Heimatverbunden

Asylsuchende: Herzlich willkommen

Januar 16, 2015

Am 8. Januar tagte im Rathaus der Runde Tisch Integration unter Leitung von Uwe Iserhardt aus dem Fachbereich Soziales und Iris Schwarz, der Gleichstellungsbeauftragten. Gemeinsam wurde überlegt, wie man die Hilfe für Asylbewerber in Bad Honnef strukturieren kann. Eine der Teilnehmerinnen, Claudia Merker, hat sich als Privatperson bereit erklärt, die „Zeit“-Hilfsangebote, die aus der Bevölkerung gekommen sind zu koordinieren. Inzwischen haben sich zwar einige Freiwillige für diese Aufgabe gemeldet, aber der Bedarf steigt ganz sicher.

Vordringlich sind bei stetig steigenden Zuweisungen Paten bei der Eingewöhnung in den ersten Tagen. 2013 kamen 35 Asylsuchende in Bad Honnef an, 2014 waren es 80 und aktuell bekommt die Stadt etwa 4 Zuweisungen/ Woche mit einer Vorlaufzeit von nur 3-5 Tagen. Das können Alleinstehende sein, darunter öfter ganz junge Menschen um die 20 Jahre oder auch ganze Familien. Sie müssen zunächst zu ihrer Unterkunft gebracht und dort mit dem Hausmeister eingewiesen werden (Bad/Küchennutzung). Dann muss man ihnen das Wichtigste zeigen: günstige Einkaufsmöglichkeiten in der Umgebung, Sparkasse, Haltestelle der Straßenbahn, Bahnhof, Weg zum Rathaus, Gebrauch des Stadtplans. Das geht erfahrungsgemäß auch ohne größere Sprachkenntnisse, denn auch die Mitarbeiter der Stadt sprechen nur wenige der Sprachen aus den Herkunftsländern der Emigranten. Viele Asylsuchende können auch etwas Deutsch, Englisch oder Französisch. Mit dieser „Stadtrundfahrt“ sind die Mitarbeiter der Stadtverwaltung vom Zeitaufwand her inzwischen einfach überlastet.

Als nächstes brauchen Familien mit Kindern Hilfe bei der Einschulung/Anmeldung eines KiTa-Platzes. Das geht natürlich besser mit Dolmetschern, dafür hat die Caritas über die Aktion „Bad Honnef hilft“ mit dem Internetportal Honnef heute inzwischen einen eigenen Pool. Später geht es um die Begleitung zu Ärzten und Ämtern, manchmal nur um den Weg dorthin ( vor allem nach Siegburg). Im nächsten Schritt sollen in Zukunft mehr Begegnungsmöglichkeiten geschaffen werden. Das Weihnachtsessen der Caritas mit 50 Asylbewerbern bzw. Aussiedlern hat gezeigt, dass viele Informationen über Anliegen und Problemen der Neuankömmlinge außerhalb von Ämtern leichter kommuniziert werden. Die AWO will dafür einen Treffpunkt einrichten. Außerdem ist angedacht, begleitete Freizeitaktivitäten mit Kindern zu organisieren. Die Sportvereine wurden gebeten, dem Runden Tisch ihre Konditionen und Möglichkeiten zur Teilnahme an Sportangeboten mitzuteilen.

Ganz klar am wichtigsten ist es für die Neuankömmlinge, irgendeine Art von Beziehung zu Bad Honnef auch außerhalb der amtlichen Stellen zu bekommen. Das geht am besten mit einem freundlichen Gesicht vor Augen, mit dem Gefühl, bei den Bad Honnefern willkommen zu sein, mit dem Wissen wenigstens einen festen Kontakt zu einer Privatperson zu haben. Die Sprache ist da erstmal zweitrangig. Bei speziellen Verständigungsproblemen kann man sich weiter an die Caritas wenden. Alle Frauen haben die Möglichkeit zweimal in der Woche im Rathaus über die Gleichstellungsbeauftragte Iris Schwarz Deutsch zu lernen, alle Männer in dem von der Caritas finanzierten Sprachkurs der VHS in den Hinterräumen des Kursaalgebäudes. Sachspenden koordiniert zurzeit Nadine Batzella in der Stadtverwaltung. In der nächsten Woche tagen zwei weitere Runde Tische zum Thema Sprachförderung (auch in Schulen und KiTas) und Sachspendenorganisation/ Fundraising. |eb

