Sehr geehrter Herr Martenson
März 7, 2008
Zu ihrem Leserbrief „Der Bürger – bewusst ahnungslos?“ Und bei dieser Zeile fängt es schon an. Ist das jetzt so wie stehend gehen oder eher wie schwimmend absaufen? Oder spiele ich hier den Ahnungslosen? Unwissend! Aber kommen wir zu Wichtigerem. Meinen Informationen nach sind Sie politischer Journalist. Und in dieser Funktion verreißen Sie schon mal politische Bücher. Das ist ihr Job und auch legitim. Und wenn Sie für diese Arbeit auch noch gut bezahlt werden – umso besser für Sie. Aber: Ich lasse mir nicht von Ihnen und auch von sonst niemandem mangelndes Demokratieverständnis und fehlenden Bürgersinn (was immer sie auch darunter verstehen mögen) nachsagen. Reichlich pathetisch bejammern Sie fehlende Aufmerksamkeit gegenüber einer „kompetenten Bildungspolitikerin“ (wessen Einschätzung ist das) mit Landtagsmandat! die mir etwas über „Honnefer Verhältnisse“ erzählen will.
Wer, Herr Martenson, garantiert mir, dass ich bei so einer Veranstaltung nicht schon wieder die gleiche, rein politisch karrieristisch orientierte Phrasendrescherei zu hören bekomme, die ähnlichen wahlkämpferischen Kneipenveranstaltungen eigen ist? Vielleicht kannten die fehlenden Pädagogen ja bereits diese Frau oder ihre Einstellung und konnten deshalb auf den zu erwartenden Informationswert schließen. Ich persönlich gehöre auch nicht zu den Eltern,die sich das Maul zerreißen. Es ist schlimmer. Es ist Wut und Verzweiflung die mich überkommt, immer dann, wenn ich wieder etwas über die Verhältnisse an den Schulen meiner Enkel zu hören bekomme. Und da ist es egal, wenn diese Schule etwas südlich ist.
Es ist nicht hilflos klingend, es ist das pure Entsetzen, das mich überkommt, wenn ich sehe, welches Maß an Brutalität und Aggression Einzug in den Schulalltag genommen hat. Das sind die Informationen aus erster Hand. Und da brauche ich bestimmt keine Bildungspolitikerin, die mir von ihrem Wollen erzählt. Oder wird sie die Verantwortung übernehmen für diese Realität, in der sich Mitschüler einen Spaß draus machen einem Klassenkameraden den Schädel derart auf den Tisch zu klatschen, dass Blut spritzt? Aber allzu gerne würde ich ihr das in die Schuhe schieben. Nicht alles und jedes – und nicht nur ihr. Aber genau das! Josef Thienen
Hinweis eder HWZ-Redaktion: Lesen Sie dazu auch diesen Leserbrief von Sten Martenson
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