Heimatverbunden

„Einer der schönsten Tage in der Geschichte“

November 14, 2014

„Einer der schönsten Tage in der Geschichte“Aller guten Dinge sind drei - und so stand Peter Schowtka, erster Wittichenauer Bürgermeister nach der friedlichen Revolution und später Landtagsabgeordneter, nach zwei Diskussionen mit Schülern im Sibi und in der Realschule St. Joseph am Abend zum dritten Mal als Zeitzeuge am Mikro. Auf Einladung des Partnerschaftskomitees Bad Honnef - Wittichenau und der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus berichtete er im Ratssaal anlässlich des 25. Jahrestages des Mauerfalls, wie er diese historischen Tage im Spätherbst 1989 persönlich erlebt hat. Doch zunächst gab Peter Endler, Vorsitzender des Partnerschaftskomitees, der Geschäftsführerin der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer- Haus, Dr. Corinna Franz, das Wort. Sie schlug auf sehr lebendige Weise den Bogen in die Adenauer-Ära und erläuterte die Politik des ersten Bundeskanzlers, der von Beginn an die Wiedervereinigung Deutschlands anstrebte - allerdings nicht um jeden Preis, sondern nur in Freiheit und in enger Bindung an den Westen. „Adenauer hätte sich sehr gefreut, den 25. Jahrestag des Mauerfalls mit uns feiern zu können“, so Franz und gab damit Peter Schowtka das Stichwort: „Für mich ist der 9. November 1989 einer der schönsten Tage in der deutschen Geschichte - wenn nicht der schönste“, bekannte er zu Beginn seiner Ausführungen. Er erinnerte an die Bürgerinitiative, die sich in Wittichenau gebildet hatte. „Wir kannten uns aus dem Karnevalsverein - und wir wussten, dass wir uns aufeinander verlassen konnten“, so Schowtka. Und das war auch wichtig, denn: „Uns war bewusst, dass es gefährlich war, was wir taten.“ Aber auch in Wittichenau verlief die Revolution friedlich. Bei der ersten großen Demo gingen mehr Menschen auf die Straße als Wittichenau Einwohner hatte. Es folgte die Absetzung der letzten SED-Bürgermeisterin der Stadt. Zunächst wurde eine Verwaltungsmitarbeiterin kommissarisch mit dieser Aufgabe betraut, schließlich wurde Peter Schowtka zum Bürgermeister gewählt.

Nicht nur ihm war während seiner Ausführungen anzumerken, wie sehr ihn die Erinnerung an die Ereignisse vor 25 Jahren bis heute berührt: Auch viele der zahlreich erschienen Besucher der Veranstaltung bekannten anschließend in ihren Beiträgen, noch heute ein „Gänsehautgefühl“ zu haben, wenn sie daran zurückdenken, wie sie persönlich diese unvergesslichen Tage der deutschen Geschichte erlebt haben. Und so bereicherte nicht nur Vizebürgermeister Klaus Munk den Abend mit einem eigenen spannenden „Zeitzeugenbericht“.

Am Ende der Veranstaltung bedankte sich Peter Endler auch im Namen von Dr. Corinna Franz bei Peter Schowtka mit einem Adenauer-Wein aus Rhöndorf. |eb

„Kaufrausch!“

November 7, 2014

Unter dem Motto „Kaufrausch!“ veranstaltet die Bad Honnefer Stadtbücherei, Rathausplatz 1, ab sofort ihren jährlichen Bücherflohmarkt. Bis zum 23. Dezember werden zu kleinen Preisen Romane, Kinderbücher, Sachbücher, Spiele, DVDs und CDs angeboten. Vorm Erlös des Flohmarktes wird die Stadtbücherei neue Medien anschaffen. Der Flohmarkt kann während der Stadtbücherei-Öffnungszeiten besucht werden: Dienstag, Mittwoch, Donnerstag von 10 bis12 Uhr und 14 bis 18 Uhr und Samstag von 10 bis 13 Uhr. |eb