SIBI Anmeldetermine

Januar 16, 2015

Schülerinnen und Schüler für die Klassen 5 und die Einführungsphase der Oberstufe des Städtischen Siebengebirgsgymnasiums in Bad Honnef können zu folgenden Terminen im Sekretariat der Schule, Rommersdorfer Str. 78-82, angemeldet werden: Montag, 2.2. bis Freitag, 20.2., vormittags jeweils von 8 bis 12 Uhr. Allerdings sind keine Anmeldungen an Karneval möglich. Zusätzlich werden zwei Nachmittage angeboten: Donnerstag, 5.2., und Montag, 9.2., von 15 bis 18 Uhr. Anmeldeformulare und weitere Infos zur Anmeldung für die Einführungsphase gibt es im Internet unter www.sibi-honnef.de (Service/Downloads). Es wird gebeten, die auf dem Formular genannten Anlagen mitzubringen. Telefonisch ist das Städtische Siebengebirgsgymnasium Bad Honnef unter der Rufnummer 02224/ 93430 zu erreichen. |eb

Wohnraum für Asylbewerbende gesucht

Januar 16, 2015

Wegen des Zustroms von Asylbewerbenden hatte die Verwaltung zuletzt darum geworben, privaten Wohnraum für die nach Bad Honnef zugewiesenen Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten zur Verfügung zu stellen. Auf den Appell haben bereits viele Bürgerinnen und Bürger geantwortet, so dass auf diesem Wege bislang Unterbringungsmöglichkeiten für 35 Personen geschaffen werden konnten. In den kommenden Monaten wird die Zahl der unterzubringenden Flüchtlinge aufgrund der Krisenherde in der Welt noch zunehmen. Deshalb werden auch weiterhin Wohnungen und bevorzugt Häuser zur Anmietung durch die Stadt Bad Honnef gesucht. Denkbar ist auch die Umwandlung von bisher nicht zu Wohnzwecken genutzten Objekten. Die Stadt zahlt die ortsüblichen Mieten.

Um Mithilfe wird gebeten. Wenn eine Wohnung, ein Haus oder ein gewerbliches Objekt der Stadt Bad Honnef für die Unterbringung von Asylbewerbenden zur Verfügung gestellt werden kann, sollte man sich unter folgender Adresse im Rathaus melden: Rathausplatz 1, Gebäudemanagement, Heike Profitlich, Telefon 02224/184- 202 oder per E-Mail heike.profitlich@bad-honnef.de. |eb

2015

Januar 9, 2015

Wünsche, Hoffnungen, Visionen

2015 (Foto: Caroline Lang/pixelio)Das Jahr 2015 liegt jungfräulich vor uns. Das Jahr 1 nach dem Wahlkampfjahr. Neu: Politik und Verwaltung arbeiten harmonisch zusammen. Die Devise lautet: Bad Honnef 2020 beginnt jetzt! Heute eben. Die Vorgehensweise: Ein Stadtentwicklungskonzept mit integriertem Handlungsplan für zielgerichtete Stadtentwicklung und Erschließung von Fördermitteln. Die Wünsche der Bürger sind vielfältig, gleichwohl aber durchaus verständlich: Ausrichtung einer Landesgartenschau, größere Kindergärten, moderne Schulen, Geschwisterkindermäßigung, eine neue Sporthalle, intakte Straßen… Die Realität: Bad Honnef leidet unter einer Rekordverschuldung, sie hat keine eigenen Investitionsmittel und sie befindet sich in einem Haushaltssicherungskonzept. Heißt: Sie ist handlungsunfähig. So wird die Verwaltung in 2015 das Projekt „Haushaltssanierung“ starten, mit dem Ziel der Einnahmenverbesserung und der Aufwandsminimierung mit konkret definierten Teilprojekten und Einzelmaßnahmen. Vielleicht werden danach wieder Wünsche wahr. Die HWZ hat sich umgehört: „Was wünschen Sie sich 2015 von Bad Honnef“?

