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"Wat’ne geile Nummer" – ein neues Projekt startet

Juni 30, 2009

RÜCKBLICK: Ein Honnefer Wochenende mit gleich acht Veranstaltungen und einigen Überraschungen

Traditioneller Fassanstich zum Beginn der St. Johannes-Kirmes durch Bürgermeisterin Wally FeidenViele Köche verderben den Brei, sagt man, für Bad Honnef scheint das nur bedingt zu gelten. Der Veranstaltungsmarathon am vergangenen Wochenende beginnt auf dem Campus der FH, mit einem Sommerfest und auf dem Marktplatz mit dem Kirmes-Fassanstich vor dem Restaurant Markt3. Dann geht es Schlag auf Schlag. Samstag Vormittag pilgern 116 SIBI-Abiturienten samt Anhang zum Kurhaus, im Freibad treffen 400 Rheinschwimmer ein, im Rathaus werden die Sportler des Jahres geehrt, die St. Sebastianus Schützen schießen auf dem Rathausplatz um die Königswürde, der Selhofer Kindergarten feiert seinen 50sten Geburtstag und in der evangelischen Kirche wird Goldene Konfirmation gefeiert.Über allem: Regenwolken. Und einige Erkenntnisse. So ist der Schützenpräsident der Sebastianer, Rolf Menzel, trotz der Wetterkapriolen zufrieden mit dem diesjährigen Schützenfest mitten in der Stadt,umrahmt von der Kirmes. Die dagegen leidet, seit Jahren immer eklatanter unter Besucherschwund. Der Grund? Vielleicht der: Ein sichtlich genervter Opa sagt: „Heute ist das Kirmesgeld für meine Enkel quasi in 10 Sekunden aufgebraucht“. Was soll’s? Die Kirmes gehört vor die Kirche. Eine gute alte Tradition, die im Zeichen von Handy, Internet, Xing, Facebook, eben den sozialen Netzwerken der heutigen Generation, zum Sterben verurteilt ist. Der Lauf der Zeit. Der bringt es auch mit sich, dass in der ehemaligen Männerdomäne der Schützen,die Damen die Oberhand gewinnen. Nach Uschi Römerscheidt wird Ulrike Bonsch Schützenkönigin. Und das ausgerechnet nach einem sehr spannenden Endkampf gegen ihren Göttergatten Dietmar. Ein Wissender sagt augenzwinkernd, warum das so ist:„Die Herren der Schöpfung üben nicht mehr so richtig. Die Damen dagegen trainieren sehr ehrgeizig.“ Klar auch, dass es keinen Jugendprinzen gibt, sondern eine Jugendprinzessin: Nadine Drothen. Macht aber nichts. Die St. Sebastianer sind im Aufwind. Die Königin ist 36 Jahre alt, die Prinzessin 20 Jahre alt. Die lang ersehnte Verjüngung des Traditionsvereins ist nun Wirklichkeit geworden. Dennoch gibt es Wermutstropfen, so Präsident Menzel. Die Aegidienberger Schützen feiern am gleichen Wochenende ihr Schützenfest. So kommen die befreundeten Vereine nur in kleiner Formation daher.Und:Ein Gastronom am Markt hat schon zum wiederholten Mal sein Haus an den Schützentagen geschlossen, aus Protest dagegen, dass die Schützen selbst die Bewirtung auf dem Marktplatz übernehmen, und nicht er. Menzel: „Die Stadt hat uns gebeten, das Schützenfest in der Innenstadt zu veranstalten. Das können wir aber nur stemmen, wenn wir auch Einnahmen erzielen.Ohne die Bewirtung auf dem Marktplatz geht das schlichtweg nicht.“ Am Rande: Alle anderen Marktgastronomen sind mit den Umsätzen während der Schützentage mehr als zufrieden. Zurück zum Königspaar. Ulrike und Dietmar Bonsch werden nun ein Jahr lang die Honnefer Schützenbruderschaft repräsentieren. Unterstützt werden sie dabei von ihren Adjutanten Sabine und Hans-Walter Drohten sowie Sibilla und Bernd Ufken. Am Sonntag zelebrieren die St. Sebastianer dann das Patrozinium von St. Johann Baptist mit einer feierlichen Messe,gehalten von Pfarrer Bruno Wachten. Bei einer anschließenden Prozession durch die Stadt wird das Allerheiligste von den Schützenbrüdern eskortiert. Krönender Abschluss ist am späten Sonntagnachmittag die Proklamation der neuen Majestäten auf dem Marktplatz. Musikalisch begleitet vom Bläserchor Rheinbreitbach und dem Spielmannszug TV Eiche, dankt der Präsident der scheidenden Königin Uschi Römerscheid und ihrem Prinzgemahl Heinz für das erfolgreiche Jahr und übergibt die Königskette an die neue Majestät Ulrike Bonsch. Der Gatte der Königin, Dietmar Bonsch,wartet am Rande des Festes mit einer handfesten Überraschung auf. Unter dem Label „Wat‘ne geile Nummer.de“, wird es bald ein breit gefächertes Merchandising-Angebot geben und regelmäßige Auftritte von bekannten Musikern aus Köln. Man darf gespannt sein.

400 Rheinschwimmer aus der ganzen Republik entern das MS BeethovenSo gespannt wie die 116 Sibianer die vergangenen Samstag ihr Reifezeugnis im Kurhaus in Empfang nehmen konnten. Oberstudiendirektor Joachim Nowak gibt ihnen mit auf den Weg: „Das Leben soll kein uns gegebener, sondern ein von uns gemachter Roman sein.“ Und er fügte an:„Wir wissen, Sie haben das Rüstzeug zu Erfolgsautoren.“ Bürgermeisterin Wally Feiden sagt: „Mit dem Abitur haben Sie jetzt als Lohn für alle Mühen den Schlüssel in der Hand, mit dem Sie sich selbst die Türen öffnen können, die zum Erfolg führen sollen. Sie haben es nun in der Hand, die Gesellschaft zu gestalten.“ Passend zu diesen Worten singt das Oberstufenensemble:„ We are the world“.

Von der Fähre aus ging es in den RheinBeim 24. DLRG-Rheinschwimmen reisen 400 Wasserratten aus ganz Deutschland in Bad Honnef an. Mit dem MS „Beethoven“ geht es nach Linz, dort auf die Fähre und von dort aus in den Rhein. Die bunt bekleideten Schwimmerinnen und Schwimmer haben durchweg witziges Plastikgetier dabei, um sich daran die elf Stromkilometer nach Bad Honnef treiben zu lassen. Ziel: Das Freibad auf der Insel Grafenwerth.Dort wird bis in den frühen Morgen gefeiert. DLRG-Geschäftsführer Tobias Karsten sagt: „Eine rundum gelungene Veranstaltung mit einem hohem Spaßfaktor.“

Pfarrer Löttgen-Tangermann ehrte in der Erlöserkirche die Jubiläums-Konfirmanden zur goldenen und diamantenen KonfirmationDie Veranstaltungswelt in Bad Honnef ist in Ordnung. Traditionelle Veranstaltungen haben, so scheint es, bleibenden Wert. Neue, wie das Sommerfest der FH, haben eine gute Zukunft, weil sie gespickt sind mit kreativen Ideen der angehenden Event-Manager. Das ist gut für die Stadt.Und bald vielleicht ein perfekter Ersatz für eine Kirmes, die offensichtlich keiner mehr will. Mal abgesehen vom Fassanstich.

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