Die Aalkönigin

November 3, 2014

INTHRONISIERUNG: „Liebe Aale, hört die Signale …“

Eintrag ins goldene Buch der Stadt: Aalkönigin Maybritt Illner mit Michael Holmer Gerdes, Otto Neuhoff und Friedhelm Ost (o.v.l.)Die AalköniginDie AalköniginDie AalköniginDie AalköniginDie AalköniginDie AalköniginDie AalköniginDie AalköniginDie AalköniginDie Journalistin Maybrit Illner wurde in Bad Honnef vor rund 400 Gästen am Freitagabend zur Aalkönigin des Rheinlandes gewählt. Es war bereits das 12. Krönungsfest, das in Bad Honnef im Zeichen der guten Tat stattfand. Maybrit Illner ist nach Rosi Mittermaier erst die 2. Frau, die den Bad Honnefer Aalkönigsthron besteigt. Vorherige Regenten sind Wolfgang Clement, Konrad Beikircher, Lothar Späth, Friedrich Merz, Peer Steinbrück, Hans-Dietrich Genscher, Rudolf Seiters, Jean-Claude Juncker, Theo Waigel und Reinhard Kardinal Marx.

„Ja, es war wirklich der Herzenswunsch des rheinischen Aalvolkes seit langem, nach der ersten Aalkönigin Rosi Mittermaier endlich einmal wieder eine Frau auf den Thron zu erheben. Nun wissen wir alle, wünschbar ist vieles, machbar indessen nur wenig! Aber wir haben es geschafft!“, so Friedhelm Ost stellvertretend für das neunköpfige Aalkönigkomitee. In vielen Flüssen und Gewässern habe man sich umgeschaut, ja sogar „beauty contests“ habe man durchgeführt, um dem Aalvolk endlich die ersehnte neue Königin präsentieren zu können.

Illners Vorgänger Reinhard Kardinal Marx, Erzbischof von München und Freising, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz und enger Vertrauter von Papst Franziskus, hielt die Laudatio auf Illner – nicht live, aber live on tape. „König Reinhard I. musste in diesen Tagen nach Rom und konnte den Papst leider nicht überzeugen, dass er heute hier zur Abdankung hätte antreten sollen. Sein vatikanischer Segen liegt jedoch über uns allen hier im Kursaal“, entschuldigte Friedhelm Ost die Abwesenheit des Herrn Kardinals, durch die dessen Wortwitz nicht an Brillianz einbüsste: „Liebe Frau Illner, Sie tragen zwar keinen Kardinalspurpur, kommen aber immerhin aus dem „Roten Kloster“. Der Kardinal zeigte sich sicher, dass das Aalvolk mit Maybrit Illner „eine sprachmächtige Regentin bekommt.“ Zwar sei sie nicht katholisch, aber ins katholische Rheinland sei sie, „zumindest zur Hälfte, schon mal umgezogen“, so Kardinal Marx. Er hob Ihre Qualitäten als Journalistin und Moderatorin hervor. Ihren hohen journalistischen Anspruch habe sie „an Marx geschärft“, womit nicht er selbst, sondern Karl Marx gemeint sei. Schließlich stamme Illners journalistisches Motto „An allem ist zu zweifeln“ vom „roten Apostel“ Karl Marx.

Gegen 22 Uhr betrat Maybrit Illner die Bühne. „Und liebe Aale, hört die Signale! Dass mich als Tochter des Arbeiter- und Bauernstaates heute Abend Marx persönlich (wenn auch per Video) zur Königin ausruft, hätte selbst meine rege kindliche Vorstellungskraft übertroffen.“, so die frisch gekrönte Aalkönigin. „Dass der Aal grammatisch männlichen Geschlechts sei, musste fast ein Jahrzehnt als Ausrede dafür herhalten, dass erst eine Frau vor mir diesen Thron erklimmen konnte. (…) Auch in diesem Königreich gehört die Hälfte der Macht einfach den Aalinnen! Das macht vieles einfacher! (Und wenn Ihr so weiter macht, beschließt der EU-Fischereikommissar für Bad Honnef künftig noch eine Fangquote“, mahnte Maybrit I. das Honnefer Aalkönigkomitee. |cw

