POLITIK: Peter Profittlich im Gespräch
Februar 29, 2008
„Rhöndorf hat die perfekte Infrastruktur“
„Und ich muss ja auch noch backen,“ schmunzelt Peter Profittlich, der Rhöndorfer. In der Tat, denn seine Berufsbezeichnung lautet Konditor und Bäckermeister. Darüber hinaus ist der Junggeselle Vizebürgermeister, CDU-Ratsmitglied, Ausschussmitglied, Schützenpräsident, Hauptbrandmeister, Lehrlingswart der Bäckerinnung Bonn Rhein-Sieg, Beiratsmitglied des VVS und natürlich Mitglied in allen Rhöndorfer Vereinen.
Im Moment steht Rhöndorf, der verträumte Adenauer-Ort, im Mittelpunkt vieler Interessen. Stichwort Adenauer: „Vor dem Bonn-Berlin Beschluss besuchten 130.000 Gäste jährlich das Haus des ersten Bundeskanzlers der Republik. Heute sind es nur noch 40.000 jährlich.“ Aber nicht nur das. In den vergangenen zehn Jahren seien 355 Arbeitsplätze verloren gegangen, allein 270 durch die Schließung von Penaten. So ist es für Profittlich nicht nur wichtig, Wohnraum für Neubürger zu schaffen, „davon haben wir nun genug“, es müssten sehr dringend auch Arbeitsplätze geschaffen werden. Daher unterstützt er den Wunsch der Initiative „Wir in Rhöndorf“, die sich dafür einsetzt, dass die Nationalparkverwaltung, wenn sie dann kommt, in Rhöndorf angesiedelt wird. Und zwar im ehemaligen Müttergenesungswerk Haus Hedwig am Rande des Parks der Villa Merkens.„Das Haus ist optimal dafür geeignet, und das dazugehörige Informationszentrum könnte in der ehemaligen Landvolkhochschule vis a vis untergebracht werden.
Außerdem sind Parkplätze für 60 Mitarbeiter vorhanden.“
Bei der optimalen Anbindung von Rhöndorf an den Rest der Welt mit dem Bahnhof, der Stadtbahn, der B42 und der Anlegestelle gäbe es wohl kaum eine andere Alternative. Auch wenn unsere Bürgermeisterin
die ehemalige Wäscherei Mesenholl im Schmelztal als Sitz einer eventuellen, zukünftigen Nationalparkverwaltung favorisiert, da bin ich eben anderer Meinung. Mesenholl hat keine Infrastruktur.“ Auf jeden Fall aber solle auch das Problem Mesenholl angepackt werden. „Ich könnte mir auf dem Gelände ein Handwerkszentrum vorstellen, oder ein Fortbildungszentrum.“
Profittlichs Meinung zu einem Vollversorger rund um ein geplantes Ärztehaus im Rhöndorfer Business Park lautet: „Ich persönlich brauche das nicht, aber es wäre eine gute Sache für den Ort.“
Als sehr gut für den Ort, für die dortige Gastronomie, für Ferienwohnungsbesitzer und Hotels hätte sich bereits der Wanderweg „Rheinsteig“ entwickelt. So ist Profittlich nicht so sehr erfreut darüber, dass im Hotel Bellevue direkt am Rheinufer Wohnraum geschaffen werden soll. „Der Wandertourismus wird weiter boomen und wenn denn der Nationalpark Wirklichkeit wird, dann brauchen wir hier ein entsprechendesHotel. Die vorhandenen Hotels und Ferienwohnungen sind schon jetzt sehr gut gebucht.“ Profittlich steht zu dem Projekt Nationalpark, „auch wenn da noch einige Voraussetzungen geschaffen werden müssen. Wenn der Nationalparkgedanke aufgegeben wird, dann werden wir sehr lange keine Fördergelder mehr bekommen.“
Und noch ein Blick über den Rhöndorfer Tellerrand: „Eine Bebauung von Selhof Süd ist unabdingbar für die Entwicklung von ganz Bad Honnef.“
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