Zurück am Ort der Katastrophe
Dezember 27, 2011
TSUNAMI: Karuna Poopal besuchte seine Heimat Sri Lanka


Der 26. Dezember 2004 ist ein Datum, das Karuna Poopal wohl nie mehr im Leben vergessen wird. Damals betrieb Poopal das allseits beliebte Gasthaus „Blömeling“ op Selef, seine Familie lebte auf Sri Lanka. Von dort kam die Schreckensmeldung per Telefon um 8 Uhr Ortszeit: Ein Tsunami verwüstete den gesamten Küstenstreifen rund um die Insel. Mit einer noch nie da gewesenen Wucht fegt die Welle alles weg: Häuser, Autos, Boote, Züge, Brücken, Menschen. 30.600 Menschen sterben. 573.000 Menschen werden obdachlos. Eine beispiellose Hilfsaktion beginnt. 30 Länder sagen Soforthilfe zu, in Form von Waren und Geld. Karuna Poopal aktiviert seine Gäste und Freunde. Darunter Richard Gädecker. Und die Selhoferin Ilse Huppertz, die 1997 die „Sri Lanka Hilfe“ gründete. Sie hatte 10 Jahre lang mit ihrem Mann auf Sri Lanka als Entwicklungshelferin gearbeitet. Schon vor dem verheerenden Tsunami konnte sie die Not dort hautnah mitbekommen. Poopal, Gädecker und Huppertz entfachten eine Hilfswelle, die es in dieser Form noch nie in Bad Honnef gab. Quasi über Nacht standen in allen Geschäften Sammelbüchsen neben den Kassen. Ein Container wurde bereit gestellt um Hilfsgüter zu sammeln: Kleidung, Schuhe, Brillen, Arznei, Spielzeug. 20 Kunstwerke bekannter Honnefer Künstler, darunter Ernst Günter Hansing, Alfred Kreutzberg oder Kunstpreisträgerin Gabriele Pütz, wurden im Rahmen des „Honnefer Treffs“ im Kurhausfoyer versteigert. Honnefer übernehmen Patenschaften. Für 15 Euro im Monat. Dafür bekommt ein Kind täglich eine warme Mahlzeit. Poopal und Huppertz sorgen dafür, dass das Geld genau an der richtigen Stelle ankommt. Die „Honnefer Junge für Honnefer Pänz“ spendieren ihren Knobeleinsatz für die Sri Lanka Pänz. Mehrere Kubikmeter Hilfsgüter werden von Bad Honnef aus auf den Weg gebracht. In wenigen Tagen kommen 19.000 Euro an Spendengeldern zusammen. Vor allem für Kinder, die ihre Familien verloren haben und als Waisen auf fremde Hilfe angewiesen sind. Vergangenen November besuchte Poopal seine Heimat erneut. Eingebrannt in sein Gedächnis: 100.000 zerstörte Häuser. 169 zerstörte Schulen. Kinder die hilfesuchend in den zerstörten Straßen herum irren. Nach seinem Aufenthalt sagt er: „Ich bin beeindruckt, von dem was ich gesehen habe. Schulen, Kinder- ,Behinderten- und Altenheime sind wieder hergestellt worden. In den Dörfern gibt es neue, gut ausgestattete Gemeinschaftshallen. Die Projekte für Schul- und Berufsausbildung befinden sich auf einem guten Weg. In Tempeln und Schulen wird für hungernde Kinder gesorgt, die es leider immer noch gibt“. So sind Patenschaften auch heute noch, sieben Jahre nach der Katastrophe, bitter nötig.
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