Zittersieg in letzter Sekunde
Januar 20, 2009
SOBA Rhöndorf spannte die rund 650 Fans am Freitag bis zur letzten Sekunde auf die Folter, bis der knappe 78:76-Sieg (37:49) eingefahren war. Das Team von TSV Breitengüssbach lieferte den Dragons bis zum Schluss bravourös Paroli. In der Crunchtime hatte der Spitzenreiter der ProB das glücklichere Ende für sich. Noch acht Sekunde zeigte die Spieluhr an, die Dragons lagen mit 74:76 hinten, als Rhöndorfs Headcoach die letzte Auszeit nahm. „Ich habe eine Spielzug für Chris Roijik angesagt“, erklärte Olaf Stolz später. „Die Entscheidung, ob er einen Zweier oder Dreier versucht, habe ich seinem Gefühl überlassen.“ Der Dragons-Star fühlte sich gut, nahm den Dreier und traf! Es sollte der Buzzer-Beater sein, denn die sichtlich entnervten Gäste produzierten fünf Sekunden später erst ein Offensiv- und dann noch ein unsportliches Foul. So konnte sich Goran Kovacev locker einen Fahrkarte bei den folgenden Freiwürfen leisten, denn Rhöndorf blieb ja weiterhin in Ballbesitz. Der Frust bei den Jungs um TSV-Coach Ulf Schabacker war nur zu verständlich. Hatte Breitengüssbach den Überraschungscoup beim Ligaspitzenreiter doch ganz dicht vor Augen. Und unverdient wäre der Auswärtssieg sicherlich nicht gewesen. Von Beginn an wussten die Süddeutschen am Menzenberg mit disziplinierten Pass-Stafetten zu überzeugen. Immer wieder gelang es den Gästen ihre Distanzschützen in Position zu bringen, die allein in Halbzeit Eins neun Dreier im Rhöndorfer Korb versenken - zwei davon steuerte der überragende Isaak Stafford (22Pkt./3-3er) bei! Die deutliche Pausenführung des TSV (37:49) war absolut verdient. Nach dem Seitenwechsel bliesen die Dragons erstmal zur dringend nötigen Aufholjagd. Fabian Thülig lieferte mit zwei beherzten Aktionen die Initialzündung für einen 11:0-Lauf der Hausherren. Der Youngster war es auch, der in der 26. Minute für die Gastgeber zum 51:51 ausglich. Breitengüssbach zeigte sich über den Verlust der komfortablen Führung jedoch keineswegs geschockt. Im Gegenteil, die Gäste konterten und legten im Schlussviertel nochmals sechs Zähler vor (34“ / 60:66). Die Dragons wackelten, fielen jedoch nicht. Ein klares Verdienst von Goran Kovacev, der – wie schon im letzten Heimspiel gegen Braunschweig – seine Drachen auf die Siegerstrasse puschte. Nicht nur wegen zwei eminent wichtiger Dreier, sondern auch durch seiner Präsenz in der Defense. Sein bekannt kompromissloser Einsatz riss seine Mitspieler mit, die in der letzten Minute kämpften bis zum Umfallen – und einen 72:75-Rückstand noch in einen 78:76-Sieg umdrehen konnten. „In den letzten Minuten haben wir die Intensität gezeigt, die ich in der gesamten ersten Halbzeit vermisst habe“, bemerkte Olaf Stolz kritisch. „Wir finden derzeit nicht richtig in unseren Spielrhythmus, daher sind die Erfolge hart erkämpft. Daran gilt es in den kommenden Trainingseinheiten zu arbeiten. Denn es ist ein gutes Gefühl an der Tabellenspitze zu stehen und dieses Gefühl möchten wir bis zum letzten Spieltag der Saison genießen!“
Rhöndorf (Pkt./3er): Tholey (2), Raebel, Moore (8/2), Kovacev (7/2), Rojik (20/2), Malbeck (5), Lange (11/1), Thülig (11/1), Montag (4)
Breitengüssbach (Pkt./3er): Tadda (17/2), Zeis (6/1), Fuchs (5/1), Stafford (22/3), Lachmann, Jungbauer (12), Leithner (8/2), Obiango (6/2)
Rhöndorf/Breitengüssbach: Feldquote (43%/46%), 3er (7?19?/11?26?), Freiwürfe 13?16?/15?19?), Rebounds (28/28), Turnover (16/21), Assists (16/15), Steals (8/3), Blocks (2/3), Fouls (20/18)
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