Ich wünsche mir, dass unser Bürgermeister seine selbst gesteckten Ziele erreicht, dass wir die LAGA in die Stadt holen und, dass die Innenstadt nicht ausblutet.
Kay Rode

Eine zügige Umsetzung der Pläne für den Postumbau mit Vollversorger und weiteren Fachgeschäften. Darüber hinaus muss die Verkehrssituation in der Innenstadt verbessert werden.
Jürgen Kutter

Ich wünsche mir, dass Otto Neuhoff seine Pläne für die Stadt umsetzen kann. Immerhin hatte er ja einen phantastischen Start hingelegt.
Gianfranco Soravia

Ich wünsche mir eine saubere Stadt, ordentliche Bürgersteige und Straßen, und mildere Knöllchenjäger.
Manfred Althoff

Ich wünsche mir, dass der Ausbau der Linzer Straße zügig voran geht. Hoffentlich schneller als geplant.
Detlev Mai

Ich hoffe auf eine klare Entscheidung für die LAGA.
Peter Hurrelmann

Ich wünsche mir einen Geländewagen, damit ich sicher und ohne Achsenbruch durch die Stadt komme.
Michael Braun

Ich wünsche mir ein stärkeres Wir-Gefühl in der Stadt. Das große Ganze ist wichtiger als engstirniger Eigennutz.
Jörg Pütz

Die Sanierung der maroden Straßen sollte oberste Priorität haben. Und – ich wünsche mir einen vernünftigen Weihnachtsbaum für die Innenstadt.
Brigitte Mohr

Leuchtturm-Projekte wie eine LAGA wären wünschenswert für uns. Nach wie vor wünsche ich mir mehr Parkraum in der Innenstadt und kostenloses Parken für unsere Kunden. Das Thema „Mesenholl“ muss endlich angepackt werden. Überregionale Vermarktung ist enorm wichtig geworden, wir müssen auch zurück in die Tourismus GmbH.
Georg Zumsande

Die Frage, „Was wünsche ich mir 2015 von Bad Honnef“? wurde auch auf Facebook diskutiert und beantwortet. Hier einige der Stellungnamen.

Angela Frenzen-Imming: Schöne neue Straßen.

Markus Dorst: Neue Kneipen in der Innenstadt und mehr kettenfreie Fachgeschäfte.

Philomena Archut: Viele Kunden für meine Kollegen und mich … damit sich nicht noch mehr Leerstände auftun.

Stephanie Klömpken: Ein Kino in Bad Honnef wäre prima.

Rena Weem: Weniger Baustellen aber auch weniger Schlaglöcher

Hubert Klein: Dass du lieber Helmut es mal in 2015 schaffst das Blättchen auf den Berg zu bringen

Philipp Müller: Da muss ich Markus recht geben, die ein oder andere Kneipe würde nicht schaden.

Elisabeth Ede: Das dieser Schandfleck Honnefer Bahnhof endlich renoviert u. Behindertenfreundlich (Barrierefrei) ausgebaut wird. Was nützt der schönste Bahnhofvorplatz, wenn die Bahnreisenden bei der Ankunft so ein Dreckloch vorfinden.

Petra Schneider: Eine Polizeiwache die auch 24 Stunden besetzt ist, in der Stadtmitte!

Sebastian Stanék: Das nicht alle Immobilien zuerst an die Telekom und die Post gehen und somit es den Ur-Honnefer unsagbar schwer gemacht wird sich in Bad Honnef häuslich nieder zu lassen. Die Straßen sollten endlich fertiggestellt werden bzw. größtenteils endlich mal vernünftig erneuert werden. Und die ein oder andere Lokalität mehr wäre wirklich gut. (Vermisse immer noch das LaDeeDa)

Sanda Rine: Einen Natur-Tannenbaum zur Weihnachtszeit, nicht so ein futuristisches Ding ….

Petra Schneider: Wo geht eigentlich die Jugend hin?? Da gibt es nichts, oder? Da wäre mal Handlungsbedarf!

Ursula Kröll: Das der Schandfleck Mesenholl abgerissen wird.