Der Fall der Mauer

Oktober 31, 2014

Anlässlich des 25. Jahrestages des Falls der Mauer lädt das Partnerschaftskomitee Bad Honnef / Wittichenau gemeinsam mit der Stiftung Bundeskanzler Adenauer-Haus zu einer Veranstaltung mit Zeitzeugenbericht aus Bad Honnefs Partnerstadt Wittichenau ein, die am 3. November um 19.30 Uhr im Rathaus Bad Honnef (Ratssaal) stattfindet.

„Ich freue mich sehr, dass wir an dem Abend Peter Schowtka begrüßen können, der von 1990 bis 1994 Bürgermeister der Stadt Wittichenau und von 1991 bis 2014 Mitglied des sächsischen Landtages war“, so der Vorsitzende des Partnerschaftskomitees Peter Endler. Nachdem Schowtka sich während seines Studiums in Rostock als Sprecher der katholischen Studentengemeinden in der DDR engagiert hatte, wurde ihm am Ende des Studiums das Diplom von der DDR „mangels gesellschaftlicher Reife“ verweigert.

Zur Einführung wird Dr. Corinna Franz, Geschäftsführerin der Stiftung Bundeskanzler Adenauer-Haus, über „Konrad Adenauer und die deutsche Einheit“ sprechen. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei. |eb

BHAG zeichnet junge Wasserbotschafter aus

Oktober 31, 2014

BHAG zeichnet junge Wasserbotschafter ausLernen und Erleben was Nachhaltigkeit bedeutet das konnten die Vorschulkinder des CURA Kindergartens Bad Honnef mit Ihrer Leiterin Heidi Höver (l.) im Rahmen der nationalen Aktionstage der Bildung für nachhaltige Entwicklung 2014.

Die Bad Honnef AG sponserte den Kindern der Einrichtung im Rahmen ihres UNESCO-Bildungsprojektes „Nachhaltigkeit lernen in der Region“ ein spannendes, mehrwöchiges Bildungsprojekt.

Auf Einladung des Wassertropfens Droppy waren die Kinder deshalb in den vergangenen Wochen unter der Leitung von Maria-Elisabeth Loevenich, Codewalk ICT Consulting, mit Bollerwagen, Becherlupen und Kechern an Bächen, Seen und am Rhein unterwegs. Bei der Abschlussveranstaltung erzählten die jungen Wasserbotschafter voller Eifer von ihren Erlebnissen in der Natur und im BHAG Wasserwerk. Für die Zukunft haben sie sich das Thema Gewässerschutz auf die Fahne geschrieben. An ihnen bekannten Bächen und Seen wollen sie sich für die Reinhaltung des Wassers einsetzen und in ihrem Kindergarten Wasser sparen.

Daniela Paffhausen (r.), Marketingmitarbeiterin der Bad Honnef AG, zeichnete im Beisein der stolzen Eltern am vergangenen Freitag zwölf Kinder als regionale Wasserbotschafter aus und nahm den CURA-Kindergarten offiziell in das BHAG-Bildungsnetzwerk auf. Interessierte Kindergärten im Versorgungsgebiet der Bad Honnef AG sind herzlich eingeladen sich über das Bildungsangebot der Bad Honnef AG zu informieren und für eine Teilnahme zu bewerben. Infos unter: www.bhag-nachhaltigkeit-lernen.de. |eb

