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WAHLEN: Die Gewinner werden im Internet gemacht

März 10, 2008

Website von Hillary Clinton


Die erstaunlichen Schwierigkeiten der Honnefer Politik mit dem World Wide Web

Wir wollen hier auf gar keinen Fall Barack Obama oder Nicolas Sarkozy mit Wally Feiden oder Cornelia Nasner vergleichen. Nein! Dennoch: Wahl ist Wahl! Sarkozy habe die Wahl in Frankreich gewonnen, nicht zuletzt durch seine genialen Auftritte in Website von Angela MerkelWeblogs im Internet. Damit habe er besonders die Jugendlichen des Landes begeistert und gefesselt. Obama punktet gewaltig gegenüber Kandidatin Clinton in den USA mit und nach seinen forschen Internetauftritten. Die Reaktion der Kandidatin folgt dann auf dem Fuß. Die SPD in Hamburg habe tüchtig gepunktet, weil die Partei geschickter im Netz auftrat, als die CDU. Da musste selbst Helmut Schmidt herhalten um vor einer Web-Kamera seine geliebten Zigaretten zu schmauchen.

Über Frankreich, den USA und Hamburg nähern wir uns vorsichtig Bad Honnef. Hier wird am 19.Oktober ein neuer Bürgermeister gewählt. Oder eine Bürgermeisterin. Zur Wahl stehen der parteilose Dr. Ralf Schaaf, Amtsinhaberin Wally Feiden (SPD) und Cornelia Nasner (CDU). Christian Preuß, der Administrator der HWZ-Homepage und ich haben uns einmal die Internetseiten der Honnefer Politik angeschaut. Und wir werden die Web-Auftritte der Kandidaten bis zum Wahlabend höflich und sachlich weiter begleiten. Das wird, so wie es bisher aussieht, eine recht vergnügliche Angelegenheit werden. Denn: Das Internet scheint den Honnefer Politikern ein eher lästiges Übel zu sein. Daher hier, nicht ohne Stolz, ein kleines Beispiel in Sachen www.diebadhonnefer.de: Die Junge Union schickt eine Presseinformation an die Redaktion. Wenig später steht diese Information im Netz. Daraufhin erfolgte sofort ein Leserbrief zum Anliegen der Jungen Union. Eine Stunde nach dem Einstellen des Leserbriefes kam flugs die Reaktion der Jungen Union. Schneller geht’s nimmer.
Diese Tatsache zeigt deutlich: Junge Menschen sind immer im Netz. Das sollten sich die BM-Kandidaten jetzt schon einmal zu Herzen nehmen. Das Internet mobilisiert das kostbarste Gut einer jeden Wahl, weltweit, und in Bad Honnef sowieso: Die Jugend.

In Sachen World Wide Web hat aus Honnefer Sicht das Grauen bislang einen Namen: Die Grünen. Oder: Die Freien Grünen. Da gibt es nur ein Link zu einer Pdf mit Kontaktdaten. Die Qualität einer solchen Art der Präsentation ist völlig indiskutabel. Kein Programm, keine Infos, keine Termine, nichts aktuelles, „das ist einfach nur peinlich“, stellt Kollege Preuß entsetzt fest. Klicken wir einmal die Honnefer CDU an. Website von Cornelia NasnerZur anstehenden Bürgermeisterwahl wurde der Auftritt neu gestaltet. Vorher waren viele Inhalte total veraltet. Die CDU Honnef lehnt sich an das Corporate Design der Bundespartei an. Ein CDUTicker versorgt die Besucher mit bundesweiten News. BM-Kandidatin Cornelia Nasner präsentiert sich direkt auf der Startseite mit ihren Kontaktdaten und einem Hinweis/Link auf ihre eigene neue Website. Das Informationsangebot ist gut, die Termine sind aktuell, die Seite wird bestens über Google gefunden. Die Wermutstropfen: Unter „Kontakt“ findet sich der traurige Hinweis, dass man bitte Geduld für Antworten aufbringen muss. Das ist unprofessionell und halbherzig. Wer hat im Web denn schon Geduld? Die Rubriken „CDA“ und „MIT“ bieten keine Inhalte (Baustellenseiten). Man sieht der Website an, dass sie in Heimarbeit realisiert wird. Die Bundes-CDU liefert da solidere Vorlagen. Hut ab: Die CDU-Kandidatin Nasner hat eine eigene Homepage: www.cornelia-nasner.de. Ja, das war’s denn aber auch schon. Wer Informationen will, der bekommt sie nicht. Eine interaktive Kommunikation mit der Kandidatin ist nicht möglich. Zur Zeit ist diese Seite also völlig überflüssig.

