Tritt auf Kostenbremse zeigt erste Erfolge
März 29, 2010
STADTSPARKASSE: Geschäftsvolumen hat zugelegt. Zinsergebnis gestärkt. Kreditgeschäft dreht ins Plus. Der Jahresbericht 2009.
Die Märkte haben sich beruhigt. Investmentbanking floriert und Boni fließen wieder. Die Gewöhnung an die monströsen Beträge staatlichen Geldes zur Rettung maroder Banken ist inflationär. Neue Themen erregen die Aufmerksamkeit. Wieder Normalität? Wohl kaum, denn Fragen sind offen geblieben. Nur zusätzliche Regelwerke sind die Antworten nicht. Es bedarf eines Rahmens, der Wettbewerb zulässt wie auch die Konsequenz, dass Akteure aus dem Wettbewerb ausscheiden, und zwar ohne dass ganze Nationen in „Geiselhaft“ genommen werden. Die Systemkrise ist noch nicht überwunden.
Das Geschäft der Sparkasse ist das Geschäft vor Ort. Hier wird nicht der schnelle Euro gemacht. Hier ist Ertrag das Ergebnis vertrauensvoller Partnerschaft zum Kunden, und sie ist die Basis, um kalkulierbare Risiken einzugehen. Früher hieß so etwas Bodenständigkeit, heute realwirtschaftlicher Bezug. Die Sparkasse rühmt sich damit keiner besonderen Tugend, sondern es ist ihr gesetzlicher Auftrag mit 200jähriger Tradition. Eine Tradition setzt sich nur fort, wenn sie in der Zeit modern ist, ist sie es nicht, wird sie Geschichte – und die Sparkassenidee war zu kaum einer anderen Zeit so modern wie heute.
Im Jahre 2009 hat die Sparkasse ein Betriebsergebnis vor Steuern und Bewertungsmaßnahmen von 3,2 Mio. Euro erwirtschaftet und damit ein Plus von 85 Prozent erzielt. Der Vorstand ist mit dem Ergebnis zufrieden, relativiert es aber: „Der Zuwachs zeigt vor allem das Ausmaß der Ertragsrückgänge in den beiden Vorjahren, denn im Jahre 2009 hat sich die Ertragslage lediglich ein Stück weit normalisiert, was mit Blick auf die vor der Sparkasse liegenden Herausforderungen nur gut ist“, so Vorstandsvorsitzender Hellmuth Buhr. Zur besseren Ertragslage hat im besonderen Maße der gestiegene Zinsertrag beigetragen. Damit ist die Prognose des Vorstandes zu Beginn des Vorjahres eingetreten, der einen steileren Verlauf der so genannten Zinsstrukturkurve erwartet hat, die zusammen mit den Bilanzstrukturen den positiven Effekt ausgelöst hat.
Das Provisionsergebnis gab gegenüber dem Vorjahr um 3,9% nach, hielt sich aber oberhalb der 3,0-Mio.-Euro-Marke. Ein Grund für das Minus sind Ertragsschmälerungen im Wertpapiergeschäft. „Als Haus mit einer im Wertpapiergeschäft überdurchschnittlich engagierten Klientel ist es nur natürlich, dass uns die Finanzmarktkrise besonders getroffen hat“, führt Buhr aus. Gleichwohl sieht er das Provisionsergebnis als festes Standbein etabliert und als wichtige Ergänzung zum zinsabhängigen Geschäft.
Für den Erfolg sind Kosten mindestens so wichtig wie Erträge. Der Vorstand ist daher über erste Erfolge im Kostenmanagement erfreut. So konnten die Sachkosten gegenüber dem Vorjahr gut reduziert werden. „Relativ liegen wir bereits unter dem Durchschnitt der rheinischen Sparkassen“, so Buhr. Mehr Handlungsbedarf besteht hingegen noch bei den Personalkosten. Erste Weichenstellungen wurden mit dem Abschluss von Altersteilzeitverträgen getätigt, in deren Folge die Mitarbeiterzahl in den nächsten Jahren tendenziell sinken wird. Buhr: „Für uns eine unternehmerische Herausforderung, dürfen doch die Leistungs- und Servicequalität nicht beeinträchtigt werden.“ Das Betriebsergebnis lässt nach Bewertungskorrekturen auf Kundenkredite und Steuern eine Stärkung der Eigenmittelbasis zu. Für den Vorstand deshalb wichtig, weil in Vorjahren einige Belastungen „verdaut“ werden mussten und daher Nachholbedarf besteht. „Über Sicherheitspuffer zu verfügen, ist wichtiger denn je, denn mit Blick auf die Zukunft sind wir an Schmitz Backes noch nicht vorbei“, erklärt Buhr rheinisch ernst, und denkt an die Prognose steigender Unternehmensinsolvenzen, die Haftung für Altlasten der WestLB und die Diskussion um die Verschärfung der Eigenkapitalanforderungen.
