Wild-Wochen im Chimära in der Bonner Altstadt

Basketball - Die Dragons waren einfach Grosse-artig!

November 28, 2007

Bremen Roosters vs. SOBA Dragons Rhöndorf 72:92 (15:10, 13:33, 14:23, 30:26)

Ein Wechselbad der Gefühle erlebten die SOBA Dragons beim Gastspiel in Bremen. Unter dem Strich warfen aber weder Verkehrs-Chaos noch aufopferungsvoll kämpfende Roosters die Rhöndorfer aus der Bahn. Nervenstark meisterten die Jungs um Headcoach Olaf Stolz alle Klippen und landeten einen hoch verdienten 92:72-Auswärtserfolg (43:28).

Schon vor dem ersten Hochball gerieten die Dragons ordentlich ins Schwitzen. Stau ohne Ende ließ das Team auf heißen Kohlen sitzen. Erst auf den letzten Drücker, exakt 30 Minuten vorm regulären Spielbeginn, erreichte man die Spielhalle in Bremen. So mussten sich die Spieler im Bus ins Trikot werfen, ihre Sprunggelenke tapen und die Muskulatur dehnen. Für die taktische Einstimmung blieben gerade einmal fünf Minuten Zeit. „So erklärt sich auch unser etwas zäher Start ins Spiel“, forderte Olaf Stolz Verständnis ein. In der Tat erwischten heiße Roosters die Dragons eiskalt mit einem 8:0-Lauf. Erst in der sechsten Minute visierten die Drachen den gegnerischen Korb erstmals erfolgreich an. Im ersten Viertel standen für Rhöndorf magere zehn Pünktchen zubuche. Für den Dragons-Coach dennoch kein Grund zur Nervosität: „Es konnte für uns nur darum gehen, Bremen nicht zu weit wegziehen zu lassen und das ist uns gelungen.“ Stimmt, auch dem Gastgeber gelangen nur 15 Zähler im ersten Spielabschnitt.

Pünktlich zum zweiten Viertel hatten die Dragons dann ihre Betriebstemperatur erreicht – wobei einer vor Spiellaune schier brannte. Chris Grosse zeigte es allen Kritikern, markierte binnen fünf Minuten zwölf Punkte und war quasi Vater der ersten Rhöndorfer Führung (27:25 / 17“). Dann kochte die Stimmung in der Halle kurzzeitig hoch. Ein unsportliches und zwei technische Fouls gegen die Heimmannschaft sorgten für ein gellendes Pfeifkonzert der Kulisse. Chris Krzyminski versenkte immerhin vier der sechs fälligen Freiwürfe und legte sechs Punkte aus dem Feld nach. So konnten die Rheinländer mit einem komfortablen Vorsprung zum Pausentee schreiten (43:28 / 20“).

Nach dem Seitenwechsel machten die Dragons dann in der Defensive wie Offensive richtigen Dampf. Und Kelvin Parker übernahm, trotz zwickendem Oberschenkel, das Kommando auf dem Parkett. Immer wieder setzte der Dragons-Guard seine Mitspieler glänzend in Szene, was seine insgesamt sechs Assists nur bedingt widerspiegeln. Kontinuierlich baute Rhöndorf die Führung bis auf 26 Punkte aus (68:42 / 31“), neun Minuten vor Schluss schien die Messe gelesen. „Da hatten wir das Spiel im Kopf schon gewonnen und uns zu sehr in Einzelaktionen verstrickt“, räumte Olaf Stolz offen ein. Auf der anderen Seite ging Bremen in der Defensive deutlich aggressiver zur Sache und Playmaker Al Elliott (21 Pkt.) drehte mächtig auf. Punkt um Punkt holten die Hausherren auf und nach einem Dreier von Taha Alassari waren die Roosters plötzlich wieder bis auf neun Punkte dran (78:69 / 38“). Doch die Dragons legten den Hebel nochmals um, verteidigten in der Crunchtime als Team, zwangen den Gegner zu schwierigen Würfen und sammelten die Rebounds konsequent ein. So musste Bremen einsehen, dass dieses Ding nicht mehr zu drehen war.

„Trotz des deutlichen Resultats, Bremen war ein starker Gegner, der zu keinem Zeitpunkt aufgegeben hat“, lautete das Fazit von Olaf Stolz. Mit der Leistung des eigenen Teams sei er sehr zufrieden. Insbesondere freue ihn die Galavorstellung von Chris Grosse. „Er haderte zuletzt mit sich selbst. Ich war mir jedoch immer sicher, dass er dem Team jederzeit viel geben kann.“ In Bremen waren es 26 Punkte, vier Dreier bei sechs Versuchen, zehn verwandelte Freiwürfe bei 14 Versuchen und eine Trefferquote von 75 Prozent aus dem Feld. Einfach Grosse-artig!

Statistik:

Rhöndorf (Pkt./3er): Krzyminski (14), Parker (9), Grosse (26/4), Rojik (8), Malbeck (13), Lange, Dlouhy (4), Kovacev (5/1), Harbut (13)

Bremen (Pkt./3er): Alassari (3/1), Elliot (21/5), Fikiel, Franke, Hakonowitz (9), Johnson (6/1), Njei (10/2), Sabourin (2), Woolery (12/1), Zazai (9)

Rhöndorf/Bremen: Feldquote (45%/39%), 3er (514/1020), Freiwürfe (3347/2231), Rebounds (41/30), Turnover (17/21), Assists (10/11), Steals (10/9), Blocks (1/2), Fouls (27/33)

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