Andreas Archut: Die Malteser feiern 2015 ihr 50-jähriges Bestehen in Bad Honnef, und hoffentlich feiern alle Honnefer kräftig mit!

Monika Sieg: Ein „ Kulturtempel“ für Musik, Events auch mal mit einem Programm für ü 30, und viel platz auch für die After Zooch Party

Nadine Batzella: Eine bezahlbare Einkaufsmöglichkeit (Lebensmittel) in Rhöndorf

Karin Jordan: Weniger Baustellen

Helge Kirscht @monika: wird auf der Insel doch schon umgesetzt.

Deniz Dönmez: Das die Honnefer mich mal in Linz besuchen kommen! Im Restaurant Hammersteins.

Petra Schneider: Ein Bürgerhaus für Veranstaltungen bis zu 1000 Teilnehmern!

Bettina Becker: Verabschiedet euch doch bitte endlich von den Pollern im Floßweg, und macht ’ne Einbahnstraße draus, ein Wunder das da noch nix schlimmeres passiert ist.

Carsten Schmitz: Das unser Bürgermeister die Kraft behält, die er letztes Jahr gezeigt hat.

Klaus Doehl: Ein klares „Ja“ zur Landesgartenschau!

Markus Merz: Eine Hundefreilaufwiese, die dem Namen auch gerecht wird. Keine weitere Bebauung sondern Erhalt von den letzten Parkanlagen, egal ob privat oder öffentlich. Tempo 30 in der Innenstadt, gerade für die Hauptstraße. Einen gesunden Geschäftemix in der Innenstadt …

Torsten Müller: Da bei uns im schönen Bad Honnef mit die reichsten Menschen in Deutschland leben wäre es einfach sehr schön das Sie hier auch Geld in der Stadt ausgeben in der sie leben. Von der Stadtverwaltung: Die große Chance uns bei den Stadtfesten vom Centrum e.V. zu unterstützen denn 120.000 Euro nur von den Mitgliedern zusammen getragen reichen leider nicht immer aus um die Events „Fühl Dich Frühlich“ „Rosenfest“ „Antikmarkt“ „Martinimarkt“ und das „Weihnachtsshopping“ herzurichten. Dank an dieser Stelle an Walter Löbach Jürgen Kutter und Georg Zumsande für ihren unermüdlichem Einsatz. Mit der Hoffnung das die „Sommernacht“ wieder stattfindet.

2015: Halten wir das Tempo durch?

Januar 9, 2015

Die Erwartungen der Menschen in Bad Honnef sind andere geworden. Mit Nachdruck zeigen die Antworten auf unsere Umfrage, dass wieder Lust herrscht auf Engagement und Besonderes in der Stadt. Oft beschworen von der HWZ und fast so oft bezweifelt von der Liga der Skeptiker sagen die Honnefer selbst deutlich, dass es ruhig mehr sein darf als die Weihnachtsbeleuchtung der City als Highligt.

Im Jahr Eins mit dem neuen ersten Bürger nach dem intensivsten Wahlkampf aller Zeiten werden neue und ungewohnte Karten verteilt. Hat Neuhoff noch in 2014 die wichtigsten Hausaufgaben gemacht und das Rathaus personell gründlich um- und aufgerüstet sowie Klartext gesprochen im Bermudadreieck von Schulden, Sparzwang und Haushaltssicherungskonzept, so bedeutet Augenmaß offensichtlich keineswegs Verzichtsdiät: Mit einer neuen Sporthalle, der noch vor kurzem als völlige Utopie abgetanen Errichtung einer Gesamtschule und schnellem Start seiner Verwaltung in einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess bspw. über neue Sibi-Fenster oder Parkplätze ändern sich natürlich Wohn- und Lebensqualität. Im Rat geht es plötzlich ohne Koalitionen im sachorientierten Dialog Bad Honnef, die Präsenz von Stadtoberhaupt und -verwaltung schafft ein ungewohnt hohes Maß an Kommunikation.