St. Ursula-Brauchtum

Oktober 24, 2014

Die kfd-Bad Honnef lädt zu einem besonderen Event ein. Am Sonntag, dem 26. Oktober findet in Köln der Höhepunkt der jährlichen Sankt-Ursula-Festwoche statt. Um 14.45 Uhr ist der Treffpunkt für die Teilnehmer am Bahnhof in Bad Honnef. Die Fahrt mit dem Zug (Hin- und Rückfahrt) kostet etwa 10 Euro. Die Andacht in der Romanischen Kirche Sankt Ursula beginnt um 17.30 Uhr. Im Anschluss ist die Reliquienprozession durchs Ursulaviertel. Danach kehren die Besucher auf Einladung der Ursula-Bruderschaft zum Abendimbiss in der „Schreckenskammer“ ein. Gegen 21 Uhr ist die Rückfahrt geplant. Anmeldung ab sofort bei Voll, Telefon 02224/940597. |eb

Mehr Freilaufflächen für Hunde in Bad Honnef

Oktober 24, 2014

Mehr Freilaufflächen für Hunde in Bad HonnefHunde brauchen Auslauf, um gesund zu bleiben. Für mehr Freilaufflächen und eine entsprechende Beschilderung dieser Flächen in Bad Honnef setzt sich Hundefreund Tim Nowinski aus Bad Honnef ein.

Der Tierschutz Siebengebirge unterstützt diese Aktion. Ozan Stoll, 1. Vorsitzender des Vereins: „Hunde brauchen Auslauf sowie freies Spiel mit Artgenossen, um gesund zu bleiben. Leider kommt es häufig zu Konflikten zwischen Hundehaltern, Joggern und Spaziergängern. Weitere Freilaufflächen und ihre klare Ausweisung als solche würden die Situation in Bad Honnef deeskalieren.“

Seit Wochen sammelt Tim Nowinski Unterschriften von Hundehaltern in Bad Honnef, die Ende Oktober der Stadt übergeben werden sollen. Hundehalter, die diese Aktion noch unterstützen möchten, finden in folgenden Bad Honnefer Geschäften ausliegende Unterschriften-Listen: Philomena Archut Mode, Uhren Stang, Fernseh-Radiodoktor Reitz, Tierarztpraxis Heidi Hoffman, Hundesalon Bella, Canis Couture, Kleintierpraxis Dr. Blasberg & Dr. Floss, Barfen…was sonst!.

Zur Zeit gibt es folgende Freilaufflächen in Bad Honnef: Rheinufer zwischen Rheinstraße (Fähre Rolandseck) und dem Ortsausgang Rhöndorf einschl. der Wiese nördlich des Bootshauses des Wassersportvereins, im Bereich der Wirtschaftswege in den Rhöndorfer Weinbergen, im Bereich südlich des Gewerbegebietes Zilzkreuz/Vogelsbitze bis zur Landesgrenze sowie auf allen öffentlichen Wirtschaftswegen z.B. rund um die Ortschaften Orscheid, Wülscheid, Kochenbach, Efferoth, Brüngsberg, Retscheid und Wintersberg. Auf allen anderen öffentlichen Flächen gilt die Anleinpflicht. |eb

Wir, gemeinsam für Familien und Kinder

Oktober 24, 2014

Wir, gemeinsam für Familien und KinderUnter der Überschrift: Gemeinsam, für Familien und Kinder im Siebengebirge haben sich die Volkshochschule Siebengebirge, die Familienzentren sowie Familien- und Erziehungsberatungsstelle der Städte Bad Honnef und Königswinter zu einem gemeinsamen, interkommunalen Kooperationsprojekt zusammen geschlossen. Für einen Elternabend im November ist es gelungen Dr. Jan-Uwe Rogge, Deutschland wohl bekanntesten Familienberater und Bestsellerautor verschiedener Fachbücher zu den Themen Eltern, Kinder Jugendliche und Familie, für einen Vortrag nach Königswinter einzuladen. Der Titel des Vortrages von Dr. Jan-Uwe Rogge lautet: „Kinder brauchen Eltern die (sich) Grenzen setzen“. Montag 17. November 2014, Beginn 19:30 Uhr, Aula Schulzentrum Oberpleis, Dollendorfer-Str. 66 in Königswinter Für die Planung der Veranstaltung wird um eine Anmeldung per E-Mail unter Angabe der Personenzahl bis zum 7. November 2014 an: vhs@koenigswinter.de Eine persönliche Anmeldung ist in einem der 13 Familienzentren in Bad Honnef oder Königswinter möglich. |eb