Ebenso wie die Homepage der Amtsinhaberin Wally Feiden, es sei denn, Sie freuen sich über die Neujahrsgrüße der Bürgermeisterin aus dem Jahre 2004. Die Internetseite der SPD ist professionell aufgebaut, lebendig und informativ. Kein Wunder: Sie wurde von meinem Administrator Christian Preuß realisiert. Mehr Eigenlob möchte ich Ihnen hier an dieser Stelle ersparen. Schauen Sie selbst einmal vorbei.

Kommen wir zur FDP. Auf dieser Homepage finden wir das Wahlprogramm aus dem Jahre 2004, Termine aus 2007 aber keinen Hinweis auf den neuen gemeinsamen BM-Kandidaten, der erst kürzlich von Bürgerblock, FDP und FWG vorgestellt wurde. Das ist nicht nur peinlich für den Kandidaten.
Erfreulich, weil professionell umgesetzt, ist der Internet-Auftritt der Freien Wählergemeinschaft (FWG). Profi Preuß sagt:„Das ist ein neuer, moderner Auftritt, einigermaßen übersichtlich, informativ und aktuell. Es gibt ein eigenes Kontaktformular unter „Kontakt“, animierte Grafiken sorgen für Abwechslung.“ Und nun die Minuspunkte im Fachjargon: „Es gibt keine Weblog-Funktion zur interaktiven Kommunikation mit den Internetnutzern, die Webseiten beinhalten keinerlei Schlüsselbegriffe oder eine Seitenbeschreibung in HTML-Seitenquelltext. Unterrubriken zu „Presse“ werden im Browser Firefox nicht korrekt angezeigt.“

Der Auftritt des Bürgerblocks im Internet ist ebenfalls neu gestaltet, er bietet aktuelle Infos, die Anmutung ist modern, es gibt eine Newsletter-Anmeldefunktion und ein Forum. Allerdings ist die Seite, die sich sicherlich noch im Aufbau befindet, recht unübersichtlich, und was bitte bedeutet BB. Eben: Bürgerblock. Aber das erfährt der geneigte Besucher nicht wirklich.

Kandidat Dr. Ralf Schaaf hat noch keine eigene Homepage. Vielleicht ist das aber auch besser so. Ein Fazit von Preuss: „Bad Honnefs Politiker stehen ihren bundesweit agierenden Parteifreunden und Genossen in nichts nach. Einen Barack Obama, oder eine Hillary Clinton, die derzeitigen „Zauberer“ des Internets im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf, sucht man hier zu Lande leider noch vergebens. Wer braucht denn hier schon Spendenaufrufe über das Internet zur Finanzierung einer Wahlkampf-Kampagne? Wer braucht den direkten, interaktiven Austausch mit seinen potentiellen Wählern und möglichen Unterstützern. Wer braucht eine webbasierte Akquisevon neuen Mitgliedern über automatisierte Antragsformulare?“ Wohl niemand!

Wenn Sie einmal schauen wollen, so kommen Sie zu den beschriebenen Seiten:
www.wally-feiden.de, www. spd-bad-honnef.de
www.cornelia-nasner.de, www.cdu-bad-honnef.de
www.buergerblock-badhonnef.de
www.fdp-bad-honnef.de
www.fwg-badhonnef.de
Die Grünen und die Freien Grünen bieten lediglich Pdf-Datein mit Kontaktdaten an. Aufrufbar unter www.bad-honnef.de/service/links/. Und für WWW-Feinschmecker hier die Schmankerl: www.barackobama.com/index.php oder www.hillaryclinton.com.

