Jeden Samstag und Sonntag Frühstück im Chimära in der Bonner Altstadt

ZWAR- Zwischen Arbeit und Ruhestand

Januar 13, 2012

PROJEKT: Freie Zeit selbst bestimmen – Caritas Bad Honnef stößt neues Projekt an

Im Zuge der Entwicklung des Pastoralkonzepts trafen sich im Frühsommer die Vorsitzenden der Pfarrcaritas von Rhöndorf, Selhof, Aegidienberg und St. Johann Batist mit Diakon Gunkel bei Pfarrer Gather, um über Perspektiven der Pastoral für ältere Menschen zu sprechen. Dabei hat Petra Quast aus Selhof ein Projekt angeregt, das ihr schon länger am Herzen liegt. Worum geht es? Viele Menschen fragen sich gegen Ende ihres Beruflebens, wie sie die in Aussicht stehende neue Freizeit mit Inhalt füllen können. Wer es sich leisten kann, geht oft auf Reisen, wer Familie hat, engagiert sich vielleicht in der Betreuung der Enkel und jeder Verein freut sich über Mitglieder, die sich stärker in das Vereinsleben einbringen. Aber nicht alle, vor allem Alleinstehende, haben außerhalb des Berufslebens ausreichend Anschluss an andere Menschen in ihrer Umgebung, und nicht alle wollen sich als Mitglied eines Vereins oder einer Organisation engagieren. Für sie gibt es zukünftig auch in Bad Honnef die Möglichkeit, über eine eigene, selbstbestimmte Gruppe Kontakte zu knüpfen und Aktivitäten zu organisieren. Solche sozialen Netzwerke gibt es in NRW schon seit über 30 Jahren in 150 Kommunen unter dem (leider etwas hölzernen) Titel ZWAR-Gruppen (Zwischen Arbeit und Ruhestand). Claudia Gabriel vom Caritasverband Rhein-Sieg e.V.-Kreisverband in Siegburg wird in den ersten beiden Jahren als Gruppenbegleiterin den Aufbau der Gruppe in Bad Honnef unterstützen. Parallel und darüber hinaus wird auch die ZWAR-Zentralstelle in Dortmund die Honnefer Gruppe beratend begleiten und zum Beispiel Angebote für Vorträge oder Fortbildungen machen. Wolf Kiesewetter von der ZWAR-Gruppe Hennef schilderte auf Einladung von Iris Schwarz, der Honnefer Beauftragten für Gleichstellung und Seniorenarbeit, beim letzten Runden Tisch der Seniorenarbeit sehr anschaulich die Aktivitäten seiner Gruppe, die bei ihrem Aufbau 2003-2005 auch schon von Claudia Gabriel begleitet wurde. In Hennef treffen sich knapp 50 Menschen zwischen 60 und 85 Jahren alle 14 Tage und planen ganz nach Lust und Laune ihre Aktivitäten in kleinen Gruppen. Wer einen Vorschlag macht, sucht und findet Interessenten, um sich mit denen dann gesondert zu treffen. Eigenverantwortlichkeit und Selbstorganisation sind dabei die grundlegenden Prinzipien. Es gibt in Hennef eine Kochgruppe, Spielgruppen (Karten, Boule etc), Bildungsfahrten, Wanderungen, Ausflüge, Vorträge – alles, was den Teilnehmenden gefällt. Über diese Kontakte mit Gleichgesinnten entwickeln sich oft neue Freundschaften und nicht selten führen die sie zum gegenseitigen Austausch von Hilfen, vom Blumengießen im Urlaub bis zum Besuch am Krankenbett. Die Zusammengehörigkeit in der Gruppe läuft nach dem ZWAR-Konzept also über vier Stufen: 1. Ich möchte etwas für mich tun, 2. Ich möchte etwas für mich mit anderen tun, 3. Ich möchte etwas für andere tun, Ich möchte, dass andere etwas für mich tun.

In Bad Honnef wurden Anfang Januar über die Stadt die Bürger zwischen 60 und 70 Jahren zur Gründung einer solchen Gruppe zur Veranstaltung am Mittwoch, den 18. Januar um 18 Uhr im Rathaussaal eingeladen. Der katholische Kirchengemeindeverband wird im Pfarrzentrum Rhöndorf einen Raum für die 14-tägigen Gruppentreffen (mittwochs) zur Verfügung stellen. Ein gutes Konzept, dem Erfolg zu wünschen ist, da es jedem in der Gruppe die Freiheiten lässt, die er für sich haben möchte und trotzdem eine Anbindung an Gleichgesinnte erlaubt. Weitere Infos erhalten Interessierte unter www.zwar.org

Beate Schaaf

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