Die Leute sind besser informiert und wissen mehr. Und wer mehr weiß, kann sich besser einbringen. Das bisher undenkbare Bemühen um eine Bewerbung zur Landesgartenschau ist der Anfang, Regionalplanung und Stadtentwicklungskonzept werden ähnliche Bürgerbeteiligung finden. Derweil steht der Bürgermeister im Sportzentrum Selhof und reflektiert öffentlich intelligente weitreichende Umstrukturierung city-naher Areale, zu Villa Schaaffhausen und Postgebäude werden endlich wieder konkrete Pläne ins Rathaus getragen.

Hält die Stadt das durch? Es mag zwar Neuhoff sein, den die Wünsche nach Kraft und Ausdauer begleiten – aber es dreht sich um Bad Honnef und dessen Fähigkeit, den Aufbruch zum steten Merkmal zu machen. Hält der auch an bei der Wiederbesetzung der heutigen Liegenschaften von KSI, GTZ, Post und geistlichem Zentrum an der Wilhelmstraße? Wird die City zur permanenten Baustelle, in deren aufgerissene Löcher nicht nur Rohre, sondern auch weitere Traditionsgeschäfte versenkt werden? Kommt Zug in eine Neugestaltung, erhalten Innenstadt und Rhöndorf wirklich attraktivere Gesichter? Die Angebote der Verwaltung sind Steilvorlagen, doch entscheiden wird die Beteiligung der Bürger; sonst werden sich neue Nähe und neuer Geist verflüchtigen. Zum Glück spielt die kommunale Politik bisher mit und übernimmt gemeinsame Verantwortung – dem Vernehmen nach sucht momentan gerade mal ein verwirrter Kopf nach Wiederbelebung von Koalitionen.

Die Antworten unserer Umfrage lassen keine „Ernüchterung“ erkennen. Die Leute wollen, dass es weiter vorwärts geht. Umkehr, Retro und Wieder-Ausstieg sind nicht in Mode. Es wird Zeit, Ansprüche zu stellen – auch an sich selbst. |bh

Politische Erwartungen:

  • Was Bad Honnef abgibt, steht der Stadt nicht mehr zur Verfügung. Also wäre es gut, die Kreisumlage niedrig zu halten und Siegburg von dieser Logik zu überzeugen.
  • Große Chancen sollten genutzt werden. Ein integriertes Handlungskonzept zur Stadtentwicklung bringt Klarheit im Ziel und Mittel im Haushalt, eine kreative Umsetzung der Regionalplanung wird fördernd belohnt. Wenn sich hier eine LaGa als nützlich erweist – umso schöner.
  • Siebengebirge und Drachenfels sind Marken, nach denen Andere sich die Finger lecken. Mit den Nachbarn kooperieren, denn das Siebengebirge schreit nach Regionalmarketing.
  • Wirtschaftsförderung in Bad Honnef fehlte in den letzten Jahren – und das geht gar nicht. Selbst im Tourismus verweigerten wir uns der Nachbarschaft. Ein großer Ratschlag tut not, der mit klarem Ziel über das „Wie“ verhandelt und nicht über das „Ob“ palavert.
  • Der rote Faden der letzten Jahre war, dass Institutionen und Unternehmen Bad Honnef verließen. Das muss vorbei sein – und beim JobCenter in Rhöndorf sollte die Ampel umgestellt werden.
  • Am meisten erreichen die Leute immer noch selbst. Der Zaun im Weinberg spricht hier eine deutliche Sprache. Interessensvertretung ist gut, gemeinsame Interessen selbst wahrnehmen ist besser. Als Unterstützerinnen solcher Prozesse sollten sich die Honnefer Parteien begreifen – und stolz darauf sein.