Viel Vergnügen.

Statistik:
Der durchschnittliche Nutzer von Politikerwebsites ist männlich, gebildet und jünger als 50 Jahre. Er hat ein vergleichsweise hohes Einkommen, ist internetaffin und zieht die Freiheit der Sicherheit und Gleichheit vor. Sein Interesse an Politik ist groß.

Kommentare

Ein Kommentar to “WAHLEN: Die Gewinner werden im Internet gemacht”

  1. admin on März 7th, 2008 12:50

    Bad Honnefer Politik im Internet - mehr schlecht als recht

    Knapp 8 Monate vor der anstehenden Bürgermeisterwahl, lohnt sich ein Blick auf die Art und Weise, wie sich unsere politischen Parteien im Internet präsentieren. Wir haben uns dazu die Internetauftritte aller im Rat vetretenen Fraktionen und Bürgermeisterkandidaten genauer angeschaut. Fazit: Bad Honnefs Politiker stehen ihren bundesweit agierenden Parteifreunden und Genossen in nichts nach. Einen Barack Obama, oder eine Hillary Clinton, die derzeitigen ‘Zauberer’ des Internets im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf, sucht man hier zu Lande leider vergebens. Wer braucht schon Spendenaufrufe über das Internet zur Finanzierung einer gewaltigen Wahlkampf-Kampagne? Wer braucht den direkten, interaktiven Austausch mit seinen potentiellen Wählern und möglichen Unterstützern. Wer braucht eine webabsierte Akquise von neuen Mitgliedern über automatisierte Antragsformulare?

    Fast allen jetzt anlysierten Internetseiten ist leider eines gemeinsam: Bad Honnefs Politiker gehen ins Web weil man es eben “muss”, und nicht weil sie die große Chance in dem Medium erkannt haben, es tatsächlich effektiv für sich zu nutzen. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel. Allgemein vermisst man die Bereitschaft der Politik, sich mittels moderner Möglichkeiten des so genannten Web 2.0 direkt mit ihren Internetbesuchern auszutauschen. So sucht man z.B. vergebens nach einfachen Kommentarfunktionen zu den eigenen veröffentlichten Informationen, Meldungen und Ansichten. Einzige Ausnahme ist hier der Internetauftritt des Bürgerblocks, dessen mit ‘Forum’ betitelter Versuch allerdings an die frühen Gründerjahre des Internets erinnert. Das hat auch einen gewissen Charme. Echte und offene Kommunikation mit den Bürgern im Web? Dieses ‘Problemfeld’ meiden deutsche Politiker lieber. Es könnte ja sein, dass die Internetbesucher tatsächlich regen Gebrauch davon machen.

    Richtig spannend ist jedoch eine Analyse der Internetauftritte unserer Bürgermeisterkandidaten für die nächste Wahl im Oktober. Da wird doch bestimmt schon einiges geboten sein. Frische Ideen und Konzepte, die um die Wählergunst streiten. - Die Realität ist leider auch hier ernüchternd. Unsere amtierende Bürgermeisterin, Frau Wally Feiden, beglückt uns schon seit Jahren mit einem alten Neujahrsgruß von 2004/05 und dem Hinweis “Die Internetseite wird zur Zeit umgebaut”. Eile mit Weile. Internet? Was ist das? Frau Cornelia Nasner, Kandidatin der CDU, startete jüngst mit einem Web-Auftritt Marke Eigenbau. Hier ist aber wenigstens der Versuch zu erkennen, es besser machen zu wollen. Und Dr. Ralf Schaaf, Kandidat von FDP,FWG und BürgerBlock? Noch kein Konzept, noch keine Wahlkampfstrategie wie bei den anderen beiden vermutlich auch. Von einem möglicherweise geplanten Internetauftritt war uns bis Redaktionsschluss leider noch nichts bekannt.

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