Mit Musik den Wein retten

Oktober 17, 2014

BENEFIZ: Operettenkonzert in Bad Honnef

Mit Musik den Wein rettenMit Musik den Wein rettenDein ist mein ganzes Herz …, hallte es bis in den Weinberg. Der bekannte Tenor Hans-Wolf Schölling nahm am vergangenen Samstag die gut 100 Besucher unter dem Thema „Die Operette lebt“ auf eine musikalische Reise mit und lockte auch noch Spaziergänger in den eleganten Saal des Hauses „Drachenloch“ unterhalb des Drachenfels, das zum Weingut Pieper gehört. Der Erlös der Hutsammlung des Benefiz-Konzertes geht an die Initiative „Rettet den Wein“ des Bürger- und Ortsvereins Rhöndorf, die für die Aufrechterhaltung des Steillagenweines ins Leben gerufen wurde. Die frühere Bürgermeisterin Wally Feiden (r.), die Schirmherrin der Initiative ist, war ebenfalls unter den Gästen und meinte in ihrer Dankesrede: „Das waren Lieder zum Träumen!“ Mit dieser Meinung war sie nicht allein: Das begeisterte Publikum feierte Hans-Wolf Schölling, der einfühlsam mit ausdruckvollem Timbre anrührte, mit klarer Intonation und großem Volumen überzeugte und die Zuhörer durch das „Märchenreich der Operette“ führte, wie dies der wortgewandte und kenntnisreiche Moderator Michael Herr ausdrückte. Musikalisch wurde der Sänger begleitet von Hans-Joachim Zick am Klavier und Johann Christian Evers am Violoncello, die auch zwischen den Gesangsvorträgen als Duo mit bekannten Melodien durch ihr Können überzeugten. Eine baldige Wiederholung des Konzertes wurde von Feiden angeregt: „Wer sich das entgehen lässt, hat etwas Schönes versäumt.“ |eb

„Geht nicht gibt’s nicht mehr“

Oktober 13, 2014

POLITIK: Drum prüfe, wer sich ewig bindet.

LaGa in Bad Honnef könnte heißen: Die alten Schrebergärten am Rheinufer weichen einer prächtigen Rheinpromenade mit Anbindung zur Innenstadt.Können Sie sich noch erinnern, dass nichts ging in Bad Honnef? Mutlosigkeit als Grundprinzip, Bedenkenträger allerorten, ein schmaler Haushalt als ultimatives Argument der Skeptiker. Und die Skeptiker waren die große Mehrheit. Schon der Bau einer Sporthalle erschien wegen der Unwägbarkeit folgender Betriebskosten nicht Wenigen als unverantwortlich. Weitere kommunale Projekte schafften es gar nicht erst ins Licht der Öffentlichkeit. Seltsame Blüten trieb die Selbstaufgabe: In Rhöndorf fielen Parkplätze weg, damit der Bauhof keine Verkehrsspiegel von Schnee (!) zu befreien braucht. Das ist gerade mal ein halbes Jahr her.

Heute ist der Mut zurückgekehrt, und es wird umgedacht. Wie wäre es mit einer den Namen verdienenden Stadtentwicklung? Warum nicht eine Landesgartenschau? Ist das die Wiedergeburt der gestalterischen Kraft der Bürgerschaft – oder schießen hier Träume ins Kraut?

In der Tat käme es prima, wenn Bad Honnef alles kriegt: neue City, Landesgartenschau, Gesamtschule, Wiedereröffnung einer Anlegestelle als Tor zur rheinischen Welt, Rhöndorf mit neuem Bahnhof und genügend Parkplätzen, das Sibi mit soliden Fenstern. Wir sehen, wie der Schutzzaun am Drachenfels wächst; es geht doch! Diese wirkliche Lösung dort hätte wohl kaum einer für möglich gehalten und eher auf einen trickreichen Kompromiss gehofft. Echte Bewältigung eines Problems statt taktischen Lawierens.