Bad Honnefer Musikgeschichte

Januar 9, 2015

KULTUR: Die Entwicklung der Musikkultur im Siebengebirge 2009 - 2014 Teil 2

Bad Honnefer MusikgeschichteDiese zwei unterschiedlichen Enden der Gesellschaft verknüpft nun das Konzept der 7MMN. Zur Finanzierung des Festivals wurde zuerst einmal eine Einheitsgage in Höhe von 150 Euro für jeden teilnehmenden Musiker festgelegt. Viele kulturaffine Firmen, Parteien, Organisationen und auch Privatleute übernehmen die persönliche Patenschaft für einen der Musiker und somit seine Gage. Im Gegenzug erhalten die Paten einen von den jeweiligen Wirten reservierten Stammplatz im Lokal ihres Patenmusikers. Diese Idee, die am Anfang noch auf viel Skepsis stieß, hat mittlerweile so viele Freunde gefunden, dass jedes Jahr für einen Großteil der Musiker Paten gefunden werden. Der örtliche Energieversorger, die Bad Honnef AG, welche von Anfang an das Festival als starker Partner aus der Geschäftswelt begleitete, intensivierte 2014 sein Engagement, und übernahm einen großen Teil der Werbekosten. Für die Anspruchsberechtigten der örtlichen Tafeln steht jedes Jahr ein festes Kartenkontingent zur Verfügung. Ebenso geht regelmäßig ein Teil des Festivalerlöses zur Nachwuchsförderung an die Musikschulen. Hiervon konnten bereits mehrere Instrumente angeschafft werden. In Zeiten, in denen Eltern ihren Kindern lieber Mathe- als Musikunterricht finanzieren, haben auch viele teilnehmende Musiker ihre Verantwortung dem Nachwuchs gegenüber erkannt und wahrgenommen (Motto: Artists giving back). Einige spendeten ihre persönliche Gage bzw. machten Angebote für Workshops oder stifteten CDs zum Verkauf und gebrauchte Instrumente als Übungsinstrumente.

Musikalisch ist das Festival nun ebenfalls den Kinderschuhen entwachsen und präsentiert jedes Jahr eine gesunde Mischung aus lokalen Heroen und Nachwuchsbands sowie Profimusikern aus dem In- und Ausland. Durch die Zusammenarbeit mit BonnTicket und den Stadtwerken Bonn konnte die Öffentlichkeitsarbeit 2014 auch überregional intensiviert werden – die Veranstaltung wurde von einem ursprünglich rein lokalen Event zu einem mittlerweile weithin bekannten und beliebten Festival. Als besondere Auszeichnungen erhielt die 7MMN 2013 die Regionale Kulturförderung des Landschaftsverbandes Rheinland als Veranstaltung mit überregionaler Bedeutung und Beispielcharakter. Zudem wurde sie im Folgejahr in das Format Rheinischer Kultursommer der Region Köln-Bonn e. V. aufgenommen, das 59 hochklassige Kulturveranstaltungen zwischen Neuss und der südlichen Landesgrenze Nordrhein- Westfalens bündelt und bewirbt.

Mit knapp 2.000 Besuchern wurde 2014 bei der 7MMN ein neuer Rekord aufgestellt. Da jeder Besucher einen einmaligen Eintritt zahlt, mit dem er alle Konzertorte besuchen kann, erbrachte ein neues Zählsystem zur Feststellung des Pendelverhaltens der Besucher weiteren Aufschluss: Im Laufe des Abends und im Zuge der Aftershowparty wurde die Siebengebirgsgastronomie insgesamt rund 5.500 Mal von den 7MMN-Gästen frequentiert – eine beeindruckende Zahl. Nähere Informationen sowie die Unterstützer und Paten aus dem Netzwerk finden sich unter www.7mmn.de.

Endstation – Ein Krankenhaus voller Kunst

Speziell die Szene der bildenden Kunst ist schon lange im Siebengebirge breit vertreten, war als solche in ihrer Gesamtheit allerdings nur marginal organisiert und eher auf ein schmales Zielpublikum ausgerichtet. 2012 ergab sich eine einmalige Chance, indem der Cura Dachverband das Königswinterer Krankenhaus aufgab und dem Honnefer Künstler Helmut Reinelt anbot, in dem stillgelegten Gebäude für ein halbes Jahr bis zum endgültigen Abriss eine Kunstinstallation zu errichten. Diese Nachricht sprach sich in Windeseile herum, und in relativ kurzer Zeit war ein Organisationsteam gefunden, welches sich aus Aktivisten verschiedenster Kunstformen rekrutierte und das alte Krankenhaus zu neuem Leben erweckte. In der Endphase gestalteten über 250 beteiligte Künstler aus vielen Sparten aktiv dieses autonom betriebene Kulturzentrum, welches von April bis September 2012 geöffnet hatte. Wechselausstellungen zogen internationale Künstler und Aktive aus anderen Kulturinitiativen nach Königswinter. Versicherung, Aufsicht, Catering und vieles mehr wurde vom zehnköpfigen Kernteam organisiert.

