Überflüssig????
Januar 8, 2010
Ein uns allen bekannter und möglicherweise auch bei manchen beliebter Chefredakteur und Herausgeber einer wöchentlich in Bad Honnef und Umgebung erscheinenden Zeitung – der Name tut nichts zur Sache, weil bekannt – hält das jährliche fußballerische Aufeinandertreffen des Oberdorfs gegen das Unterdorf in Rhöndorf für völlig überflüssig und dazu auch noch lebensgefährlich! Positiv betrachtet könnte man annehmen, es handele sich um den Versuch der Absonderung rheinischen Humors eines völlig unsportlichen Nichtrheinländers, der auf keinem Fall in einem Dorf aufgewachsen sein kann. Zugegebenermaßen war der Boden flüssig. Wir Rhöndorfer wissen auch, dass man auf diesem Boden rutschen kann, und zwar seit „61“ Jahren. Da vermeidet man von selbst Angriffe, die zu gefährlichen Verletzungen führen könnten. Immerhin kennt und schätzt man sich seit Jahren, es kommt sogar vor, dass die sportlichen Gegner befreundet sind. Andererseits bleibt bei diesem zu Papier gebrachten Satz ein zumindest rudimentärer Restbestand an Zweifel übrig, ob der Mann überhaupt weiß, worüber er redet/schreibt. Da trifft sich ein Dorf seit „61“ Jahren am 2. Weihnachtstag zu einem Fußballspiel mit anschließendem deftig-gemütlichen Beisammensein. Möglicherweise waren die Gründungsväter gesellschaftlich gesehen ihrer Zeit um Einiges voraus. Wer hört sich als junger Bursche am 2. Weihnachtstag, wenn die Verwandtschaft zum Kaffee aufschlägt, schon gerne an, ob man sich denn auch das ganze Jahr ordentlich benommen hat? Aber eines ist sicher: Was da jedes Jahr, und dazu noch ohne jeden organisatorischen „Eingriff‘ von oben, passiert, ist Dorfleben pur, ist Zusammengehörigkeitsgefühl, ist Gemeinschaft, ist Freundschaft, ist Kommunikation, ist Integration, ist Tradition und Herzenssache! Da kommt einer vor Jahren aus der Großstadt, hat immer noch keinen Schimmer, ist aber arrogant genug, sich von oben herab ein Urteil über uns anzumaßen! Mein Fazit: Die Rhöndorfer halten das Fußballspiel NICHT für überflüssig. Im Gegenteil. Was den Artikel angeht, so möge sich jede/r seine eigenen Gedanken machen.
Horst Funke
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