelligt durch eine Nebentüre. An der Seite stehen ein paar Jungs mit ihren Tuk-Tuks und spielen Karten. Ich entscheide mich für Mister Tao, wie er sich nennt. Nach kurzer Preisverhandlung fährt er mit mir los. Es ist mittlerweile stockdunkel. Wir fahren über unbeleuchtete Landstraßen ins Ungewisse.Langsam fängt es in mir an zu kribbeln: Mein Abenteuer beginnt… Siem Reap, ehemals ein verschlafenes Nest,hat sich zu einer wahren Touristenhochburg entwickelt. Es liegt in unmittelbarer Nähe zu Angkor Wat, der berühmtesten Tempelanlage Süd-Ost-Asiens. Ein lang gehegter Traum von mir geht endlich in Erfüllung. Es ist 5 Uhr am Morgen des nächsten Tages und ich stehe völlig schlaftrunken vor meinem Guesthouse. Ich warte auf Mister Tao. Pünktlich fährt er mit seinem lärmenden Tuk- Tuk vor und strahlt mich an. Hunderte Tuk-Tuk-Fahrern und Motorradtaxis buhlen um die Touristen, viele kommen von weit her, um etwas vom großen Touristen- Kuchen abzubekommen. Nun geht’s also los… Es gibt wohl nichts, was mich an diesem Morgen auf die majestätische Erhabenheit von Angkor Wat hätte vorbereiten können. Es verschlägt mir die Sprache. Die Sonne geht just in dem Moment auf, als ich vor der Anlage stehe.Von Augenblick zu Augenblick verändern sich Stimmung und Farbschattierungen des Tempels. Ein Meisterwerk, mit seinen fünf gigantischen Türmen, das um 1150 erbaut und dem Hindugott „Vishnu“ geweiht wurde. Es ist atemberaubend. Tao gesellt sich zu den anderen Fahrern und es wird fleißig Handfederball gespielt, während ich die Pracht der Tempelanlagen bewundere. Durch den Wald geht’s weiter, von Tempel zu Tempel. Fünf verschiedene Anlagen besuche ich heute, alle haben ihre eigene Ausstrahlung. Ich lausche zwischendurch bei geführten Touren und bekomme so auch einiges von der Entstehungsgeschichte mit. Abends sitze ich völlig erschlagen in einem netten Restaurant, mit großer Auswahl an leckeren Khmer-Gerichten. Ich treffe auch ein paar Leute aus meinem Hostel und wir erzählen von den aufregenden Tagen bei kühlen Angkor-Beer. Nach weiteren ereignisreichen Tempeltagen bringt mich Tao zum Hafen von Tonle Sap, einem gigantischen Süßwassersee, der für die Menschen Wasserreservoir,Verkehrsader und für die vielen Hausbootdörfer Heimat bedeutet. Der See, der in den gleichnamigen Fluss mündet ist Ausgangspunkt für mein nächstes Etappenziel. Ich verabschiede mich von Mister Tao und steige vom Tuk-Tuk auf das Schiff um. Hier geht’s turbulent zu. Touristen mischen sich mit Einheimischen.Festverschnürte, zappelnde Jutesäcke stehen überall herum. Manchmal sind Hühner drin, aber auch Schweine sind wohl darin verpackt.Das Schiff ist völlig überladen. Ich quetsche mich in eine Ecke und warte auf die Abfahrt…. Wer soll denn hier noch reinpassen? Warum geht’s nicht los?
Die Fortsetzung des Reiseberichts lesen Sie nächste Woche.
Kommentare
6 Kommentare to “Mit dem Rucksack durch Kambodscha”
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Hallo,
Wahnsinn!!
Ich kann es gar nicht erwarten, den nächsten Artikel zu lesen. Es ist so fesselnd, weil Lydia tolle Abenteuer durchlebt und ich mir beim Lesen wünsche, dabei gewesen zu sein.
Meinen höchsten Respekt, liebe Lydia. Ich hoffe auf viele weitere Berichte, in denen Du mich “mitreisst”.
Liebe Grüße
Silke
Hallo,
man hat das Gefühl dabei gewesen zu sein, weil Lydia so wunderbar anschaulich schreibt. Da packt mich die Reiselust. Schade, dass der Artikel nur so kurz ist, aber dann ist die Vorfreude auf den nächsten um so größer.
Bin schon gespannt, wie es weiter geht.
Grueße,
Susi
Hallo,
Lydias Artikel sind so lebhaft und natuerlich geschrieben, dass
ich das Gefuehl habe, mit dabei gewesen zu sein.
Ich freue mich auf die Fortsetzung!
Liebe Gruesse
Annabel
Hallo,
Lydia versteht es ausgezeichnet, den Leser zu fesseln. Land und Leute werden einem ganz nah gebracht. Sofort taucht man ein in eine verlockend andere Welt. Leider ist die Phantasiereise viel zu schnell zu Ende! Mehr davon!!
Grüße
Ina
Ach wie schoen…
Ja da kriegt man wieder richtig Fernweh…
Fantastisch Lydia!!! Wuensche Dir weiterhin faszinierende Abenteur, Gesundheit dabei und noch mehr Spass!!!
Komplement an die Redaktion, find ich echt gut wenn auch mal ueber so etwas geschrieben wird, nicht immer nur Dramen und Katastrophen.
Ein wunderschoener Lichtblick, danke!
Miriam
Boa was für ein Trip. Da will man am liebsten seinen Rucksack aufsetzen und dann ab durch die Mitte. Es packt mich gerade der pure Neid