Das Geschäftsvolumen wuchs im Jahre 2009 moderat um 0,9% auf 506,9 Mio. Euro (Vorjahr: +5,0%). Getragen wurde das Wachstum sowohl vom Einlagen- als auch vom Kreditgeschäft. Zum Teil wurden die Zuwächse durch Rückführung von Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten kompensiert.
Es mag paradox klingen, doch trotz Krise hat das Kundengeldvermögen die Halbe-Milliarde- Euro-Marke überschritten. Es beträgt genau 508,5 Mio. Euro zum Ende des Jahres 2009 und liegt damit gut 30,0 Mio. Euro über dem Vorjahreswert und auch knapp 20,0 Mio. Euro höher als der Wert für das Jahr 2007, dem Jahr vor Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise.
Der Bestand an Darlehen und Krediten stieg um 3,9% auf 299,9 Mio. Euro an (Vorjahr: -2,7%). Damit konnte erstmals nach dem Jahre 2006 ein relativ deutliches Kreditwachstum erzielt werden. Mit diesem Ergebnis korrespondiert die Zunahme des Volumens der im Jahre 2009 neu bewilligten Kredite und Darlehen um 20,2%. Wichtige Impulse für Investitionen könnte der neue Gewerbepark „Dachsberg“ geben, dessen Realisierung auf vollen Touren läuft und in die-sem Jahr abgeschlossen werden soll. Interesse auf Investorenseite ist jedenfalls gegeben. Bereits jetzt liegen für große Teile der Flächen Anfragen von Investoren vor. Die Sparkasse ist nur zu gerne bereit, Finanzierungen bei vertretbarem Risiko in ihre Bücher zu nehmen.
Auch wenn das Finanzierungsgeschäft rund um die Immobilie im vergangenen Jahr einen „guten Lauf“ hatte, ist zu beobachten, dass Neubaufinanzierungen im Vergleich zu Finanzierungen von Gebrauchtimmobilien eher die Ausnahme darstellen. Für den Vorstand - wie in den Vorjahren – Grund genug, bei Themen wie „Selhof-Süd“ eine Meinung zu haben und diese auch kund zu tun. „Da muss aus Aspekten der Stadtentwicklung der Knoten durchschlagen werden“, so Michael Hartmann, der gerade attraktive Neubaugebiete für das untere bis mittlere Einkommenssegment in Bad Honnef vermisst.
Bad Honnef ist ein attraktiver Wohnort. Dies beweist einmal mehr das Ergebnis der Immobilienvermittlung, das das hohe Vorjahresniveau bestätigen konnte. So wurden mit 49 vermittelten Objekten fast die 50 Objekte des Vorjahres erreicht. Hinzu kommt die Zahl von 35 vermittelten Mietobjekten, die gegenüber dem Vorjahr um 9 Objekte zulegen konnte. Für die Sparkasse die Bestätigung ihrer Leistungs- und Servicequalität, mit der sie den Markt in Bad Honnef anführt. Besonders gefragt waren erneut Liegenschaften in der Tallage. Damit hält der schon in den letzten Jahren erkennbare Trend zur wieder erstarkten Urbanisierung an. Ein Grund mehr, die Entwicklung von Selhof- Süd zu forcieren.
„Sparkasse: Gut für Bad Honnef“ ist ein Slogan, der mit wenigen Worten ein breitgefächertes Engagement auf einen Nenner bringt. Neben Unternehmertum vor Ort steht er für die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung in Bad Honnef. Und so hat die Sparkasse auch im letzten Jahr mit einer Vielzahl von Aktivitäten und finanzieller Unterstützung wichtige Beiträge für ein lebenswertes Bad Honnef geleistet.
Die Sparkasse 2009: Überblick
Geschäftsvolumen: 506,9 Mio. €
Kundeneinlagen: 378,7 Mio. €
Kredite an Kunden (inkl. für Kunden
übernommene Avale) 299,9 Mio. €
Betriebsergebnis: 3,2 Mio. €
Kundenwertpapiere: 130,0 Mio. €
Zahl der Kunden: ca. 18.000
Zahl der Kundenkonten: 40.644
Zahl der Mitarbeiter: 124
(davon Auszubildende: 13)
Zahl der Geschäftsstellen: 5
Zahl der SB-Geschäftsstellen: 1
Kommentare
Möchten Sie den Beitrag kommentieren?



