Probleme verstehen – Lösungswege finden
Januar 6, 2012
Wenn Eltern sich um die Entwicklung ihres Kindes sorgen, den Zugang zu ihrem Kind verloren haben oder aber eine Begleitung im Trennungsprozess benötigen - wenn Kinder nicht mehr weiter wissen, sich von ihren Eltern und Freunden unverstanden und schlecht behandelt fühlen, genau dann unterstützt die Erziehungs- und Familienberatungsstelle des Rhein-Sieg- Kreises durch ihre professionelle Beratung. „Mit unseren Erziehungs- und Familienberatungsstellen verfügen wir über ein bewährtes Angebot, das nicht nur den Betroffenen Hilfestellungen gibt, die eigenen Probleme zu verstehen und somit zu Lösungen beiträgt, sondern darüber hinaus auch präventiv tätig wird“, so Thomas Wagner, Dezernent für Psychologische Beratungsdienste des Rhein-Sieg-Kreises.
Verteilt an vier Standorten im Rhein-Sieg-Kreis – in Siegburg, Eitorf, Bornheim und Rheinbach – stehen die Erziehungs- und Familienberatungsstellen Eltern, Kindern und auch pädagogischen Fachkräften mit Rat und Tat zur Seite. Rund 1.600 Kinder und Jugendliche bzw. ihre Eltern und Familien wurden im Jahr 2011 insgesamt durch das Fachpersonal des Rhein-Sieg-Kreises beraten bzw. therapeutisch begleitet. Dies stellt im Vergleich zu den Vorjahren weiterhin eine hohe Inanspruchnahme des Angebotes dar. Die Zahl der Neuanmeldungen ist gegenüber dem Jahr 2010 geringfügig von 1.267 auf 1.310 gestiegen. Pro Familie werden in aller Regel bis zu 10 Beratungsgespräche durchgeführt.
Die Fragen und Problemstellungen sind unterschiedlicher Natur und decken das gesamte Gebiet von Erziehungs- und Entwicklungsthemen ab. Auffällig sind die steigenden Beratungsbedarfe für eine Begleitung vor, während oder nach einer Trennung oder Scheidung der Eltern. „Die gesellschaftlichen Veränderungen machen sich in diesen Fällen ganz deutlich auch in unserer täglichen Arbeit bemerkbar“, erläutert Volker Neuhaus, Abteilungsleiter für die Erziehungsund Familienberatungsstellen des Rhein-Sieg-Kreises. So leben nur noch 41 % der angemeldeten Kinder und Jugendlichen in ihren Ursprungsfamilien, der weitaus größere Teil demnach mit einem alleinerziehenden Elternteil oder in Patchwork-Familien.
Die Arbeit der Erziehungs- und Familieberatungsstelle ist geprägt von Vertraulichkeit, Freiwilligkeit und Kostenfreiheit. Diese drei Grundsätze schaffen von Beginn der Beratung an eine vertrauensvolle Atmosphäre, die die Grundlage für eine konstruktive Zusammenarbeit ist. Eine neue Herausforderung im Jahr 2011 stellen entsprechend die Familien dar, die seitens der Familiengerichte an die Erziehungs- und Familienberatungsstellen überwiesen werden; dies kann per Empfehlung, in einigen Fällen sogar per Anordnung der Gerichte, erfolgen. Die Arbeit mit diesen Familien fordert eine hohe Kompetenz von den Beraterinnen und Beratern. Gezielte Fortbildungen für die Fachkräfte, aber auch der Aufbau eines tragfähigen Netzwerkes von Jugendämtern, Richterinnen und Richtern sowie Beratungsstellen sind hier von großer Bedeutung. Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt in der Arbeit der Erziehungs- und Familienberatungsstelle sind die präventiven Angebote. An erster Stelle steht hier der kontinuierliche Ausbau der Kooperationen mit den Familienzentren im Rhein-Sieg-Kreis. „Die offenen Sprechstunden der Beraterinnen und Berater in Kindertagesstätten, die Unterstützung der pädagogischen Fachkräfte vor Ort, aber auch die zahlreichen themenbezogenen Abendveranstaltungen für interessierte Eltern sind ein fester Bestandteil der Arbeit des Jahres 2011 geworden und sollen auch im nächsten Jahr qualitativ und quantitativ weiter ausgebaut werden“, so Maria Buchholz-Engels, Leiterin der Psychologischen Beratungsdienste. |eb
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