Kein Ja ohne Aber. So galt es lange in einer sich wechselseitig blockierenden Kommunalpolitik. Deshalb ist es auch richtig, jetzt die eigentlichen Experten für die Stadt Bad Honnef auf den Plan zu rufen: ihre Bürgerinnen und Bürger. Die HWZ will einen Beitrag dazu leisten; in Fortsetzung des 3. Gipfeltreffens auf dem Drachenfels lädt sie ein zur Gründung eines Unternehmerstammtischs und sammelt seriöse Daten zu kommunaler und regionaler Wirtschaftsförderung (siehe Seite 2 dieser Ausgabe). Unternehmer und Geschäftsleute werden in der Stadt gebraucht als Motor oder auch als kompetentes Korrektiv; in Zeiten des Aufbruchs kann ihnen Niemand mehr raten, eigene Aktivitäten zu betreiben, ohne sich mit der zur Kooperation bereiten und befähigten Stadtspitze auszutauschen. Im Gegenteil scheint ausdrücklich erwünscht, dass sie sich einbringen.

Sicher, eine Landesgartenschau diskutieren Einige hier schon seit etwa einem Jahrzehnt. Doch wirklich neu ist, über eine konkrete Bewerbung nachzudenken und zusammentragen, was notwendige Voraussetzungen sind und was die nächsten Schritte. Vom organisierten Besuch aktueller Landesgartenschauen ganz zu schweigen, wenn sich Bürgermeister, Bürger, Krokusliebhaber in einen Bus setzen, nach Zülpich fahren und genau hingucken auf die LaGa dort. Bad Honnef prüft ein Vorhaben auf Herz und Nieren, der Anlauf ist ernsthaft und bar jeder notorischen Quengelei.

Natürlich würde der LaGa-Besuch im Eröffnungsjahr Eintritt kosten und, ja, es gäbe dort wohl auch Zäune. In der Folge jedoch ließen sich Gatter reduzieren, eine Attraktion wäre für lange Zeit gewonnen und träte z.B. an die Stelle der nicht mehr hübschen ehemaligen Schrebergärten längs des Rheinufers. Ob die Stadt eine LaGa wirklich stemmen kann, hängt ganz wesentlich von Konzept und Bewerbung ab; denn nur in deren Qualität läge der Schlüssel zu einer ausreichenden Finanzierung. Also macht es Sinn, notwendige Vorarbeit gründlich zu erledigen und eigene Kompetenz wie Kapazität sorgfältig zu prüfen. Das traditionelle apodiktische Nein wäre nichts anderes als eine schlechte Bad Honnefer Gewohnheit, erworben im jede Kreativität abstumpfenden Prozess jahrelanger Fehlentwicklung.

Es geht um Offenheit. Die Offenheit des eigenen Geistes, die Offenheit des kommunalen Dialogs. Dass sich denn doch bei LaGa oder anderen Vorhaben eine Verabschiedung vom Projekt als Ergebnis offener Prüfung ergeben kann, liegt auf der Hand. Bringen die wirtschaftsfördernden Aspekte einer LaGa tatsächlich jenes Mehr an Steuern und Einkünften, das den Unterhalt derselben nachhaltig sichert? Ein Nein aus Verantwortung, als Ergebnis sorgfältiger Betrachtung wäre ehrenwert. Doch wer sich selbst vorab aufgibt, hat bereits verloren.

