Wild-Wochen im Chimära in der Bonner Altstadt

URLAUB: Keine Krise bei den Buchungen

Mai 30, 2008


Trotz Ölkrise und knapper Kassen ziehen nach wie vor Traumstrände die deutschen Urlauber in die Ferne.

„Die Deutschen reisen was das Zeug hält“

Benzin kostet so viel wie noch nie, Experten beklagen ein „Wegbröckeln“ der Mittelschicht. Doch wenn es um ihren Urlaub geht, lassen sich viele die Stimmung nicht verderben: Auch im Sommer 2008 wird wieder verreist, was das Zeug hält.

Besonders gefragt sind derzeit Fernreisen zum Beispiel nach Thailand und in die USA. An der großen Bereitschaft, viel Geld für Urlaub auszugeben, lasse sich eine typische „zyklische Verschiebung“ ablesen, sagt Prof. Karl Born, Touristikforscher an der Hochschule Harz in Wernigerode: „Nach einem wirtschaftlichen Aufschwung wird immer zwei, drei Jahre später wie wild Urlaub gebucht.“ „Natürlich gibt es weiterhin Leute, die für 199 Euro Urlaub machen wollen“, beobachtet Torsten Schäfer vom Deutschen Reiseverband (DRV) in Berlin. Unterm Strich sei der Trend allerdings klar: „Es wird nicht geknausert.
Höherwertige Reiseprodukte wachsen stärker als billige Angebote.“ Fragt man die großen Reiseveranstalter nach ihren Rennern in der Sommersaison, werden oft die gleichen Ziele genannt: Nummer eins bleibt zwar Deutschland, sehr gut gebucht sind aber auch Nordafrika, die Türkei, Mallorca und andere „Klassiker“ im sonnigenSüden, zählt Alexa Hüner von der Tui in Hannover auf.

Ähnlich sieht es bei Alltours und den Veranstaltern des Thomas-Cook-Konzerns wie Neckermann aus. Doch auch richtig in die Ferne zieht es viele Sommerurlauber: Asien ist schwer gefragt, und in die USA lockt nicht zuletzt der günstige Dollarkurs, der das Einkaufen und Essen gehen von Florida bis Kalifornien attraktiv macht. Der Marktführer Dertour liegt bei seinen USA-Buchungen um gleich 25 Prozent über dem Vorjahr, sagt Sprecherin Angela de Sando in Frankfurt/Main. Wer sich erst jetzt für eine Reise in die
USA entscheidet und noch etwas Günstiges bekommen will, müsse bei Termin und Abflughafen flexibel sein und zum Beispiel auf Bundesländer ausweichen, die gerade keine Schulferien haben, rät DRV-Sprecher Schäfer. Bei vielen Gästen beobachten die Veranstalter, dass sie „bereit sind, wieder mehr Geld auszugeben“, sagt Mathias Brandes von Thomas Cook in Oberursel (Hessen): „Am Urlaub wird zuletzt gespart.“

Für Tourismusforscher Born ist das jedoch nur ein Teil der Wahrheit. Er verzeichnet eine „Polarisierung der Nachfrage“: Luxusprodukte seien ebenso im Trend wie billige Schnäppchen.

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