Die Musik hatte von Anfang an einen herausragenden Stellenwert im Rahmen der Gesamtinitiative, das alte Krankenhausfoyer war wie geschaffen für Darbietungen aller Art. Aber auch in den Fluren, auf den Stationen, im ehemaligen OPSaal und selbst in der verlassenen Pathologie agierten Musiker, die dem toten Gebäude Leben einhauchten. Letzten Endes fanden alleine in den knapp sechs Monaten, in denen das Krankenhaus als größtes autonomes Kunstprojekt in der Rheinschiene betrieben wurde, über 70 Veranstaltungen überwiegend musikalischer Art statt. Jedes Wochenende wurde von Freitag bis Sonntag gerockt, gejazzt, geswingt und gejammt, was das Zeug hielt. Mittlerweile hatte sich in der Künstlerszene von Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis das Siebengebirge als „Must-be-Place“ herausgestellt, in dem „man sich mal sehen lassen“ sollte. Die Endstation sorgte für bundesweite Presse und einen Besucherstrom von knapp 10.000 Kunstinteressierten aus der ganzen Republik, die während der Lebensdauer des Projektes durch das verlassene Hospital streiften. Auf der Website www.endstation.wildscreen.de finden sich heute noch die bildhaften Zeugnisse der damaligen Aktivitäten der beteiligten Künstler. Die Musiker, die in dieser außergewöhnlichen Location ihr Können zum Besten gaben, kamen ebenfalls aus ganz Deutschland, vorzugsweise aus Nordrhein-Westfalen. An der Theke der Verwund-Bar trafen sich Profis und Amateure aus der Region und darüber hinaus. Bis heute noch ist der Auftritt in der morbiden Atmosphäre der Endstation für viele Musiker eines der Highlights ihrer Bühnenpräsenz.

Kulturzone Königswinter – Vom Leerstand zum Kreativstand

Die Kulturzone Königswinter ist das direkte Erbe des Projektes Endstation. Mit dem Auszug aus dem Krankenhaus, welches mittlerweile abgerissen und durch einen Neubau, der als Seniorenheim genutzt werden soll, ersetzt wurde, gründete sich aus dem Organisationsteam der Endstation heraus die Künstlergruppe Antiform e. V., welche sich zum Ziel gesetzt hat, alternative Kunstprojekte zu fördern (www.antiform.eu). Mit Unterstützung der Stadtverwaltung Königswinter und verschiedener Organisationen, wie der Tourismus Siebengebirge GmbH und der Wirtschaftsförderungs- und Wohnungsbaugesellschaft Königswinter mbH bezog Antiform verschiedene Immobilien in der Altstadt von Königswinter, die durch einen in den letzten Jahren ständig gestiegenen hohen Häuserleerstand gekennzeichnet ist. Herauszuheben hierbei sind die Galerie 1 im ehemaligen Drachenfelshotel, das Lichtspielhaus im ehemaligen Schlecker-Markt, sowie Artists in Residence, welches in den Räumen einer ehemaligen Versicherung logierte und Künstler aus ganz Europa für jeweils mehrwöchige Arbeitsaufenthalte nach Königswinter zog.

Diese Objekte wurden Zug um Zug mit Kunst gestaltet und mit Musik belebt. Insbesondere in den Räumen der Galerie 1, in der eine monatliche Live- Musik-Reihe ihren Platz fand, tummelten sich in den letzten beiden Jahren viele Musiker aus dem gesamten Rhein- Sieg-Kreis für Konzerte, Vernissagen und Sessions. Fast schon eine Ironie der Dinge: Bedingt auch durch die zweijährige Arbeit von Antiform wurden zwischenzeitlich einige Häuser verkauft oder verpachtet, aus denen die Künstlergruppe anschließend ausziehen musste. Aktuell werden weitere Leerstände zur Belebung durch Kunst und Musik gesucht. In einem Haus wurde die Musik, wie in vielen anderen Städten auch, Opfer polizeirufbereiter Nachbarn und Hausbesitzer, die sich durch „Darbietungen akustischer Art“ in ihrer Ruhe gestört fühlten.