Bei der Sporthalle verhält es sich kaum anders. Die „wettkampffähige dreiteilbare Doppelhalle mit Zuschauerplätzen in Aegidienberg“ ist nicht nur ein Wortungetüm, sondern auch eine Zielangabe, die sich präzise kalkulieren lässt. Genau das passiert gerade, und Alle wissen, dass es hier ohne strukturelle Neuordnung im Sportstättenbetrieb nicht gehen wird. Es braucht klare Sicht: Die Beteiligten wollen das Ding, und also werden Nutzungsgebühren wohl unvermeidlich sein und z.B. die Freizeitbad GmbH die Rolle des organisatorischen Daches für die Betreibung aller städtischen Sportstätten übernehmen. Das konkrete Modell soll noch 2014 in die Ratsentscheidung gehen; und wer Otto Neuhoffs Durchschlagskraft nicht nur bei den Fenstern des Sibi, der tatsächlich raumgreifenden Neuaufstellung der Verwaltung oder ersten neuen Parkplätzen in Rhöndorf erlebt hat, zweifelt kaum am tatsächlichen Zustandekommen eines belastbaren Beschlusses.

Einen Unterschied zur Landesgartenschau gibt es jedoch: Für die Halle hat ein Bürger eine veritable halbe Million Euro gespendet. Dieser Umstand stellt Verpflichtung dar, das Projekt sehr seriös zu verfolgen. Der Spender erpresst ja nicht den Rat, sondern eröffnet mit seiner Großzügigkeit eine Chance. Offenkundige Aktivitäten zur weiteren Einwerbung von Geldern aus dem Umfeld der Sportvereine und auch der Alt-Bürgermeisterin Wally Feiden erhöhen diesen Druck auf Politik und Verwaltung noch, nicht weniger als Lösungsarbeit zu leisten.

Zur Errichtung einer Gesamtschule treten gleich zwei „Bieter“ an. Ob es nun das Bistum wird oder Schloss Hagerhof, die ihre vorhandenen und erfolgreichen Schulen zukunftssicher neu auslegen dürfen, bedarf genauen Hinsehens. Die angebotenen Konzepte sind sehr unterschiedlich. Freier und weder durch Schulgeld noch Konfession behinderter Zugang sowie ein Ganztagesangebot sind als Anforderungen gesetzt und unverzichtbar. Durchlässigkeit, Integration und genügende Vielfalt der Lerninhalte jedoch gehen absehbar ausgesprochen unterschiedliche Wege. Ein klassisches Feld für lösungsorientierte Beratung. Vielleicht zählt bei der Entscheidung auch noch die abendliche Überlassung von Sporthallen an Vereine. Oder die Nutzung der bestehenden Schulimmobilie „KaSch“ an der Bergstraße oder gar die Aufwertung Aegidienbergs mit der Versorgung einer weiterführenden Schule – und sei es als Filiale. Zudem ist es besonders wichtig, wie sicher der langfristige Betrieb der Gesamtschule auch jenseits der Befindlichkeiten oder gar Launen privater Träger gewährleistet wäre.

Die Wiedereröffnung einer Anlegestelle an Honnefer Ufern bietet da weniger Zukunftsrisiken. Sie stellt vor allem die Standortfrage: Rhöndorf oder Insel? Ein barrierefreier, moderner Rhöndorfer Bahnhof ist sowieso unausweichlich – doch eröffnet das nicht auch die Frage nach der Priorität welchen Bad Honnefer Bahnhofs, erübrigt er ggf. die Herkulesaufgabe, Endstation und aktuellen „Hbf“ am Lohfeld doch irgendwann zusammenzuführen?

Vieles darf neu gedacht werden. Und wird neu gedacht. Die Zeiten des Haushaltsjochs sind zwar nicht vorbei, doch man berät breit und z.T. auch bereits lösungsorientiert nach vorn. Selbstverständlich wäre eine attraktive Stadtentwicklung die Antwort auf konkurrierende FOC-Pläne. Oder eine aufgehübschte Insel besser als das irrationale Hickhack um den Cafépächter. Sogar Konzepte, die Stadt näher an den Fluss zu bringen, sind zurück in der Debatte. Die spürbare Aufbruchsstimmung wird sich kaum als Büchse der Pandora erweisen. Eher gilt Udo Lindenberg: „Hinterm Horizont geht’s weiter“. |bh

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