Helge Kirscht

Fortsetzung folgt

5000 Euro für die Tafel

Dezember 30, 2014

5000 Euro für die TafelIn diesen Tagen gibt es die Tafel in Bad Honnef genau sechs Jahre. Jede Woche werden hier Lebensmittel an bedürftige Menschen ausgegeben, über 30 freiwillige Helfer engagieren sich. Die Tafel befindet sich im ehemaligen Jugendheim der katholischen Kirchengemeinde St. Johann Baptist, das dem Rotstift im Raumsparkonzept des Erzbistums Kölns geopfert werden und neu vermietet werden musste. Nur einmal quer über den Parkplatz hinter der Kirche hat die Kleiderstube der Caritas ihre Räume, wo dieselben Menschen, die montags die Tafel aufsuchen, dienstags gut erhaltene gebrauchte Kleidung bekommen können. „Wir haben vielleicht unterschiedliche Blickwinkel, aber wir haben gemeinsam dieselben Menschen im Blick“. Mit diese Worten übergab Diakon Franz Gunkel vergangene Woche ein sehr rundes Sparschwein mit 5000 Euro im Bauch an Leiterin der Bad Honnefer Tafel, Dagmar Neugebauer. An dieser Spende haben sich seitens der Caritas alle Kirchengemeinden im Pfarrverband beteiligt. Da es sich um die größte Einzelspende handelt, die die Honnefer Tafel bisher bekommen hat, waren zur Übergabe auch der Geschäftsführer des AWO-Kreisverbandes Heinz-Willi Schäfer und Peter Sieler, der die AWO-Tafeln im Kreis koordiniert, aus Siegburg angereist. Im Rhein- Sieg-Kreis gibt es elf Tafeln, sieben werden von der Caritas zugehörigen SKM betrieben, vier von der AWO. |eb

Löwendenkmal auf Reisen

Dezember 30, 2014

Löwendenkmal auf ReisenLöwendenkmal auf ReisenLöwendenkmal auf ReisenEs ist wenig beachtet, das Löwendenkmal, am Rande der B42. 1927 wurde es errichtet, 1937 posierte dort Ilse Holtzwarth (u.l.) mit ihrem Kindermädchen. Vergangene Woche kam der Hupperich & Westhoven-Kran, um es zum Steinmetz Roese zu transportieren. Dort wird das tonnenschwere Kriegerdenkmal in Schuss gebracht und im Frühjahr 2015 wird es im Park gegenüber dem Seminaris Hotel seine neue Heimat finden. Möglich gemacht hat das die Initiative Wirtschaft für Bad Honnef mit den Familien Pütz und Westhoven, die die Kosten übernehmen.

„Bäd Honnef“ Live

Dezember 19, 2014

Alle Jahre wieder heißt es seit 2009 am Samstag vor Heiligabend mit Bäd Honnef und was Ordentlichem für und auf die Ohren. Diesmal mit neuen Cover-Versionen bekannter Rock & Blues-Nummern sowie Überraschungen. Am Samstag, 20. Dezember, ab 20.30 Uhr in der CCR Sportsbar (früher: Zur Mühle), Westerwaldstraße 15, Rheinbreitbach. Eintritt: frei. Mehr unter: www.bhbb.de. |eb

Adventsausflug

Dezember 19, 2014

AdventsausflugEs gehört zur Tradition des Partnerschaftskomitees Bad Honnef – Wittichenau, sich bei den treuen Mitgliedern und Förderern mit einem Adventsausflug zu bedanken. In diesem Jahr hatten Werner Osterbrink und Klaus Eckenroth einen Besuch im Theater am Tanzbrunnen zur Kölschen Weihnacht unter dem Motto „Sidd hösch, Leev Lück, Sid Stell“ organisiert. Mit „Leedern, Krätzjern und Verzällchen“ wurden die Besucher auf die Weihnachtszeit eingestimmt, mal nachdenklich, mal zum Schmunzeln und auch mal zum Lachen. Im Brauhaus „Ohne Namen“ klang der Nachmittag aus. |eb

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